![]() |
|
Phineas Shafiq - Druckversion +- OWLWAYS (https://owlways.makemerun.de) +-- Forum: Charaktere (https://owlways.makemerun.de/forumdisplay.php?fid=7) +--- Forum: Bewerbungen (https://owlways.makemerun.de/forumdisplay.php?fid=96) +--- Thema: Phineas Shafiq (/showthread.php?tid=1122) |
Phineas Shafiq - Phineas Shafiq - 15.09.2026 Noch immer brannte an seinem linken Unterarm das Mal, das er an diesem frühen Morgen trotz der sommerlichen Wärme unter einem langärmligen Hemd verborgen hatte. In den kühlen Räumlichkeiten von Shafiq Spellbound Media fiel dies glücklicherweise nicht auf. Doch er selbst konnte es nicht ignorieren. Es war da. Unwiderruflich in seine Haut eingebrannt. Verdammt, er verfluchte sein junges Ich dafür, dass er diesen Schritt gegangen war. Doch es blieb keine Zeit für Reue. Es war zwei Tage her, dass er auf diesem verdammten Friedhof gewesen war. Er hatte im Kreis der Maskierten gestanden und starr mit angesehen, wie der Dunkle Lord tatsächlich wiederauferstanden war. Mit Sicherheit war er nicht der einzige früher überzeugte Anhänger, der darauf nun wirklich hätte verzichten können. Doch man hatte ihn nicht gefragt, und nun sollte er den Scherbenhaufen, den der Schwarzmagier hinterlassen hatte, wiederherstellen. Nur wie sollte er das anstellen? Fast 24 Stunden war es her, dass Dumbledore vor ganz Hogwarts verkündet hatte, dass Lord Voldemort zurück war. Dass er den jungen Cedric Diggory ermordet hatte. Bei dem Gedanken an die beiläufige Ermordung des Jungen fuhr Phineas ein Schaudern durch den Körper. Doch die Emotionen fanden nur kurz Raum, ehe sich sein Verstand auf seine Aufgabe fokussierte. Aufgrund der Geschehnisse war es rein logisch, dass nun die Jagd auf den Schwarzmagier und seine Anhänger beginnen würde. Ein kaum wahrnehmbarer Knallton erfüllte für einen Sekundenbruchteil den Raum und riss ihn aus seinen Gedanken. Phineas wandte sich um und blickte auf die frischgedruckte Ausgabe des Tagespropheten, die nun auf seinem Mahagonischreibtisch lag. Ein Teil von ihm hätte am liebsten sofort hektisch danach gegriffen, doch selbst ohne Augenzeugen maßregelte er sich und atmete erst einmal tief durch. Dann griff er nach dem Blatt, überflog die druckfrischen Zeilen, und je mehr Worte er las, desto mehr wich die Anspannung aus seinen Zügen. Cornelius Fudge verweigerte die Realität. Das Ministerium stritt alles ab und stellte Dumbledore als senilen Wirrkopf dar. Unweigerlich entfloh ihm ein halb erleichtertes und halb ungläubig amüsiertes Schnauben. Fudges Reaktion war das Beste, was dem Verlagschef an diesem Morgen hätte passieren können. Es war sein Glück, dass niemand von einem Blatt wie der Hexenwoche eine sofortige Reaktion auf die Ereignisse erwartete, sodass er diese Steilvorlage nutzen konnte, um dem Dunklen Lord zu dienen, ohne dabei negative Aufmerksamkeit zu erregen. Noch bevor er den Artikel zu Ende gelesen hatte, klopfte es hektisch an der Tür. Phineas legte die Ausgabe zur Seite, ließ sich am Schreibtisch nieder und bat den Störenfried hinein. Der Chefredakteur der Hexenwoche eilte ihm mit sorgenvoller Miene entgegen und reichte ihm einen Entwurf. DUMBLEDORES WARNUNG: DIE RÜCKKEHR DES DUNKLEN LORDS? prangerte es am Kopf des Manuskripts, und damit hatte er bereits genug gesehen. Ohne etwas zu sagen, warf er das Pergament in eine unauffällige Silberschale zu seiner Rechten. Sobald es das Silber berührte, ging es in einer geruchlosen magischen Flamme auf und löste sich rückstandslos auf. „Mister Shafiq?“, kam es leise über die Lippen des Mannes, während er verunsichert einen Schritt zurücktrat. „Dumbledore hat gestern vor allen Schülern behauptet—“ Weiter kam er nicht, denn Phineas deutete ihm mit einer Handgeste ruhig zu sein und schob ihm die Ausgabe des Tagespropheten zu. „Lesen Sie das!“, forderte er den anderen Zauberer auf und blieb dabei betont ruhig, doch nicht minder autoritär. Aufmerksam beobachtete er, wie der Chefredakteur die Zeilen überflog. „Dumbledore ist alt und laut dem Ministerium weiß er nicht, wovon er da spricht. Was Potter betrifft“ Er machte eine Pause und wartete darauf, dass sein Gegenüber ihn wieder ansah. „Was Potter betrifft, nun, dass der Junge nach Aufmerksamkeit schreit, sollte wohl spätestens nach der Teilnahme am Trimagischen Turnier klar sein.“ Der andere Mann sah ihn an und Phineas erkannte die Zweifel und das Zögern in dessen Ausdruck, was ihn dazu verleitete abwartend die Augenbrauen zu heben. „Aber Sir... wenn an den Gerüchten doch etwas dran ist? Dumbledore würde doch nicht einfach— Sollten wir nicht zumindest beide Seiten darstellen?“ „Beide Seiten darstellen?“, wiederholte Phineas stirnrunzelnd und sah den Redakteur so an, als wolle er ihm Butterbier als Feuerwhiskey verkaufen. „Verzeihung, Sie haben den Artikel doch gelesen, nicht wahr? Es gibt nur eine Seite und die hat unser Zaubereiminister bereits gegenüber dem Tagespropheten vorgegeben. Wir werden keine Verschwörungstheorien andeuten, die nur dazu führen, dass die Bevölkerung in unangebrachte Panik verfällt. Bringen Sie stattdessen eine Hommage an den armen Diggory-Jungen heraus, der dem Turnier zum Opfer gefallen ist. Gerne als zügige Sonderausgabe und erwähnen Sie, dass SSM den Angehörigen selbstredend finanzielle Unterstützung zukommen lässt, sollte dies nötig sein.“ Für einen Moment schien der Redakteur zu zögern, doch dann nickte er. „Ich kümmere mich sofort darum“, versicherte er und verließ mit zügigen Schritten und hochrotem Kopf das Büro. Musste Phineas sich seinetwegen etwa Sorgen machen? Es wäre wirklich schade, denn der Chefredakteur arbeitete bereits viele Jahrzehnte für den Verlag und verstand sein Handwerk. Doch Phineas würde nicht zögern, den Mann zu ersetzen, sollte es nötig sein. Er würde kein Risiko eingehen. Nicht jetzt, wo er sich so viel aufgebaut und so viel mehr zu verlieren hatte. |