OWLWAYS
Lea Solberg - Druckversion

+- OWLWAYS (https://owlways.makemerun.de)
+-- Forum: Charaktere (https://owlways.makemerun.de/forumdisplay.php?fid=7)
+--- Forum: Charakterverzeichnis (https://owlways.makemerun.de/forumdisplay.php?fid=12)
+---- Forum: Steckbriefe (https://owlways.makemerun.de/forumdisplay.php?fid=40)
+---- Thema: Lea Solberg (/showthread.php?tid=955)



Lea Solberg - Lea Solberg - 04.12.2025

1983 – 1988
Leas früheste Erinnerungen sind weniger Bilder als Geräusche. Das Klacken eines Messers auf einem Holzbrett. Das leise Kratzen eines Mörsers. Das dumpfe Brodeln eines Kessels, das durch den Boden wanderte, wenn ihre Mutter spät abends noch arbeitete. Für Lea war die Welt der Zaubertränke schon sehr früh ein Bindeglied zwischen ihr und ihrer Mutter.
Helena war eine geduldige Lehrerin.
Am stärksten erinnert sich Lea noch an die kühlen Hände ihrer Mutter, ihre ruhige Stimme und die Struktur und Routine, die mit ihrem Beruf einhergingen.
Lea erinnert sich noch, dass ihre Mutter ihr das sortieren einfacher und ungefährlicher Kräuter unter Aufsicht erlaubte und sie für die Ernsthaftigkeit und Genauigkeit lobte, die ein so kleines Kind schon an den Tag legen konnte.
Für Lea waren die Stunden mit ihrer Mutter im Labor ihre ganze Welt. Und sie verstand sehr früh, dass ihre Mutter einen Großteil der Anstrengungen darauf legte, eine Heilung oder zumindest Linderung für ihr Leiden zu finden.
Umso rettender war die kleine Welt, die Helena für ihre Tochter erschuf und umso drastischer war der Verlust, als Helena schließlich verstarb.
Bereits im Alter von sechs Jahren verstand Lea sehr gut, dass ihre Mutter nicht einfach nur krank war. Man erklärte ihr zu diesem Zeitpunkt durchaus, dass Helena von einem Fluch getroffen worden war. Und dass sie nicht wieder gesund würde.
Von da an begann Lea immer wieder Kleinigkeiten wahrzunehmen und das sechsjährige Mädchen wurde deutlich sensibler auf alles, was ihre Mutter betraf.
In dieser Zeit begann sich auch stärker zu zeigen, was die Heiler später Belastungsreaktion nennen würden.

Helenas Routinen wurden nach und nach immer wieder von Episoden unterbrochen, in denen sie kaum aus dem Bett aufstehen konnte. Für Lea fehlte damit die Routine ebenfalls.
Sie litt unter Schlafproblemen, Alpträumen, rebellierte gegen ihre Eltern und hatte in regelmäßigen Abständen das, was ihr Vater heute noch als ihre kleinen Nervenzusammenbrüche beschreibt.
Der Profi hingegen würde es Meltdown nennen. Eine Überlastungsreaktion bei autistischen Menschen, die zu einer Abschaltung des Nervensystems führt und mit Weinkrämpfen, starken emotionalen Ausbrüchen oder Derealisation einhergeht.
Natürlich sah man darin schlichtweg die fehlende Anpassung des Kindes auf die Situation der Mutter. Man nahm es nicht ernst.

Je schlechter es Helena ging, umso mehr klammerte sich Lea an Routinen. Sie entwickelte ein fast schon ehrführchtiges Verhalten zu Kräutern und Pflanzen, las alles über die Zutaten und Herstellungspraktiken und ertappte sich sogar dann und wann dabei, wie sie Rezepte und Abläufe auswendig zu wiederholen versuchte.

Lea erinnert sich noch sehr gut an den Tod ihrer Mutter. Und an die Leere, die sie gespürt hat. Das Gefühl begleitet sie bis heute und ist nie ganz verschwunden.

