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		<title><![CDATA[OWLWAYS - Steckbriefe]]></title>
		<link>https://owlways.makemerun.de/</link>
		<description><![CDATA[OWLWAYS - https://owlways.makemerun.de]]></description>
		<pubDate>Wed, 16 Sep 2026 20:15:32 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Charlotte O'Hare]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1103</link>
			<pubDate>Fri, 11 Sep 2026 01:59:22 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=348">Charlotte OHare</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1103</guid>
			<description><![CDATA[<b>Schuljahr 1985/1986  | 15 Jahre</b><br />
<b><u>Nach dem ersten Kuss mit Tony</u></b><br />
Okay. Also. Ich wurde heute geküsst.<br />
Von Tony.<br />
Und ich weiß wirklich nicht, warum ich das aufschreibe, als könnte ich es sonst vergessen. Als würde mein Gehirn das nicht sowieso seit ungefähr drei Stunden in Dauerschleife abspielen und jedes einzelne Mal versuchen herauszufinden, ob ich irgendwas Peinliches gemacht habe.<br />
Hab ich wahrscheinlich. Bestimmt sogar. Vielleicht hab ich die Augen zu früh zugemacht. Oder zu spät. Gibt es da überhaupt ein richtiges Timing? Wer bringt einem sowas bei?<br />
Dafür gibt es sieben Jahre Hogwarts, aber natürlich kein Unterrichtsfach für Sachen, die man tatsächlich irgendwann gebrauchen könnte. Stattdessen weiß ich, wie man einen Käfer in einen Knopf verwandelt. Ganz hervorragend.<br />
Er hat danach gelächelt. Also Tony. Nicht der Käfer.<br />
Und ich glaube, ich hab auch gelächelt. Vermutlich ziemlich bescheuert sogar. Aber irgendwie war das egal. Es war gar nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Nicht groß oder irgendwie… keine Ahnung. Magisch. Also schon magisch. Wir sind Zauberer. Aber nicht so. Es war einfach Tony und ich und für ein paar Sekunden war alles ganz still und danach war es eigentlich genauso wie vorher und gleichzeitig überhaupt nicht mehr.<br />
Ich glaube, ich mag ihn wirklich. Also wirklich wirklich.<br />
 <br />
<b>Sommer 1992 – 22 Jahre</b><br />
<b><u>Nach der Verlobung</u></b><br />
Ich bin jetzt verlobt.<br />
Das fühlt sich vollkommen absurd an, obwohl es gleichzeitig die logischste Sache überhaupt sein müsste. Immerhin sind Tony und ich schon so lange zusammen, dass ich mich manchmal ernsthaft fragen muss, ab welchem Punkt aus einem Freund eigentlich der Mensch geworden ist, bei dem man ganz selbstverständlich davon ausgeht, dass er auch in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren noch neben einem sitzt.<br />
Aber heute hat er mich gefragt. Und ich hab Ja gesagt.<br />
Natürlich hab ich Ja gesagt.<br />
Und der Ring ist so wundervoll. Ich kann gar nicht aufhören, ihn anzuschauen.<br />
Ich hab nicht einmal darüber nachgedacht. Das klingt vermutlich furchtbar unromantisch, ist aber gar nicht so gemeint. Es gab einfach nichts zu überlegen. Tony gehört zu meinem Leben. Ich kenne seine schlechten Angewohnheiten, er kennt meine. Er weiß, dass ich Namen vergesse und morgens nicht angesprochen werden möchte, bevor ich irgendwas getrunken habe. Ich weiß, wann er lügt, wenn er behauptet, dass ihn irgendwas nicht stört. Wir haben Hogwarts überstanden, meine Ausbildung, seine ersten Jahre im Ministerium und diese vollkommen beschissenen Wochen, in denen ich dachte, ich würde die Prüfungen im St. Mungo niemals schaffen.<br />
Und jetzt kommt eben der nächste Schritt.<br />
Meine Ausbildung ist abgeschlossen. Hogwarts steht vor der Tür. Tony hat seine Arbeit. Wir haben Pläne.<br />
Es fühlt sich gut an, welche zu haben.<br />
 <br />
<b>Winter 1994 – 24 Jahre</b><br />
<b><u>Nachdem sie herausfindet, dass Tony sie betrügt</u></b><br />
Ich habe ihn gefragt. Direkt.<br />
Keine Spielchen, keine Fallen, kein „ich weiß etwas, aber sag du es mir zuerst“. Einfach gefragt.<br />
Und er hat gelogen.<br />
Das ist vermutlich das, was gerade am meisten weh tut. Nicht einmal sie. Nicht die Vorstellung, dass er sie berührt hat oder geküsst oder was auch immer. Darüber will ich ehrlich gesagt gerade überhaupt nicht nachdenken. Vielleicht morgen. Vielleicht nie.<br />
Aber ich habe ihn angesehen und ihm die Möglichkeit gegeben, mir die Wahrheit zu sagen und er hat sich entschieden, es nicht zu tun.<br />
Und irgendwann später hat er dann aufgehört zu lügen, weil es offenbar keinen Sinn mehr hatte.<br />
Ich dachte immer, wenn sowas passiert, weiß man sofort, was man tun muss. Man wird wütend. Man schreit. Man schmeißt irgendwas. Vielleicht schlägt man eine Tür zu. In irgendwelchen Romanen regnet es draußen vermutlich auch noch.<br />
Ich hab hauptsächlich dagesessen.<br />
Und dann hab ich angefangen Fragen zu stellen.<br />
Seit wann? Wie oft? Warum? Weiß sie von mir? Wolltest du es mir irgendwann sagen?<br />
Und das wirklich Beschissene ist, dass die Antworten irgendwann aufgehört haben wichtig zu sein.<br />
Weil mir während dieses Gesprächs plötzlich Dinge eingefallen sind, die überhaupt nichts mit ihr zu tun hatten. Die Diskussionen wegen Hogwarts. Wegen Dad. Weil ich zu viel arbeite. Weil ich zu oft in Hogsmeade bin. Weil ich nicht immer Zeit hatte, wenn Tony welche wollte. Diese ganzen kleinen Gespräche, nach denen ich hinterher dachte, vielleicht hätte ich wirklich einfach anders planen müssen.<br />
Vielleicht hätte ich mehr Rücksicht nehmen müssen. Vielleicht hätte ich früher nach Hause kommen können. Vielleicht hätte ich… Nein.<br />
Nein, genau das mache ich jetzt nicht.<br />
Ich weiß noch nicht, was ich morgen mache.<br />
Aber ich weiß ziemlich sicher, was ich nicht mehr mache.<br />
Mich entschuldigen, weil mein Leben Platz braucht.<br />
 <br />
<b>Januar 1995 – 24 Jahre</b><br />
<b><u>Nach der Trennung und belastet durch den Unfall ihres Vaters</u></b><br />
Dad hat heute gefragt, ob ich wegen ihm hier bin.<br />
Ich hab gesagt, natürlich bin ich wegen ihm hier.<br />
Das war vermutlich nicht die Antwort, nach der er gefragt hat.<br />
Er wollte wissen, ob ich mein Leben gerade aufgebe, um mich um ihn zu kümmern. Ob ich Hogsmeade gewählt habe, weil ich wirklich hier sein möchte oder weil ich glaube, dass ich hier sein muss.<br />
Ich hasse es, wenn er solche Fragen stellt.<br />
Vor allem weil ich keine vernünftige Antwort darauf habe.<br />
Tony ist weg. Also nicht weg weg. Er existiert natürlich weiterhin. Irgendwo. Vermutlich im Ministerium. Vermutlich tut er gerade irgendwas vollkommen Normales und das fühlt sich manchmal fast beleidigend an. Als müsste die Welt zumindest ein bisschen anders aussehen, nachdem acht Jahre meines Lebens einfach aufgehört haben, in die Richtung weiterzulaufen, in die sie sollten.<br />
Und Dad…<br />
Dad braucht Hilfe.<br />
Er braucht die nicht ständig, immerhin. Er ist kein Kind und ich muss wirklich aufhören, ihn manchmal so zu behandeln. Er hasst das. Zu Recht.<br />
Aber es gibt Tage, an denen seine Hände nicht so wollen wie er. Tage, an denen ihm schon der Weg nach oben schwerfällt. Medikamente, Tränke, Kontrolltermine. Dinge, bei denen ich helfen kann.<br />
Also helfe ich. Natürlich helfe ich.<br />
Ich bin seine Tochter. Ich bin Heilerin. Ich wohne jetzt hier. Hogwarts ist direkt da. Alles vollkommen logisch.<br />
Und trotzdem bin ich so müde.<br />
Ich glaube, ich muss irgendwann herausfinden, wie man für jemanden da ist, ohne dabei jede freie Ecke mit Verantwortung vollzustopfen.<br />
Aber vielleicht nicht heute.<br />
Heute mache ich Dad seinen Trank, kontrolliere nochmal die Dosierung und gehe danach schlafen.<br />
Und morgen versuche ich zumindest, nicht bereits beim Frühstück so zu tun, als hätte ich alles hervorragend im Griff.<br />
 <br />
<b>07.11.1995 – 25 Jahre</b><br />
<b><u>Ausbildungserlass Nr. 23</u></b><br />
Jetzt überprüft sie also den Unterricht.<br />
Alle Lehrkräfte.<br />
Und die Ergebnisse gehen ans Ministerium.<br />
Ich habe den Erlass heute zweimal gelesen und beim zweiten Mal stand da leider immer noch derselbe Bullshit.<br />
Vielleicht bin ich zu empfindlich. Vielleicht ist das tatsächlich nur irgendeine bürokratische Maßnahme und ich verstehe zu wenig davon, wie solche Dinge funktionieren. Wäre möglich. Ich verstehe Ministeriumspolitik ungefähr genauso gut wie komplizierte Kopfrechnung und bei letzterem weiß wenigstens jeder, dass er mir besser Pergament und Feder gibt.<br />
Aber irgendwas daran fühlt sich falsch an.<br />
Nicht, weil Unterricht nicht überprüft werden darf. Natürlich sollte jemand darauf achten, dass Lehrer ihren Beruf vernünftig machen. Ich würde auch nicht wollen, dass irgendein vollkommen unfähiger Heiler jahrelang Patienten behandelt, nur weil niemand kontrollieren möchte, was der eigentlich tut.<br />
Aber das hier fühlt sich nicht an wie eine normale Überprüfung.<br />
Es fühlt sich an wie Suchen.<br />
Als würde Umbridge nicht wissen wollen, ob jemand gut unterrichtet, sondern ob jemand so unterrichtet, wie das Ministerium es gerne möchte.<br />
Und genau das macht mir so ein unangenehmes Gefühl im Bauch.<br />
Ich habe bei Remus gesehen, wie schnell aus einem guten Lehrer plötzlich ein Problem werden kann, sobald jemand nur lange genug das richtige Etikett auf ihn klebt. Ich sehe gerade bei Harry, wie leicht man einen Jungen zum Lügner erklären kann, wenn genügend Erwachsene beschließen, dass seine Wahrheit unbequem ist.<br />
Und jetzt läuft diese Frau durch die Schule und entscheidet offenbar darüber, wer seinen Beruf richtig macht.<br />
Was mache ich, wenn irgendwann jemand entscheidet, dass auch der Krankenflügel überprüft werden muss?<br />
Was mache ich, wenn sie wissen möchte, was Schüler mir erzählen?<br />
Was mache ich, wenn Neutralität irgendwann bedeutet, Dinge mitzutragen, die ich eigentlich falsch finde?<br />
Ich weiß es nicht.<br />
Und das ist für mich ein echtes Problem.<br />
Ich weiß ziemlich genau, was ich für richtig und falsch halte, solange jemand direkt vor mir steht. Wenn ein Schüler verletzt ist, helfe ich ihm. Wenn jemand schlecht behandelt wird, greife ich ein. Wenn jemand Angst hat, setze ich mich dazu. Das kann ich.<br />
Aber was macht man gegen etwas, das nicht mit einem verletzten Menschen anfängt, sondern mit einem Erlass auf Pergament?<br />
Ich bin völlig ratlos. Und ich habe Angst. Um die Schüler. Als Heilerin find ich überall Arbeit. Aber ich glaube langsam nicht mehr, dass Wegsehen auf Dauer funktionieren wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Schuljahr 1985/1986  | 15 Jahre</b><br />
<b><u>Nach dem ersten Kuss mit Tony</u></b><br />
Okay. Also. Ich wurde heute geküsst.<br />
Von Tony.<br />
Und ich weiß wirklich nicht, warum ich das aufschreibe, als könnte ich es sonst vergessen. Als würde mein Gehirn das nicht sowieso seit ungefähr drei Stunden in Dauerschleife abspielen und jedes einzelne Mal versuchen herauszufinden, ob ich irgendwas Peinliches gemacht habe.<br />
Hab ich wahrscheinlich. Bestimmt sogar. Vielleicht hab ich die Augen zu früh zugemacht. Oder zu spät. Gibt es da überhaupt ein richtiges Timing? Wer bringt einem sowas bei?<br />
Dafür gibt es sieben Jahre Hogwarts, aber natürlich kein Unterrichtsfach für Sachen, die man tatsächlich irgendwann gebrauchen könnte. Stattdessen weiß ich, wie man einen Käfer in einen Knopf verwandelt. Ganz hervorragend.<br />
Er hat danach gelächelt. Also Tony. Nicht der Käfer.<br />
Und ich glaube, ich hab auch gelächelt. Vermutlich ziemlich bescheuert sogar. Aber irgendwie war das egal. Es war gar nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Nicht groß oder irgendwie… keine Ahnung. Magisch. Also schon magisch. Wir sind Zauberer. Aber nicht so. Es war einfach Tony und ich und für ein paar Sekunden war alles ganz still und danach war es eigentlich genauso wie vorher und gleichzeitig überhaupt nicht mehr.<br />
Ich glaube, ich mag ihn wirklich. Also wirklich wirklich.<br />
 <br />
<b>Sommer 1992 – 22 Jahre</b><br />
<b><u>Nach der Verlobung</u></b><br />
Ich bin jetzt verlobt.<br />
Das fühlt sich vollkommen absurd an, obwohl es gleichzeitig die logischste Sache überhaupt sein müsste. Immerhin sind Tony und ich schon so lange zusammen, dass ich mich manchmal ernsthaft fragen muss, ab welchem Punkt aus einem Freund eigentlich der Mensch geworden ist, bei dem man ganz selbstverständlich davon ausgeht, dass er auch in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren noch neben einem sitzt.<br />
Aber heute hat er mich gefragt. Und ich hab Ja gesagt.<br />
Natürlich hab ich Ja gesagt.<br />
Und der Ring ist so wundervoll. Ich kann gar nicht aufhören, ihn anzuschauen.<br />
Ich hab nicht einmal darüber nachgedacht. Das klingt vermutlich furchtbar unromantisch, ist aber gar nicht so gemeint. Es gab einfach nichts zu überlegen. Tony gehört zu meinem Leben. Ich kenne seine schlechten Angewohnheiten, er kennt meine. Er weiß, dass ich Namen vergesse und morgens nicht angesprochen werden möchte, bevor ich irgendwas getrunken habe. Ich weiß, wann er lügt, wenn er behauptet, dass ihn irgendwas nicht stört. Wir haben Hogwarts überstanden, meine Ausbildung, seine ersten Jahre im Ministerium und diese vollkommen beschissenen Wochen, in denen ich dachte, ich würde die Prüfungen im St. Mungo niemals schaffen.<br />
Und jetzt kommt eben der nächste Schritt.<br />
Meine Ausbildung ist abgeschlossen. Hogwarts steht vor der Tür. Tony hat seine Arbeit. Wir haben Pläne.<br />
Es fühlt sich gut an, welche zu haben.<br />
 <br />
<b>Winter 1994 – 24 Jahre</b><br />
<b><u>Nachdem sie herausfindet, dass Tony sie betrügt</u></b><br />
Ich habe ihn gefragt. Direkt.<br />
Keine Spielchen, keine Fallen, kein „ich weiß etwas, aber sag du es mir zuerst“. Einfach gefragt.<br />
Und er hat gelogen.<br />
Das ist vermutlich das, was gerade am meisten weh tut. Nicht einmal sie. Nicht die Vorstellung, dass er sie berührt hat oder geküsst oder was auch immer. Darüber will ich ehrlich gesagt gerade überhaupt nicht nachdenken. Vielleicht morgen. Vielleicht nie.<br />
Aber ich habe ihn angesehen und ihm die Möglichkeit gegeben, mir die Wahrheit zu sagen und er hat sich entschieden, es nicht zu tun.<br />
Und irgendwann später hat er dann aufgehört zu lügen, weil es offenbar keinen Sinn mehr hatte.<br />
Ich dachte immer, wenn sowas passiert, weiß man sofort, was man tun muss. Man wird wütend. Man schreit. Man schmeißt irgendwas. Vielleicht schlägt man eine Tür zu. In irgendwelchen Romanen regnet es draußen vermutlich auch noch.<br />
Ich hab hauptsächlich dagesessen.<br />
Und dann hab ich angefangen Fragen zu stellen.<br />
Seit wann? Wie oft? Warum? Weiß sie von mir? Wolltest du es mir irgendwann sagen?<br />
Und das wirklich Beschissene ist, dass die Antworten irgendwann aufgehört haben wichtig zu sein.<br />
Weil mir während dieses Gesprächs plötzlich Dinge eingefallen sind, die überhaupt nichts mit ihr zu tun hatten. Die Diskussionen wegen Hogwarts. Wegen Dad. Weil ich zu viel arbeite. Weil ich zu oft in Hogsmeade bin. Weil ich nicht immer Zeit hatte, wenn Tony welche wollte. Diese ganzen kleinen Gespräche, nach denen ich hinterher dachte, vielleicht hätte ich wirklich einfach anders planen müssen.<br />
Vielleicht hätte ich mehr Rücksicht nehmen müssen. Vielleicht hätte ich früher nach Hause kommen können. Vielleicht hätte ich… Nein.<br />
Nein, genau das mache ich jetzt nicht.<br />
Ich weiß noch nicht, was ich morgen mache.<br />
Aber ich weiß ziemlich sicher, was ich nicht mehr mache.<br />
Mich entschuldigen, weil mein Leben Platz braucht.<br />
 <br />
<b>Januar 1995 – 24 Jahre</b><br />
<b><u>Nach der Trennung und belastet durch den Unfall ihres Vaters</u></b><br />
Dad hat heute gefragt, ob ich wegen ihm hier bin.<br />
Ich hab gesagt, natürlich bin ich wegen ihm hier.<br />
Das war vermutlich nicht die Antwort, nach der er gefragt hat.<br />
Er wollte wissen, ob ich mein Leben gerade aufgebe, um mich um ihn zu kümmern. Ob ich Hogsmeade gewählt habe, weil ich wirklich hier sein möchte oder weil ich glaube, dass ich hier sein muss.<br />
Ich hasse es, wenn er solche Fragen stellt.<br />
Vor allem weil ich keine vernünftige Antwort darauf habe.<br />
Tony ist weg. Also nicht weg weg. Er existiert natürlich weiterhin. Irgendwo. Vermutlich im Ministerium. Vermutlich tut er gerade irgendwas vollkommen Normales und das fühlt sich manchmal fast beleidigend an. Als müsste die Welt zumindest ein bisschen anders aussehen, nachdem acht Jahre meines Lebens einfach aufgehört haben, in die Richtung weiterzulaufen, in die sie sollten.<br />
Und Dad…<br />
Dad braucht Hilfe.<br />
Er braucht die nicht ständig, immerhin. Er ist kein Kind und ich muss wirklich aufhören, ihn manchmal so zu behandeln. Er hasst das. Zu Recht.<br />
Aber es gibt Tage, an denen seine Hände nicht so wollen wie er. Tage, an denen ihm schon der Weg nach oben schwerfällt. Medikamente, Tränke, Kontrolltermine. Dinge, bei denen ich helfen kann.<br />
Also helfe ich. Natürlich helfe ich.<br />
Ich bin seine Tochter. Ich bin Heilerin. Ich wohne jetzt hier. Hogwarts ist direkt da. Alles vollkommen logisch.<br />
Und trotzdem bin ich so müde.<br />
Ich glaube, ich muss irgendwann herausfinden, wie man für jemanden da ist, ohne dabei jede freie Ecke mit Verantwortung vollzustopfen.<br />
Aber vielleicht nicht heute.<br />
Heute mache ich Dad seinen Trank, kontrolliere nochmal die Dosierung und gehe danach schlafen.<br />
Und morgen versuche ich zumindest, nicht bereits beim Frühstück so zu tun, als hätte ich alles hervorragend im Griff.<br />
 <br />
<b>07.11.1995 – 25 Jahre</b><br />
<b><u>Ausbildungserlass Nr. 23</u></b><br />
Jetzt überprüft sie also den Unterricht.<br />
Alle Lehrkräfte.<br />
Und die Ergebnisse gehen ans Ministerium.<br />
Ich habe den Erlass heute zweimal gelesen und beim zweiten Mal stand da leider immer noch derselbe Bullshit.<br />
Vielleicht bin ich zu empfindlich. Vielleicht ist das tatsächlich nur irgendeine bürokratische Maßnahme und ich verstehe zu wenig davon, wie solche Dinge funktionieren. Wäre möglich. Ich verstehe Ministeriumspolitik ungefähr genauso gut wie komplizierte Kopfrechnung und bei letzterem weiß wenigstens jeder, dass er mir besser Pergament und Feder gibt.<br />
Aber irgendwas daran fühlt sich falsch an.<br />
Nicht, weil Unterricht nicht überprüft werden darf. Natürlich sollte jemand darauf achten, dass Lehrer ihren Beruf vernünftig machen. Ich würde auch nicht wollen, dass irgendein vollkommen unfähiger Heiler jahrelang Patienten behandelt, nur weil niemand kontrollieren möchte, was der eigentlich tut.<br />
Aber das hier fühlt sich nicht an wie eine normale Überprüfung.<br />
Es fühlt sich an wie Suchen.<br />
Als würde Umbridge nicht wissen wollen, ob jemand gut unterrichtet, sondern ob jemand so unterrichtet, wie das Ministerium es gerne möchte.<br />
Und genau das macht mir so ein unangenehmes Gefühl im Bauch.<br />
Ich habe bei Remus gesehen, wie schnell aus einem guten Lehrer plötzlich ein Problem werden kann, sobald jemand nur lange genug das richtige Etikett auf ihn klebt. Ich sehe gerade bei Harry, wie leicht man einen Jungen zum Lügner erklären kann, wenn genügend Erwachsene beschließen, dass seine Wahrheit unbequem ist.<br />
Und jetzt läuft diese Frau durch die Schule und entscheidet offenbar darüber, wer seinen Beruf richtig macht.<br />
Was mache ich, wenn irgendwann jemand entscheidet, dass auch der Krankenflügel überprüft werden muss?<br />
Was mache ich, wenn sie wissen möchte, was Schüler mir erzählen?<br />
Was mache ich, wenn Neutralität irgendwann bedeutet, Dinge mitzutragen, die ich eigentlich falsch finde?<br />
Ich weiß es nicht.<br />
Und das ist für mich ein echtes Problem.<br />
Ich weiß ziemlich genau, was ich für richtig und falsch halte, solange jemand direkt vor mir steht. Wenn ein Schüler verletzt ist, helfe ich ihm. Wenn jemand schlecht behandelt wird, greife ich ein. Wenn jemand Angst hat, setze ich mich dazu. Das kann ich.<br />
Aber was macht man gegen etwas, das nicht mit einem verletzten Menschen anfängt, sondern mit einem Erlass auf Pergament?<br />
Ich bin völlig ratlos. Und ich habe Angst. Um die Schüler. Als Heilerin find ich überall Arbeit. Aber ich glaube langsam nicht mehr, dass Wegsehen auf Dauer funktionieren wird.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Artemis Lynch]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1099</link>
			<pubDate>Fri, 04 Sep 2026 21:57:33 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=343">Artemis Lynch</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1099</guid>
			<description><![CDATA[<center><b>[ Kindheit ]</b></center><br />
Ein Großteil dessen, was Artemis noch aus ihrer frühen Kindheit weiß, besteht aus undeutlichen Schemen und Schatten. Erinnerungen, von denen sie sich nicht einmal sicher ist, ob es wirklich ihre eigenen sind oder nicht viel eher das Ergebnis von vereinzelten Fotos und den Erzählungen ihrer Mutter. In erster Linie weiß sie, dass es hauptsächlich sie beide gab: Magaret und sie, die Tochter, die wohl einst mal einen Bruder hatte, der allerdings mit knapp einem Jahr an einer Lungenentzündung starb. Obwohl es stets hieß, dass Zwillinge einen besonderen Draht zueinander hatten, hat Artemis nicht einmal einen Bezug zu den Fotos, die sie von ihm kennt. Zu eigenartig scheint ihr der Gedanke, dass dieses Kind eigentlich in ihrem Alter sein und an ihrer Seite stehen sollte. Besonders in Anbetracht dessen, dass ihre Mutter so unheimlich unter dem Verlust des Jungen litt, fühlte sich Artemis nicht selten schlecht, so überhaupt nichts zu empfinden, wenn sie sich gemeinsam Bilder ansahen. Arian ist nicht mehr als ein fremdes Gesicht für sie. Eines, was sie nie wirklich kennengelernt hatte.<br />
Weitaus sparsamer als mit Arians Fotos ging ihre Mutter mit Bildern ihres Vaters um – von ihm nämlich kennt sie auch nach all den Jahren kein einziges. Wirklich viel über ihn erfuhr sie nie, denn kaum ein Thema hütete Magaret mehr wie ein Geheimnis als ihren Vater. Irgendwann erfuhr sie zumindest, dass er angeblich tot sei und angeblich deshalb kein Teil ihres Lebens. In Wahrheit lebten ihre Eltern bereits seit der Schwangerschaft getrennt voneinander. Inzwischen hinterfragt Triss ihre Herkunft gar nicht mehr, weil es nichts an dem ändern würde, was sie ist.<br />
<br />
Die Kindheit, an die sie sich besser erinnern kann, lief auch nicht ganz so, wie man es sich für ein kleines Mädchen wünschte. Gemeinsam mit ihrer Mutter lebte sie in New York und hatte keinen blassen Schimmer davon, dass ihr Magie innewohnte. Zuhause war es nicht selten unordentlich, weil der Haushalt ihrer Mutter über den Kopf wuchs, doch damals konnte Artemis sich noch nicht erklären, dass die stillen Momente und die Tage, an denen ihre Mutter es so spät erst aus dem Bett schaffte, mit dem Tod ihres Bruders zusammenhingen. Je älter sie wurde, desto mehr übernahm sie eigenverantwortlich Aufgaben im Haushalt, um ihre Mutter zu entlasten. Irgendwann wurde ihr bewusst, dass die Ausbrüche und Launen der älteren Lynch mit dem Alkohol zusammenhingen, der mehr oder minder zum Alltag gehörte. Irgendwann rang sich die junge Triss dazu durch, ihre Mutter mit ihren Sorgen zu konfrontieren, doch sie stieß auf leere Versprechungen und geheucheltes Verständnis, das Magaret mit jedem Mal vehementer vertrat, das Triss sie daran zu erinnern versuchte. Und schließlich wurde sie stiller, akzeptierte, resignierte. Schulfreunde brachte sie nach anfänglichen Versuchen nicht mehr mit nach Hause, weil sie sich für den Zustand ihres Zuhauses und ihre Mutter schämte und so begann sie bereits früh, sich ein wenig zurückzuziehen.<br />
<br />
Umso überraschender war die Information, dass sie eine Hexe war. Magaret wirkte weniger überrascht und wehrte sich anfänglich dagegen, ihre Tochter an diese Welt zu geben, doch letztlich gab sie sich gegenüber den Zauberern und der Hoffnung ihrer Tochter geschlagen und Artemis verließ ihr Zuhause, um in Ilvermorny zur Schule zu gehen.<br />
<br />
<center><b>[ Ilvermorny ]</b></center><br />
