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Onyx Shafiq - Onyx Shafiq - 16.09.2026 Es hatte erste Anzeichen gegeben. Erste Veränderungen in seinem Verhalten. Schon seit Wochen. Ihr Ehemann, der sonst die Angewohnheit besaß, seine Hemdsärmel nach oben zu schlagen, sobald er sich in einem privaten Umfeld befand, tat dies nicht mehr. Onyx hatte sich zu Beginn nicht viel dabei gedacht. Es hatte sie nicht verwundert, dass er nur noch im abgedunkelten Schlafzimmer zu ihr ins Bett fand. Es war nicht ungewöhnlich für ihn, nach ihr schlafen zu gehen. Oder wie wenig sich ihre Wege im angrenzenden Ankleidezimmer oder im Bad kreuzten. Sie waren dreizehn Jahre verheiratet. Solche Zeiten kamen vor. Doch nie hätte die geborene Macmillan den wahren Grund für all diese winzigen Veränderungen erahnen können. Es war nicht ungewöhnlich für Onyx, das gemeinsame Ankleidezimmer aufzusuchen, um sich für die Nacht von ihrem Schmuck zu entledigen. Es war ebenso wenig ungewöhnlich, wenn sich zu diesem Zeitpunkt Phineas darin aufhielt, um sich ebenfalls auf die Nachtruhe vorzubereiten. Ihre abgelegten Ohrringe bereits in der rechten, geschlossenen Hand haltend, umging sie barfuß federleicht die einzige knarzende Diele im Schlafzimmer. Sie bezeichnete sie als charmant und doch umschritt Onyx sie seit vielen Jahren gekonnt. Mit ihren schlanken Fingern den Verschluss ihrer Halskette lösend, trat sie auf die halbgeöffnete Tür des angrenzenden Zimmers zu. Als sie ihren Blick an diesem Abend zu ihrem Mann richtete, der sich eben sein Hemd von den breiten Schultern streifte, verfing sich ihr aufmerksamer Blick an der prägnanten, tiefschwarzen Veränderung zwischen all seinen anderen Tattoos. Doch das, was sie zu Beginn einfach nur für eine neue, ihr verschwiegene Tätowierung auf seinem linken Unterarm halten wollte, offenbarte sich als das Dunkle Mal des gefürchteten Zauberers, der tot sein sollte. Die junge Mutter würde später nicht mehr sagen können, was sich in ihrem Kopf abgespielt hatte. Es hatte keine Zeit des Nachdenkens gegeben. Nur ein altes Symbol von Tod und Verderben. Sie hatte nicht mehr ihren Ehemann wahrgenommen. Sie war sich nicht einmal mehr sicher, ob es wirklich ihr Mann gewesen war, der dort im Raum gestanden hatte. Sie hatte das Zeichen der Todesser erkannt und all ihre Instinkte hatten zur Flucht gerufen. Angst vernebelte ihre Gedanken und schiere Panik durchflutete ihr Nervensystem. Bevor es Onyx selbst begriff, fuhr sie herum. Den Schmuck, den ihr einst Phineas zu einem Hochzeitstag zum Geschenk gemacht hatte, noch in den Händen umschlossen. Sie verfluchte die Diele, die nun doch unter ihren hektischen Schritten knarrte. Ihre Schmuckstücke fielen zu Boden, als sie gehetzt nach ihrem Zauberstab auf der Anrichte neben der Schlafzimmertür griff. Eilig hastete sie in das Zimmer ihres Sohnes, den sie schlafend an sich riss, um noch rechtzeitig in die Stube seiner Schwester zu gelangen. Onyx hatte eben die Hand ihrer Tochter ergriffen, als sie entsetzt und voll empfundenen Schmerzes in das Gesicht ihres Ehemannes blickte. Doch bevor er ihren Namen aussprechen und sie zögern lassen konnte, apparierte sie mit den gemeinsamen Kindern – wie sie hoffte – in Sicherheit. |