1989 – 1991
Die neue Eheschließung ihres Vaters kam für Lea überraschend und ohne jegliche Ankündigung. Seit dem Tod ihrer Mutter hat die Beziehung zwischen ihr und ihrem trauernden Vater stark gelitten, war allerdings auch vorher nicht besonders stark, da Lea die engere Bindung zu ihrer Mutter hatte.
Edward konnte einfach nicht verstehen, was seine Tochter brauchte und war zu stark in der eigenen Trauer gefangen. Schutz und Trost fand er in den Armen einer anderen Frau, die er seiner Tochter einfach vorsetzte.
Lea ist acht Jahre alt, als ihr plötzlich eine fremde Frau am Frühstückstisch gegenübersitzt und erklärt, ihre neue Mutter zu sein. Das Kind versteht absolut nicht, warum einfach ihre Sachen umsortiert werden, einmal ihr gesamter Kleiderschrank quasi ausgetauscht wird und sie sich neuerdings hübscher kleiden muss.
Die ersten Monate sind geprägt von kleinen Verschiebungen. Unscheinbar für Außenstehende, aber für Lea irritierend deutlich.
Dinge verschwinden, Routinen werden umgestellt. Das Labor ihrer Mutter verschlossen, weil sie noch zu jung wäre.
Fragen werden mit aufgesetztem Lächeln abgewiegelt, Kritik wird als Undankbarkeit ausgelegt. Wenn Lea verwirrt ist, redet Lara ihr ein, dass sie sich das nur einbildet. Weinen wird als zu sensibel adressiert und wenn Lea zu still ist oder zu wenig lächelt, muss sie sich einfach nur mehr Mühe geben.

Edward, der mit seiner Trauer selbst völlig überfordert ist, erkennt die Mechanismen nicht – oder aber er will sie nicht erkennen. Für Lea ist das bis heute nicht klar. Er übernimmt Laras Darstellungen oft ungeprüft, unterstellt seiner grundsätzlich nicht lügenden Tochter, dass sie die Unwahrheit sagt und lässt keine Diskussionen zu. Der Versuch, ihre Wahrnehmung zu äußern, endet regelmäßig in Vorwürfen, sie verhielte sich daneben und solle endlich normal sein. Immerhin mache sie es ihren Eltern unnötig schwer.
Als sie erklärt, dass Lara nicht ihre Mutter ist, ohrfeigt Edward sie zum ersten und bislang einzigen Mal.
Lea, die bis dahin keinerlei Gewalt kennt, ist rechtschaffen geschockt und wagt es fortan nicht, ihre Zweifel nach außen zu tragen oder gar ihre Meinung zu sagen.

Stattdessen entwickelt sie die Grundstrategie, jede Situation zunächst genau zu beobachten, zu analysieren und dann zu reagieren. Das System mag Lücken haben, aber Lea fühlt sich damit sicher.

Je näher die Einschulung auf Hogwarts rückt, umso heftiger werden die Kontrollstrukturen. Sie wird permanent kontrolliert, Edward überprüft ihre Hausaufgaben und Lernfortschritte als wären es Prüfungen und Lara kommentiert permanent Leas Haltung, Ausdrucksweise, Essverhalten oder ihre Kleidung. Gespräche werden zu sozialen Spießrutenläufen, die Lea viel Energie abverlangen und jede Form von doch mal geäußerter Meinung endet in einem von Laras geführten Monologen, die das Mädchen still über sich ergehen lassen muss.

Entsprechend ist die Fahrt nach Hogwarts und die Einschulung dort für Lea eine Erleichterung. Die zarten Freundschaften, die Lea nach außen geschlossen hat, vermisst sie zwar, aber die Schule ist Flucht. Sie wünscht sich Freiheit. Und eine Umgebung, in der sie so angenommen wird, wie sie ist.
Und für einen kurzen Moment gibt sich Lea der naiven Hoffnung hin, dass sie das auf Hogwarts auch bekommt.

1. Schuljahr
Aufgrund ihres nicht vorhandenen Reizfilters überlädt sie allerdings schnell an der neuen Umgebung und zieht sich zurück. Gesellschaft findet sie in erster Linie bei Hermine Granger. Ihr Lichtblick: Severus Snape unterrichtet als Lehrer auf dieser Schule Zaubertränke. Von ihm hat sie nur großartiges gehört, kannte er doch ihre Mutter. Sie erinnert sich sogar daran, dass sie ihn mal getroffen hat, als sie ihre Mutter begleitet hat. Wirkliche Erinnerungen an den Inhalt des Treffens hat sie allerdings nicht mehr.
Das erste Schuljahr besteht für Lea hauptsächlich aus Zeit im Unterricht, beim Lernen oder in der Bibliothek. Sie ist zwar mit Hermine befreundet, aber mit dem Trio selbst hat sie nicht viel zu tun. Lea hat anfänglich immer wieder Schwierigkeiten damit, sich angemessen einzufinden. Lea landet in Ravenclaw.