In der magischen Schule blühte das Mädchen im ersten Jahr etwas auf, fand Freunde und genoss den geregelten Tagesablauf, in dem sie nur für sich selbst Verantwortung übernehmen musste. Alles war spannend und aufregend für eine muggelstämmige Hexe wie sie und sie war offen für all die neuen Wunder, die ihr neues Leben zu bieten hatte. Erst, als sie in den Schulferien zurückkehrte, schlug ihr die Realität wieder ins Gesicht. Statt die neuen Freundschaften zu vertiefen, kümmerte sie sich zuhause um all die Dinge, die liegengeblieben waren, während ihre Mutter erstaunlich stark darunter zu leiden schien, nun auch ihre Tochter verloren zu haben. Dass Magaret gewusst, oder viel mehr geahnt hatte, dass Artemis magisches Blut in sich hatte, weil ihr Vater ebenso ein Zauberer gewesen war, erfuhr das Mädchen bis heute nicht. Die Ferien verbrachte sie also damit, zuhause aufzuräumen, statt zu lernen. Doch obwohl sie mehr als einmal darüber nachgedacht hatte, abzubrechen, um für ihre Mutter da zu sein, tat sie es nicht. So ging sie jedes Mal wieder zurück in die Schule, hatte im Hinterkopf aber stets die Sorge um ihre Mutter, worunter nicht nur ihre bis dahin geschlossenen Freundschaften litten sondern auch ihre Noten. Artemis hielt sich wieder nur oberflächlich an ihre Freunde, lud sie in den Ferien nicht zu sich ein und schlug jegliche Einladung aus, um die wenigen Wochen zuhause zu nutzen, sich irgendwie um ihre Mutter zu kümmern. Das Einzige, worin sie stets etwas Ablenkung fand, waren die Pflanzen, mit denen sie ihren privaten Raum ausschmückte und das Malen in ihrer Freizeit, um den Kopf etwas freizubekommen. In AGs fand man sie so gut wie nie - abgesehen von der AG für Kräuterkunde, in der sie aber auch nicht zwingend an Zusammenarbeit interessiert war.<br />
<br />
In den Osterferien des vorletzten Schuljahres schließlich überraschte Magaret sie mit der Entscheidung, dass sie aus beruflichen Gründen nach Großbritannien gehen würden. Aufgrund ihrer zeitweisen recht guten Verfassung hatte sie dort einen neuen Job gefunden. Obwohl Triss nicht sonderlich wohl war bei dem Gedanken, kurz vor ihrem Abschlussjahr umzuziehen, unterstützte sie die Pläne ihrer Mutter in der Hoffnung, dass es ihr wirklich dauerhaft zuträglich sein würde. Inzwischen nämlich hatte sich ihr gesundheitliche Zustand dank des Alkoholkonsums über die Jahre etwas zugespitzt, auch wenn sie die Einschränkungen im Alltag noch gut zu überspielen wusste. Kleinere Erinnerungslücken, Geschichten, die sich von Mal zu Mal in ihren Details unterschieden – nichts, was jemandem groß auffiel, wenn er nicht tagtäglich Zeit mit ihr verbrachte.<br />
In den Sommerferien 1988 zogen sie also von Amerika nach England. <br />
<br />
<center><b>[ Hogwarts ]</b></center><br />
Im Gegensatz zu Ilvermorny gestaltete sich das Abschlussjahr in Hogwarts deutlich schwieriger. Als muggelstämmige Hexe war ihr Start in Slytherin nicht gerade der beste und auch so mied sie ihre Mitschüler lieber, schwieg hauptsächlich und lernte für sich allein. Die Sorge um ihre Mutter zuhause machte es nicht unbedingt einfach, sich auf den neuen Stoff und die nahenden Abschlussprüfungen zu konzentrieren, die für sie nach dem Schulwechsel um einiges aufwendiger waren als für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler. Am Ende waren ihre Noten eben durchschnittlich, abgesehen von Zauberkunst und Kräuterkunde, was ihr auch in Ilvermorny bereits erstaunlich gut gelegen hatte. Das war letztlich auch der Grund, weshalb sie sich während des letzten Schuljahres in den Kopf setzte, nach dem Abschluss ein Studium in Zauberkunst zu beginnen.<br />
<br />
<center><b>[ nach dem Abschluss ]</b></center><br />
Das tat sie schließlich auch, auch wenn es nicht lange halten sollte. Sie hatte extra darauf geachtet, zuhause wohnen zu können, um so ein Auge auf ihre Mutter haben zu können und sich um den Haushalt zu kümmern. Artemis war zu stolz, um einzusehen, dass sie sich übernahm. Doch trotz ihrer Aufsicht kam eines Tages der Tag, der kommen musste: Die Hexe fand ihre Mutter bewusstlos am Boden, als sie nach Hause kam. Sie wusste sich im ersten Moment nicht anders zu helfen als mit Magie, die in Anbetracht ihrer eigenen Panik aber auch nicht sonderlich viel mehr brachte, als zusätzlich noch Ärger mit dem Ministerium. Sie rief die Rettung, die ihre Mutter als Notfall ins Krankenhaus brachte. Erst einige Tage später kam sie wieder zu sich und während Artemis statt in den Vorlesungen zu sitzen, an der Seite ihres Bettes saß, bekam sie durch die Ärzte sämtliche Prognosen mitgeteilt. Demenz, gab man ihr einen Begriff in die Hand, Korsakov-Demenz, um genau zu sein und nachdem man die häusliche Situation des Mädchens erfragt hatte, legte man ihr nahe, gemeinsam mit ihrer Mutter darüber nachzudenken, sie in eine Institution zu geben, in der man sich mit derlei Krankheiten auskannte.<br />
<br />
Für  Artemis bedeutete das, dass sie sich ein Studium neben den Kosten für ein Pflegeheim ganz sicher nicht mehr leisten konnte. Auch die Wohnung, in der sie derzeit eigentlich mit ihrer Mutter lebte, ließ das Budget nicht mehr zu. Ein anderer Plan musste her – einer, der zwar schon länger in ihr gereift war, den sie allerdings nie wirklich ausgesprochen hatte. Sicher war nur, dass sie arbeiten musste und eine neue Bleibe brauchte. In dieser Zeit war ihr das Leben scheinbar einmal wohlgesonnen, denn wie der Zufall so wollte, wurde sie auf einen kleinen Laden in der Winkelgasse aufmerksam, der mit einer kleinen Wohnung in bezahlbarem Rahmen daherkam. Eine einmalige Gelegenheit, die Triss zu nutzen wagte, um sich anfänglich hauptsächlich mit selbstgemachten Tonwaren sowie einfachen Blumen, Pflanzen und Sträußen, später aber immer aufwendigeren und anspruchsvolleren und auch magischen Pflanzen selbstständig zu machen. Daneben erfüllte sie sich irgendwann den Traum mit ein paar selbst großgezogenen Schmetterlingen, die inzwischen in reger Artenvielfalt durch den Laden flattern. Daneben weitete sie das Angebot schließlich auch auf Kräuter und magische und exotischere Pflanzen aus.<br />
<br />
Mit Eröffnung des Ladens musste Artemis nicht nur gänzlich Verantwortung für sich und ihr Tun übernehmen, sondern sich gleichzeitig auch daran gewöhnen, allein zu sein. Etwas, was sie sich all die Jahre weniger furchterregend vorgestellt hatte, doch zu ihrem Glück war sie gar nicht richtig allein. Der Grund für die günstige Miete des Ladens war nämlich nicht bloße Kulanz, sondern die Tatsache, dass es darin spukte. Bertram, seinerseits eigentlicher Besitzer des kleinen Gebäudes, weigerte sich seit seinem Tod, die Räumlichkeiten zu verlassen. Nach anfänglichen gemeinsamen Schwierigkeiten allerdings arrangierten sich Geist und Hexe auf eigentümliche Art miteinander. Neben tagtäglichen Wortgefechten, Streitereien und Tagen, an denen sie kein Wort miteinander wechseln, waren sie tief in sich drin eigentlich froh, einander zu haben. Er ist immer mal wieder im Laden zu treffen, wenn ihm nach Kontakt zu Menschen ist. Insgeheim ist Triss ziemlich froh, mit ihm einen erfahrenen Geschäftsführer an der Seite zu haben, dessen Tipps sie zwar nicht selten nur mit einem Murren zur Kenntnis nimmt, letztendlich aber doch hier und da umsetzt. So schaffen sie es eben doch trotz all ihrer Verschiedenheit, einander irgendwie zu zeigen, dass sie einander schätzen, ohne dass es einer von ihnen aussprechen müsste.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<center><b>[ Kindheit ]</b></center><br />
Ein Großteil dessen, was Artemis noch aus ihrer frühen Kindheit weiß, besteht aus undeutlichen Schemen und Schatten. Erinnerungen, von denen sie sich nicht einmal sicher ist, ob es wirklich ihre eigenen sind oder nicht viel eher das Ergebnis von vereinzelten Fotos und den Erzählungen ihrer Mutter. In erster Linie weiß sie, dass es hauptsächlich sie beide gab: Magaret und sie, die Tochter, die wohl einst mal einen Bruder hatte, der allerdings mit knapp einem Jahr an einer Lungenentzündung starb. Obwohl es stets hieß, dass Zwillinge einen besonderen Draht zueinander hatten, hat Artemis nicht einmal einen Bezug zu den Fotos, die sie von ihm kennt. Zu eigenartig scheint ihr der Gedanke, dass dieses Kind eigentlich in ihrem Alter sein und an ihrer Seite stehen sollte. Besonders in Anbetracht dessen, dass ihre Mutter so unheimlich unter dem Verlust des Jungen litt, fühlte sich Artemis nicht selten schlecht, so überhaupt nichts zu empfinden, wenn sie sich gemeinsam Bilder ansahen. Arian ist nicht mehr als ein fremdes Gesicht für sie. Eines, was sie nie wirklich kennengelernt hatte.<br />
Weitaus sparsamer als mit Arians Fotos ging ihre Mutter mit Bildern ihres Vaters um – von ihm nämlich kennt sie auch nach all den Jahren kein einziges. Wirklich viel über ihn erfuhr sie nie, denn kaum ein Thema hütete Magaret mehr wie ein Geheimnis als ihren Vater. Irgendwann erfuhr sie zumindest, dass er angeblich tot sei und angeblich deshalb kein Teil ihres Lebens. In Wahrheit lebten ihre Eltern bereits seit der Schwangerschaft getrennt voneinander. Inzwischen hinterfragt Triss ihre Herkunft gar nicht mehr, weil es nichts an dem ändern würde, was sie ist.<br />
<br />
Die Kindheit, an die sie sich besser erinnern kann, lief auch nicht ganz so, wie man es sich für ein kleines Mädchen wünschte. Gemeinsam mit ihrer Mutter lebte sie in New York und hatte keinen blassen Schimmer davon, dass ihr Magie innewohnte. Zuhause war es nicht selten unordentlich, weil der Haushalt ihrer Mutter über den Kopf wuchs, doch damals konnte Artemis sich noch nicht erklären, dass die stillen Momente und die Tage, an denen ihre Mutter es so spät erst aus dem Bett schaffte, mit dem Tod ihres Bruders zusammenhingen. Je älter sie wurde, desto mehr übernahm sie eigenverantwortlich Aufgaben im Haushalt, um ihre Mutter zu entlasten. Irgendwann wurde ihr bewusst, dass die Ausbrüche und Launen der älteren Lynch mit dem Alkohol zusammenhingen, der mehr oder minder zum Alltag gehörte. Irgendwann rang sich die junge Triss dazu durch, ihre Mutter mit ihren Sorgen zu konfrontieren, doch sie stieß auf leere Versprechungen und geheucheltes Verständnis, das Magaret mit jedem Mal vehementer vertrat, das Triss sie daran zu erinnern versuchte. Und schließlich wurde sie stiller, akzeptierte, resignierte. Schulfreunde brachte sie nach anfänglichen Versuchen nicht mehr mit nach Hause, weil sie sich für den Zustand ihres Zuhauses und ihre Mutter schämte und so begann sie bereits früh, sich ein wenig zurückzuziehen.<br />
<br />
Umso überraschender war die Information, dass sie eine Hexe war. Magaret wirkte weniger überrascht und wehrte sich anfänglich dagegen, ihre Tochter an diese Welt zu geben, doch letztlich gab sie sich gegenüber den Zauberern und der Hoffnung ihrer Tochter geschlagen und Artemis verließ ihr Zuhause, um in Ilvermorny zur Schule zu gehen.<br />
<br />
<center><b>[ Ilvermorny ]</b></center><br />
In der magischen Schule blühte das Mädchen im ersten Jahr etwas auf, fand Freunde und genoss den geregelten Tagesablauf, in dem sie nur für sich selbst Verantwortung übernehmen musste. Alles war spannend und aufregend für eine muggelstämmige Hexe wie sie und sie war offen für all die neuen Wunder, die ihr neues Leben zu bieten hatte. Erst, als sie in den Schulferien zurückkehrte, schlug ihr die Realität wieder ins Gesicht. Statt die neuen Freundschaften zu vertiefen, kümmerte sie sich zuhause um all die Dinge, die liegengeblieben waren, während ihre Mutter erstaunlich stark darunter zu leiden schien, nun auch ihre Tochter verloren zu haben. Dass Magaret gewusst, oder viel mehr geahnt hatte, dass Artemis magisches Blut in sich hatte, weil ihr Vater ebenso ein Zauberer gewesen war, erfuhr das Mädchen bis heute nicht. Die Ferien verbrachte sie also damit, zuhause aufzuräumen, statt zu lernen. Doch obwohl sie mehr als einmal darüber nachgedacht hatte, abzubrechen, um für ihre Mutter da zu sein, tat sie es nicht. So ging sie jedes Mal wieder zurück in die Schule, hatte im Hinterkopf aber stets die Sorge um ihre Mutter, worunter nicht nur ihre bis dahin geschlossenen Freundschaften litten sondern auch ihre Noten. Artemis hielt sich wieder nur oberflächlich an ihre Freunde, lud sie in den Ferien nicht zu sich ein und schlug jegliche Einladung aus, um die wenigen Wochen zuhause zu nutzen, sich irgendwie um ihre Mutter zu kümmern. Das Einzige, worin sie stets etwas Ablenkung fand, waren die Pflanzen, mit denen sie ihren privaten Raum ausschmückte und das Malen in ihrer Freizeit, um den Kopf etwas freizubekommen. In AGs fand man sie so gut wie nie - abgesehen von der AG für Kräuterkunde, in der sie aber auch nicht zwingend an Zusammenarbeit interessiert war.<br />
<br />
In den Osterferien des vorletzten Schuljahres schließlich überraschte Magaret sie mit der Entscheidung, dass sie aus beruflichen Gründen nach Großbritannien gehen würden. Aufgrund ihrer zeitweisen recht guten Verfassung hatte sie dort einen neuen Job gefunden. Obwohl Triss nicht sonderlich wohl war bei dem Gedanken, kurz vor ihrem Abschlussjahr umzuziehen, unterstützte sie die Pläne ihrer Mutter in der Hoffnung, dass es ihr wirklich dauerhaft zuträglich sein würde. Inzwischen nämlich hatte sich ihr gesundheitliche Zustand dank des Alkoholkonsums über die Jahre etwas zugespitzt, auch wenn sie die Einschränkungen im Alltag noch gut zu überspielen wusste. Kleinere Erinnerungslücken, Geschichten, die sich von Mal zu Mal in ihren Details unterschieden – nichts, was jemandem groß auffiel, wenn er nicht tagtäglich Zeit mit ihr verbrachte.<br />
In den Sommerferien 1988 zogen sie also von Amerika nach England. <br />
<br />
<center><b>[ Hogwarts ]</b></center><br />
Im Gegensatz zu Ilvermorny gestaltete sich das Abschlussjahr in Hogwarts deutlich schwieriger. Als muggelstämmige Hexe war ihr Start in Slytherin nicht gerade der beste und auch so mied sie ihre Mitschüler lieber, schwieg hauptsächlich und lernte für sich allein. Die Sorge um ihre Mutter zuhause machte es nicht unbedingt einfach, sich auf den neuen Stoff und die nahenden Abschlussprüfungen zu konzentrieren, die für sie nach dem Schulwechsel um einiges aufwendiger waren als für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler. Am Ende waren ihre Noten eben durchschnittlich, abgesehen von Zauberkunst und Kräuterkunde, was ihr auch in Ilvermorny bereits erstaunlich gut gelegen hatte. Das war letztlich auch der Grund, weshalb sie sich während des letzten Schuljahres in den Kopf setzte, nach dem Abschluss ein Studium in Zauberkunst zu beginnen.<br />
<br />
<center><b>[ nach dem Abschluss ]</b></center><br />
Das tat sie schließlich auch, auch wenn es nicht lange halten sollte. Sie hatte extra darauf geachtet, zuhause wohnen zu können, um so ein Auge auf ihre Mutter haben zu können und sich um den Haushalt zu kümmern. Artemis war zu stolz, um einzusehen, dass sie sich übernahm. Doch trotz ihrer Aufsicht kam eines Tages der Tag, der kommen musste: Die Hexe fand ihre Mutter bewusstlos am Boden, als sie nach Hause kam. Sie wusste sich im ersten Moment nicht anders zu helfen als mit Magie, die in Anbetracht ihrer eigenen Panik aber auch nicht sonderlich viel mehr brachte, als zusätzlich noch Ärger mit dem Ministerium. Sie rief die Rettung, die ihre Mutter als Notfall ins Krankenhaus brachte. Erst einige Tage später kam sie wieder zu sich und während Artemis statt in den Vorlesungen zu sitzen, an der Seite ihres Bettes saß, bekam sie durch die Ärzte sämtliche Prognosen mitgeteilt. Demenz, gab man ihr einen Begriff in die Hand, Korsakov-Demenz, um genau zu sein und nachdem man die häusliche Situation des Mädchens erfragt hatte, legte man ihr nahe, gemeinsam mit ihrer Mutter darüber nachzudenken, sie in eine Institution zu geben, in der man sich mit derlei Krankheiten auskannte.<br />
<br />
Für  Artemis bedeutete das, dass sie sich ein Studium neben den Kosten für ein Pflegeheim ganz sicher nicht mehr leisten konnte. Auch die Wohnung, in der sie derzeit eigentlich mit ihrer Mutter lebte, ließ das Budget nicht mehr zu. Ein anderer Plan musste her – einer, der zwar schon länger in ihr gereift war, den sie allerdings nie wirklich ausgesprochen hatte. Sicher war nur, dass sie arbeiten musste und eine neue Bleibe brauchte. In dieser Zeit war ihr das Leben scheinbar einmal wohlgesonnen, denn wie der Zufall so wollte, wurde sie auf einen kleinen Laden in der Winkelgasse aufmerksam, der mit einer kleinen Wohnung in bezahlbarem Rahmen daherkam. Eine einmalige Gelegenheit, die Triss zu nutzen wagte, um sich anfänglich hauptsächlich mit selbstgemachten Tonwaren sowie einfachen Blumen, Pflanzen und Sträußen, später aber immer aufwendigeren und anspruchsvolleren und auch magischen Pflanzen selbstständig zu machen. Daneben erfüllte sie sich irgendwann den Traum mit ein paar selbst großgezogenen Schmetterlingen, die inzwischen in reger Artenvielfalt durch den Laden flattern. Daneben weitete sie das Angebot schließlich auch auf Kräuter und magische und exotischere Pflanzen aus.<br />
<br />
Mit Eröffnung des Ladens musste Artemis nicht nur gänzlich Verantwortung für sich und ihr Tun übernehmen, sondern sich gleichzeitig auch daran gewöhnen, allein zu sein. Etwas, was sie sich all die Jahre weniger furchterregend vorgestellt hatte, doch zu ihrem Glück war sie gar nicht richtig allein. Der Grund für die günstige Miete des Ladens war nämlich nicht bloße Kulanz, sondern die Tatsache, dass es darin spukte. Bertram, seinerseits eigentlicher Besitzer des kleinen Gebäudes, weigerte sich seit seinem Tod, die Räumlichkeiten zu verlassen. Nach anfänglichen gemeinsamen Schwierigkeiten allerdings arrangierten sich Geist und Hexe auf eigentümliche Art miteinander. Neben tagtäglichen Wortgefechten, Streitereien und Tagen, an denen sie kein Wort miteinander wechseln, waren sie tief in sich drin eigentlich froh, einander zu haben. Er ist immer mal wieder im Laden zu treffen, wenn ihm nach Kontakt zu Menschen ist. Insgeheim ist Triss ziemlich froh, mit ihm einen erfahrenen Geschäftsführer an der Seite zu haben, dessen Tipps sie zwar nicht selten nur mit einem Murren zur Kenntnis nimmt, letztendlich aber doch hier und da umsetzt. So schaffen sie es eben doch trotz all ihrer Verschiedenheit, einander irgendwie zu zeigen, dass sie einander schätzen, ohne dass es einer von ihnen aussprechen müsste.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Elise Belby]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1098</link>
			<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 21:23:10 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=342">Elise Belby</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1098</guid>
			<description><![CDATA[Elise ließ das Klatschblatt in ihren Schoß sinken und starrte gedankenversunken in den Kamin. Sie fühlte sich seltsam, ja beinahe schon zornig und unausgeglichen. Dabei war der kurze Abschnitt, den sie über sich und Dam gelesen hatte, wirklich nicht die bisher schlimmste Erwähnung in einem Artikel gewesen. Aber dieser Abschnitt traf sie anders und dummerweise wusste sie auch genau weshalb. Zögernd hob sie erneut die Zeitschrift und las den Text, der unter einem Gruppenbildstand. <br />
<br />
<ul><i>‘Damocles Belby (ganz links, im blauen Anzug), Trankmeister, Mitglied des Zaubergamots und Erfinder des Werbanntranks überzeugte an dem Abend mit seinem charmanten und informativen Vortrag zu seiner Arbeit und in den anschließenden Gesprächen über Unterstützungsmöglichkeiten. Seine jüngere Frau Elisabeth Belby (rechts neben ihrem Mann, im grünen Kleid von Darwin.Line) war an dem Abend auch dabei.‘</i> </ul>
Tatsächlich war es Ellie egal, dass man es offenbar nicht schaffte ihren Namen richtig abzudrucken. Es störte sie auch nicht, dass es anscheinend wichtig war zu erwähnen, dass sie jünger als Dam war. Immerhin war das ein Fakt. Was sie aufbrachte, war die Tatsache, dass sie ganz eindeutig hier zu einem Beiwerk degradiert wurde. Offenbar war die Nennung des Designers ihres Kleides wichtiger, als anzumerken, dass sie an diesem Abend nicht nur als Ehefrau dabei war, sondern ebenfalls charmant und informativ das Belby Laboratorium vertrat. Das, was da schwarz auf rosabraunem Pergament stand, war … nun ja, dass was ihre Mutter gerne über sie gelesen hätte. Das war erniedrigend. <br />
<br />
Elise Belby war es als älteste Tochter der Familie McLaggen gewohnt, dass ihre Leistungen und Ambitionen eher als zweitrangig angesehen wurden. Frauen führten die traditionellen Familienbilder fort, während Männer Karriere machten – so war das eben. Dies führte zu Spannungen zwischen Ellie und ihren Geschwistern. Ihr Bruder rückte oft in den Vordergrund und Leistungen, die er erbracht hatte, wurden häufig mehr gewürdigt als die besseren Leistungen, die Ellie bereits Jahre zuvor auf den Tisch gelegt hatte. Ihre Mutter war in solchen Momenten für ihre Töchter da und versicherte, dass man stolz auf sie war. Trotzdem hielt auch sie die Hoffnung am Leben, dass ihre Töchter einmal wunderbare Ehefrauen werden würde. Hübsch und fleißig, mit Kindern an jeder Hand und einer Schürze an der Tür zum Eigenheim. Dass Elise all das nicht vorhatte zu erfüllen, wurde ihren Eltern bereits in Hogwarts bewusst. Zur Enttäuschung ihrer Mutter nutzte Elise ihre seltsamen Ambitionen noch nicht einmal für etwas Sinnvolles aus. Das Jobangebot bei einer Firma, die ihre Gelder in die Forschung für <i>verjüngende Kosmetik</i> steckte, lehnte Elise vehement ab, was zur Folge hatte, dass ihre Mutter glaubte, dass sie ja gar nichts für Frauen tun wolle…<br />
„Da hast du es, Mutter. Abgedruckt für alle Welt zu lesen, ich bin ne waschechte Ehefrau,“ grummelte Ellie vor sich hin und warf das Magazin mit einem Schwung in den Kamin vor sich. Es ärgerte sie, dass sie wegen eines einfachen Abschnittes so aufgebracht war. Gleichzeitig verschaffte ihr das Verbrennen so etwas wie eine Erleichterung. Vielleicht sollte sie noch mehr in Brand stecken …<br />
<br />
Ihr Blick glitt durch das Wohnzimmer auf der Suche nach Gegenständen, die sich gut entflammen ließen. Da blieb ihr Blick an den vier Portraitrahmen ihrer Pflegekinder hängen, die auf dem Kaminsims standen. Eugene verließ gerade seinen Rahmen, während Cassius sich demonstrativ wegdrehte. Lag da Enttäuschung in den Augen ihrer Töchter Poppy und Eileen oder bildete sie sich das gerade nur ein? Für einen Moment schaute sie nur auf die Bilder ihrer Kinder und erhob sich dann aus dem Ohrensessel. „Recht hätte ihr ja, wenn ihr enttäuscht wärt“, sprach sie in Richtung ihrer Töchter, deutlich ruhiger als noch weniger Minuten zuvor. In der Regel war sie nicht lange aufgebracht, aber dieser Artikel würde sie noch lange beschäftigen. „Ich bin euch kein gutes Vorbild.“<br />
<br />
Elise war es in all den Jahren als Mutter immer wichtig gewesen, dass ihre Kinder ihren eigenen Weg wählen konnten. Ganz frei und ohne Erwartungsdruck von ihrer Seite aus. Außerdem war sie davon überzeugt, dass es effektiver war ein gutes Vorbild zu sein, als jemandem Regeln aufzubrummen. Ihren Töchtern war sie definitiv kein gutes Vorbild gewesen. Während ihre Söhne große Träume für ihr Leben hatten, konnte Ellie gerade noch nicht einmal aus dem Stehgreif benennen, was sich die Mädchen vom Leben wünschten. Oh Gott, war sie wie ihre Mutter?! Verpasste sie ihren Söhnen Flügel und hielt ihre Töchter klein, weil sie keine starken Frauenrollen als Vorbild hatten?!<br />
Das würde sich ändern! Elise hatte doch nicht jahrelang ihren eigenen Weg gewählt, nur damit irgendwo ein Journalist sie als Randfigur in einem hübschen Kleid neben Dam stellte! Es wurde Zeit, dass sie für ihren eigenen Namen einstand. Und dass sie mal wieder etwas für sich tat. Vielleicht würde sie ein Buch schreiben oder wandern gehen. Natürlich erst, wenn es Cassius besser ging. Ihre Beziehung war eh schwierig, er würde es ihr nie verzeihen, wenn sie genau jetzt damit begann, nicht mehr rund um die Uhr an Heiltränken zu forschen. Dann vielleicht nach den Ferien. In den Ferien musste sie herausfinden, was Poppy und Eileen für Träume hatten und wie sie sie unterstützen konnte. Und Eugene … nun der war doch auf dem richtigen Weg, oder? Dem ging es gut! (*Dass er an Krebs erkrankte, weiß Ellie aktuell noch nicht.)<br />
Schlagartig fühlte Elise sich besser! Vor ihr hatte sich auf einmal ein Weg aufgetan; ein Zukunftsplan, der dafür sorgen würde, dass sie sich nicht mehr, wie eine Randfigur fühlte. „Dam?!“, rief Ellie laut durch das Haus und schritt zügig Richtung Flur. „Kommst du mit raus? Deine jüngere Frau Elisabeth sprengt ihr grünes Kleid in die Luft! “]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Elise ließ das Klatschblatt in ihren Schoß sinken und starrte gedankenversunken in den Kamin. Sie fühlte sich seltsam, ja beinahe schon zornig und unausgeglichen. Dabei war der kurze Abschnitt, den sie über sich und Dam gelesen hatte, wirklich nicht die bisher schlimmste Erwähnung in einem Artikel gewesen. Aber dieser Abschnitt traf sie anders und dummerweise wusste sie auch genau weshalb. Zögernd hob sie erneut die Zeitschrift und las den Text, der unter einem Gruppenbildstand. <br />
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<ul><i>‘Damocles Belby (ganz links, im blauen Anzug), Trankmeister, Mitglied des Zaubergamots und Erfinder des Werbanntranks überzeugte an dem Abend mit seinem charmanten und informativen Vortrag zu seiner Arbeit und in den anschließenden Gesprächen über Unterstützungsmöglichkeiten. Seine jüngere Frau Elisabeth Belby (rechts neben ihrem Mann, im grünen Kleid von Darwin.Line) war an dem Abend auch dabei.‘</i> </ul>
