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		<title><![CDATA[OWLWAYS - Steckbriefe]]></title>
		<link>https://owlways.makemerun.de/</link>
		<description><![CDATA[OWLWAYS - https://owlways.makemerun.de]]></description>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2026 15:20:45 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Onyx Shafiq]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1124</link>
			<pubDate>Wed, 16 Sep 2026 12:12:51 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=344">Onyx Shafiq</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1124</guid>
			<description><![CDATA[Es hatte erste Anzeichen gegeben. Erste Veränderungen in seinem Verhalten. Schon seit Wochen. Ihr Ehemann, der sonst die Angewohnheit besaß, seine Hemdsärmel nach oben zu schlagen, sobald er sich in einem privaten Umfeld befand, tat dies nicht mehr. Onyx hatte sich zu Beginn nicht viel dabei gedacht. Es hatte sie nicht verwundert, dass er nur noch im abgedunkelten Schlafzimmer zu ihr ins Bett fand. Es war nicht ungewöhnlich für ihn, nach ihr schlafen zu gehen. Oder wie wenig sich ihre Wege im angrenzenden Ankleidezimmer oder im Bad kreuzten. Sie waren dreizehn Jahre verheiratet. Solche Zeiten kamen vor. Doch nie hätte die geborene Macmillan den wahren Grund für all diese winzigen Veränderungen erahnen können.<br />
<br />
Es war nicht ungewöhnlich für Onyx, das gemeinsame Ankleidezimmer aufzusuchen, um sich für die Nacht von ihrem Schmuck zu entledigen. Es war ebenso wenig ungewöhnlich, wenn sich zu diesem Zeitpunkt Phineas darin aufhielt, um sich ebenfalls auf die Nachtruhe vorzubereiten. Ihre abgelegten Ohrringe bereits in der rechten, geschlossenen Hand haltend, umging sie barfuß federleicht die einzige knarzende Diele im Schlafzimmer. Sie bezeichnete sie als charmant und doch umschritt Onyx sie seit vielen Jahren gekonnt. Mit ihren schlanken Fingern den Verschluss ihrer Halskette lösend, trat sie auf die halbgeöffnete Tür des angrenzenden Zimmers zu. Als sie ihren Blick an diesem Abend zu ihrem Mann richtete, der sich eben sein Hemd von den breiten Schultern streifte, verfing sich ihr aufmerksamer Blick an der prägnanten, tiefschwarzen Veränderung zwischen all seinen anderen Tattoos. Doch das, was sie zu Beginn einfach nur für eine neue, ihr verschwiegene Tätowierung auf seinem linken Unterarm halten wollte, offenbarte sich als das Dunkle Mal des gefürchteten Zauberers, der tot sein sollte.<br />
<br />
Die junge Mutter würde später nicht mehr sagen können, was sich in ihrem Kopf abgespielt hatte. Es hatte keine Zeit des Nachdenkens gegeben. Nur ein altes Symbol von Tod und Verderben. Sie hatte nicht mehr ihren Ehemann wahrgenommen. Sie war sich nicht einmal mehr sicher, ob es wirklich ihr Mann gewesen war, der dort im Raum gestanden hatte. Sie hatte das Zeichen der Todesser erkannt und all ihre Instinkte hatten zur Flucht gerufen. Angst vernebelte ihre Gedanken und schiere Panik durchflutete ihr Nervensystem. Bevor es Onyx selbst begriff, fuhr sie herum. Den Schmuck, den ihr einst Phineas zu einem Hochzeitstag zum Geschenk gemacht hatte, noch in den Händen umschlossen. Sie verfluchte die Diele, die nun doch unter ihren hektischen Schritten knarrte. Ihre Schmuckstücke fielen zu Boden, als sie gehetzt nach ihrem Zauberstab auf der Anrichte neben der Schlafzimmertür griff. Eilig hastete sie in das Zimmer ihres Sohnes, den sie schlafend an sich riss, um noch rechtzeitig in die Stube seiner Schwester zu gelangen.<br />
<br />
Onyx hatte eben die Hand ihrer Tochter ergriffen, als sie entsetzt und voll empfundenen Schmerzes in das Gesicht ihres Ehemannes blickte. Doch bevor er ihren Namen aussprechen und sie zögern lassen konnte, apparierte sie mit den gemeinsamen Kindern – wie sie hoffte – in Sicherheit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es hatte erste Anzeichen gegeben. Erste Veränderungen in seinem Verhalten. Schon seit Wochen. Ihr Ehemann, der sonst die Angewohnheit besaß, seine Hemdsärmel nach oben zu schlagen, sobald er sich in einem privaten Umfeld befand, tat dies nicht mehr. Onyx hatte sich zu Beginn nicht viel dabei gedacht. Es hatte sie nicht verwundert, dass er nur noch im abgedunkelten Schlafzimmer zu ihr ins Bett fand. Es war nicht ungewöhnlich für ihn, nach ihr schlafen zu gehen. Oder wie wenig sich ihre Wege im angrenzenden Ankleidezimmer oder im Bad kreuzten. Sie waren dreizehn Jahre verheiratet. Solche Zeiten kamen vor. Doch nie hätte die geborene Macmillan den wahren Grund für all diese winzigen Veränderungen erahnen können.<br />
<br />