2. Schuljahr
Im zweiten Schuljahr ist Lea von den Dingen, die im Schloss passieren allgemein sehr betroffen. Zur völligen Verzweiflung treibt sie schlussendlich allerdings der Umstand, wie Gilderoy Lockhart unterrichtet. In ihrer Verzweiflung wendet sich die Dreizehnjährige an ihren Tränkelehrer und erhält von ihm ergänzenden Nachhilfe-Unterricht, da dieser nicht am eigenen Kompetenzverständnis vorbeikommt und der Umstand, dass er Lockhart nicht leiden kann ein sehr guter Motivator ist. Sie soll auch nicht die einzige bleiben, wobei Severus Snape diesen Unterricht offenbar nicht allgemein anbietet sondern nur denen, die von selbst auf ihn zukommen. Es mag sich rumsprechen, aber die wenigsten Schüler scheinen sich mehr als nötig mit dem Lehrer abgeben zu wollen. Am Ende sind es etwa 2 Handvoll Schüler aus verschiedenen Häusern.
Gilderoy Lockharts Art und Weise Unterricht zu gestalten führt beinahe dazu, dass Lea den Unterricht verlassen will. Hermine ist es, die zu ihr durchdringt und sie zum Bleiben bringt.
Als schließlich Hermine versteinert wird, bleibt sie in jeder freien Minute an deren Bett und liest ihr die Hausaufgaben vor in der Hoffnung, dass die versteinerte Freundin das irgendwie mitbekommt. Sie bekommt nur am Rande mit, was Harry und Ron planen - und hätte die beiden wohl sehr klar von diesem Unsinn abgehalten. So gilt ihre Sorge allerdings der Freundin. Auf Nachfrage darf sie der Fertigstellung des Zaubertrankes beiwohnen, allerdings ist sie stumme Beobachterin und macht sich ausschließlich Notizen, der die angegriffenen Schüler wieder aus ihrer Versteinerung befreien soll.

3. Schuljahr
Anders als Hermine entscheidet Lea sich gegen zu viele Wahlfächer. Sie nimmt Alte Runen und Pflege magischer Geschöpfe mit in ihren Stundenplan auf. Die Lehrmaterialien zu Arithmantik lässt sie sich von Hermine geben. Auch wenn sie mit dieser befreundet ist, ist Lea nicht an den Aktivitäten rund um Sirius Black beteiligt.
Allerdings glaubt sie keineswegs, dass es sich bei dem Mann um einen Mörder oder gar einen Todesser handeln soll. Irgendwas an der Sache kommt ihr wirklich merkwürdig vor. Sie fragt ihren Vater danach, doch der will von ihrem Verdacht nichts hören, dass der Mann vielleicht unschuldig sein könnte.
Zudem empfindet Lea die gesamte Berichterstattung um Sirius Flucht als merkwürdig, ohne dass sie den Finger drauflegen kann. Das ganze wirkt ihr ein bisschen zu sehr wie Propaganda und einem klassischen Feindbild ohne feste Beweise.
Lea stellt eigene Nachforschungen an und schreibt aktiv Kollegen ihres Vaters an. Das gibt in den Ferien richtig Ärger, doch Lea ist sich nun sicher, dass der Mann hundertprozentig keinen fairen Prozess bekommen hat. Ihr fallen Unstimmigkeiten auf, die von den erwachsenen in ihrem Umfeld weggewischt werden. Auch hier spricht sie wieder mit Severus Snape und erfährt von ihm, dass er zu befangen ist und durchaus der Ansicht ist, dass Sirius Black zu einem Mord fähig ist. Nach einer recht angeregten Diskussion in der Lea sich als recht starke Opposition herausstellt muss auch Severus zugeben, dass die Sache stinkt. Lea weiß bis heute nicht, dass ihre Nachforschung ausschlaggebend dafür ist, dass Snape den drei Chaoten folgt.
Genau wie die meisten Schüler mag sie den Unterricht bei Professor Lupin sehr gerne und ist traurig, als er die Schule verlassen muss. Dieser Umstand sorgt dafür, dass sich Leas Ansichten hinsichtlich der Unterdrückung von Werwölfen festigt.