Tatsächlich war es Ellie egal, dass man es offenbar nicht schaffte ihren Namen richtig abzudrucken. Es störte sie auch nicht, dass es anscheinend wichtig war zu erwähnen, dass sie jünger als Dam war. Immerhin war das ein Fakt. Was sie aufbrachte, war die Tatsache, dass sie ganz eindeutig hier zu einem Beiwerk degradiert wurde. Offenbar war die Nennung des Designers ihres Kleides wichtiger, als anzumerken, dass sie an diesem Abend nicht nur als Ehefrau dabei war, sondern ebenfalls charmant und informativ das Belby Laboratorium vertrat. Das, was da schwarz auf rosabraunem Pergament stand, war … nun ja, dass was ihre Mutter gerne über sie gelesen hätte. Das war erniedrigend. <br />
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Elise Belby war es als älteste Tochter der Familie McLaggen gewohnt, dass ihre Leistungen und Ambitionen eher als zweitrangig angesehen wurden. Frauen führten die traditionellen Familienbilder fort, während Männer Karriere machten – so war das eben. Dies führte zu Spannungen zwischen Ellie und ihren Geschwistern. Ihr Bruder rückte oft in den Vordergrund und Leistungen, die er erbracht hatte, wurden häufig mehr gewürdigt als die besseren Leistungen, die Ellie bereits Jahre zuvor auf den Tisch gelegt hatte. Ihre Mutter war in solchen Momenten für ihre Töchter da und versicherte, dass man stolz auf sie war. Trotzdem hielt auch sie die Hoffnung am Leben, dass ihre Töchter einmal wunderbare Ehefrauen werden würde. Hübsch und fleißig, mit Kindern an jeder Hand und einer Schürze an der Tür zum Eigenheim. Dass Elise all das nicht vorhatte zu erfüllen, wurde ihren Eltern bereits in Hogwarts bewusst. Zur Enttäuschung ihrer Mutter nutzte Elise ihre seltsamen Ambitionen noch nicht einmal für etwas Sinnvolles aus. Das Jobangebot bei einer Firma, die ihre Gelder in die Forschung für <i>verjüngende Kosmetik</i> steckte, lehnte Elise vehement ab, was zur Folge hatte, dass ihre Mutter glaubte, dass sie ja gar nichts für Frauen tun wolle…<br />
„Da hast du es, Mutter. Abgedruckt für alle Welt zu lesen, ich bin ne waschechte Ehefrau,“ grummelte Ellie vor sich hin und warf das Magazin mit einem Schwung in den Kamin vor sich. Es ärgerte sie, dass sie wegen eines einfachen Abschnittes so aufgebracht war. Gleichzeitig verschaffte ihr das Verbrennen so etwas wie eine Erleichterung. Vielleicht sollte sie noch mehr in Brand stecken …<br />
<br />
Ihr Blick glitt durch das Wohnzimmer auf der Suche nach Gegenständen, die sich gut entflammen ließen. Da blieb ihr Blick an den vier Portraitrahmen ihrer Pflegekinder hängen, die auf dem Kaminsims standen. Eugene verließ gerade seinen Rahmen, während Cassius sich demonstrativ wegdrehte. Lag da Enttäuschung in den Augen ihrer Töchter Poppy und Eileen oder bildete sie sich das gerade nur ein? Für einen Moment schaute sie nur auf die Bilder ihrer Kinder und erhob sich dann aus dem Ohrensessel. „Recht hätte ihr ja, wenn ihr enttäuscht wärt“, sprach sie in Richtung ihrer Töchter, deutlich ruhiger als noch weniger Minuten zuvor. In der Regel war sie nicht lange aufgebracht, aber dieser Artikel würde sie noch lange beschäftigen. „Ich bin euch kein gutes Vorbild.“<br />
<br />
Elise war es in all den Jahren als Mutter immer wichtig gewesen, dass ihre Kinder ihren eigenen Weg wählen konnten. Ganz frei und ohne Erwartungsdruck von ihrer Seite aus. Außerdem war sie davon überzeugt, dass es effektiver war ein gutes Vorbild zu sein, als jemandem Regeln aufzubrummen. Ihren Töchtern war sie definitiv kein gutes Vorbild gewesen. Während ihre Söhne große Träume für ihr Leben hatten, konnte Ellie gerade noch nicht einmal aus dem Stehgreif benennen, was sich die Mädchen vom Leben wünschten. Oh Gott, war sie wie ihre Mutter?! Verpasste sie ihren Söhnen Flügel und hielt ihre Töchter klein, weil sie keine starken Frauenrollen als Vorbild hatten?!<br />
Das würde sich ändern! Elise hatte doch nicht jahrelang ihren eigenen Weg gewählt, nur damit irgendwo ein Journalist sie als Randfigur in einem hübschen Kleid neben Dam stellte! Es wurde Zeit, dass sie für ihren eigenen Namen einstand. Und dass sie mal wieder etwas für sich tat. Vielleicht würde sie ein Buch schreiben oder wandern gehen. Natürlich erst, wenn es Cassius besser ging. Ihre Beziehung war eh schwierig, er würde es ihr nie verzeihen, wenn sie genau jetzt damit begann, nicht mehr rund um die Uhr an Heiltränken zu forschen. Dann vielleicht nach den Ferien. In den Ferien musste sie herausfinden, was Poppy und Eileen für Träume hatten und wie sie sie unterstützen konnte. Und Eugene … nun der war doch auf dem richtigen Weg, oder? Dem ging es gut! (*Dass er an Krebs erkrankte, weiß Ellie aktuell noch nicht.)<br />
Schlagartig fühlte Elise sich besser! Vor ihr hatte sich auf einmal ein Weg aufgetan; ein Zukunftsplan, der dafür sorgen würde, dass sie sich nicht mehr, wie eine Randfigur fühlte. „Dam?!“, rief Ellie laut durch das Haus und schritt zügig Richtung Flur. „Kommst du mit raus? Deine jüngere Frau Elisabeth sprengt ihr grünes Kleid in die Luft! “]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sirius Black]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1094</link>
			<pubDate>Mon, 24 Aug 2026 21:24:35 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=339">Sirius Black</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1094</guid>
			<description><![CDATA[Es pfiff in seinen Ohren. Dumpf und dabei doch laut genug, dass er im ersten Schritt nur verwirrt blinzelte, als man ihn am Arm packte und rüttelte. Er hatte gar nicht gehört, dass jemand appariert war. Und jetzt standen sie da.<br />
Um ihn herum, mit gezückten Zauberstäben und sich bewegenden Mündern, während er das, was sie sagten, hörte als befände sich eine Wand aus Wasser zwischen ihm und ihnen.<br />
Er hatte den Zauberstab so lose in der Hand gehabt, dass er ihm praktisch von selbst heraus sprang, als einer der Zauberer von der magischen Strafverfolgung ihn entwaffnete. Das Wort, das dessen Lippen formte, konnte er dennoch erkennen, auch wenn die Luft noch voller Staub war.<br />
<b><i>„Verhaftet.“</i></b><br />
Ungläubig starrten seine Augen noch immer auf die Stelle, an der Peter vor wenigen Sekunden noch gestanden hatte. Dorthin, wo diese dreckige, kleine Ratte eben noch die Dreistigkeit besessen hatte, <i>ihn</i> für das verantwortlich zu machen, was geschehen war, bevor er hinterrücks die Straße gesprengt hatte, der verdammte, verfluchte, verräterische Mörder!<br />
Aber hatte er nicht Recht gehabt?<br />
Ein Stück weit, zumindest…?<br />
Hätte er James und Lily nicht gedrängt. Hätte er sie doch nur nicht gedrängt… Ein ungläubiges Zucken ging erst durch seine Mundwinkel und wanderte hinunter bis zu seinen Schultern. Die Zauberstäbe um ihn herum hoben sich alarmbereit, doch machte er keinerlei Anstalten, sich in irgendeiner Form zu widersetzen.<br />
Wozu kämpfen?<br />
Wozu sich wehren?<br />
War er nicht tatsächlich Schuld? <i>Er</i> war es doch gewesen, der den kleinen, unscheinbaren Peter vorgeschlagen hatte!<br />
„Ich…“, er hörte die eigene Stimme kaum und gleichzeitig doch viel zu laut und viel zu hohl und viel zu schrill, während sich ein nahezu als irre zu beschreibendes Grinsen auf seinen Lippen ausbreitete und ein heller Glanz in seine Augen trat. „<i>Ich</i> habe sie umgebracht?! Ich hab James und Lily getötet?!“<br />
Nein!<br />
Nein, auf gar keinen Fall. Das war es nicht gewesen. Er hatte der kleinen Ratte vertraut, diesem miesen Verräter! Genau so wie James und Lily es getan hatten.<br />
Und doch war er es, dem man die Handschellen anlegte. Dem man gerade sicherlich seine Rechte vorlas, auch wenn er angesichts des Knalltraumas nichts davon hörte.<br />
Ein verzweifeltes Auflachen brach sich Bahn. Wurde zu einem freudlosen, nicht aufzuhaltenden Lachanfall, so stark, dass Tränen über die staubigen und blutbespritzten Wangen des Blacks flossen – oder trotz der fließenden Tränen?<br />
Hände packten ihn. Hielten ihn fest und verhinderten, dass die Verzweiflung ihn in die Knie zwang. <br />
Sie sagten, der Massenmörder Sirius Black habe gelacht, als sie ihn abführten.<br />
Nur, dass keiner von ihnen sich die Mühe gemacht hatte, zu versuchen, den Witz zu verstehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es pfiff in seinen Ohren. Dumpf und dabei doch laut genug, dass er im ersten Schritt nur verwirrt blinzelte, als man ihn am Arm packte und rüttelte. Er hatte gar nicht gehört, dass jemand appariert war. Und jetzt standen sie da.<br />
Um ihn herum, mit gezückten Zauberstäben und sich bewegenden Mündern, während er das, was sie sagten, hörte als befände sich eine Wand aus Wasser zwischen ihm und ihnen.<br />
Er hatte den Zauberstab so lose in der Hand gehabt, dass er ihm praktisch von selbst heraus sprang, als einer der Zauberer von der magischen Strafverfolgung ihn entwaffnete. Das Wort, das dessen Lippen formte, konnte er dennoch erkennen, auch wenn die Luft noch voller Staub war.<br />
<b><i>„Verhaftet.“</i></b><br />
Ungläubig starrten seine Augen noch immer auf die Stelle, an der Peter vor wenigen Sekunden noch gestanden hatte. Dorthin, wo diese dreckige, kleine Ratte eben noch die Dreistigkeit besessen hatte, <i>ihn</i> für das verantwortlich zu machen, was geschehen war, bevor er hinterrücks die Straße gesprengt hatte, der verdammte, verfluchte, verräterische Mörder!<br />
Aber hatte er nicht Recht gehabt?<br />
Ein Stück weit, zumindest…?<br />
Hätte er James und Lily nicht gedrängt. Hätte er sie doch nur nicht gedrängt… Ein ungläubiges Zucken ging erst durch seine Mundwinkel und wanderte hinunter bis zu seinen Schultern. Die Zauberstäbe um ihn herum hoben sich alarmbereit, doch machte er keinerlei Anstalten, sich in irgendeiner Form zu widersetzen.<br />
Wozu kämpfen?<br />
Wozu sich wehren?<br />
War er nicht tatsächlich Schuld? <i>Er</i> war es doch gewesen, der den kleinen, unscheinbaren Peter vorgeschlagen hatte!<br />
„Ich…“, er hörte die eigene Stimme kaum und gleichzeitig doch viel zu laut und viel zu hohl und viel zu schrill, während sich ein nahezu als irre zu beschreibendes Grinsen auf seinen Lippen ausbreitete und ein heller Glanz in seine Augen trat. „<i>Ich</i> habe sie umgebracht?! Ich hab James und Lily getötet?!“<br />
Nein!<br />
Nein, auf gar keinen Fall. Das war es nicht gewesen. Er hatte der kleinen Ratte vertraut, diesem miesen Verräter! Genau so wie James und Lily es getan hatten.<br />
Und doch war er es, dem man die Handschellen anlegte. Dem man gerade sicherlich seine Rechte vorlas, auch wenn er angesichts des Knalltraumas nichts davon hörte.<br />
Ein verzweifeltes Auflachen brach sich Bahn. Wurde zu einem freudlosen, nicht aufzuhaltenden Lachanfall, so stark, dass Tränen über die staubigen und blutbespritzten Wangen des Blacks flossen – oder trotz der fließenden Tränen?<br />
Hände packten ihn. Hielten ihn fest und verhinderten, dass die Verzweiflung ihn in die Knie zwang. <br />
Sie sagten, der Massenmörder Sirius Black habe gelacht, als sie ihn abführten.<br />
Nur, dass keiner von ihnen sich die Mühe gemacht hatte, zu versuchen, den Witz zu verstehen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Theodore Tonks]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1074</link>
			<pubDate>Fri, 07 Aug 2026 09:37:50 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=338">Ted Tonks</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1074</guid>
			<description><![CDATA[<i>Sie ist so winzig</i>!<br />
Das war das Erste, was ihm durch den Kopf ging, als er seine Tochter in den Händen hielt und für einen ziemlich langen Augenblick hatte Ted überhaupt keine Ahnung, was er mit ihr anfangen sollte. Nicht praktisch! Er wusste natürlich schon, was er zu tun hatte. Kopf stützen, vorsichtig halten, nicht fallen lassen. Er hatte sich schließlich informiert und vermutlich mehr als einmal rundheraus erklärt, dass das alles schon irgendwie werden würde. Nur hatte niemand erwähnt, dass ein Mensch derart klein sein konnte. Seine Hände wirkten plötzlich vollkommen ungeeignet für diese Aufgabe, viel zu groß und zu rau. Ted bewegte nicht einmal die Finger, als könne das schon ausreichen, um irgendwas an ihr kaputt zu machen.<br />
<b>„Hallo“,</b> murmelte er schließlich, weil ihm nach mehreren Sekunden auffiel, dass Schweigen vielleicht auch keine besonders überzeugende erste Vorstellung war. Auch wenn seine Tochter sich daran vermutlich eh nicht mehr erinnern würde. Die Vorstellung in Teds Kopf, dass seine Teenagertochter im mit vierzehn oder fünfzehn rundheraus erklären würde, dass sie keinen Respekt vor ihm haben musste, weil er sie ja nicht mal begrüßt hatte, war allerdings kurzzeitig sehr sehr greifbar.<br />
Sein Blick blieb an ihrem Gesicht hängen, an der winzigen Nase und dem Mund, der sich kurz verzog und ganz langsam breitete sich ein völlig bescheuertes Grinsen auf seinem Gesicht aus. Obwohl ihm gerade niemand zuhörte, blinzelte er seine Tochter grinsend an.<br />
<b>„Hallooo… ich bin dein Daddy!“</b><br />
Das checkte sie vermutlich noch gar nicht. Fairerweise musste man dazusagen, dass sie gerade ohnehin noch nichts wusste.<br />
Er hatte sich schon so oft vorgestellt, wie dieser Moment sein würde. Ted konnte ganz hervorragend und ziemlich schnell Pläne schmieden, wenn er gleichzeitig vollkommen überzeugt davon war, sie später ohnehin spontan ändern zu können. Irgendwo zwischen Andromedas Schwangerschaft und diesem Tag hatte er sich ausgemalt, dass er seine Tochter ansehen und sofort irgendwas sehr Kluges empfinden würde. Verantwortung vielleicht. Oder diesen berühmten Moment, in dem einem plötzlich klar wurde, dass das eigene Leben jetzt jemand anderem gehörte. Stattdessen war da vor allem Nymphadora. Warm und irgendwie ziemlich schwer für so ein kleines Wesen. Da waren diese riesigen Augen und diese winzigen Hände.<br />
Fingerchen die jetzt nach der Hand fassten, die er benutzt hatte, um das Tuch, in das sie eingewickelt war, von ihrem Gesicht wegzuschieben. Wie konnte eine kleine Babyhand nur so viel Kraft haben? Sie ließ ihn ja gar nicht mehr los!<br />
Aber sie sah zu ihm hoch. Sie sah ihn direkt an! Ganz bestimmt! Und bestimmt war da ein Lächeln! (Natürlich nicht. Denn selbst Ted war klar, dass sein Kind zu solchen Dingen noch gar nicht in der Lage war.)<br />
Also saß er da, seine Tochter im Arm, den Zeigefinger in ihren Händchen und wusste, dass er sie für immer lieben würde. Und… das er überfordert war. Scheiße. Er war Vater! Wie sollte er das alles hinkriegen? Was wenn sie…<br />
Ted atmete tief durch und ließ bewusst die Schultern sinken. Nein. Er konnte das. Es würde schon alles werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<i>Sie ist so winzig</i>!<br />
Das war das Erste, was ihm durch den Kopf ging, als er seine Tochter in den Händen hielt und für einen ziemlich langen Augenblick hatte Ted überhaupt keine Ahnung, was er mit ihr anfangen sollte. Nicht praktisch! Er wusste natürlich schon, was er zu tun hatte. Kopf stützen, vorsichtig halten, nicht fallen lassen. Er hatte sich schließlich informiert und vermutlich mehr als einmal rundheraus erklärt, dass das alles schon irgendwie werden würde. Nur hatte niemand erwähnt, dass ein Mensch derart klein sein konnte. Seine Hände wirkten plötzlich vollkommen ungeeignet für diese Aufgabe, viel zu groß und zu rau. Ted bewegte nicht einmal die Finger, als könne das schon ausreichen, um irgendwas an ihr kaputt zu machen.<br />
<b>„Hallo“,</b> murmelte er schließlich, weil ihm nach mehreren Sekunden auffiel, dass Schweigen vielleicht auch keine besonders überzeugende erste Vorstellung war. Auch wenn seine Tochter sich daran vermutlich eh nicht mehr erinnern würde. Die Vorstellung in Teds Kopf, dass seine Teenagertochter im mit vierzehn oder fünfzehn rundheraus erklären würde, dass sie keinen Respekt vor ihm haben musste, weil er sie ja nicht mal begrüßt hatte, war allerdings kurzzeitig sehr sehr greifbar.<br />
Sein Blick blieb an ihrem Gesicht hängen, an der winzigen Nase und dem Mund, der sich kurz verzog und ganz langsam breitete sich ein völlig bescheuertes Grinsen auf seinem Gesicht aus. Obwohl ihm gerade niemand zuhörte, blinzelte er seine Tochter grinsend an.<br />
<b>„Hallooo… ich bin dein Daddy!“</b><br />
Das checkte sie vermutlich noch gar nicht. Fairerweise musste man dazusagen, dass sie gerade ohnehin noch nichts wusste.<br />
Er hatte sich schon so oft vorgestellt, wie dieser Moment sein würde. Ted konnte ganz hervorragend und ziemlich schnell Pläne schmieden, wenn er gleichzeitig vollkommen überzeugt davon war, sie später ohnehin spontan ändern zu können. Irgendwo zwischen Andromedas Schwangerschaft und diesem Tag hatte er sich ausgemalt, dass er seine Tochter ansehen und sofort irgendwas sehr Kluges empfinden würde. Verantwortung vielleicht. Oder diesen berühmten Moment, in dem einem plötzlich klar wurde, dass das eigene Leben jetzt jemand anderem gehörte. Stattdessen war da vor allem Nymphadora. Warm und irgendwie ziemlich schwer für so ein kleines Wesen. Da waren diese riesigen Augen und diese winzigen Hände.<br />
Fingerchen die jetzt nach der Hand fassten, die er benutzt hatte, um das Tuch, in das sie eingewickelt war, von ihrem Gesicht wegzuschieben. Wie konnte eine kleine Babyhand nur so viel Kraft haben? Sie ließ ihn ja gar nicht mehr los!<br />
Aber sie sah zu ihm hoch. Sie sah ihn direkt an! Ganz bestimmt! Und bestimmt war da ein Lächeln! (Natürlich nicht. Denn selbst Ted war klar, dass sein Kind zu solchen Dingen noch gar nicht in der Lage war.)<br />
Also saß er da, seine Tochter im Arm, den Zeigefinger in ihren Händchen und wusste, dass er sie für immer lieben würde. Und… das er überfordert war. Scheiße. Er war Vater! Wie sollte er das alles hinkriegen? Was wenn sie…<br />
Ted atmete tief durch und ließ bewusst die Schultern sinken. Nein. Er konnte das. Es würde schon alles werden.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Charity Burbage]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1072</link>
			<pubDate>Tue, 04 Aug 2026 22:06:00 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=337">Charity Burbage</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1072</guid>
			<description><![CDATA[Charity ist eine herzensgute Frau, die sich unter keinen Umständen von ihrem Vorhaben abbringen lässt. Sie ist eine hartnäckige Persönlichkeit mit einem starken Dickkopf, gepaart mit ruhiger Professionalität. Dennoch ist ihre Faszination für das Ungewöhnliche der Muggelwelt nicht jedermanns Sache: Sie liebt den Geruch von Druckerschwärze, alte Artefakte und die alltäglichen Wunder, die Muggel vollringen.<br />
​Diese Frau lässt sich nicht beirren – selbst ein klares Nein gegenüber dem Unbekannten liest sie eher als ein mutiges „Vielleicht“. Als Halbblut weiß sie genau, wie sich beide Welten anfühlen. Seine eigene Kindheit – auch wenn sie bis heute nicht weiß, wer genau in ihrer Familie der Muggelteil war – hat sie so nachhaltig geprägt, dass sie jedem zeigen möchte, wie wertvoll dieses Erbe ist. Sie besitzt einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, vor allem für die Schwachen und diejenigen, die ohnehin schon leiden.<br />
​Ihr unfassbar dickes Fell hat sie sich über die Jahre zugelegt, da sie die Verachtung der Magierwelt nur zu gut kennt. Doch genau das hat ihre Faszination nur noch weiter angefacht: Hält sie ein Muggel-Artefakt in den Händen, ist es für sie wie ein unermesslicher Schatz. Sie hinterfragt neugierig dessen Zweck und kann ununterbrochen darüber sprechen, wie viel es ihr bedeutet. In ihrem Herzen und in ihrer Magie ist sie tief mit diesem Thema verwoben – allein der Gedanke, dass jeder Muggel ein entfernter Verwandter sein könnte, hat sie für alle Menschen geöffnet.<br />
​Sie hat ihr Herz vielleicht nicht schutzlos offengelegt, aber sie hat die Tür für jeden weit aufgestoßen, der Zuflucht sucht und ihre tiefe Fürsorge spüren möchte. Dabei ist ihr magisches Talent – die Resonanz-Sensibilität für die Gefühle und Absichten der Muggel – eine immense Hilfe, da sie Wahrheit von Lüge unterscheiden kann. Trotzdem würde sie niemals voreilig urteilen oder jemandem grollen, der seine wahren Absichten nicht sofort preisgibt.<br />
​Meist begegnet man ihr als liebevoller Frau mit trockenem, britischem Humor, die felsenfest auf ihrem Standpunkt beharrt und jedem Widerstand trotzt. Ihr Herz glaubt unerschütterlich daran, dass in jedem Menschen etwas Gutes steckt. Selbst wenn dieser Gedanke naiv wirken mag, begegnet sie Ablehnung und Vorurteilen gegenüber der Muggelwelt genau mit dieser Haltung. Sie lässt sich nicht unterkriegen und versucht, mit unermüdlich guter Laune ihre gesamte Klasse anzustecken und zu begeistern.<br />
​Charity möchte in jedem Herzen ein kleines Licht entzünden – eines, das auch die Kleinen und Schwachen sichtbar macht und zur Akzeptanz mahnt. Sie stellt sich täglich die Frage: Wie viel Magie braucht man eigentlich für die kleinsten Handgriffe – und wann könnte man sie schlicht weglassen? Dieser Gedanke beschäftigt sie oft. Manchmal verliert sie sich darin und genießt die seltene Ruhe, die ihr bleibt. Doch viel zu selten kommt sie wirklich zur Besinnung, selbst wenn sie es wollte: Ständig treibt sie das Gefühl um, dass es noch etwas zu tun gibt, etwas zu reparieren oder neu zu lernen gilt – während eigene Hobbys oft auf der Strecke bleiben.<br />
​Ihr Herz hat sie – so glaubt sie zumindest – schon lange an die Muggelwelt verloren. Was Romantik angeht, ist sie jedoch gänzlich unerfahren. Mit Beziehungen hatte sie noch nie etwas am Hut und auch sexuelle Erfahrungen fehlen ihr völlig; es hat sich schlichtweg nie ergeben. Sie hat oft große Angst um die Menschen in ihrer Nähe, weil sie genau weiß, welchen umstrittenen Ruf sie genießt und welche Gefahren das mit sich bringt. Deshalb traute sie sich nie, sich wirklich zu öffnen. Selbst ein klassischer Freundeskreis existiert bei ihr kaum, da sie aus demselben Grund Distanz wahrt: Sie möchte niemanden hineinziehen und hat bereits alle Hände voll damit zu tun, Sorgen und Kämpfe für die Rechte und die Gleichberechtigung der Muggel auszufechten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Charity ist eine herzensgute Frau, die sich unter keinen Umständen von ihrem Vorhaben abbringen lässt. Sie ist eine hartnäckige Persönlichkeit mit einem starken Dickkopf, gepaart mit ruhiger Professionalität. Dennoch ist ihre Faszination für das Ungewöhnliche der Muggelwelt nicht jedermanns Sache: Sie liebt den Geruch von Druckerschwärze, alte Artefakte und die alltäglichen Wunder, die Muggel vollringen.<br />
​Diese Frau lässt sich nicht beirren – selbst ein klares Nein gegenüber dem Unbekannten liest sie eher als ein mutiges „Vielleicht“. Als Halbblut weiß sie genau, wie sich beide Welten anfühlen. Seine eigene Kindheit – auch wenn sie bis heute nicht weiß, wer genau in ihrer Familie der Muggelteil war – hat sie so nachhaltig geprägt, dass sie jedem zeigen möchte, wie wertvoll dieses Erbe ist. Sie besitzt einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, vor allem für die Schwachen und diejenigen, die ohnehin schon leiden.<br />
​Ihr unfassbar dickes Fell hat sie sich über die Jahre zugelegt, da sie die Verachtung der Magierwelt nur zu gut kennt. Doch genau das hat ihre Faszination nur noch weiter angefacht: Hält sie ein Muggel-Artefakt in den Händen, ist es für sie wie ein unermesslicher Schatz. Sie hinterfragt neugierig dessen Zweck und kann ununterbrochen darüber sprechen, wie viel es ihr bedeutet. In ihrem Herzen und in ihrer Magie ist sie tief mit diesem Thema verwoben – allein der Gedanke, dass jeder Muggel ein entfernter Verwandter sein könnte, hat sie für alle Menschen geöffnet.<br />
​Sie hat ihr Herz vielleicht nicht schutzlos offengelegt, aber sie hat die Tür für jeden weit aufgestoßen, der Zuflucht sucht und ihre tiefe Fürsorge spüren möchte. Dabei ist ihr magisches Talent – die Resonanz-Sensibilität für die Gefühle und Absichten der Muggel – eine immense Hilfe, da sie Wahrheit von Lüge unterscheiden kann. Trotzdem würde sie niemals voreilig urteilen oder jemandem grollen, der seine wahren Absichten nicht sofort preisgibt.<br />
​Meist begegnet man ihr als liebevoller Frau mit trockenem, britischem Humor, die felsenfest auf ihrem Standpunkt beharrt und jedem Widerstand trotzt. Ihr Herz glaubt unerschütterlich daran, dass in jedem Menschen etwas Gutes steckt. Selbst wenn dieser Gedanke naiv wirken mag, begegnet sie Ablehnung und Vorurteilen gegenüber der Muggelwelt genau mit dieser Haltung. Sie lässt sich nicht unterkriegen und versucht, mit unermüdlich guter Laune ihre gesamte Klasse anzustecken und zu begeistern.<br />
​Charity möchte in jedem Herzen ein kleines Licht entzünden – eines, das auch die Kleinen und Schwachen sichtbar macht und zur Akzeptanz mahnt. Sie stellt sich täglich die Frage: Wie viel Magie braucht man eigentlich für die kleinsten Handgriffe – und wann könnte man sie schlicht weglassen? Dieser Gedanke beschäftigt sie oft. Manchmal verliert sie sich darin und genießt die seltene Ruhe, die ihr bleibt. Doch viel zu selten kommt sie wirklich zur Besinnung, selbst wenn sie es wollte: Ständig treibt sie das Gefühl um, dass es noch etwas zu tun gibt, etwas zu reparieren oder neu zu lernen gilt – während eigene Hobbys oft auf der Strecke bleiben.<br />
​Ihr Herz hat sie – so glaubt sie zumindest – schon lange an die Muggelwelt verloren. Was Romantik angeht, ist sie jedoch gänzlich unerfahren. Mit Beziehungen hatte sie noch nie etwas am Hut und auch sexuelle Erfahrungen fehlen ihr völlig; es hat sich schlichtweg nie ergeben. Sie hat oft große Angst um die Menschen in ihrer Nähe, weil sie genau weiß, welchen umstrittenen Ruf sie genießt und welche Gefahren das mit sich bringt. Deshalb traute sie sich nie, sich wirklich zu öffnen. Selbst ein klassischer Freundeskreis existiert bei ihr kaum, da sie aus demselben Grund Distanz wahrt: Sie möchte niemanden hineinziehen und hat bereits alle Hände voll damit zu tun, Sorgen und Kämpfe für die Rechte und die Gleichberechtigung der Muggel auszufechten.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Luna Lovegood]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1071</link>
			<pubDate>Tue, 04 Aug 2026 17:36:18 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=336">Luna Lovegood</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1071</guid>
			<description><![CDATA[Luna Lovegood ist eine bemerkenswerte und zutiefst ungewöhnliche Persönlichkeit. Zu Beginn ihres vierten Schuljahres im September 1995 wirkt sie auf Außenstehende oft wie ein verträumter Orientierungsloser im hektischen Alltag von Hogwarts. Sie strahlt eine unerschütterliche, beinahe überirdische Ruhe aus, die weder durch spöttische Bemerkungen noch durch das versteckte Entwenden ihrer Schulsachen erschüttert werden kann. Der herablassende Spitzname „Loony“, den ihr Mitschüler gaben, prallt an ihr ab – keineswegs aus Naivität, sondern weil sie Hass und Vergeltung als völlig unnütze Gefühle betrachtet.<br />
Lunas Intelligenz entspricht keineswegs dem klassischen Ravenclaw-Muster des ehrgeizigen Strebers. Ihre Stärke liegt in absoluter geistiger Unvoreingenommenheit, tiefgreifender Intuition und einer faszinierenden Empathie. Sie bewertet Menschen weder nach Blutstatus noch nach sozialem Rang. Ob Reinblut, Muggelstämmiger, Werwolf oder Hauself: Luna begegnet jedem Wesen mit derselben grundlegenden Würde. Wer zu ihrem engsten Kreis zählt – in erster Linie ihr Vater Xenophilius –, erlebt eine zutiefst loyale, sanftmütige und kreativ sprudelnde Gefährtin. In einer romantischen Beziehung sucht Luna ausschließlich seelische Tiefe und gegenseitiges Verständnis; oberflächliche Abenteuer oder emotionale Spielchen sind ihr vollkommen fremd.<br />
Im Gespräch begegnet Luna ihren Mitmenschen mit radikaler, manchmal entwaffnender Ehrlichkeit. Sie spricht tragische Ereignisse oder ihre skurrilen Überzeugungen – von der Existenz Schrumpfhornackiger Schnarchkackler bis hin zu Fudges korrupten Plänen – in völlig neutralem Tonfall aus. Dem Zaubereiministerium und der offiziellen Presse gegenüber hegt sie, geprägt durch die Berichterstattung ihres Vaters im Klitterer, eine tiefe Skepsis. Dumbledore und Harry Potter begegnet sie hingegen mit unerschütterlichem Vertrauen.<br />
<br />
Luna besitzt leicht verschwommene, silbrig-graue Augen, die oft knapp am Gegenüber vorbeizuschauen scheinen, und hüftlanges, blondes Haar. Ihre Erscheinung unterstreicht sie durch selbstgemachten, symbolträchtigen Schmuck: Ohrringe in Form leuchtend oranger Dirigabel-Pflaumen und eine Kette aus Butterbier-Korken zur Abwehr potenzieller magischer Plagegeister.<br />
Ihre magischen Qualitäten zeigen sich in einer feinen Schleier-Wahrnehmung. Sie besitzt einen natürlichen Draht zu magischen Geschöpfen und eine erstaunliche innere Klarheit. Ihr Patronus nimmt die Gestalt eines Hasen an. Würde sie einem Amortentia begegnen, nähme dieser für sie die Farbe eines schimmernden, perlmuttartigen Rosas an und duftete nach frischen Dirigabel-Pflaumen, der Druckertinte des Klitterers sowie feuchtem Morgennebel. Ein Irrwicht wiederum träte ihr als stummer, abgewandter Schattenkreis spottender Mitschüler entgegen, aus dem die verblasste Gestalt ihrer Mutter hervortritt – ein Bild, das sie mit Riddikulus in eine Horde tanzender Knuddelmuffs verwandelt.<br />
<br />
Luna wurde am 13. Februar 1981 als einziges Kind von Xenophilius und Pandora Lovegood geboren. Sie wuchs in einem eigenwilligen, turmartigen Haus nahe dem Dorf Ottery St. Catchpole auf, geprägt von Kunst, Magie und dem unkonventionellen Forschungsgeist ihrer Eltern.<br />
Im Jahr 1990 – Luna war gerade neun Jahre alt – ereignete sich die Tragödie, die ihr Leben für immer verändern sollte: Ihre Mutter Pandora verunglückte tödlich bei einem Experiment mit einem selbstentwickelten Zauberspruch. Luna musste das Unglück mitansehen. Dieser Verlust prägte ihre reife Einstellung zum Tod als natürlichen Übergang und verlieh ihr ab diesem Tag die Fähigkeit, Thestrale zu sehen.<br />
Am 1. September 1992 begann Lunas Ausbildung an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei, wo der Sprechende Hut sie dem Haus Ravenclaw zuteilte. Trotz ihrer Zugehörigkeit zu einem Haus, das für Verstand geschätzt wird, blieb Luna eine Außenseiterin. In ihren ersten drei Schuljahren (1992–1995) zieht sie sich häufig zurück, liest den Klitterer, verbringt Zeit bei den Thestralen am Rande des Verbotenen Waldes und erträgt stoisch den Diebstahl ihrer Besitztümer.<br />
Zu Beginn ihres vierten Schuljahres im September 1995 steht Luna als gefestigte, charakterstarke Hexe an der Schwelle zu einer Zeit, in der ihre unerschütterliche Loyalität und ihr klarer Blick auf die Welt für ihre Mitschüler noch von unschätzbarem Wert werden dürften.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Luna Lovegood ist eine bemerkenswerte und zutiefst ungewöhnliche Persönlichkeit. Zu Beginn ihres vierten Schuljahres im September 1995 wirkt sie auf Außenstehende oft wie ein verträumter Orientierungsloser im hektischen Alltag von Hogwarts. Sie strahlt eine unerschütterliche, beinahe überirdische Ruhe aus, die weder durch spöttische Bemerkungen noch durch das versteckte Entwenden ihrer Schulsachen erschüttert werden kann. Der herablassende Spitzname „Loony“, den ihr Mitschüler gaben, prallt an ihr ab – keineswegs aus Naivität, sondern weil sie Hass und Vergeltung als völlig unnütze Gefühle betrachtet.<br />
Lunas Intelligenz entspricht keineswegs dem klassischen Ravenclaw-Muster des ehrgeizigen Strebers. Ihre Stärke liegt in absoluter geistiger Unvoreingenommenheit, tiefgreifender Intuition und einer faszinierenden Empathie. Sie bewertet Menschen weder nach Blutstatus noch nach sozialem Rang. Ob Reinblut, Muggelstämmiger, Werwolf oder Hauself: Luna begegnet jedem Wesen mit derselben grundlegenden Würde. Wer zu ihrem engsten Kreis zählt – in erster Linie ihr Vater Xenophilius –, erlebt eine zutiefst loyale, sanftmütige und kreativ sprudelnde Gefährtin. In einer romantischen Beziehung sucht Luna ausschließlich seelische Tiefe und gegenseitiges Verständnis; oberflächliche Abenteuer oder emotionale Spielchen sind ihr vollkommen fremd.<br />
Im Gespräch begegnet Luna ihren Mitmenschen mit radikaler, manchmal entwaffnender Ehrlichkeit. Sie spricht tragische Ereignisse oder ihre skurrilen Überzeugungen – von der Existenz Schrumpfhornackiger Schnarchkackler bis hin zu Fudges korrupten Plänen – in völlig neutralem Tonfall aus. Dem Zaubereiministerium und der offiziellen Presse gegenüber hegt sie, geprägt durch die Berichterstattung ihres Vaters im Klitterer, eine tiefe Skepsis. Dumbledore und Harry Potter begegnet sie hingegen mit unerschütterlichem Vertrauen.<br />
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Luna besitzt leicht verschwommene, silbrig-graue Augen, die oft knapp am Gegenüber vorbeizuschauen scheinen, und hüftlanges, blondes Haar. Ihre Erscheinung unterstreicht sie durch selbstgemachten, symbolträchtigen Schmuck: Ohrringe in Form leuchtend oranger Dirigabel-Pflaumen und eine Kette aus Butterbier-Korken zur Abwehr potenzieller magischer Plagegeister.<br />
Ihre magischen Qualitäten zeigen sich in einer feinen Schleier-Wahrnehmung. Sie besitzt einen natürlichen Draht zu magischen Geschöpfen und eine erstaunliche innere Klarheit. Ihr Patronus nimmt die Gestalt eines Hasen an. Würde sie einem Amortentia begegnen, nähme dieser für sie die Farbe eines schimmernden, perlmuttartigen Rosas an und duftete nach frischen Dirigabel-Pflaumen, der Druckertinte des Klitterers sowie feuchtem Morgennebel. Ein Irrwicht wiederum träte ihr als stummer, abgewandter Schattenkreis spottender Mitschüler entgegen, aus dem die verblasste Gestalt ihrer Mutter hervortritt – ein Bild, das sie mit Riddikulus in eine Horde tanzender Knuddelmuffs verwandelt.<br />
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Luna wurde am 13. Februar 1981 als einziges Kind von Xenophilius und Pandora Lovegood geboren. Sie wuchs in einem eigenwilligen, turmartigen Haus nahe dem Dorf Ottery St. Catchpole auf, geprägt von Kunst, Magie und dem unkonventionellen Forschungsgeist ihrer Eltern.<br />
Im Jahr 1990 – Luna war gerade neun Jahre alt – ereignete sich die Tragödie, die ihr Leben für immer verändern sollte: Ihre Mutter Pandora verunglückte tödlich bei einem Experiment mit einem selbstentwickelten Zauberspruch. Luna musste das Unglück mitansehen. Dieser Verlust prägte ihre reife Einstellung zum Tod als natürlichen Übergang und verlieh ihr ab diesem Tag die Fähigkeit, Thestrale zu sehen.<br />
Am 1. September 1992 begann Lunas Ausbildung an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei, wo der Sprechende Hut sie dem Haus Ravenclaw zuteilte. Trotz ihrer Zugehörigkeit zu einem Haus, das für Verstand geschätzt wird, blieb Luna eine Außenseiterin. In ihren ersten drei Schuljahren (1992–1995) zieht sie sich häufig zurück, liest den Klitterer, verbringt Zeit bei den Thestralen am Rande des Verbotenen Waldes und erträgt stoisch den Diebstahl ihrer Besitztümer.<br />
Zu Beginn ihres vierten Schuljahres im September 1995 steht Luna als gefestigte, charakterstarke Hexe an der Schwelle zu einer Zeit, in der ihre unerschütterliche Loyalität und ihr klarer Blick auf die Welt für ihre Mitschüler noch von unschätzbarem Wert werden dürften.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Eugene Floyd Belby]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1064</link>
			<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 16:43:33 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=333">Eugene Belby</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1064</guid>
			<description><![CDATA[Eigentlich wollte Eugene nur etwas gegen seine Schmerzen nehmen und schlafen gehen. Aber nein, Andre hatte ihn ja unbedingt dazu überreden müssen, ins Krankenhaus zu gehen. Wenigstens hatte er ihn davon überzeugen können, dass das St. Mungos eine schlechte Idee war, da sie nur Werwolf hörten und wussten, dass gestern der Vollmond gewesen war. Entweder sie verweigerten ihm den Zutritt oder untersuchten ihn nicht richtig. Aber selbst wenn, war Eugene überzeugt davon, dass es nichts war. Er vertrug vermutlich nur den Banntrank nicht mehr. Das würde er mit seinem Dad besprechen, wenn er sich etwas besser fühlte, irgendwann. Klar, er selbst hatte sich auch schon Sorgen um sich gemacht, seit er bemerkt hatte, dass die Wandlungsschmerzen stärker geworden waren und er auch so mal Knochenschmerzen bekommen hatte. Ein wenig fühlte es sich wie die Pubertät an. Immerhin war auch sein Werwolf durch die Pubertät gegangen. Damals hatten sich die Wachstumsschmerzen ähnlich angefühlt. Vielleicht löste der Trank ja auf Dauer auch eine Art zweite Pubertät aus. Es gab ja nicht viele Werwölfe, die seit der Erfindung auch jeden Vollmond den Trank bekommen hatten. Er war teuer, schwer zu brauen und nicht jeder hatte genügend Unterstützung, dass er oder sie ihn einfach nehmen konnte. Er selbst hatte ein paar kennengelernt, die sich vom Ministerium einschließen ließen, aber dem Trank nicht trauten. Sie vertrauten lieber den dicken Gittern und Kerkern des Ministeriums, das sie eigentlich alle vernichtet sehen wollte.<br />
<br />
"Und ich sage dir, da ist nichts. Ich bin einfach nur ein bisschen schlapper als sonst", meinte er von der Liege aus. Muggelärzte waren schon komisch. Sie hatten ihm gesagt, er solle liegen bleiben. Vermutlich würde er nicht eingewiesen, aber er würde definitiv hierbleiben und ein paar Tests über sich ergehen lassen. Gesagt hatte bisher keiner etwas. Er hatte in einen Becher pinkeln müssen, ihm war Blut mit einer Nadel abgenommen worden, er war abgehört worden und Andre hatte gemeint, dass er für eine Art Hormonungleichgewicht von einem (wie hatte er den noch gleich genannt? Homologe? Heterologe? Heteropath? Ach ne) Homöopath ein Kräutergemisch bekam, dass er einmal im Monat nahm. Danach war Eugene gefragt worden, ob sein Hausarzt eine genaue Diagnose gestellt hätte oder er Drogen nahm. Tja, einen Werwolf zu erklären, wenn man über die magische Welt nichts sagen durfte, war schon schwer. Daher hatte Eugene einfach nur gesagt, dass er das nahm, seit er etwa 15 war. Er wisse aber nicht genau, was darin war. Daraufhin war ihm noch mehr Blut abgenommen worden. Etwas später hatte man ihn dann zum Röntgen genommen. Da hatte er das Personal bestimmt genervt, weil er sie ausgefragt hatte, wie das Ganze funktionieren soll, so ganz ohne Magie. Wie sollte man sonst einfach in einen Körper gucken können? Und ganz ehrlich, diese Röntgenstrahlen klangen für ihn nach einem Zauber, den ein Heiler erfunden haben könnte. Die Bilder hatten sie ihm allerdings nicht gezeigt. Stattdessen hatte er sich ausziehen dürfen, woraufhin er die Narben hatte erklären müssen. Ähm, definitiv sehr große Hunde. Die waren dem Nachbarn entwischt und hatten ihn beim Spielen angefallen. Nichts weiter. Nein, er war in kein Löwengehege gefallen. Er war gewogen worden und jemand hatte ihn nach seinem Stuhlgang gefragt. Weird, aber okay. Sein Gewicht war gemessen worden, genauso seine Größe. Und jetzt war er eben wieder auf der Liege.<br />
<br />
Er konnte seinen Freund seufzen und die Augen verdrehen sehen, auch wenn dieser gerade ihm den Rücken zuwandte. "Niemand wird einfach ohnmächtig nach so einer Nacht. Irgendwas stimmt nicht. Letztes Jahr hast du bestimmt noch zehn Kilo mehr gewogen, vermutlich sogar mehr. Und glaub nicht, dass wir nicht sehen, dass du etwas gebeugter gehst. Wenn nichts ist, spendier ich dir gern einen Drink oder nehm dich zum Essen mit, wenn du dich ausgeruht hast. Aber warte bitte auf das Ergebnis, bevor du gehst." Als ob Eugene einfach gehen würde. Er wollte selbst Andres Gesicht sehen, wenn der Arzt etwas von Erschöpfung erzählen würde. Mehr würde es schon nicht sein, hoffentlich. Und wenn doch war sein Dad vermutlich eh der bessere Ansprechpartner. Mit ihm würde er es schon noch klären. Irgendwann. Wenn er sich traute, ihn darauf anzusprechen. Sein Dad hatte immer so viel zu tun. Er wollte ihn nicht weiter stressen. Oder seiner Mum Sorgen bereiten. Er war ein schwieriger Teenager gewesen, aber das Leben war auch nicht gerade fair gewesen. Da durfte er doch auch nicht nur für sich selbst hoffen, dass es einmal fair war und er nur etwas Ruhe benötigte.<br />
<br />
Für eine Weile schwiegen sie, bis der Arzt reinkam, samt zweier Schüler. Studenten hieß das hier, oder? Eugene setzte sich auf. Die Anspannung in Andre konnte er förmlich schmecken. Da brauchte er nicht erst zu seinem Kumpel rüberschauen. "Mr. Egge, erstmal vielen Dank für Ihre Geduld mit uns", begann der Arzt, dessen Namen Eugene schon wieder vergessen hatte, und schob die dunklen Bilder in seiner Hand vor eine Lichtbox, "Wir haben einige Tests machen müssen, um das Ausmaß festzustellen und unsere Diagnose zu bestätigen. Für ein paar weitere würden wir Sie bitten, in ein paar Tagen für speziellere Tests wiederzukommen." Die Lichterbox wurde angeschaltet und das Bild auf dem schwarzen Glasspergament wurde sichtbar. Schwarz-weiß, keine Bewegung. "Das hier sind Ihre Knie, hier das Linke, da das Rechte. Sehen Sie dieses wolkige Gebilde in Ihrem linken Femur knapp über dem Gelenk? Das sollte eigentlich so aussehen, wie in Ihrem rechten Knie. Unsere Befürchtung ist, dass es sich um ein Osteosarkom handelt, also einen Knochentumor, Krebs." Eugene blinzelte, als der Mann die Bilder gegen zwei andere austauschte. Krebs? Andre warf ihm einen Blick zu, als würde er ihm laut zurufen "Ich hab es doch gesagt.", aber dennoch gequält aussah.<br />
<br />
Sie zeigten ihnen noch seine Schulter, die eine ähnliche Wolke im Knochen aufzeigte, und seinen Brustkorb, wo laut dem Doktor alles okay war, was ihn zu freuen schien. Es folgte noch ein großes Gespräch über Stadien, Behandlungen, Möglichkeiten und Aussichten. Zu allem gab es Flyer, die man entweder ihm oder Andre in die Hand drückte. Und am Ende gab es noch einen Termin. Sie wollten ihn unter Narkose legen und ein Stück von seinem Knochen nehmen, um es zu analysieren, wenn er es richtig verstanden hatte. Bei Narkose hatte Andre gesagt, dass der Arzt meint, dass er währenddessen schlafen und nichts spüren würde. An Eugene war das alles ein wenig vorbeigeflogen. Reichte es nicht, dass er ein Werwolf war? Ach fuck. Er könnte etwas zerschlagen. Wenn er nicht auch gleichzeitig so müde war. "Sobald wir das Ergebnis von der Biopsie haben, geh ich mit dir ins St. Mungos. Die müssen einfach was Besseres anbieten, als dir das Bein abzuschneiden und ein ganzes Stück von deinem Schulterblatt wegzunehmen. Bestrahlung und Chemo kann es doch nicht sein," fing Andre an, aber Eugene unterbrach seinen Freund. "Warte, was? Bein abschneiden?" "Ja, Amputation.," antwortete sein Kumpel mit einem Schnauben. "Fuck, sorry, das hab ich nicht so mitbekommen." Ein wenig hatte die Welt angefangen, sich zu drehen. "Kein Wunder, du siehst aus wie ein Zombie," meinte Andre ein wenig sanfter und Eugene spürte, wie dieser seine Taille griff und gegen sich drückte. "Wir holen uns erstmal ein Taxi zum Tropfenden Kessel. Wir können von da aus per Flohpulver zurück zu dir. Aber mit dir appariere ich heute bestimmt nicht mehr." Eugene ließ sich einfach zum nächstbesten freien Wagen ziehen. Er ließ es auch zu, dass Andre ihn stützte. An jedem anderen Tag und bei jemand anderem hätte er sich bestimmt gewehrt. Aber jetzt klang die Idee, in sein eigenes Bett zu fallen und in Ruhe auszuschlafen, während er es erstmal verdaute, wie zwei Schokofrösche in einer Packung. "Kannst du mir wenigstens eines versprechen? Erstmal kein Wort zu den anderen. Fuck, lass mich bitte erst einmal verstehen, was das alles bedeutet. Bitte, Andre, ich will erstmal selbst Antworten haben, bevor ich mit ihnen rede," meinte er, als Andre ihn unzeremoniell auf die Rückbank eines Wagens verfrachtete. "Klar, aber nicht zu lange. Franklyn hat sowieso schon vor zwei Monaten angemerkt, dass du komisch riechst. Es macht selbst mit dem Beruhigungsmittel seinen Wolfshund ganz wuschig. Aber lass uns darüber später reden, wenn wir wieder unter uns sind", grummelte Andre und nickte kurz zum Fahrer, um wieder darauf hinzuweisen, dass sie unter Muggeln waren und nicht so offen darüber reden konnten. Während Andre die Adresse durchgab, sah Eugene aus dem Fenster. Krebs. Er hatte immer befürchtet, dass er durch die Hand von Auroren starb, entweder, weil er wirklich etwas angestellt hatte oder jemand die Auslöschung der Werwölfe befohlen hatte, zumindest, wenn es nicht damit endete, dass er einfach vor Altersschwäche starb. Aber Krebs? Fuck. Wie sollte er das seiner Familie erklären? Seinem Dad, seiner kleinen Schwester? Seiner Mum, Eileen? Oder Cassius, der gerade selbst seine erste Vollmondnacht hinter sich hatte? Fuck, wenn er Zuhause war, musste er unbedingt seiner Familie einen Brief schreiben und fragen, wie es dem Jugendlichen ging. Die ersten Nächte waren einfach scheiße. "Wir sind gleich da."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Eigentlich wollte Eugene nur etwas gegen seine Schmerzen nehmen und schlafen gehen. Aber nein, Andre hatte ihn ja unbedingt dazu überreden müssen, ins Krankenhaus zu gehen. Wenigstens hatte er ihn davon überzeugen können, dass das St. Mungos eine schlechte Idee war, da sie nur Werwolf hörten und wussten, dass gestern der Vollmond gewesen war. Entweder sie verweigerten ihm den Zutritt oder untersuchten ihn nicht richtig. Aber selbst wenn, war Eugene überzeugt davon, dass es nichts war. Er vertrug vermutlich nur den Banntrank nicht mehr. Das würde er mit seinem Dad besprechen, wenn er sich etwas besser fühlte, irgendwann. Klar, er selbst hatte sich auch schon Sorgen um sich gemacht, seit er bemerkt hatte, dass die Wandlungsschmerzen stärker geworden waren und er auch so mal Knochenschmerzen bekommen hatte. Ein wenig fühlte es sich wie die Pubertät an. Immerhin war auch sein Werwolf durch die Pubertät gegangen. Damals hatten sich die Wachstumsschmerzen ähnlich angefühlt. Vielleicht löste der Trank ja auf Dauer auch eine Art zweite Pubertät aus. Es gab ja nicht viele Werwölfe, die seit der Erfindung auch jeden Vollmond den Trank bekommen hatten. Er war teuer, schwer zu brauen und nicht jeder hatte genügend Unterstützung, dass er oder sie ihn einfach nehmen konnte. Er selbst hatte ein paar kennengelernt, die sich vom Ministerium einschließen ließen, aber dem Trank nicht trauten. Sie vertrauten lieber den dicken Gittern und Kerkern des Ministeriums, das sie eigentlich alle vernichtet sehen wollte.<br />
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"Und ich sage dir, da ist nichts. Ich bin einfach nur ein bisschen schlapper als sonst", meinte er von der Liege aus. Muggelärzte waren schon komisch. Sie hatten ihm gesagt, er solle liegen bleiben. Vermutlich würde er nicht eingewiesen, aber er würde definitiv hierbleiben und ein paar Tests über sich ergehen lassen. Gesagt hatte bisher keiner etwas. Er hatte in einen Becher pinkeln müssen, ihm war Blut mit einer Nadel abgenommen worden, er war abgehört worden und Andre hatte gemeint, dass er für eine Art Hormonungleichgewicht von einem (wie hatte er den noch gleich genannt? Homologe? Heterologe? Heteropath? Ach ne) Homöopath ein Kräutergemisch bekam, dass er einmal im Monat nahm. Danach war Eugene gefragt worden, ob sein Hausarzt eine genaue Diagnose gestellt hätte oder er Drogen nahm. Tja, einen Werwolf zu erklären, wenn man über die magische Welt nichts sagen durfte, war schon schwer. Daher hatte Eugene einfach nur gesagt, dass er das nahm, seit er etwa 15 war. Er wisse aber nicht genau, was darin war. Daraufhin war ihm noch mehr Blut abgenommen worden. Etwas später hatte man ihn dann zum Röntgen genommen. Da hatte er das Personal bestimmt genervt, weil er sie ausgefragt hatte, wie das Ganze funktionieren soll, so ganz ohne Magie. Wie sollte man sonst einfach in einen Körper gucken können? Und ganz ehrlich, diese Röntgenstrahlen klangen für ihn nach einem Zauber, den ein Heiler erfunden haben könnte. Die Bilder hatten sie ihm allerdings nicht gezeigt. Stattdessen hatte er sich ausziehen dürfen, woraufhin er die Narben hatte erklären müssen. Ähm, definitiv sehr große Hunde. Die waren dem Nachbarn entwischt und hatten ihn beim Spielen angefallen. Nichts weiter. Nein, er war in kein Löwengehege gefallen. Er war gewogen worden und jemand hatte ihn nach seinem Stuhlgang gefragt. Weird, aber okay. Sein Gewicht war gemessen worden, genauso seine Größe. Und jetzt war er eben wieder auf der Liege.<br />