4. Schuljahr
In den Ferien erhält sie das erste Mal Zutritt zum Tränkelabor ihrer Mutter. Sie braut nicht selbst, kann aber die Aufzeichnungen und Mitschriften ihrer Mutter durchgehen und verbringt dort allgemein viel Zeit. Lea steht in engem Kontakt mit ihrem Hauslehrer und lernt auch während der Ferien intensiv in ihrem Inselinteresse.
Als im vierten Schuljahr Harry Potter Champion wird, ist sie von Anfang an überzeugt, dass er seinen Namen nicht selbst in den Kelch geworfen hat. Zwischen den beiden entsteht eine zarte Freundschaft, als Lea aktiv versucht, das Mobbing gegen Harry einzugrenzen.
Sie misstraut Professor Moody, aber eher, weil sie ihn nicht einschätzen kann und ihn von grundauf unheimlich findet. Den Unterricht allerdings genießt sie, meldet hingegen aber die Stunde zu den Unverzeihlichen Flüchen bei ihrem Hauslehrer.
Als Ron und Harry sich wegen des Turniers zerstreiten, sucht Lea den Rotschopf schlussendlich auf und rückt ihm ordentlich den Kopf zurecht. Das ist der Moment, in dem Ron und sie zum ersten Mal näher miteinander zu tun haben und nicht nur umeinander herum existieren.
Das trimagische Turnier endet in purem Chaos. Lea fühlt sich in ihrer Angst vor Moody bestätigt, als herauskommt, dass der Mann eigentlich ein Todesser war. Natürlich hatte sie allerdings genauso wenig wie alle anderen eine Ahnung, dass eigentlich Barty Crouch junior dahinter steckt.
Sie gehört außerdem zu den Schülern, die Harry glauben und nicht in Frage stellen, dass Lord Voldemort zurück ist. Sie findet das unheimlich, aber noch ist dieser Schrecken für die viel zu rationale Schülerin nicht greifbar.
Sie erkundigt sich vor Ende des Schuljahres zum ersten Mal darüber, wie sie ihre Tränkemeisterprüfung machen kann und der Umstand, dass dafür eine Ausbildung erforderlich ist, löst bei Lea eine Stressreaktion aus. Frustriert darüber, dass sie erst noch ihre Schulzeit beenden muss, versucht sie in den Ferien ihren Vater dazu zu überreden, sie doch nach den ZAG's abgehen zu lassen.
Edward lehnt das ab und gerät mit seiner Tochter darüber in Streit. Lea geht es nicht schnell genug und sie glaubt, dass sie sich viel besser auf ihre Tränkestudien konzentrieren könnte, wenn sie nicht durch die Schule aufgehalten würde.

5. Schuljahr
Diesmal ist Lea gemeinsam mit Harry, Ron und Hermine zur Schule gefahren und sucht zum ersten Mal in den vier Schuljahren auch aktiv die Nähe zu den Dreien.
Aber das Schuljahr hält viele Neuerungen für die Schüler bereit und so ist es nicht weiter verwunderlich, das Lea erneut lieber in die Rolle der Beobachterin schlüpfen möchte.
Ihr Vater ist ein großer Fan von Dolores Umbridge und hält Dumbledore für einen Spinner. Da ihr Vater allerdings auch glaubt, dass Sirius Black ein Mörder ist und offenbar findet, dass stupide Verurteilung vor anständiger Aurorenarbeit geht und Menschen keinen anständigen Prozess verdient haben, ist Lea sich fast schon sicher, dass die Frau nur einen an der Klatsche haben kann. Zudem ist sie der Überzeugung, dass sobald ihr Vater glaubt,
Sie harrt der Dinge, die da kommen und arrangiert sich mit dem neuen System, das Dolores Umbridge offenbar an die Schule bringen möchte.