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Er konnte seinen Freund seufzen und die Augen verdrehen sehen, auch wenn dieser gerade ihm den Rücken zuwandte. "Niemand wird einfach ohnmächtig nach so einer Nacht. Irgendwas stimmt nicht. Letztes Jahr hast du bestimmt noch zehn Kilo mehr gewogen, vermutlich sogar mehr. Und glaub nicht, dass wir nicht sehen, dass du etwas gebeugter gehst. Wenn nichts ist, spendier ich dir gern einen Drink oder nehm dich zum Essen mit, wenn du dich ausgeruht hast. Aber warte bitte auf das Ergebnis, bevor du gehst." Als ob Eugene einfach gehen würde. Er wollte selbst Andres Gesicht sehen, wenn der Arzt etwas von Erschöpfung erzählen würde. Mehr würde es schon nicht sein, hoffentlich. Und wenn doch war sein Dad vermutlich eh der bessere Ansprechpartner. Mit ihm würde er es schon noch klären. Irgendwann. Wenn er sich traute, ihn darauf anzusprechen. Sein Dad hatte immer so viel zu tun. Er wollte ihn nicht weiter stressen. Oder seiner Mum Sorgen bereiten. Er war ein schwieriger Teenager gewesen, aber das Leben war auch nicht gerade fair gewesen. Da durfte er doch auch nicht nur für sich selbst hoffen, dass es einmal fair war und er nur etwas Ruhe benötigte.<br />
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Für eine Weile schwiegen sie, bis der Arzt reinkam, samt zweier Schüler. Studenten hieß das hier, oder? Eugene setzte sich auf. Die Anspannung in Andre konnte er förmlich schmecken. Da brauchte er nicht erst zu seinem Kumpel rüberschauen. "Mr. Egge, erstmal vielen Dank für Ihre Geduld mit uns", begann der Arzt, dessen Namen Eugene schon wieder vergessen hatte, und schob die dunklen Bilder in seiner Hand vor eine Lichtbox, "Wir haben einige Tests machen müssen, um das Ausmaß festzustellen und unsere Diagnose zu bestätigen. Für ein paar weitere würden wir Sie bitten, in ein paar Tagen für speziellere Tests wiederzukommen." Die Lichterbox wurde angeschaltet und das Bild auf dem schwarzen Glasspergament wurde sichtbar. Schwarz-weiß, keine Bewegung. "Das hier sind Ihre Knie, hier das Linke, da das Rechte. Sehen Sie dieses wolkige Gebilde in Ihrem linken Femur knapp über dem Gelenk? Das sollte eigentlich so aussehen, wie in Ihrem rechten Knie. Unsere Befürchtung ist, dass es sich um ein Osteosarkom handelt, also einen Knochentumor, Krebs." Eugene blinzelte, als der Mann die Bilder gegen zwei andere austauschte. Krebs? Andre warf ihm einen Blick zu, als würde er ihm laut zurufen "Ich hab es doch gesagt.", aber dennoch gequält aussah.<br />
<br />
Sie zeigten ihnen noch seine Schulter, die eine ähnliche Wolke im Knochen aufzeigte, und seinen Brustkorb, wo laut dem Doktor alles okay war, was ihn zu freuen schien. Es folgte noch ein großes Gespräch über Stadien, Behandlungen, Möglichkeiten und Aussichten. Zu allem gab es Flyer, die man entweder ihm oder Andre in die Hand drückte. Und am Ende gab es noch einen Termin. Sie wollten ihn unter Narkose legen und ein Stück von seinem Knochen nehmen, um es zu analysieren, wenn er es richtig verstanden hatte. Bei Narkose hatte Andre gesagt, dass der Arzt meint, dass er währenddessen schlafen und nichts spüren würde. An Eugene war das alles ein wenig vorbeigeflogen. Reichte es nicht, dass er ein Werwolf war? Ach fuck. Er könnte etwas zerschlagen. Wenn er nicht auch gleichzeitig so müde war. "Sobald wir das Ergebnis von der Biopsie haben, geh ich mit dir ins St. Mungos. Die müssen einfach was Besseres anbieten, als dir das Bein abzuschneiden und ein ganzes Stück von deinem Schulterblatt wegzunehmen. Bestrahlung und Chemo kann es doch nicht sein," fing Andre an, aber Eugene unterbrach seinen Freund. "Warte, was? Bein abschneiden?" "Ja, Amputation.," antwortete sein Kumpel mit einem Schnauben. "Fuck, sorry, das hab ich nicht so mitbekommen." Ein wenig hatte die Welt angefangen, sich zu drehen. "Kein Wunder, du siehst aus wie ein Zombie," meinte Andre ein wenig sanfter und Eugene spürte, wie dieser seine Taille griff und gegen sich drückte. "Wir holen uns erstmal ein Taxi zum Tropfenden Kessel. Wir können von da aus per Flohpulver zurück zu dir. Aber mit dir appariere ich heute bestimmt nicht mehr." Eugene ließ sich einfach zum nächstbesten freien Wagen ziehen. Er ließ es auch zu, dass Andre ihn stützte. An jedem anderen Tag und bei jemand anderem hätte er sich bestimmt gewehrt. Aber jetzt klang die Idee, in sein eigenes Bett zu fallen und in Ruhe auszuschlafen, während er es erstmal verdaute, wie zwei Schokofrösche in einer Packung. "Kannst du mir wenigstens eines versprechen? Erstmal kein Wort zu den anderen. Fuck, lass mich bitte erst einmal verstehen, was das alles bedeutet. Bitte, Andre, ich will erstmal selbst Antworten haben, bevor ich mit ihnen rede," meinte er, als Andre ihn unzeremoniell auf die Rückbank eines Wagens verfrachtete. "Klar, aber nicht zu lange. Franklyn hat sowieso schon vor zwei Monaten angemerkt, dass du komisch riechst. Es macht selbst mit dem Beruhigungsmittel seinen Wolfshund ganz wuschig. Aber lass uns darüber später reden, wenn wir wieder unter uns sind", grummelte Andre und nickte kurz zum Fahrer, um wieder darauf hinzuweisen, dass sie unter Muggeln waren und nicht so offen darüber reden konnten. Während Andre die Adresse durchgab, sah Eugene aus dem Fenster. Krebs. Er hatte immer befürchtet, dass er durch die Hand von Auroren starb, entweder, weil er wirklich etwas angestellt hatte oder jemand die Auslöschung der Werwölfe befohlen hatte, zumindest, wenn es nicht damit endete, dass er einfach vor Altersschwäche starb. Aber Krebs? Fuck. Wie sollte er das seiner Familie erklären? Seinem Dad, seiner kleinen Schwester? Seiner Mum, Eileen? Oder Cassius, der gerade selbst seine erste Vollmondnacht hinter sich hatte? Fuck, wenn er Zuhause war, musste er unbedingt seiner Familie einen Brief schreiben und fragen, wie es dem Jugendlichen ging. Die ersten Nächte waren einfach scheiße. "Wir sind gleich da."]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Harry Potter]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1060</link>
			<pubDate>Tue, 23 Jun 2026 01:31:14 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=335">Harry Potter</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1060</guid>
			<description><![CDATA[Der Tagesprophet lag zwischen Kürbissaftbechern, Toastkrümeln und einem halb vollen Teller mit Rührei, den Ron eben noch halbherzig gegen Hedwig verteidigt hatte. Sie lag dort, als hätte man sie einfach nur abgelegt, aber in Wahrheit hatte Harry sie ein wenig angewidert fallen lassen. Ein bisschen Pergament, Druckerschwärze und ein paar sauber gesetzte Spalten. Die konnten nicht so schlimm sein. Eigentlich war das nämlich nichts, was einem fünfzehnjährigen Schüler noch vor der ersten Unterrichtsstunde den Appetit hätte verderben sollen.<br />
<br />
<b>ERNEUTE UNRUHE UM HARRY POTTER</b><br />
<i>von unserer politischen Redaktion</i><br />
Auch Wochen nach den tragischen Ereignissen des vergangenen Schuljahres reißen die Diskussionen um Harry Potter nicht ab. Der fünfzehnjährige Schüler, der in der Vergangenheit wiederholt durch ungewöhnliche Vorfälle im Umfeld von Hogwarts aufgefallen ist, hält weiterhin an der Behauptung fest, Du-weißt-schon-wer sei zurückgekehrt.<br />
Das Ministerium für Zauberei sieht hierfür nach wie vor keine belastbaren Beweise. Mehrere Quellen aus dem Umfeld der Schule äußerten unterdessen Sorge um Potters seelischen Zustand, der nach dem Tod des Hogwarts-Champions Cedric Diggory verständlicherweise belastet sein dürfte. Kritiker werfen Schulleiter Albus Dumbledore vor, den Jungen für seine eigenen politischen Zwecke zu instrumentalisieren, anstatt ihm die Ruhe zukommen zu lassen, die ein Schüler in seiner Lage dringend benötige. <br />
<br />
Harry hatte den Absatz zweimal gelesen. Er hatte ihn zwar schon beim ersten Mal verstanden, aber trotzdem hatte ein sehr naiver und vermutlich ein bisschen dummer Teil von ihm gehofft, dass sich die Worte beim zweiten Hinsehen in etwas anderes verwandelten. Taten sie nicht. Sie blieben genau da, schwarz auf hellgrauem Papier. Ordentlich und vermeintlich höflich und so widerlich vernünftig formuliert, dass man fast übersehen konnte, was genau da eigentlich passierte.<br />
Harry Potter hatte längst verstanden, dass man hier einen psychologischen Krieg gegen ihn führte. Wirklich erklärt hatte ihm das niemand und Harry hätte vermutlich ein anderes Wort benutzt. Aber unterm Strich war es eben genau das. Man versuchte ihn lächerlich zu machen und benutzte ihn gefühlt aktiv als Waffe gegen Dumbledore.<br />
Seelischer Zustand. Verständlicherweise belastet. Keine belastbaren Beweise.<br />
Harry hätte beinahe darüber gelacht. Nur war ihm nicht besonders lustig zumute. Cedric war tot und Voldemort war zurück. Harry hatte auf diesem verdammten Friedhof gestanden, gefesselt, verletzt und mit dem Geschmack von Blut im Mund. Voldemorts Stimme in den Ohren. Aber sicher. <br />
Vielleicht brauchte er einfach nur ein bisschen Ruhe! Er sollte sich hinlegen, einen Tee trinken. Vielleicht mal in die Sonne gehen! Ein Spaziergang half sicher Wunder. Die endeten dann in einem Angriff von Dementoren, der einem auch nicht geglaubt wurde! Pff… vor allem sollte er vermutlich damit aufhören, die Erwachsenen um sich herum mit unangenehmen Wahrheiten zu belästigen.<br />
<br />
Harry schob die Zeitung von sich weg. Nicht besonders heftig aber auch nicht super vorsichtig. Der Rand knickte gegen Rons Becher, der bedenklich schwankte und etwas von seinem Inhalt über die Zeitung kippte. Ein dunkler Fleck Kürbissaft fraß sich langsam in das Foto neben dem Artikel.<br />
Perfektes Sinnbild. Genau das machten sie immerhin auch mit ihm. Kippten einfach irgendwas über ihm aus und erhofften sich davon, dass es schon ausreichend Schmutz hinterließ, um alles andere unleserlich zu machen. Er konnte nur hoffen, dass das Ministerium damit nicht so erfolgreich war wie er mit dieser Zeitung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Tagesprophet lag zwischen Kürbissaftbechern, Toastkrümeln und einem halb vollen Teller mit Rührei, den Ron eben noch halbherzig gegen Hedwig verteidigt hatte. Sie lag dort, als hätte man sie einfach nur abgelegt, aber in Wahrheit hatte Harry sie ein wenig angewidert fallen lassen. Ein bisschen Pergament, Druckerschwärze und ein paar sauber gesetzte Spalten. Die konnten nicht so schlimm sein. Eigentlich war das nämlich nichts, was einem fünfzehnjährigen Schüler noch vor der ersten Unterrichtsstunde den Appetit hätte verderben sollen.<br />
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<b>ERNEUTE UNRUHE UM HARRY POTTER</b><br />
<i>von unserer politischen Redaktion</i><br />
Auch Wochen nach den tragischen Ereignissen des vergangenen Schuljahres reißen die Diskussionen um Harry Potter nicht ab. Der fünfzehnjährige Schüler, der in der Vergangenheit wiederholt durch ungewöhnliche Vorfälle im Umfeld von Hogwarts aufgefallen ist, hält weiterhin an der Behauptung fest, Du-weißt-schon-wer sei zurückgekehrt.<br />
Das Ministerium für Zauberei sieht hierfür nach wie vor keine belastbaren Beweise. Mehrere Quellen aus dem Umfeld der Schule äußerten unterdessen Sorge um Potters seelischen Zustand, der nach dem Tod des Hogwarts-Champions Cedric Diggory verständlicherweise belastet sein dürfte. Kritiker werfen Schulleiter Albus Dumbledore vor, den Jungen für seine eigenen politischen Zwecke zu instrumentalisieren, anstatt ihm die Ruhe zukommen zu lassen, die ein Schüler in seiner Lage dringend benötige. <br />
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Harry hatte den Absatz zweimal gelesen. Er hatte ihn zwar schon beim ersten Mal verstanden, aber trotzdem hatte ein sehr naiver und vermutlich ein bisschen dummer Teil von ihm gehofft, dass sich die Worte beim zweiten Hinsehen in etwas anderes verwandelten. Taten sie nicht. Sie blieben genau da, schwarz auf hellgrauem Papier. Ordentlich und vermeintlich höflich und so widerlich vernünftig formuliert, dass man fast übersehen konnte, was genau da eigentlich passierte.<br />
Harry Potter hatte längst verstanden, dass man hier einen psychologischen Krieg gegen ihn führte. Wirklich erklärt hatte ihm das niemand und Harry hätte vermutlich ein anderes Wort benutzt. Aber unterm Strich war es eben genau das. Man versuchte ihn lächerlich zu machen und benutzte ihn gefühlt aktiv als Waffe gegen Dumbledore.<br />
Seelischer Zustand. Verständlicherweise belastet. Keine belastbaren Beweise.<br />
Harry hätte beinahe darüber gelacht. Nur war ihm nicht besonders lustig zumute. Cedric war tot und Voldemort war zurück. Harry hatte auf diesem verdammten Friedhof gestanden, gefesselt, verletzt und mit dem Geschmack von Blut im Mund. Voldemorts Stimme in den Ohren. Aber sicher. <br />
Vielleicht brauchte er einfach nur ein bisschen Ruhe! Er sollte sich hinlegen, einen Tee trinken. Vielleicht mal in die Sonne gehen! Ein Spaziergang half sicher Wunder. Die endeten dann in einem Angriff von Dementoren, der einem auch nicht geglaubt wurde! Pff… vor allem sollte er vermutlich damit aufhören, die Erwachsenen um sich herum mit unangenehmen Wahrheiten zu belästigen.<br />
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Harry schob die Zeitung von sich weg. Nicht besonders heftig aber auch nicht super vorsichtig. Der Rand knickte gegen Rons Becher, der bedenklich schwankte und etwas von seinem Inhalt über die Zeitung kippte. Ein dunkler Fleck Kürbissaft fraß sich langsam in das Foto neben dem Artikel.<br />
Perfektes Sinnbild. Genau das machten sie immerhin auch mit ihm. Kippten einfach irgendwas über ihm aus und erhofften sich davon, dass es schon ausreichend Schmutz hinterließ, um alles andere unleserlich zu machen. Er konnte nur hoffen, dass das Ministerium damit nicht so erfolgreich war wie er mit dieser Zeitung.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ronald Bilius Weasley]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1059</link>
			<pubDate>Mon, 22 Jun 2026 16:03:32 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=334">Ron Weasley</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1059</guid>
			<description><![CDATA[Ron wusste selbst nicht so genau, was ihn eigentlich geritten hatte. Er war sich beinahe schon sicher, überreagiert zu haben. Warum hätte Harry lügen sollen? Und wie war er nur auch nur für einen Augenblick auf den Gedanken gekommen, dass ausgerechnet Harry sich freiwillig für das Trimagische Turnier gemeldet hatte? Ausgerechnet Harry, dem jede Aufmerksamkeit um seine Person zu viel war!<br />
Ron verpasste mit einem frustrierten Fauchen seinem Schrankkoffer einen Tritt und ließ sich auf sein Bett fallen. Den Kopf vergrub er in seinem Kissen und legte sich die Hände über die Ohren.<br />
Er schämte sich fürchterlich. Hatte sich schon schrecklich geschämt, als die Worte gerade erst seinen Mund verlassen hatte. Aber da war die Sache schon vorbei gewesen. Die Anschuldigung war raus gewesen, ehe er darüber nachgedacht hatte, was er eigentlich sagte. Und sie zurücknehmen konnte er sie ja schlecht. Ausgesprochen war ausgesprochen, oder etwa nicht?<br />
Was hätte er schon dazu sagen sollen? Dass er es nicht so gemeint hatte? Das stimmte ja nicht. Er war im Unrecht gewesen, das ja. Aber in dem Moment, in dem er gesagt hatte, dass er Harry nicht glaubte, hatte er es so gemeint. Er war sich sicher </i> gewesen, richtig zu liegen.<br />
Und jetzt? Jetzt fühlte er sich deswegen so schuldig, dass er sich wünschte, die Matratze würde ihn verschlucken.<br />
Er wusste doch, dass Harry gar nicht so war.<br />
Unvermittelt setzte Ron sich wieder auf, zog die Vorhänge zu, nur um sie noch einmal aufzuziehen und sich Feder und Pergament zu hangeln. Er versuchte, seine Gedanken irgendwie schriftlich zu ordnen. Die passenden Worte zu finden, um Harry um Entschuldigung zu bitten, gelang ihm allerdings nicht. Nach dem dritten Versuch gab er es auf, zerknüllte das Pergament und warf es weg.<br />
Als ob sich so eine verdammte Nullnummer mit einem dämlichen Brief wieder in Ordnung bringen ließe!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ron wusste selbst nicht so genau, was ihn eigentlich geritten hatte. Er war sich beinahe schon sicher, überreagiert zu haben. Warum hätte Harry lügen sollen? Und wie war er nur auch nur für einen Augenblick auf den Gedanken gekommen, dass ausgerechnet Harry sich freiwillig für das Trimagische Turnier gemeldet hatte? Ausgerechnet Harry, dem jede Aufmerksamkeit um seine Person zu viel war!<br />
Ron verpasste mit einem frustrierten Fauchen seinem Schrankkoffer einen Tritt und ließ sich auf sein Bett fallen. Den Kopf vergrub er in seinem Kissen und legte sich die Hände über die Ohren.<br />
Er schämte sich fürchterlich. Hatte sich schon schrecklich geschämt, als die Worte gerade erst seinen Mund verlassen hatte. Aber da war die Sache schon vorbei gewesen. Die Anschuldigung war raus gewesen, ehe er darüber nachgedacht hatte, was er eigentlich sagte. Und sie zurücknehmen konnte er sie ja schlecht. Ausgesprochen war ausgesprochen, oder etwa nicht?<br />
Was hätte er schon dazu sagen sollen? Dass er es nicht so gemeint hatte? Das stimmte ja nicht. Er war im Unrecht gewesen, das ja. Aber in dem Moment, in dem er gesagt hatte, dass er Harry nicht glaubte, hatte er es so gemeint. Er war sich sicher </i> gewesen, richtig zu liegen.<br />
Und jetzt? Jetzt fühlte er sich deswegen so schuldig, dass er sich wünschte, die Matratze würde ihn verschlucken.<br />
Er wusste doch, dass Harry gar nicht so war.<br />
Unvermittelt setzte Ron sich wieder auf, zog die Vorhänge zu, nur um sie noch einmal aufzuziehen und sich Feder und Pergament zu hangeln. Er versuchte, seine Gedanken irgendwie schriftlich zu ordnen. Die passenden Worte zu finden, um Harry um Entschuldigung zu bitten, gelang ihm allerdings nicht. Nach dem dritten Versuch gab er es auf, zerknüllte das Pergament und warf es weg.<br />
Als ob sich so eine verdammte Nullnummer mit einem dämlichen Brief wieder in Ordnung bringen ließe!]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Cassius Warrington]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1051</link>
			<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 22:17:18 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=332">Cassius Warrington</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1051</guid>
			<description><![CDATA[Geboren als (einziger) Spross einer Reinblut-Familie, erfüllte es seine Eltern Camilla und Theodore Warrington mit großer Freude, einen gesunden Sohn zur Welt gebracht zu haben. Leider hatten sie Schwierigkeiten damit schwanger zu werden – doch ihre Gebete wurden erhört. Da die Warringtons durchaus Geld besaßen fehlte es Cassius in seiner Kind an nichts: er bekam alles, was er brauchte. Alles, was er wollte während auch seine Eltern so viel Zeit und Aufmerksamkeit investierten, wie es ihnen möglich war. <br />
Durchaus schnell darin, neue Dinge zu lernen, interessiert an Büchern oder daran, sich zu bewegen blieb Cassius kein langweiliges Kind. Seine Eltern begannen früh damit, ihn in die Reinblutideologie einzuführen, auch wenn er in diesem zarten Alter all das noch nicht wirklich verstand. Aber es gibt definitiv schlimmeres, als immer wieder gesagt zu bekommen: Du hast reines Blut, du bist etwas Besseres!<br />
<br />
Sein Leben sollte sich jedoch schlagartig ändern, als seine Eltern im August 1982 verhaftet werden: als Teil der Todesser wurden sie verurteilt und nach Askaban geschickt, Cassius blieb zurück. Er drohte in ein magisches Kinderheim zu kommen, doch Damocles und Violet Belby entschlossen den Jungen als Pflegekind aufzunehmen und so musste er nicht ins Heim, sondern fand eine Familie. Natürlich ist auch aller Anfang schwer, es fiel ihm schwer, mit der neuen Situation zurechtzukommen. Im Zuge dessen hatte er auch sein erstes magisches Ereignis, bei dem drei Vasen aus Wut und Trauer dran glauben mussten. Sich zu öffnen, Kontakt zu zulassen – aber es wurde mit der Zeit ein wenig besser, vielleicht auch, weil er den (quasi) Verlust seiner Eltern langsam verarbeitete. Verständnis jedoch fehlte ihm dafür, dass man seine Eltern inhaftierte. Das Verhältnis zu den Belbys wurde also besser – es wurde für ihn zu etwas, was einem „Zuhause“ relativ nahekommt. Vor allem in dieser Zeit zeichnete er viel oder zog sich mit einem Buch zurück.<br />
<br />
Mit 11 Jahren sollte es dann soweit sein: er bekam seine Einladung nach Hogwarts und konnte es kaum erwarten, endlich zur magischen Schule zu gehen. Neue Freunde zu finden, ein neuer Ort, ein neuer Lebensabschnitt und vor allem die Chance, den Namen Warrington mit Stolz zu erfüllen! Auf dem Weg zum Schloss war er unfassbar aufgeregt, der Hut überlegte nicht lange und steckte ihn nach Slytherin. Die Zeit dort war jedoch nicht immer einfach: trotz seines Nachnamens, seines Blutstatus, schwang der Name Belby eben auch mit bei, weshalb er innerhalb der Schule schon versuchte, sich davon zu distanzieren. Cassius bemühte sich von Anfang an in der Schule um gute Noten, wollte das bestmöglichste Ergebnis erzielen. Klappte nicht immer. Aber auch Freunde fand er und in seinem dritten Schuljahr wurde er sogar Teil des Quidditchteams, schien in ihm doch ein Naturtalent zu schlummern. Endlich hatte er also etwas gefunden, worin er richtig gut war. Da gerieten andere Dinge, wie Literatur, mehr in den Hintergrund. Schließlich hing er seine Vorlieben für Bücher und fürs Zeichnen und Malen nicht an die große Glocke, behielt es für sich. War schließlich uncool. Dabei hatte er sich gerade einen guten Ruf gemacht!<br />
<br />
Seine Noten blieben recht gut, Quidditch wurde zu seiner Leidenschaft und scheinbar fiel er auch in der Schule positiv auf, denn man ernannte ihn zum Vertrauensschüler am Anfang der 5. Klasse, was für ihn nur ein noch größerer Ansporn war, noch weiter über sich hinaus zu wachsen. Auch seine ZAG Ergebnisse konnten sich sehen lassen, das Schuljahr war also als erfolgreich zu verbuchen und es ging quasi genauso gut weiter, als er auch den Apparierkurs bestand. Natürlich schrieb er seinen Eltern immer wieder Briefe, in der Hoffnung, sie würden ankommen. Eine Antwort kam nie zurück.<br />
<br />
Sein Leben sollte sich jedoch in den Sommerferien 1995 komplett verändern, als er am 12. Juli mit Freunden etwas feiern war, anlässlich der  bestandenen Apparierprüfung. Irgendwie hat er noch im Ohr, wie sein Pflegevater zu ihm sagte, er sollte lieber Zuhause bleiben, schließlich war Vollmond. Aber ein Teenager, der zu cool für alles war, gerne etwas rebellierte und dachte, ihn könnte nichts etwas anhaben ging natürlich trotzdem los. Der Abend war echt lustig, es floss Alkohol, es wurde gefeiert, gelacht, getanzt – aber danach wurde alles schwarz. Cass weiß noch, dass er nach Hause wollte, zum Apparieren aber zu angetrunken war. Unterwegs griff ihn dann ein Werwolf an, anschließend wachte er erst im St. Mungos wieder auf mit Bisswunden. Ein Werwolf hatte ihn gebissen, an Vollmond, hatte ihn infiziert, sein leben für immer verändert. Nachdem er registriert wurde, wieder auf den Beinen war (zumindest physisch) entließ man ihn, aber fortan war alles anders.<br />
<br />
Denn er würde nicht zurück nach Hogwarts dürfen. Seine Freunde dort nicht mehr treffen, nicht mehr zum Quidditch Training gehen, keinen Unterricht mehr besuchen. Cassius versank in Selbstmitleid, verbrachte die meiste Zeit auf seinem Zimmer, die Tür zugesperrt. Weil er niemanden sehen will. Weil er allen um sich herum die Schuld für seinen Zustand gibt, für sein kaputtes Leben. Ist eben leichter, als die Schuld bei sich selbst zu suchen. Vom charismatischen jungen Mann ist gerade nichts mehr übrig, eher ein Trauerklos, dessen Zeichnungen nun nur noch schwarz sind. Aber es gibt einen Hoffnungsschimmer: die Möglichkeit, dass seine Eltern frei kommen. Die Möglichkeit, dass Du-weißt-schon-wer zurück ist und das Leben der Warringtons zu neuem Glanze führt. Oder?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Geboren als (einziger) Spross einer Reinblut-Familie, erfüllte es seine Eltern Camilla und Theodore Warrington mit großer Freude, einen gesunden Sohn zur Welt gebracht zu haben. Leider hatten sie Schwierigkeiten damit schwanger zu werden – doch ihre Gebete wurden erhört. Da die Warringtons durchaus Geld besaßen fehlte es Cassius in seiner Kind an nichts: er bekam alles, was er brauchte. Alles, was er wollte während auch seine Eltern so viel Zeit und Aufmerksamkeit investierten, wie es ihnen möglich war. <br />
Durchaus schnell darin, neue Dinge zu lernen, interessiert an Büchern oder daran, sich zu bewegen blieb Cassius kein langweiliges Kind. Seine Eltern begannen früh damit, ihn in die Reinblutideologie einzuführen, auch wenn er in diesem zarten Alter all das noch nicht wirklich verstand. Aber es gibt definitiv schlimmeres, als immer wieder gesagt zu bekommen: Du hast reines Blut, du bist etwas Besseres!<br />
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Sein Leben sollte sich jedoch schlagartig ändern, als seine Eltern im August 1982 verhaftet werden: als Teil der Todesser wurden sie verurteilt und nach Askaban geschickt, Cassius blieb zurück. Er drohte in ein magisches Kinderheim zu kommen, doch Damocles und Violet Belby entschlossen den Jungen als Pflegekind aufzunehmen und so musste er nicht ins Heim, sondern fand eine Familie. Natürlich ist auch aller Anfang schwer, es fiel ihm schwer, mit der neuen Situation zurechtzukommen. Im Zuge dessen hatte er auch sein erstes magisches Ereignis, bei dem drei Vasen aus Wut und Trauer dran glauben mussten. Sich zu öffnen, Kontakt zu zulassen – aber es wurde mit der Zeit ein wenig besser, vielleicht auch, weil er den (quasi) Verlust seiner Eltern langsam verarbeitete. Verständnis jedoch fehlte ihm dafür, dass man seine Eltern inhaftierte. Das Verhältnis zu den Belbys wurde also besser – es wurde für ihn zu etwas, was einem „Zuhause“ relativ nahekommt. Vor allem in dieser Zeit zeichnete er viel oder zog sich mit einem Buch zurück.<br />
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Mit 11 Jahren sollte es dann soweit sein: er bekam seine Einladung nach Hogwarts und konnte es kaum erwarten, endlich zur magischen Schule zu gehen. Neue Freunde zu finden, ein neuer Ort, ein neuer Lebensabschnitt und vor allem die Chance, den Namen Warrington mit Stolz zu erfüllen! Auf dem Weg zum Schloss war er unfassbar aufgeregt, der Hut überlegte nicht lange und steckte ihn nach Slytherin. Die Zeit dort war jedoch nicht immer einfach: trotz seines Nachnamens, seines Blutstatus, schwang der Name Belby eben auch mit bei, weshalb er innerhalb der Schule schon versuchte, sich davon zu distanzieren. Cassius bemühte sich von Anfang an in der Schule um gute Noten, wollte das bestmöglichste Ergebnis erzielen. Klappte nicht immer. Aber auch Freunde fand er und in seinem dritten Schuljahr wurde er sogar Teil des Quidditchteams, schien in ihm doch ein Naturtalent zu schlummern. Endlich hatte er also etwas gefunden, worin er richtig gut war. Da gerieten andere Dinge, wie Literatur, mehr in den Hintergrund. Schließlich hing er seine Vorlieben für Bücher und fürs Zeichnen und Malen nicht an die große Glocke, behielt es für sich. War schließlich uncool. Dabei hatte er sich gerade einen guten Ruf gemacht!<br />
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Seine Noten blieben recht gut, Quidditch wurde zu seiner Leidenschaft und scheinbar fiel er auch in der Schule positiv auf, denn man ernannte ihn zum Vertrauensschüler am Anfang der 5. Klasse, was für ihn nur ein noch größerer Ansporn war, noch weiter über sich hinaus zu wachsen. Auch seine ZAG Ergebnisse konnten sich sehen lassen, das Schuljahr war also als erfolgreich zu verbuchen und es ging quasi genauso gut weiter, als er auch den Apparierkurs bestand. Natürlich schrieb er seinen Eltern immer wieder Briefe, in der Hoffnung, sie würden ankommen. Eine Antwort kam nie zurück.<br />
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Sein Leben sollte sich jedoch in den Sommerferien 1995 komplett verändern, als er am 12. Juli mit Freunden etwas feiern war, anlässlich der  bestandenen Apparierprüfung. Irgendwie hat er noch im Ohr, wie sein Pflegevater zu ihm sagte, er sollte lieber Zuhause bleiben, schließlich war Vollmond. Aber ein Teenager, der zu cool für alles war, gerne etwas rebellierte und dachte, ihn könnte nichts etwas anhaben ging natürlich trotzdem los. Der Abend war echt lustig, es floss Alkohol, es wurde gefeiert, gelacht, getanzt – aber danach wurde alles schwarz. Cass weiß noch, dass er nach Hause wollte, zum Apparieren aber zu angetrunken war. Unterwegs griff ihn dann ein Werwolf an, anschließend wachte er erst im St. Mungos wieder auf mit Bisswunden. Ein Werwolf hatte ihn gebissen, an Vollmond, hatte ihn infiziert, sein leben für immer verändert. Nachdem er registriert wurde, wieder auf den Beinen war (zumindest physisch) entließ man ihn, aber fortan war alles anders.<br />
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Denn er würde nicht zurück nach Hogwarts dürfen. Seine Freunde dort nicht mehr treffen, nicht mehr zum Quidditch Training gehen, keinen Unterricht mehr besuchen. Cassius versank in Selbstmitleid, verbrachte die meiste Zeit auf seinem Zimmer, die Tür zugesperrt. Weil er niemanden sehen will. Weil er allen um sich herum die Schuld für seinen Zustand gibt, für sein kaputtes Leben. Ist eben leichter, als die Schuld bei sich selbst zu suchen. Vom charismatischen jungen Mann ist gerade nichts mehr übrig, eher ein Trauerklos, dessen Zeichnungen nun nur noch schwarz sind. Aber es gibt einen Hoffnungsschimmer: die Möglichkeit, dass seine Eltern frei kommen. Die Möglichkeit, dass Du-weißt-schon-wer zurück ist und das Leben der Warringtons zu neuem Glanze führt. Oder?]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Jonah Weaver]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1038</link>
			<pubDate>Fri, 15 May 2026 02:05:42 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=331">Jonah Weaver</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1038</guid>
			<description><![CDATA[<u>Lebenslauf:</u> Jonah Malachi Weaver wurde am 12. April 1948 im Amish Country in Ohio geboren, wobei er 27 Minuten jünger ist als seine Zwillingsschwester Rebekah. Ihre Mutter Miriam Weaver war zu diesem Zeitpunkt erst sechzehn Jahre alt. Die Schwangerschaft selbst galt innerhalb der streng religiösen Gemeinschaft bereits als Skandal, doch der eigentliche Bruch lag im Vater der Kinder: ein junger Schwarzer Mann außerhalb der Amish-Gemeinschaft, zu dem Miriam eine kurze, heimliche Beziehung gehabt hatte. Über ihn wurde später kaum noch gesprochen. Jonah weiß bis heute nur wenig über seinen leiblichen Vater, außer dass dieser vermutlich ebenfalls magisch gewesen sein muss, da sonst weder er noch seine Schwester Zauberkräfte entwickelt hätten. Persönlich spielte der Mann nie eine Rolle in ihrem Leben, dennoch beeinflusste seine Existenz ihre gesamte Zukunft.<br />
<br />
Durch die Schwangerschaft und die Beziehung verlor Miriam innerhalb der Gemeinschaft nahezu jeden sozialen Halt. Um ihren Ruf zumindest teilweise „wiederherzustellen“, wurde sie vergleichsweise schnell an einen deutlich älteren Amish-Mann verheiratet, der bereits verwitwet war. Die Ehe war nie liebevoll, sondern vor allem geprägt von Kontrolle, religiösem Druck und Gewalt. Besonders Rebekah bekam die Spannungen innerhalb der Familie früh zu spüren. Jonah lernte schon als Kind, Situationen aufmerksam zu beobachten, Konflikte früh wahrzunehmen und sich schützend vor andere zu stellen. Viele der Eigenschaften, die ihn später ausmachen sollten: seine Überverantwortlichkeit, sein Bedürfnis nach Kontrolle durch Fürsorge und seine Schwierigkeit, andere Menschen „im Stich zu lassen“, entstanden bereits in dieser Zeit.<br />
<br />
Als die Zwillinge etwa neun Jahre alt waren, gelang Miriam schließlich die Flucht aus ihrer Ehe und der Gemeinschaft. Gemeinsam mit ihren Kindern ging sie nach England und ließ ihr bisheriges Leben vollständig hinter sich. Der Neuanfang in London war jedoch alles andere als einfach. Aus der abgeschotteten, streng religiösen Welt der Amish wurden sie plötzlich in Armut, Unsicherheit und soziale Fremdheit geworfen. Die Familie lebte in einfachen Verhältnissen, zog mehrfach um und bewegte sich dauerhaft am Rand finanzieller Stabilität. Gleichzeitig mussten Jonah und seine Schwester lernen, sich in einer völlig anderen Realität zurechtzufinden. In der Schule galten sie als seltsam, weltfremd und sozial unbeholfen, da sie viele Dinge aus ihrer Kindheit wortwörtlich glaubten und große Teile moderner Alltagskultur nicht kannten.<br />
<br />
Kurz darauf erhielt die Familie überraschend die Hogwarts-Briefe der Zwillinge. Niemand hatte mit Magie gerechnet. Am wenigsten Jonah selbst, der den Brief zunächst für einen schlechten Scherz hielt. Mit Hogwarts begann für ihn dennoch zum ersten Mal ein Ort, an dem er nicht grundsätzlich falsch wirkte. Er wurde Gryffindor zugeteilt, spielte später als Treiber in der Hausmannschaft und fand erstmals echte Freundschaften und ein Gefühl von Zugehörigkeit. Trotz seiner vergleichsweise stillen Art galt er früh als zuverlässig und verantwortungsbewusst. Nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 1963 zog er sich zunächst stark zurück, stabilisierte sich jedoch in den folgenden Jahren wieder und wurde später sogar Vertrauensschüler.<br />
<br />
Währenddessen verschlechterte sich der Zustand seiner Mutter zunehmend. Die Jahre von Gewalt, Armut und sozialer Isolation hatten deutliche Spuren hinterlassen. Miriam entwickelte ein Drogenproblem und verlor immer stärker den Halt im Alltag. Im vierten Schuljahr entschied Jonah erstmals, Weihnachten nicht nach Hause zu fahren und stattdessen in Hogwarts zu bleiben. Wenige Monate später starb seine Mutter. Bis heute trägt Jonah die irrationale, aber tief verwurzelte Überzeugung mit sich, dass ihr Tod vielleicht hätte verhindert werden können, wenn er damals nach Hause gefahren wäre.<br />
Nach dem Tod ihrer Mutter standen Jonah und seine Schwester als Minderjährige zunächst weitgehend ohne familiäre Absicherung in England da. Über Behörden oder schulische Unterlagen wurde schließlich Kontakt zu ihrer Großmutter in den USA aufgenommen, obwohl zwischen Miriam und ihrer Herkunftsfamilie über Jahre hinweg praktisch kein Kontakt mehr bestanden hatte. Die Nachricht wurde innerhalb der Familie nicht mit Mitgefühl aufgenommen. Für Jonahs Großmutter galten Miriam und ihre Kinder weiterhin als lebender Beweis eines Skandals und moralischen Scheiterns.<br />
<br />
Dennoch entschied sie sich schließlich dazu, die Amish-Gemeinschaft vorübergehend zu verlassen und nach England zu gehen, um die Zwillinge bei sich aufzunehmen. Dahinter stand jedoch weniger Zuneigung als vielmehr ihr Pflichtgefühl und die Überzeugung, dass die Kinder nach den „chaotischen“ Jahren bei ihrer Mutter noch zu einem gottgefälligen Leben zurückgeführt werden könnten. Die Vorstellung, dass die beiden dauerhaft unter staatliche Aufsicht geraten oder vollständig außerhalb religiöser Strukturen aufwachsen würden, empfand sie als noch schlimmer.<br />
<br />
Die Tatsache, dass sowohl Jonah als auch seine Schwester magisch waren, belastete das Verhältnis zusätzlich massiv. Jonahs Großmutter deutete ihre Fähigkeiten als etwas Dämonisches oder vom Teufel Gesandtes und reagierte entsprechend mit Scham, religiösem Druck und Schuldzuweisungen. Die Zwillinge wurden regelmäßig zum Beten oder Beichten gedrängt und ihre Magie als sündhaft dargestellt. Gleichzeitig hatte sie selbst große Angst vor allem, was mit der Zaubererwelt zu tun hatte, weshalb sie direkten Kontakt zu erwachsenen Zauberern oder Hogwarts weitgehend vermied. Sie missbilligte die Schule und die Magie der Kinder zutiefst, wagte jedoch nicht, sich offen mit der Zaubererwelt anzulegen oder die Zwillinge aktiv von Hogwarts fernzuhalten.<br />
<br />
Nachdem Jonah und seine Schwester volljährig geworden waren, kehrte ihre Großmutter schließlich in die Amish-Gemeinschaft zurück. Sie versuchte zwar noch, die Zwillinge davon zu überzeugen, mit ihr zurückzugehen und ihr früheres Leben hinter sich zu lassen, scheiterte damit jedoch endgültig.<br />
Nach seinem Schulabschluss arbeitete Jonah zunächst auf eine Laufbahn als Heiler hin und fand schließlich seinen Platz im St. Mungos Hospital. Kurz nach seinem achtzehnten Geburtstag lernte er durch Zufall seine spätere Ehefrau Linda kennen: eine Schauspielerin, in die er sich augenblicklich verliebte. Die Beziehung entwickelte sich schnell zu dem emotionalen Mittelpunkt seines Lebens. Gemeinsam bauten sie sich ein Zuhause in Truro auf, bekamen neun Kinder und führten über viele Jahre hinweg eine enge, liebevolle Ehe. Linda war für Jonah nicht nur seine Partnerin, sondern die große Liebe seines Lebens, sein sicherster emotionaler Ort und der Mensch, mit dem er alt werden wollte.<br />
<br />
Der plötzliche Tod seiner Frau im Jahr 1985 veränderte sein Leben erneut grundlegend. Jonah blieb mit neun Kindern zurück und musste lernen, Familie, Beruf und Trauer gleichzeitig zu tragen. Seitdem definiert sich ein großer Teil seines Lebens über seine Rolle als Vater. Seine Kinder wurden zum Mittelpunkt seines Alltags und gleichzeitig zum wichtigsten Beweis dafür, dass aus seiner eigenen schmerzhaften Vergangenheit dennoch etwas Liebevolles und Beständiges entstehen konnte.<br />
<br />
<br />
<b>Eintrag vom 03.03.1967:</b><br />
Liebes Tagebuch, <br />
Heute Abend hat sie Ja gesagt.<br />
Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel Angst gehabt wie in den Minuten, bevor ich gefragt habe. Nicht einmal bei meinen Prüfungen in Hogwarts. Nicht einmal an meinem ersten Tag in St. Mungo’s. Ich hatte das Gefühl, mein Herz würde mir die Rippen brechen. Und dann hat Linda gelacht. Nicht über mich. Nie auf eine grausame Weise. Sondern dieses warme, helle Lachen, bei dem sie den Kopf leicht nach hinten legt und einen anschaut, als wäre ich das Beste in dieser Welt. Ich glaube wirklich, dass kein Mensch jemals schöner gewesen ist als sie in diesem Moment. Sie hat gesagt, natürlich würde sie mich heiraten. Als wäre das die offensichtlichste Entscheidung der Welt.<br />
Wir haben noch lange zusammen gesessen am offenen Fenster der Feuertreppe. Diese Wohnung im verregneten London... Seit wir hier eingezogen sind, haben wir gesagt, dass wir hier ausziehen müssen. Es ist definitiv zu klein für eine Familie. Aber nun scheint es greifbarer, dass wir all das hier in naher Zukunft hinter uns lassen. Jetzt genieße ich es Linda in meinem Arm zu haben und die kalte nasse Abendluft zu spüren, während wir unseren Rotwein genießen. <br />
Ich habe ihr erzählt, dass ich sie damals nicht „zufällig“ angesprochen habe. Dass ich fast eine Woche lang um dieses verdammte Theater herumgeschlichen bin wie ein Verrückter, nur um herauszufinden, wann sie kommt und geht. Dass ich wusste, welchen Tee sie trinkt, weil ich die Bestellungen im Café beobachtet habe. Ich hatte schon ein wenig Angst, dass sie mich für verrückt erklären würde. Aber wir haben gesagt, wir sind gnadenlos ehrlich zueinander, schließlich werden wir heiraten. <br />
Aber sie hat so sehr gelacht, dass sie geweint hat. Und dann hat sie mich geküsst und gemeint, sie hätte sich damals schon gedacht, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt. "Abgesehen davon, dass ich ein Zauberer bin?" fragte ich sie und sie hat nur noch mehr gelacht. <br />
Ich kann nicht aufhören, auf den Ring an ihrer Hand zu schauen. Meine Verlobte. Das klingt völlig absurd. Manchmal frage ich mich, ob Menschen wie ich überhaupt für so etwas gemacht sind. Für Liebe. Für Glück. Für ein Zuhause, das nicht aus Angst besteht. Ein Teil von mir wartet immer noch darauf, dass jemand auftaucht und sagt, dass ich das alles nicht haben darf. Aber heute Abend war dieser Teil leiser. Vielleicht zum ersten Mal überhaupt.<br />
<br />
<b>Eintrag vom 18.02.1969</b><br />
Liebes Tagebuch,<br />
Linda ist schwanger. Ich schreibe diesen Satz jetzt zum fünften Mal, weil ich immer wieder lachen oder weinen muss, bevor ich fertig bin.<br />
Ich werde Vater. Sie hat es mir heute Morgen gesagt, vollkommen ruhig, während sie in der Küche stand und Tee gemacht hat, als würde sie mir erzählen, dass wir Milch kaufen müssen. Ich glaube, ich habe sie einfach nur angestarrt wie ein Idiot. Sie fragte irgendwann: „Jonah, atmest du noch?“ Und offenbar habe ich tatsächlich vergessen zu antworten.<br />
Dann hat sie angefangen zu weinen. Und ich auch. Ich hatte nie wirklich einen Plan für mein Leben. Nicht im eigentlichen Sinne. Als Kind dachte ich immer nur daran, irgendwie heil erwachsen zu werden. Später wollte ich einfach Heiler werden. Nützlich sein. Niemandem weh tun. Dann traf ich Linda und sie wurde mein Plan. Sie jeden Tag glücklich zu machen und für sie der beste Ehemann zu sein, der ich kann. Und jetzt wird da ein kleiner Mensch sein. Unser kleiner Mensch. Es fühlt sich gleichzeitig wunderschön und furchteinflößend an. Ich habe solche Angst davor, etwas falsch zu machen. Angst davor, meinem Kind dieselben Ängste mitzugeben, mit denen ich selbst aufgewachsen bin. Diese ständige Scham. Das Gefühl, nie gut genug zu sein. Immer falsch. Immer kurz davor, etwas zu verlieren. Aber vielleicht kann man Dinge wirklich anders machen. Vielleicht kann ein Kind aufwachsen, ohne Angst vor seinem eigenen Zuhause zu haben.<br />
Linda meinte heute, unser Kind werde bestimmt meine Augen bekommen. Ich hoffe nicht. Meine Augen sehen ständig aus, als hätte ich seit drei Tagen nicht geschlafen. Ich hoffe, es bekommt ihr Lachen. Gott, ich hoffe wirklich, dass es ihr Lachen bekommt.<br />
<br />
<b>Eintrag vom 10.08.1984</b><br />
Es sind zwei Tage vergangen und ich verstehe immer noch nicht, wie die Welt einfach weitermachen kann. Heute Morgen ging die Sonne auf. Wie kann die Sonne aufgehen, wenn Linda tot ist? Das klingt verrückt. Ich weiß. Aber ich meine es ernst. Irgendetwas hätte doch stehen bleiben müssen. Wenigstens für einen Moment.<br />
Die Kinder brauchen Frühstück. Wäsche muss gemacht werden. Irgendjemand hat gefragt, wo die Schulsachen sind. Ich habe geantwortet. Ich habe Essen gekocht. Ich habe jemanden getröstet. Ich habe funktioniert. Und zwischendurch vergesse ich manchmal für vielleicht drei Sekunden, dass sie tot ist.<br />
Dann trifft es mich wieder wie ein Fluch. Heute habe ich automatisch zwei Tassen Tee gemacht. Ich habe ihre Seite des Bettes angesehen und wirklich erwartet, dass sie dort liegt.<br />
Ein Teil von mir wartet die ganze Zeit darauf, dass sich die Tür öffnet und sie zurückkommt, weil irgendwo ein Fehler passiert sein muss. Ich bin Heiler. Menschen sterben. Ich weiß das. Ich habe Familien diese Nachrichten selbst überbracht. Aber das hier fühlt sich an, als hätte jemand die falsche Person aus der Welt gerissen. Die Kinder versuchen tapfer zu sein. Manche reden viel, Flo und Daisy. Wobei Daisy eher damit beschäftigt ist Flo aufzufangen. Aber sie ist 13. Es sollte nicht ihre Aufgabe sein. Manche gar nicht, Meadow ist so still, dass ich nachsehen muss, ob sie noch da ist. Aber sie ist es. Zusammengerollt in eine Decke liegt sie in ihrem Bett und möchte Niemanden sehen. Ich weiß nicht, ob ich genug bin für sie. Oder für irgendeins meiner Kinder. Ich weiß nicht, wie ich gleichzeitig Vater und Mutter sein soll. Linda konnte Räume heller machen, allein dadurch, dass sie in ihnen stand. Ich kann nur versuchen, alles irgendwie zusammenzuhalten.<br />
Vorhin hat eines Anthea gefragt, ob ich jetzt auch sterbe. Ich glaube, in diesem Moment ist etwas in mir zerbrochen. Ich habe natürlich Nein gesagt. Sofort. Ruhig. Sicher.<br />
Aber die Wahrheit ist, dass sich ein Teil von mir bereits mit ihr begraben anfühlt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<u>Lebenslauf:</u> Jonah Malachi Weaver wurde am 12. April 1948 im Amish Country in Ohio geboren, wobei er 27 Minuten jünger ist als seine Zwillingsschwester Rebekah. Ihre Mutter Miriam Weaver war zu diesem Zeitpunkt erst sechzehn Jahre alt. Die Schwangerschaft selbst galt innerhalb der streng religiösen Gemeinschaft bereits als Skandal, doch der eigentliche Bruch lag im Vater der Kinder: ein junger Schwarzer Mann außerhalb der Amish-Gemeinschaft, zu dem Miriam eine kurze, heimliche Beziehung gehabt hatte. Über ihn wurde später kaum noch gesprochen. Jonah weiß bis heute nur wenig über seinen leiblichen Vater, außer dass dieser vermutlich ebenfalls magisch gewesen sein muss, da sonst weder er noch seine Schwester Zauberkräfte entwickelt hätten. Persönlich spielte der Mann nie eine Rolle in ihrem Leben, dennoch beeinflusste seine Existenz ihre gesamte Zukunft.<br />
<br />
Durch die Schwangerschaft und die Beziehung verlor Miriam innerhalb der Gemeinschaft nahezu jeden sozialen Halt. Um ihren Ruf zumindest teilweise „wiederherzustellen“, wurde sie vergleichsweise schnell an einen deutlich älteren Amish-Mann verheiratet, der bereits verwitwet war. Die Ehe war nie liebevoll, sondern vor allem geprägt von Kontrolle, religiösem Druck und Gewalt. Besonders Rebekah bekam die Spannungen innerhalb der Familie früh zu spüren. Jonah lernte schon als Kind, Situationen aufmerksam zu beobachten, Konflikte früh wahrzunehmen und sich schützend vor andere zu stellen. Viele der Eigenschaften, die ihn später ausmachen sollten: seine Überverantwortlichkeit, sein Bedürfnis nach Kontrolle durch Fürsorge und seine Schwierigkeit, andere Menschen „im Stich zu lassen“, entstanden bereits in dieser Zeit.<br />
<br />
Als die Zwillinge etwa neun Jahre alt waren, gelang Miriam schließlich die Flucht aus ihrer Ehe und der Gemeinschaft. Gemeinsam mit ihren Kindern ging sie nach England und ließ ihr bisheriges Leben vollständig hinter sich. Der Neuanfang in London war jedoch alles andere als einfach. Aus der abgeschotteten, streng religiösen Welt der Amish wurden sie plötzlich in Armut, Unsicherheit und soziale Fremdheit geworfen. Die Familie lebte in einfachen Verhältnissen, zog mehrfach um und bewegte sich dauerhaft am Rand finanzieller Stabilität. Gleichzeitig mussten Jonah und seine Schwester lernen, sich in einer völlig anderen Realität zurechtzufinden. In der Schule galten sie als seltsam, weltfremd und sozial unbeholfen, da sie viele Dinge aus ihrer Kindheit wortwörtlich glaubten und große Teile moderner Alltagskultur nicht kannten.<br />
<br />
Kurz darauf erhielt die Familie überraschend die Hogwarts-Briefe der Zwillinge. Niemand hatte mit Magie gerechnet. Am wenigsten Jonah selbst, der den Brief zunächst für einen schlechten Scherz hielt. Mit Hogwarts begann für ihn dennoch zum ersten Mal ein Ort, an dem er nicht grundsätzlich falsch wirkte. Er wurde Gryffindor zugeteilt, spielte später als Treiber in der Hausmannschaft und fand erstmals echte Freundschaften und ein Gefühl von Zugehörigkeit. Trotz seiner vergleichsweise stillen Art galt er früh als zuverlässig und verantwortungsbewusst. Nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 1963 zog er sich zunächst stark zurück, stabilisierte sich jedoch in den folgenden Jahren wieder und wurde später sogar Vertrauensschüler.<br />
<br />
Währenddessen verschlechterte sich der Zustand seiner Mutter zunehmend. Die Jahre von Gewalt, Armut und sozialer Isolation hatten deutliche Spuren hinterlassen. Miriam entwickelte ein Drogenproblem und verlor immer stärker den Halt im Alltag. Im vierten Schuljahr entschied Jonah erstmals, Weihnachten nicht nach Hause zu fahren und stattdessen in Hogwarts zu bleiben. Wenige Monate später starb seine Mutter. Bis heute trägt Jonah die irrationale, aber tief verwurzelte Überzeugung mit sich, dass ihr Tod vielleicht hätte verhindert werden können, wenn er damals nach Hause gefahren wäre.<br />
Nach dem Tod ihrer Mutter standen Jonah und seine Schwester als Minderjährige zunächst weitgehend ohne familiäre Absicherung in England da. Über Behörden oder schulische Unterlagen wurde schließlich Kontakt zu ihrer Großmutter in den USA aufgenommen, obwohl zwischen Miriam und ihrer Herkunftsfamilie über Jahre hinweg praktisch kein Kontakt mehr bestanden hatte. Die Nachricht wurde innerhalb der Familie nicht mit Mitgefühl aufgenommen. Für Jonahs Großmutter galten Miriam und ihre Kinder weiterhin als lebender Beweis eines Skandals und moralischen Scheiterns.<br />
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Dennoch entschied sie sich schließlich dazu, die Amish-Gemeinschaft vorübergehend zu verlassen und nach England zu gehen, um die Zwillinge bei sich aufzunehmen. Dahinter stand jedoch weniger Zuneigung als vielmehr ihr Pflichtgefühl und die Überzeugung, dass die Kinder nach den „chaotischen“ Jahren bei ihrer Mutter noch zu einem gottgefälligen Leben zurückgeführt werden könnten. Die Vorstellung, dass die beiden dauerhaft unter staatliche Aufsicht geraten oder vollständig außerhalb religiöser Strukturen aufwachsen würden, empfand sie als noch schlimmer.<br />
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Die Tatsache, dass sowohl Jonah als auch seine Schwester magisch waren, belastete das Verhältnis zusätzlich massiv. Jonahs Großmutter deutete ihre Fähigkeiten als etwas Dämonisches oder vom Teufel Gesandtes und reagierte entsprechend mit Scham, religiösem Druck und Schuldzuweisungen. Die Zwillinge wurden regelmäßig zum Beten oder Beichten gedrängt und ihre Magie als sündhaft dargestellt. Gleichzeitig hatte sie selbst große Angst vor allem, was mit der Zaubererwelt zu tun hatte, weshalb sie direkten Kontakt zu erwachsenen Zauberern oder Hogwarts weitgehend vermied. Sie missbilligte die Schule und die Magie der Kinder zutiefst, wagte jedoch nicht, sich offen mit der Zaubererwelt anzulegen oder die Zwillinge aktiv von Hogwarts fernzuhalten.<br />
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Nachdem Jonah und seine Schwester volljährig geworden waren, kehrte ihre Großmutter schließlich in die Amish-Gemeinschaft zurück. Sie versuchte zwar noch, die Zwillinge davon zu überzeugen, mit ihr zurückzugehen und ihr früheres Leben hinter sich zu lassen, scheiterte damit jedoch endgültig.<br />
Nach seinem Schulabschluss arbeitete Jonah zunächst auf eine Laufbahn als Heiler hin und fand schließlich seinen Platz im St. Mungos Hospital. Kurz nach seinem achtzehnten Geburtstag lernte er durch Zufall seine spätere Ehefrau Linda kennen: eine Schauspielerin, in die er sich augenblicklich verliebte. Die Beziehung entwickelte sich schnell zu dem emotionalen Mittelpunkt seines Lebens. Gemeinsam bauten sie sich ein Zuhause in Truro auf, bekamen neun Kinder und führten über viele Jahre hinweg eine enge, liebevolle Ehe. Linda war für Jonah nicht nur seine Partnerin, sondern die große Liebe seines Lebens, sein sicherster emotionaler Ort und der Mensch, mit dem er alt werden wollte.<br />
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Der plötzliche Tod seiner Frau im Jahr 1985 veränderte sein Leben erneut grundlegend. Jonah blieb mit neun Kindern zurück und musste lernen, Familie, Beruf und Trauer gleichzeitig zu tragen. Seitdem definiert sich ein großer Teil seines Lebens über seine Rolle als Vater. Seine Kinder wurden zum Mittelpunkt seines Alltags und gleichzeitig zum wichtigsten Beweis dafür, dass aus seiner eigenen schmerzhaften Vergangenheit dennoch etwas Liebevolles und Beständiges entstehen konnte.<br />
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<b>Eintrag vom 03.03.1967:</b><br />
Liebes Tagebuch, <br />
Heute Abend hat sie Ja gesagt.<br />
Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel Angst gehabt wie in den Minuten, bevor ich gefragt habe. Nicht einmal bei meinen Prüfungen in Hogwarts. Nicht einmal an meinem ersten Tag in St. Mungo’s. Ich hatte das Gefühl, mein Herz würde mir die Rippen brechen. Und dann hat Linda gelacht. Nicht über mich. Nie auf eine grausame Weise. Sondern dieses warme, helle Lachen, bei dem sie den Kopf leicht nach hinten legt und einen anschaut, als wäre ich das Beste in dieser Welt. Ich glaube wirklich, dass kein Mensch jemals schöner gewesen ist als sie in diesem Moment. Sie hat gesagt, natürlich würde sie mich heiraten. Als wäre das die offensichtlichste Entscheidung der Welt.<br />
Wir haben noch lange zusammen gesessen am offenen Fenster der Feuertreppe. Diese Wohnung im verregneten London... Seit wir hier eingezogen sind, haben wir gesagt, dass wir hier ausziehen müssen. Es ist definitiv zu klein für eine Familie. Aber nun scheint es greifbarer, dass wir all das hier in naher Zukunft hinter uns lassen. Jetzt genieße ich es Linda in meinem Arm zu haben und die kalte nasse Abendluft zu spüren, während wir unseren Rotwein genießen. <br />
Ich habe ihr erzählt, dass ich sie damals nicht „zufällig“ angesprochen habe. Dass ich fast eine Woche lang um dieses verdammte Theater herumgeschlichen bin wie ein Verrückter, nur um herauszufinden, wann sie kommt und geht. Dass ich wusste, welchen Tee sie trinkt, weil ich die Bestellungen im Café beobachtet habe. Ich hatte schon ein wenig Angst, dass sie mich für verrückt erklären würde. Aber wir haben gesagt, wir sind gnadenlos ehrlich zueinander, schließlich werden wir heiraten. <br />
Aber sie hat so sehr gelacht, dass sie geweint hat. Und dann hat sie mich geküsst und gemeint, sie hätte sich damals schon gedacht, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt. "Abgesehen davon, dass ich ein Zauberer bin?" fragte ich sie und sie hat nur noch mehr gelacht. <br />
Ich kann nicht aufhören, auf den Ring an ihrer Hand zu schauen. Meine Verlobte. Das klingt völlig absurd. Manchmal frage ich mich, ob Menschen wie ich überhaupt für so etwas gemacht sind. Für Liebe. Für Glück. Für ein Zuhause, das nicht aus Angst besteht. Ein Teil von mir wartet immer noch darauf, dass jemand auftaucht und sagt, dass ich das alles nicht haben darf. Aber heute Abend war dieser Teil leiser. Vielleicht zum ersten Mal überhaupt.<br />
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<b>Eintrag vom 18.02.1969</b><br />
Liebes Tagebuch,<br />
Linda ist schwanger. Ich schreibe diesen Satz jetzt zum fünften Mal, weil ich immer wieder lachen oder weinen muss, bevor ich fertig bin.<br />
Ich werde Vater. Sie hat es mir heute Morgen gesagt, vollkommen ruhig, während sie in der Küche stand und Tee gemacht hat, als würde sie mir erzählen, dass wir Milch kaufen müssen. Ich glaube, ich habe sie einfach nur angestarrt wie ein Idiot. Sie fragte irgendwann: „Jonah, atmest du noch?“ Und offenbar habe ich tatsächlich vergessen zu antworten.<br />
Dann hat sie angefangen zu weinen. Und ich auch. Ich hatte nie wirklich einen Plan für mein Leben. Nicht im eigentlichen Sinne. Als Kind dachte ich immer nur daran, irgendwie heil erwachsen zu werden. Später wollte ich einfach Heiler werden. Nützlich sein. Niemandem weh tun. Dann traf ich Linda und sie wurde mein Plan. Sie jeden Tag glücklich zu machen und für sie der beste Ehemann zu sein, der ich kann. Und jetzt wird da ein kleiner Mensch sein. Unser kleiner Mensch. Es fühlt sich gleichzeitig wunderschön und furchteinflößend an. Ich habe solche Angst davor, etwas falsch zu machen. Angst davor, meinem Kind dieselben Ängste mitzugeben, mit denen ich selbst aufgewachsen bin. Diese ständige Scham. Das Gefühl, nie gut genug zu sein. Immer falsch. Immer kurz davor, etwas zu verlieren. Aber vielleicht kann man Dinge wirklich anders machen. Vielleicht kann ein Kind aufwachsen, ohne Angst vor seinem eigenen Zuhause zu haben.<br />
Linda meinte heute, unser Kind werde bestimmt meine Augen bekommen. Ich hoffe nicht. Meine Augen sehen ständig aus, als hätte ich seit drei Tagen nicht geschlafen. Ich hoffe, es bekommt ihr Lachen. Gott, ich hoffe wirklich, dass es ihr Lachen bekommt.<br />
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<b>Eintrag vom 10.08.1984</b><br />
Es sind zwei Tage vergangen und ich verstehe immer noch nicht, wie die Welt einfach weitermachen kann. Heute Morgen ging die Sonne auf. Wie kann die Sonne aufgehen, wenn Linda tot ist? Das klingt verrückt. Ich weiß. Aber ich meine es ernst. Irgendetwas hätte doch stehen bleiben müssen. Wenigstens für einen Moment.<br />
Die Kinder brauchen Frühstück. Wäsche muss gemacht werden. Irgendjemand hat gefragt, wo die Schulsachen sind. Ich habe geantwortet. Ich habe Essen gekocht. Ich habe jemanden getröstet. Ich habe funktioniert. Und zwischendurch vergesse ich manchmal für vielleicht drei Sekunden, dass sie tot ist.<br />
Dann trifft es mich wieder wie ein Fluch. Heute habe ich automatisch zwei Tassen Tee gemacht. Ich habe ihre Seite des Bettes angesehen und wirklich erwartet, dass sie dort liegt.<br />
Ein Teil von mir wartet die ganze Zeit darauf, dass sich die Tür öffnet und sie zurückkommt, weil irgendwo ein Fehler passiert sein muss. Ich bin Heiler. Menschen sterben. Ich weiß das. Ich habe Familien diese Nachrichten selbst überbracht. Aber das hier fühlt sich an, als hätte jemand die falsche Person aus der Welt gerissen. Die Kinder versuchen tapfer zu sein. Manche reden viel, Flo und Daisy. Wobei Daisy eher damit beschäftigt ist Flo aufzufangen. Aber sie ist 13. Es sollte nicht ihre Aufgabe sein. Manche gar nicht, Meadow ist so still, dass ich nachsehen muss, ob sie noch da ist. Aber sie ist es. Zusammengerollt in eine Decke liegt sie in ihrem Bett und möchte Niemanden sehen. Ich weiß nicht, ob ich genug bin für sie. Oder für irgendeins meiner Kinder. Ich weiß nicht, wie ich gleichzeitig Vater und Mutter sein soll. Linda konnte Räume heller machen, allein dadurch, dass sie in ihnen stand. Ich kann nur versuchen, alles irgendwie zusammenzuhalten.<br />
Vorhin hat eines Anthea gefragt, ob ich jetzt auch sterbe. Ich glaube, in diesem Moment ist etwas in mir zerbrochen. Ich habe natürlich Nein gesagt. Sofort. Ruhig. Sicher.<br />
Aber die Wahrheit ist, dass sich ein Teil von mir bereits mit ihr begraben anfühlt.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Remington Nereas]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1032</link>
			<pubDate>Fri, 08 May 2026 20:57:44 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=330">Remington Nereas</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1032</guid>
			<description><![CDATA[<b>Name</b>: Remington Themis Nereas<br />
<b>Geburtsdatum</b>: 12.08.1967<br />
<b>Geburtsort</b>: Valedon<br />
<b>Blutstatus</b>: Halbblut<br />
<b>Nationalität</b>: valedonisch<br />
<br />
Rem ist der Sohn des damaligen Königs Cassander von Valedon und dessen Ehefrau Lorna. Kurz nach Rems Geburt kommt es innerhalb der valedonischen Monarchie zu einer politischen Intrige durch Cassanders jüngere Schwester Juliana. Durch manipulierte Beweise und Gerüchte gelingt es ihr, Cassanders Legitimität als Thronfolger öffentlich anzuzweifeln. Der Königshof wendet sich gegen ihn; Juliana übernimmt schließlich den Thron. Die Familie flieht ins Exil nach Äthiopien. Rem wächst dadurch ohne direkten Bezug zu seiner Heimat, unter politischen Spannungen, sowie zwischen magischer und nichtmagischer Gesellschaft auf. Seine Mutter bleibt währenddessen Rems wichtigste emotionale Bezugsperson. Die Beziehung zu seinem Vater wird zunehmend belastet. Cassander zerbricht innerlich am Verlust seiner Identität und projiziert einen Teil seiner Verbitterung unterschwellig auf seinen Sohn. Trotzdem vermittelt Cassander ihm weiterhin. politische Bildung, Geschichte, Pflichtgefühl, philosophische Grundsätze, sowie die traditionellen Werte Valedons. Zentral ist dabei auch die Staatsreligion, Themisum.<br />
<br />
<b>Valedon & Themisum</b><br />
In Valedon ist die Verehrung von Themis kein reiner Glaube im Sinne persönlicher Spiritualität, sondern ein tief in Staat, Recht und Alltagsleben verwobenes ethisches System. Themis steht dort für das Gleichgewicht aller Dinge: für Wahrheit, Verantwortung, Maß und die unausweichlichen Konsequenzen menschlicher Entscheidungen. Sie ist keine barmherzige oder tröstende Gottheit, sondern eine unbestechliche Instanz, die jedes Handeln wie auf einer kosmischen Waage abwägt. In ihrem Verständnis existiert keine Tat ohne Gewicht und keine Entscheidung ohne Auswirkung auf das Gleichgewicht der Welt. Viele Eltern geben den Namen der Göttin ihren Kindern, so auch Rems Eltern. Dieser Glaube prägt die valedonische Gesellschaft stark. Wahrheit gilt als höchstes Gut, nicht im Sinne absoluter Offenheit, sondern als moralische Pflicht zur Ehrlichkeit gegenüber sich selbst, dem Gesetz und der Gemeinschaft. Selbsttäuschung oder bewusste Verzerrung der Realität werden als gefährliche Störung des Gleichgewichts betrachtet. Ebenso zentral ist das Prinzip der Verantwortung: Niemand kann sich dauerhaft hinter Schicksal oder Umständen verstecken, denn jede Person trägt Anteil an der Ordnung oder dem Ungleichgewicht der Welt. Diese Denkweise führt dazu, dass auch politische und soziale Strukturen stark formalisiert und ritualisiert sind. Macht ist in Valedon immer an Pflicht gebunden, nicht an Privileg.<br />
Der Glauben zeigt sich im Alltag durch eine Vielzahl von Ritualen und gesellschaftlichen Praktiken. Besonders verbreitet ist das sogenannte „Wiegen“, ein feierliches Ritual vor wichtigen Entscheidungen, Verträgen oder Schwüren. Dabei sprechen alle Beteiligten ihre Absichten in einer klaren, öffentlich bezeugten Form aus, oft begleitet von symbolischen Gegenständen wie einer Waage oder einer Kerzenflamme, die für Wahrheit und Urteil stehen. Lügen während eines solchen Rituals gelten nicht nur als moralischer, sondern als beinahe sakraler Bruch. Ein weiteres zentrales Element sind die „Drei Tage der stillen Spiegel“, ein jährliches Ritual der Selbstprüfung. In dieser Zeit ziehen sich Gläubige vollständig zurück, Hexen & Zauberer verzichten auf Magie, soziale Kontakte & Ablenkungen und stellen sich bewusst ihren eigenen Fehlern, Motiven und inneren Konflikten. Ziel ist nicht Schuldgefühl, sondern die ehrliche Konfrontation mit dem eigenen Ungleichgewicht. Für viele ist dies das emotional anspruchsvollste Ritual des Jahres. Insgesamt ist der Themis-Glaube in Valedon weniger eine Religion im klassischen Sinn als vielmehr ein umfassendes Weltverständnis. Er bestimmt, wie Menschen sprechen, urteilen, lieben, herrschen und scheitern. Gerade deshalb ist der Bruch dieses Systems - wie im Fall politischer Intrigen oder verlorener Legitimität - nicht nur ein politischer Umsturz, sondern immer auch ein tiefgreifender Riss im moralischen Fundament der gesamten Gesellschaft.<br />
<br />
<b>Schule & Jugend</b><br />
Als Rem mit elf Jahren an der Uagadou aufgenommen wird, verschiebt sich sein Leben erneut. Dort findet er keine „Flucht“, sondern eine andere Form von Struktur. Die Schule zwingt ihn nicht nur zur Kontrolle seiner Magie, sondern auch zur Kontrolle seiner selbst. Seine Begabung zeigt sich schnell: strategisches Denken, starke defensive Magie, ungewöhnliche Sensibilität für magische Systeme und eine fast instinktive Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu durchdringen. Gleichzeitig bleibt er emotional schwer greifbar. Er ist präsent, aber nie vollständig zugänglich. In seiner Jugend entsteht ein Muster, das sein späteres Leben prägen wird: Nähe zieht ihn an, aber sie verunsichert ihn. Er kann Menschen schnell für sich gewinnen, durch Humor, Intelligenz und eine gewisse ruhige Intensität, doch echte Bindung baut er langsam und vorsichtig auf. Vertrauen ist für ihn kein Zustand, sondern eine Entscheidung, die er immer wieder überprüft. Und sobald er das Gefühl hat, dass dieses Vertrauen nicht stabil ist, zieht er sich zurück - nicht unbedingt laut oder dramatisch, sondern endgültig und leise.<br />
Ab dem Jahr 1986 beginnt für Rem eine Phase, die weniger wie ein klarer Lebensentwurf wirkt, sondern wie ein langsames Herantasten an eine Rolle, die er selbst noch nicht benennen kann. Nach dem erweiterten Schuljahr an der Uagadou und dem Erwerb solider Zusatzqualifikationen in Alchemie, Wandlungs- und Formmagie sowie magischer Philosophie verlässt er die strukturierte Welt der Schule ohne unmittelbare berufliche Festlegung. Trotz seiner akademischen Stärke fehlt ihm in dieser Zeit ein stabiler Ort, an dem sich Identität und Richtung miteinander verbinden lassen. Zwischen 1986 und Anfang der 1990er Jahre findet Rem diesen Ort in der praktischen Arbeit einer alchemistischen Gruppierung in Äthiopien, wo er ab dem 01.09.1986 als Assistenz tätig ist. Diese Tätigkeit führt ihn weg von theoretischer Ausbildung hin zu einer deutlich roheren Realität der Magie: instabile Substanzen, gefährliche Transformationen, experimentelle Prozesse und ein Umfeld, in dem Wissen oft genauso wertvoll ist wie Diskretion. Rem entwickelt sich dort nicht nur fachlich weiter, sondern auch in seiner Haltung zur Magie selbst. Alchemie wird für ihn weniger ein akademisches Feld als vielmehr ein System von Konsequenzen, in dem jede Veränderung einen Preis hat. Parallel dazu arbeitet er ab dem 15.04.1990 als Übersetzer, eine Tätigkeit, die ihn in Kontakt mit internationalen magischen Netzwerken bringt und seine Fähigkeit stärkt, komplexe Systeme, Sprachen und Bedeutungen zu vermitteln. Diese doppelte Belastung aus praktischer alchemistischer Arbeit und sprachlich-intellektueller Vermittlung prägt seine frühen Erwachsenenjahre stark. Bis zum 02.08.1995 bleibt er in dieser Übersetzerrolle aktiv und bewegt sich zunehmend zwischen verschiedenen kulturellen und magischen Kontexten.<br />
In dieser Zeit verdichtet sich auch seine innere Entwicklung. Die Erfahrungen aus Exil, Familie und beruflicher Unsicherheit formen eine Persönlichkeit, die nach Struktur sucht, diese aber nur in kontrollierten, oft selbstgewählten Umgebungen akzeptieren kann. Alchemie bleibt dabei sein zentraler Bezugspunkt. Nicht nur als Wissenschaft, sondern als philosophisches Modell für Veränderung, Identität und moralisches Gleichgewicht. Gleichzeitig verstärkt sich sein Bewusstsein für Verantwortung und Konsequenz, geprägt sowohl durch seine Herkunft als auch durch den Glauben an Themis, der in seinem Denken als unausgesprochener Maßstab präsent bleibt.<br />
<br />
<b>Umzug nach England; Lehrstelle in Hogwarts</b><br />
Nach Cassanders Tod (Ende) 1994 beschloss Lorna, die ursprünglich aus Großbritannien stammte, gemeinsam mit Rem nach England zurückzukehren. Eine wichtige Rolle spielte dabei ihre langjährige Freundin Andromeda Tonks, die durch ihre Kontakte nach Hogwarts maßgeblich dazu beitrug, dass Rem dort schließlich eine Stelle als Lehrer für Alchemie erhielt.<br />
Am 01.09.1995 beginnt demnach ein neuer Abschnitt seines Lebens: Rem wird Lehrer für Alchemie an der Hogwarts und übernimmt die Leitung der AG Reiten. Als Lehrer tritt Rem nicht als klassischer Akademiker auf, sondern als jemand, dessen Verständnis von Alchemie aus realen Risiken, kulturellen Brüchen und persönlicher Erfahrung gespeist ist. Seine Unterrichtsweise ist geprägt von Klarheit, Anspruch und einer gewissen Unnachgiebigkeit gegenüber oberflächlichem Verständnis. Gleichzeitig bleibt er eine komplexe Persönlichkeit: diszipliniert im Außen, aber innerlich weiterhin von Fragen nach Herkunft, Legitimität und Gleichgewicht bewegt. Der Lehrberuf wird für ihn damit nicht nur eine Position, sondern auch ein fortgesetzter Versuch, Ordnung in etwas zu bringen, das sich in seinem eigenen Leben nie vollständig stabilisiert hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Name</b>: Remington Themis Nereas<br />
<b>Geburtsdatum</b>: 12.08.1967<br />
<b>Geburtsort</b>: Valedon<br />
<b>Blutstatus</b>: Halbblut<br />
<b>Nationalität</b>: valedonisch<br />
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Rem ist der Sohn des damaligen Königs Cassander von Valedon und dessen Ehefrau Lorna. Kurz nach Rems Geburt kommt es innerhalb der valedonischen Monarchie zu einer politischen Intrige durch Cassanders jüngere Schwester Juliana. Durch manipulierte Beweise und Gerüchte gelingt es ihr, Cassanders Legitimität als Thronfolger öffentlich anzuzweifeln. Der Königshof wendet sich gegen ihn; Juliana übernimmt schließlich den Thron. Die Familie flieht ins Exil nach Äthiopien. Rem wächst dadurch ohne direkten Bezug zu seiner Heimat, unter politischen Spannungen, sowie zwischen magischer und nichtmagischer Gesellschaft auf. Seine Mutter bleibt währenddessen Rems wichtigste emotionale Bezugsperson. Die Beziehung zu seinem Vater wird zunehmend belastet. Cassander zerbricht innerlich am Verlust seiner Identität und projiziert einen Teil seiner Verbitterung unterschwellig auf seinen Sohn. Trotzdem vermittelt Cassander ihm weiterhin. politische Bildung, Geschichte, Pflichtgefühl, philosophische Grundsätze, sowie die traditionellen Werte Valedons. Zentral ist dabei auch die Staatsreligion, Themisum.<br />
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<b>Valedon & Themisum</b><br />
In Valedon ist die Verehrung von Themis kein reiner Glaube im Sinne persönlicher Spiritualität, sondern ein tief in Staat, Recht und Alltagsleben verwobenes ethisches System. Themis steht dort für das Gleichgewicht aller Dinge: für Wahrheit, Verantwortung, Maß und die unausweichlichen Konsequenzen menschlicher Entscheidungen. Sie ist keine barmherzige oder tröstende Gottheit, sondern eine unbestechliche Instanz, die jedes Handeln wie auf einer kosmischen Waage abwägt. In ihrem Verständnis existiert keine Tat ohne Gewicht und keine Entscheidung ohne Auswirkung auf das Gleichgewicht der Welt. Viele Eltern geben den Namen der Göttin ihren Kindern, so auch Rems Eltern. Dieser Glaube prägt die valedonische Gesellschaft stark. Wahrheit gilt als höchstes Gut, nicht im Sinne absoluter Offenheit, sondern als moralische Pflicht zur Ehrlichkeit gegenüber sich selbst, dem Gesetz und der Gemeinschaft. Selbsttäuschung oder bewusste Verzerrung der Realität werden als gefährliche Störung des Gleichgewichts betrachtet. Ebenso zentral ist das Prinzip der Verantwortung: Niemand kann sich dauerhaft hinter Schicksal oder Umständen verstecken, denn jede Person trägt Anteil an der Ordnung oder dem Ungleichgewicht der Welt. Diese Denkweise führt dazu, dass auch politische und soziale Strukturen stark formalisiert und ritualisiert sind. Macht ist in Valedon immer an Pflicht gebunden, nicht an Privileg.<br />
Der Glauben zeigt sich im Alltag durch eine Vielzahl von Ritualen und gesellschaftlichen Praktiken. Besonders verbreitet ist das sogenannte „Wiegen“, ein feierliches Ritual vor wichtigen Entscheidungen, Verträgen oder Schwüren. Dabei sprechen alle Beteiligten ihre Absichten in einer klaren, öffentlich bezeugten Form aus, oft begleitet von symbolischen Gegenständen wie einer Waage oder einer Kerzenflamme, die für Wahrheit und Urteil stehen. Lügen während eines solchen Rituals gelten nicht nur als moralischer, sondern als beinahe sakraler Bruch. Ein weiteres zentrales Element sind die „Drei Tage der stillen Spiegel“, ein jährliches Ritual der Selbstprüfung. In dieser Zeit ziehen sich Gläubige vollständig zurück, Hexen & Zauberer verzichten auf Magie, soziale Kontakte & Ablenkungen und stellen sich bewusst ihren eigenen Fehlern, Motiven und inneren Konflikten. Ziel ist nicht Schuldgefühl, sondern die ehrliche Konfrontation mit dem eigenen Ungleichgewicht. Für viele ist dies das emotional anspruchsvollste Ritual des Jahres. Insgesamt ist der Themis-Glaube in Valedon weniger eine Religion im klassischen Sinn als vielmehr ein umfassendes Weltverständnis. Er bestimmt, wie Menschen sprechen, urteilen, lieben, herrschen und scheitern. Gerade deshalb ist der Bruch dieses Systems - wie im Fall politischer Intrigen oder verlorener Legitimität - nicht nur ein politischer Umsturz, sondern immer auch ein tiefgreifender Riss im moralischen Fundament der gesamten Gesellschaft.<br />
<br />
<b>Schule & Jugend</b><br />
Als Rem mit elf Jahren an der Uagadou aufgenommen wird, verschiebt sich sein Leben erneut. Dort findet er keine „Flucht“, sondern eine andere Form von Struktur. Die Schule zwingt ihn nicht nur zur Kontrolle seiner Magie, sondern auch zur Kontrolle seiner selbst. Seine Begabung zeigt sich schnell: strategisches Denken, starke defensive Magie, ungewöhnliche Sensibilität für magische Systeme und eine fast instinktive Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu durchdringen. Gleichzeitig bleibt er emotional schwer greifbar. Er ist präsent, aber nie vollständig zugänglich. In seiner Jugend entsteht ein Muster, das sein späteres Leben prägen wird: Nähe zieht ihn an, aber sie verunsichert ihn. Er kann Menschen schnell für sich gewinnen, durch Humor, Intelligenz und eine gewisse ruhige Intensität, doch echte Bindung baut er langsam und vorsichtig auf. Vertrauen ist für ihn kein Zustand, sondern eine Entscheidung, die er immer wieder überprüft. Und sobald er das Gefühl hat, dass dieses Vertrauen nicht stabil ist, zieht er sich zurück - nicht unbedingt laut oder dramatisch, sondern endgültig und leise.<br />
Ab dem Jahr 1986 beginnt für Rem eine Phase, die weniger wie ein klarer Lebensentwurf wirkt, sondern wie ein langsames Herantasten an eine Rolle, die er selbst noch nicht benennen kann. Nach dem erweiterten Schuljahr an der Uagadou und dem Erwerb solider Zusatzqualifikationen in Alchemie, Wandlungs- und Formmagie sowie magischer Philosophie verlässt er die strukturierte Welt der Schule ohne unmittelbare berufliche Festlegung. Trotz seiner akademischen Stärke fehlt ihm in dieser Zeit ein stabiler Ort, an dem sich Identität und Richtung miteinander verbinden lassen. Zwischen 1986 und Anfang der 1990er Jahre findet Rem diesen Ort in der praktischen Arbeit einer alchemistischen Gruppierung in Äthiopien, wo er ab dem 01.09.1986 als Assistenz tätig ist. Diese Tätigkeit führt ihn weg von theoretischer Ausbildung hin zu einer deutlich roheren Realität der Magie: instabile Substanzen, gefährliche Transformationen, experimentelle Prozesse und ein Umfeld, in dem Wissen oft genauso wertvoll ist wie Diskretion. Rem entwickelt sich dort nicht nur fachlich weiter, sondern auch in seiner Haltung zur Magie selbst. Alchemie wird für ihn weniger ein akademisches Feld als vielmehr ein System von Konsequenzen, in dem jede Veränderung einen Preis hat. Parallel dazu arbeitet er ab dem 15.04.1990 als Übersetzer, eine Tätigkeit, die ihn in Kontakt mit internationalen magischen Netzwerken bringt und seine Fähigkeit stärkt, komplexe Systeme, Sprachen und Bedeutungen zu vermitteln. Diese doppelte Belastung aus praktischer alchemistischer Arbeit und sprachlich-intellektueller Vermittlung prägt seine frühen Erwachsenenjahre stark. Bis zum 02.08.1995 bleibt er in dieser Übersetzerrolle aktiv und bewegt sich zunehmend zwischen verschiedenen kulturellen und magischen Kontexten.<br />
In dieser Zeit verdichtet sich auch seine innere Entwicklung. Die Erfahrungen aus Exil, Familie und beruflicher Unsicherheit formen eine Persönlichkeit, die nach Struktur sucht, diese aber nur in kontrollierten, oft selbstgewählten Umgebungen akzeptieren kann. Alchemie bleibt dabei sein zentraler Bezugspunkt. Nicht nur als Wissenschaft, sondern als philosophisches Modell für Veränderung, Identität und moralisches Gleichgewicht. Gleichzeitig verstärkt sich sein Bewusstsein für Verantwortung und Konsequenz, geprägt sowohl durch seine Herkunft als auch durch den Glauben an Themis, der in seinem Denken als unausgesprochener Maßstab präsent bleibt.<br />
<br />
<b>Umzug nach England; Lehrstelle in Hogwarts</b><br />
Nach Cassanders Tod (Ende) 1994 beschloss Lorna, die ursprünglich aus Großbritannien stammte, gemeinsam mit Rem nach England zurückzukehren. Eine wichtige Rolle spielte dabei ihre langjährige Freundin Andromeda Tonks, die durch ihre Kontakte nach Hogwarts maßgeblich dazu beitrug, dass Rem dort schließlich eine Stelle als Lehrer für Alchemie erhielt.<br />
Am 01.09.1995 beginnt demnach ein neuer Abschnitt seines Lebens: Rem wird Lehrer für Alchemie an der Hogwarts und übernimmt die Leitung der AG Reiten. Als Lehrer tritt Rem nicht als klassischer Akademiker auf, sondern als jemand, dessen Verständnis von Alchemie aus realen Risiken, kulturellen Brüchen und persönlicher Erfahrung gespeist ist. Seine Unterrichtsweise ist geprägt von Klarheit, Anspruch und einer gewissen Unnachgiebigkeit gegenüber oberflächlichem Verständnis. Gleichzeitig bleibt er eine komplexe Persönlichkeit: diszipliniert im Außen, aber innerlich weiterhin von Fragen nach Herkunft, Legitimität und Gleichgewicht bewegt. Der Lehrberuf wird für ihn damit nicht nur eine Position, sondern auch ein fortgesetzter Versuch, Ordnung in etwas zu bringen, das sich in seinem eigenen Leben nie vollständig stabilisiert hat.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ophelia Fawley]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1026</link>
			<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 20:36:20 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=327">Ophelia Fawley</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<i>Du kannst doch nicht… das funktioniert doch nicht…</i> Hoffnung spiegelte sich in ihren Augen wider, als sie vor dem Gebäude stand und sich fragte, was sie hier eigentlich machte. Vielleicht war es die Hoffnung, die sie in den Tod treiben würde. Vielleicht würde sie dieses Gebäude nie wieder verlassen? Doch was hielt einen davon ab, wenn man alles um sich herum verloren hatte und man nur noch alleine durch die Welt streifte in der Hoffnung, dass jemand einem gegenüberstand, der keine Angst vor einem hatte, weil man sich bei Vollmond in einen Werwolf verwandelte. Ein Leben, was sie nicht steuern konnte und was durch einen Himmelskörper fremdbestimmt wurde. Ihr ging es miserabel. Was hatte sie also zu verlieren? Was konnte schon passieren? Nichts? Der Tod? Oder vielleicht eine Rettung? Es wurde nicht laut darüber gesprochen, was hier drin passierte, aber es gab Gerüchte und diese wollte sie auf den Grund gehen. Die Hoffnung trieb sie weiter nach vorne. Zu jedem Zeitpunkt. <br />
<br />
Es kam vom einen zum anderen. Man hatte sich ausgetauscht und Ophelia hatte letztlich eingewilligt an den Experimenten teilzunehmen in der Hoffnung, dass es funktionierte und sie geheilt wurde. Ein Ziel, welches so verlockend war und wo sie wusste, wie viel Leid es ihr auch bringen konnte. Die Tage zogen sich zu Wochen. Zu Monaten. Zu Jahre. Jeden Trank, den sie zu sich nahm bewirkte nicht die gewünschte Lösung, sondern bedeutete oftmals für sie mehr Schmerz, als sie es sich wünschte. Doch sie machte keinen Rückzieher. Sie war nicht den Weg weg, den sie nun auf sich genommen hatte in der Hoffnung, dass man vielleicht doch eine Heilung für dieses Problem fand. Doch je mehr Zeit verging und je mehr Werwölfe um sie herum starben, desto kleiner und fragiler wurde ihre Hoffnung. Was, wenn es doch nicht klappte? Wenn die Hoffnung sie auf den falschen Weg gebracht hatte? Jeder Tag der verging fühlte sich schmerzhafter an. Die Albträume wurden mehr, die Schlafparalyse war präsenter als vorher. Und der Vollmond…<br />
<br />
Und dann, an jenem Tag, gab es keine Verwandlung bei Vollmond. Die Schmerzen und der Instinkt blieben aus. Ein Tag zuvor hatte sie wieder einen Trank zu sich genommen. Er hatte sich anders angefühlt als die anderen zuvor. Vielleicht war es Glück gewesen. Schicksal. Ophelia wusste es nicht. Was sie allerdings wusste war, dass sie sich nicht in ein Monster verwandelte. Sie war geheilt worden. Man beobachtete es noch im nächsten Monat, doch auch da war keine Verwandlung zu sehen. Und damit war es offiziell. Ein Erfolg. Etwas Besonderes. Sie stand von jetzt auf gleich im Mittelpunkt. Ophelia wusste nicht einmal, was sie in diesem Moment denken sollte, als man ihr die Nachricht übermittelt hatte, immerhin war sie die Erste, bei der man Erfolg hatte. Und plötzlich spürte sie eine so große Dankbarkeit in sich. Dennoch blieb der Erfolg und die Folgen geheim. Niemand hatte jemals darüber gesprochen. Weder gegenüber anderen Mitgliedern des Labors oder der Familie, noch gegenüber der Öffentlichkeit. Informationen, die für niemanden sonst bestimmt waren. Zu unsicher, zu viel Druck, zu viele Fragen. Und Ophelia hatte es verstanden. Es wussten nur die Personen, die unmittelbar an dem Erfolg beteiligt waren. Niemand sonst. Ein Geheimnis, welches sie mit sich herumträgt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<i>Du kannst doch nicht… das funktioniert doch nicht…</i> Hoffnung spiegelte sich in ihren Augen wider, als sie vor dem Gebäude stand und sich fragte, was sie hier eigentlich machte. Vielleicht war es die Hoffnung, die sie in den Tod treiben würde. Vielleicht würde sie dieses Gebäude nie wieder verlassen? Doch was hielt einen davon ab, wenn man alles um sich herum verloren hatte und man nur noch alleine durch die Welt streifte in der Hoffnung, dass jemand einem gegenüberstand, der keine Angst vor einem hatte, weil man sich bei Vollmond in einen Werwolf verwandelte. Ein Leben, was sie nicht steuern konnte und was durch einen Himmelskörper fremdbestimmt wurde. Ihr ging es miserabel. Was hatte sie also zu verlieren? Was konnte schon passieren? Nichts? Der Tod? Oder vielleicht eine Rettung? Es wurde nicht laut darüber gesprochen, was hier drin passierte, aber es gab Gerüchte und diese wollte sie auf den Grund gehen. Die Hoffnung trieb sie weiter nach vorne. Zu jedem Zeitpunkt. <br />
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Es kam vom einen zum anderen. Man hatte sich ausgetauscht und Ophelia hatte letztlich eingewilligt an den Experimenten teilzunehmen in der Hoffnung, dass es funktionierte und sie geheilt wurde. Ein Ziel, welches so verlockend war und wo sie wusste, wie viel Leid es ihr auch bringen konnte. Die Tage zogen sich zu Wochen. Zu Monaten. Zu Jahre. Jeden Trank, den sie zu sich nahm bewirkte nicht die gewünschte Lösung, sondern bedeutete oftmals für sie mehr Schmerz, als sie es sich wünschte. Doch sie machte keinen Rückzieher. Sie war nicht den Weg weg, den sie nun auf sich genommen hatte in der Hoffnung, dass man vielleicht doch eine Heilung für dieses Problem fand. Doch je mehr Zeit verging und je mehr Werwölfe um sie herum starben, desto kleiner und fragiler wurde ihre Hoffnung. Was, wenn es doch nicht klappte? Wenn die Hoffnung sie auf den falschen Weg gebracht hatte? Jeder Tag der verging fühlte sich schmerzhafter an. Die Albträume wurden mehr, die Schlafparalyse war präsenter als vorher. Und der Vollmond…<br />
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Und dann, an jenem Tag, gab es keine Verwandlung bei Vollmond. Die Schmerzen und der Instinkt blieben aus. Ein Tag zuvor hatte sie wieder einen Trank zu sich genommen. Er hatte sich anders angefühlt als die anderen zuvor. Vielleicht war es Glück gewesen. Schicksal. Ophelia wusste es nicht. Was sie allerdings wusste war, dass sie sich nicht in ein Monster verwandelte. Sie war geheilt worden. Man beobachtete es noch im nächsten Monat, doch auch da war keine Verwandlung zu sehen. Und damit war es offiziell. Ein Erfolg. Etwas Besonderes. Sie stand von jetzt auf gleich im Mittelpunkt. Ophelia wusste nicht einmal, was sie in diesem Moment denken sollte, als man ihr die Nachricht übermittelt hatte, immerhin war sie die Erste, bei der man Erfolg hatte. Und plötzlich spürte sie eine so große Dankbarkeit in sich. Dennoch blieb der Erfolg und die Folgen geheim. Niemand hatte jemals darüber gesprochen. Weder gegenüber anderen Mitgliedern des Labors oder der Familie, noch gegenüber der Öffentlichkeit. Informationen, die für niemanden sonst bestimmt waren. Zu unsicher, zu viel Druck, zu viele Fragen. Und Ophelia hatte es verstanden. Es wussten nur die Personen, die unmittelbar an dem Erfolg beteiligt waren. Niemand sonst. Ein Geheimnis, welches sie mit sich herumträgt.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Fionn McCormack]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1010</link>
			<pubDate>Fri, 20 Mar 2026 22:41:25 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=326">Fionn McCormack</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1010</guid>
			<description><![CDATA[Liebes Tagebuch,<br />
<br />
Meine Mum hat gesagt, dass ich jetzt täglich etwas in dich schreiben soll, damit ich übe, mit Füller und Tinte zu schreiben. Ich weiß nur nicht, was. Ich hab ja schon mit meinem Bleistift Probleme und der schmiert garantiert nicht so sehr, wie eine dumme Tintenfeder. Damit sollen wir in Hogwarts schreiben. Aber, da die selbstgebastelten aus den Hühnerfedern nicht so richtig funktionieren, nehm ich jetzt Dads Füller. Wenigstens bin ich nächsten Sonntag nicht hier. Da gibt es dann niemanden, der sich darüber aufregt, dass meine Finger ganz blau von der Tinte sind. Nicht so, wie Mrs. Jamieson, die immer vor der Kirche steht und die Hände der Kinder sehen will, bevor sie in die Kirche gehen. Aber, wann lässt sie uns schon mal einfach so rein? Letzten Sonntag musste Cormac dreimal sich die Hände waschen, weil sie angeblich noch nach Mist gerochen haben. Und Saoirse hat schon beim zweiten Mal weinen müssen. Aber über sie möchte ich heute nicht schreiben.<br />
<br />
Morgen möchte mein Opa mit mir nach London reisen. Das ist ein ganz schön langer Weg. Deswegen werden wir bis ich zum Zug muss auch nicht mehr wegfahren. Wir müssen deswegen morgen ganz früh aufstehen und mit dem Bus nach Dublin fahren. Da war ich schonmal mit meiner Klasse. Aber wir werden uns da nichts ansehen. Nur frühstücken und dann geht es schon zur Fähre. Mit der fahren wir nach Holyhead. Dann müssen wir schnell zum Zug nach London. Und da kommen wir vermutlich erst abends an. Oma will uns daher ganz viele Brote schmieren, weil wir kein Mittagessen kriegen werden. Ich war noch nie in London. Bestimmt werden wir uns ganz viel ansehen. Zum Beispiel den Palast und Saint Paul's Cathedral. Vielleicht gehen wir sogar noch ins Museum. Bis ich nach Hogwarts fahre, ist es ja noch eine ganze Weile.<br />
<br />
Aber wir werden vermutlich erstmal einkaufen gehen. Der Mann, der uns alles erklärt hat, hat uns auch gesagt, wo wir hin müssen. Es soll da einen Pub geben, wo man durch eine Wand laufen muss, um zum magischen Stadtteil zu kommen. Irgendwer wird uns da schon helfen, durchzukommen. Vorher werden wir aber wohl noch zur Bank müssen und Geld abheben. Sie nehmen ja keine Muggelkarten oder Muggelgeld. Muggel ist so ein komisches Wort. Aber so nennen die Zauberer und Hexen uns jedenfalls. Also diejenigen, die nicht magisch sind. Ich bin dann allerdings auch kein Muggel mehr. Das hatte auch einen Namen, aber ich weiß ihn nicht mehr. Der Mann hat so viel erzählt und erklärt. Und da auch das mit dem Geld. Die haben ein ganz eigenes System, keine irischen oder englischen Pfund oder Euros, sondern Münzen. Goldmünzen, Silbermünzen und Bronzemünzen. Oder so. Ich hab wieder vergessen, wie sie heißen. Es soll auch ganz kompliziert sein, nicht etwa, dass 100 von den kleinen dann 1 von den großen Münzen ist. Opa ist sich auch nicht sicher, ob die magische Bank irische Pfund annimmt. Deswegen will Opa noch etwas einwechseln, wenn wir in London sind. Aber wir brauchen sowieso Geld, um in London etwas bleiben zu können.<br />
<br />
Auf den magischen Teil von London bin ich schon ganz gespannt. Ich brauche so viele neue Sachen, aber wir schauen lieber, ob wir die auch gebraucht bekommen. Einen ordentlichen neuen Anzug werde ich bekommen, aber bei so vielen Sachen krieg ich lieber noch ein paar gebrauchte. Aber ein neuer Anzug reicht ja schon. Es ist aber kein richtiger Anzug, sondern eine Robe. Ich werde in der Schule einen richtigen Umhang tragen, hat der Mann gesagt. Wie die Uniformen wohl aussehen werden? Ich bin schon ganz gespannt! Ich brauche auch noch jede Menge Bücher. Und einen Kessel und anderes für Zaubertränke. Und ein Teleskop. Und einen Zauberstab. Auf den Zauberstab bin ich auch schon gespannt. Den bekomme ich auch ganz neu. Wir sollen dafür zu Ollivanders. Der soll die besten herstellen. Wie das wohl geht? Und wie soll ich den besten finden? Der Mann hatte gesagt, dass der Zauberstab sich den Zauberer aussuchen würde. Aber wie funktioniert das? Und was, wenn mich kein Zauberstab haben will? Muss ich dann ohne zu Hogwarts? Darf ich dann überhaupt nach Hogwarts? Oder bekomme ich dann einfach irgendeinen, bis ich meinen richtigen Zauberstab bekomme? Na ja, wenigstens kann ich Barney mitnehmen. Im Brief steht, dass Katzen als Haustiere erlaubt sind. Hoffentlich kommt er mit seinen drei Beinen im Schloss zurecht. Aber er kommt ja auch auf der Farm damit zurecht und klettert sogar die Leitern im Stall hoch. Ich hätte auch eine andere von unseren Hofkatzen mitnehmen können. Aber Barney ist der einzige, der nicht mausert. Und Andere bringen bestimmt Ratten mit. Die wären für unsere anderen Katzen kein Problem. Deswegen haben wir ja auch diese Katzen bei uns.<br />
<br />
Ich muss aber auch gestehen, dass ich ein wenig traurig bin. Ich war noch nie ohne meine Familie. Na ja, außer beim Schulausflug nach Dublin natürlich. Da waren wir einen ganzen Tag dort verbracht und haben in einem Jugendheim geschlafen. Wir waren acht auf einem Zimmer. Wie viele wohl in einem Zimmer in Hogwarts sind? Und wird es dort auch Etagenbetten geben? Dann würde ich eines unten nehmen. Zuhause darf ich schon immer das obere nehmen, weil Cormac noch so klein war, als er in mein Zimmer zog. Mum und Dad hatten zu große Angst, dass er runterfallen könnte. Aber inzwischen ist er schon ganze acht Jahre alt. Wenn ich jetzt in Hogwarts bin, darf er den Karren fahren. Niamh ist zwar schon älter als er, aber sie sitzt immer im Auto, damit ihr Sonntagskleid nicht dreckig wird. Vielleicht fährt aber auch unser Cousin Lochlainn den Karren. Der ist ja auch älter.<br />
<br />
Aber zurück zu Hogwarts. Ich war noch nie in einem Schloss. Wie groß das wohl sein wird? Und was ich alles lernen werde? Hoffentlich sind die Lehrer dort nicht auch so doof und ärgern mich wegen meiner Handschrift. Ich kann doch auch nichts dafür, dass die so krakelig ist und ich dauernd etwas falsch schreibe. Ich mache es bestimmt nicht mit Absicht. Aber die Buchstaben hüpfen immer so. Vermutlich möchte Mum auch deswegen, dass ich dir täglich schreibe, liebes Tagebuch. Hoffentlich hilft das auch wirklich. Oder ich finde vielleicht auch in Hogwarts etwas, das hilft. Einen Zauberspruch vielleicht. Oder einen Zaubertrank. Ich will wirklich keine schlechten Noten nach Hause bringen, nur weil ich solche Probleme habe. Aber vielleicht sind die Lehrer ja wirklich netter und helfen mir oder haben Verständnis.<br />
<br />
Ich muss jetzt Schluss machen. Mum ruft nach mir wegen des Abendessens. Oma hat extra Kuchen gebacken und Tante Nora hat Marmelade gemacht. Danach werd ich noch baden bevor ich ins Bett gehe. Hoffentlich kann ich auch schlafen. Opa will mich nämlich schon um halb fünf wecken. Der Bus nach Dublin fährt immerhin schon kurz vor sechs. Ich schreib dir das nächste Mal in London. Dann wieder mit Bleistift, weil Dad seinen Füller braucht. Und vermutlich nicht so viel. Ich hab immerhin versprochen, all meinen Geschwister und Cousins und Cousinen und meinen Eltern und meinen Großeltern und meinen Tanten und meinen Onkeln zu schreiben. Und unseren Freunden bei den Pavees. Die wissen natürlich nicht, dass ich nach Hogwarts fahre. Dad hat ihnen gesagt, dass ich ein Stipendium für ein besonderes Internat bekommen habe. Wir dürfen immerhin Muggeln nicht erzählen, dass es Magie gibt.<br />
<br />
Ich muss jetzt aber wirklich los.<br />
<br />
Mit freundlichen Grüßen<br />
Dein Fionn]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Liebes Tagebuch,<br />
<br />
Meine Mum hat gesagt, dass ich jetzt täglich etwas in dich schreiben soll, damit ich übe, mit Füller und Tinte zu schreiben. Ich weiß nur nicht, was. Ich hab ja schon mit meinem Bleistift Probleme und der schmiert garantiert nicht so sehr, wie eine dumme Tintenfeder. Damit sollen wir in Hogwarts schreiben. Aber, da die selbstgebastelten aus den Hühnerfedern nicht so richtig funktionieren, nehm ich jetzt Dads Füller. Wenigstens bin ich nächsten Sonntag nicht hier. Da gibt es dann niemanden, der sich darüber aufregt, dass meine Finger ganz blau von der Tinte sind. Nicht so, wie Mrs. Jamieson, die immer vor der Kirche steht und die Hände der Kinder sehen will, bevor sie in die Kirche gehen. Aber, wann lässt sie uns schon mal einfach so rein? Letzten Sonntag musste Cormac dreimal sich die Hände waschen, weil sie angeblich noch nach Mist gerochen haben. Und Saoirse hat schon beim zweiten Mal weinen müssen. Aber über sie möchte ich heute nicht schreiben.<br />
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Morgen möchte mein Opa mit mir nach London reisen. Das ist ein ganz schön langer Weg. Deswegen werden wir bis ich zum Zug muss auch nicht mehr wegfahren. Wir müssen deswegen morgen ganz früh aufstehen und mit dem Bus nach Dublin fahren. Da war ich schonmal mit meiner Klasse. Aber wir werden uns da nichts ansehen. Nur frühstücken und dann geht es schon zur Fähre. Mit der fahren wir nach Holyhead. Dann müssen wir schnell zum Zug nach London. Und da kommen wir vermutlich erst abends an. Oma will uns daher ganz viele Brote schmieren, weil wir kein Mittagessen kriegen werden. Ich war noch nie in London. Bestimmt werden wir uns ganz viel ansehen. Zum Beispiel den Palast und Saint Paul's Cathedral. Vielleicht gehen wir sogar noch ins Museum. Bis ich nach Hogwarts fahre, ist es ja noch eine ganze Weile.<br />
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Aber wir werden vermutlich erstmal einkaufen gehen. Der Mann, der uns alles erklärt hat, hat uns auch gesagt, wo wir hin müssen. Es soll da einen Pub geben, wo man durch eine Wand laufen muss, um zum magischen Stadtteil zu kommen. Irgendwer wird uns da schon helfen, durchzukommen. Vorher werden wir aber wohl noch zur Bank müssen und Geld abheben. Sie nehmen ja keine Muggelkarten oder Muggelgeld. Muggel ist so ein komisches Wort. Aber so nennen die Zauberer und Hexen uns jedenfalls. Also diejenigen, die nicht magisch sind. Ich bin dann allerdings auch kein Muggel mehr. Das hatte auch einen Namen, aber ich weiß ihn nicht mehr. Der Mann hat so viel erzählt und erklärt. Und da auch das mit dem Geld. Die haben ein ganz eigenes System, keine irischen oder englischen Pfund oder Euros, sondern Münzen. Goldmünzen, Silbermünzen und Bronzemünzen. Oder so. Ich hab wieder vergessen, wie sie heißen. Es soll auch ganz kompliziert sein, nicht etwa, dass 100 von den kleinen dann 1 von den großen Münzen ist. Opa ist sich auch nicht sicher, ob die magische Bank irische Pfund annimmt. Deswegen will Opa noch etwas einwechseln, wenn wir in London sind. Aber wir brauchen sowieso Geld, um in London etwas bleiben zu können.<br />
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Auf den magischen Teil von London bin ich schon ganz gespannt. Ich brauche so viele neue Sachen, aber wir schauen lieber, ob wir die auch gebraucht bekommen. Einen ordentlichen neuen Anzug werde ich bekommen, aber bei so vielen Sachen krieg ich lieber noch ein paar gebrauchte. Aber ein neuer Anzug reicht ja schon. Es ist aber kein richtiger Anzug, sondern eine Robe. Ich werde in der Schule einen richtigen Umhang tragen, hat der Mann gesagt. Wie die Uniformen wohl aussehen werden? Ich bin schon ganz gespannt! Ich brauche auch noch jede Menge Bücher. Und einen Kessel und anderes für Zaubertränke. Und ein Teleskop. Und einen Zauberstab. Auf den Zauberstab bin ich auch schon gespannt. Den bekomme ich auch ganz neu. Wir sollen dafür zu Ollivanders. Der soll die besten herstellen. Wie das wohl geht? Und wie soll ich den besten finden? Der Mann hatte gesagt, dass der Zauberstab sich den Zauberer aussuchen würde. Aber wie funktioniert das? Und was, wenn mich kein Zauberstab haben will? Muss ich dann ohne zu Hogwarts? Darf ich dann überhaupt nach Hogwarts? Oder bekomme ich dann einfach irgendeinen, bis ich meinen richtigen Zauberstab bekomme? Na ja, wenigstens kann ich Barney mitnehmen. Im Brief steht, dass Katzen als Haustiere erlaubt sind. Hoffentlich kommt er mit seinen drei Beinen im Schloss zurecht. Aber er kommt ja auch auf der Farm damit zurecht und klettert sogar die Leitern im Stall hoch. Ich hätte auch eine andere von unseren Hofkatzen mitnehmen können. Aber Barney ist der einzige, der nicht mausert. Und Andere bringen bestimmt Ratten mit. Die wären für unsere anderen Katzen kein Problem. Deswegen haben wir ja auch diese Katzen bei uns.<br />
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Ich muss aber auch gestehen, dass ich ein wenig traurig bin. Ich war noch nie ohne meine Familie. Na ja, außer beim Schulausflug nach Dublin natürlich. Da waren wir einen ganzen Tag dort verbracht und haben in einem Jugendheim geschlafen. Wir waren acht auf einem Zimmer. Wie viele wohl in einem Zimmer in Hogwarts sind? Und wird es dort auch Etagenbetten geben? Dann würde ich eines unten nehmen. Zuhause darf ich schon immer das obere nehmen, weil Cormac noch so klein war, als er in mein Zimmer zog. Mum und Dad hatten zu große Angst, dass er runterfallen könnte. Aber inzwischen ist er schon ganze acht Jahre alt. Wenn ich jetzt in Hogwarts bin, darf er den Karren fahren. Niamh ist zwar schon älter als er, aber sie sitzt immer im Auto, damit ihr Sonntagskleid nicht dreckig wird. Vielleicht fährt aber auch unser Cousin Lochlainn den Karren. Der ist ja auch älter.<br />
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Aber zurück zu Hogwarts. Ich war noch nie in einem Schloss. Wie groß das wohl sein wird? Und was ich alles lernen werde? Hoffentlich sind die Lehrer dort nicht auch so doof und ärgern mich wegen meiner Handschrift. Ich kann doch auch nichts dafür, dass die so krakelig ist und ich dauernd etwas falsch schreibe. Ich mache es bestimmt nicht mit Absicht. Aber die Buchstaben hüpfen immer so. Vermutlich möchte Mum auch deswegen, dass ich dir täglich schreibe, liebes Tagebuch. Hoffentlich hilft das auch wirklich. Oder ich finde vielleicht auch in Hogwarts etwas, das hilft. Einen Zauberspruch vielleicht. Oder einen Zaubertrank. Ich will wirklich keine schlechten Noten nach Hause bringen, nur weil ich solche Probleme habe. Aber vielleicht sind die Lehrer ja wirklich netter und helfen mir oder haben Verständnis.<br />
<br />
Ich muss jetzt Schluss machen. Mum ruft nach mir wegen des Abendessens. Oma hat extra Kuchen gebacken und Tante Nora hat Marmelade gemacht. Danach werd ich noch baden bevor ich ins Bett gehe. Hoffentlich kann ich auch schlafen. Opa will mich nämlich schon um halb fünf wecken. Der Bus nach Dublin fährt immerhin schon kurz vor sechs. Ich schreib dir das nächste Mal in London. Dann wieder mit Bleistift, weil Dad seinen Füller braucht. Und vermutlich nicht so viel. Ich hab immerhin versprochen, all meinen Geschwister und Cousins und Cousinen und meinen Eltern und meinen Großeltern und meinen Tanten und meinen Onkeln zu schreiben. Und unseren Freunden bei den Pavees. Die wissen natürlich nicht, dass ich nach Hogwarts fahre. Dad hat ihnen gesagt, dass ich ein Stipendium für ein besonderes Internat bekommen habe. Wir dürfen immerhin Muggeln nicht erzählen, dass es Magie gibt.<br />
<br />
Ich muss jetzt aber wirklich los.<br />
<br />
Mit freundlichen Grüßen<br />
Dein Fionn]]></content:encoded>
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