Es war nicht ungewöhnlich für Onyx, das gemeinsame Ankleidezimmer aufzusuchen, um sich für die Nacht von ihrem Schmuck zu entledigen. Es war ebenso wenig ungewöhnlich, wenn sich zu diesem Zeitpunkt Phineas darin aufhielt, um sich ebenfalls auf die Nachtruhe vorzubereiten. Ihre abgelegten Ohrringe bereits in der rechten, geschlossenen Hand haltend, umging sie barfuß federleicht die einzige knarzende Diele im Schlafzimmer. Sie bezeichnete sie als charmant und doch umschritt Onyx sie seit vielen Jahren gekonnt. Mit ihren schlanken Fingern den Verschluss ihrer Halskette lösend, trat sie auf die halbgeöffnete Tür des angrenzenden Zimmers zu. Als sie ihren Blick an diesem Abend zu ihrem Mann richtete, der sich eben sein Hemd von den breiten Schultern streifte, verfing sich ihr aufmerksamer Blick an der prägnanten, tiefschwarzen Veränderung zwischen all seinen anderen Tattoos. Doch das, was sie zu Beginn einfach nur für eine neue, ihr verschwiegene Tätowierung auf seinem linken Unterarm halten wollte, offenbarte sich als das Dunkle Mal des gefürchteten Zauberers, der tot sein sollte.<br />
<br />
Die junge Mutter würde später nicht mehr sagen können, was sich in ihrem Kopf abgespielt hatte. Es hatte keine Zeit des Nachdenkens gegeben. Nur ein altes Symbol von Tod und Verderben. Sie hatte nicht mehr ihren Ehemann wahrgenommen. Sie war sich nicht einmal mehr sicher, ob es wirklich ihr Mann gewesen war, der dort im Raum gestanden hatte. Sie hatte das Zeichen der Todesser erkannt und all ihre Instinkte hatten zur Flucht gerufen. Angst vernebelte ihre Gedanken und schiere Panik durchflutete ihr Nervensystem. Bevor es Onyx selbst begriff, fuhr sie herum. Den Schmuck, den ihr einst Phineas zu einem Hochzeitstag zum Geschenk gemacht hatte, noch in den Händen umschlossen. Sie verfluchte die Diele, die nun doch unter ihren hektischen Schritten knarrte. Ihre Schmuckstücke fielen zu Boden, als sie gehetzt nach ihrem Zauberstab auf der Anrichte neben der Schlafzimmertür griff. Eilig hastete sie in das Zimmer ihres Sohnes, den sie schlafend an sich riss, um noch rechtzeitig in die Stube seiner Schwester zu gelangen.<br />
<br />
Onyx hatte eben die Hand ihrer Tochter ergriffen, als sie entsetzt und voll empfundenen Schmerzes in das Gesicht ihres Ehemannes blickte. Doch bevor er ihren Namen aussprechen und sie zögern lassen konnte, apparierte sie mit den gemeinsamen Kindern – wie sie hoffte – in Sicherheit.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Phineas Shafiq]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1122</link>
			<pubDate>Tue, 15 Sep 2026 12:15:09 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=345">Phineas Shafiq</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1122</guid>
			<description><![CDATA[<center>26. Juni 1995</center><br />
Noch immer brannte an seinem linken Unterarm das Mal, das er an diesem frühen Morgen trotz der sommerlichen Wärme unter einem langärmligen Hemd verborgen hatte. In den kühlen Räumlichkeiten von <i>Shafiq Spellbound Media</i> fiel dies glücklicherweise nicht auf. Doch er selbst konnte es nicht ignorieren. Es war da. Unwiderruflich in seine Haut eingebrannt. Verdammt, er verfluchte sein junges Ich dafür, dass er diesen Schritt gegangen war. Doch es blieb keine Zeit für Reue. Es war zwei Tage her, dass er auf diesem verdammten Friedhof gewesen war. Er hatte im Kreis der Maskierten gestanden und starr mit angesehen, wie der Dunkle Lord tatsächlich wiederauferstanden war. Mit Sicherheit war er nicht der einzige früher überzeugte Anhänger, der darauf nun wirklich hätte verzichten können. Doch man hatte ihn nicht gefragt, und nun sollte er den Scherbenhaufen, den der Schwarzmagier hinterlassen hatte, wiederherstellen. Nur wie sollte er das anstellen? <br />
<br />
Fast 24 Stunden war es her, dass Dumbledore vor ganz Hogwarts verkündet hatte, dass Lord Voldemort zurück war. Dass er den jungen Cedric Diggory ermordet hatte. Bei dem Gedanken an die beiläufige Ermordung des Jungen fuhr Phineas ein Schaudern durch den Körper. Doch die Emotionen fanden nur kurz Raum, ehe sich sein Verstand auf seine Aufgabe fokussierte. Aufgrund der Geschehnisse war es rein logisch, dass nun die Jagd auf den Schwarzmagier und seine Anhänger beginnen würde. Ein kaum wahrnehmbarer Knallton erfüllte für einen Sekundenbruchteil den Raum und riss ihn aus seinen Gedanken. Phineas wandte sich um und blickte auf die frischgedruckte Ausgabe des Tagespropheten, die nun auf seinem Mahagonischreibtisch lag. Ein Teil von ihm hätte am liebsten sofort hektisch danach gegriffen, doch selbst ohne Augenzeugen maßregelte er sich und atmete erst einmal tief durch. Dann griff er nach dem Blatt, überflog die druckfrischen Zeilen, und je mehr Worte er las, desto mehr wich die Anspannung aus seinen Zügen. Cornelius Fudge verweigerte die Realität. Das Ministerium stritt alles ab und stellte Dumbledore als senilen Wirrkopf dar. Unweigerlich entfloh ihm ein halb erleichtertes und halb ungläubig amüsiertes Schnauben. Fudges Reaktion war das <i>Beste</i>, was dem Verlagschef an diesem Morgen hätte passieren können. Es war sein Glück, dass niemand von einem Blatt wie der Hexenwoche eine sofortige Reaktion auf die Ereignisse erwartete, sodass er diese Steilvorlage nutzen konnte, um dem Dunklen Lord zu dienen, ohne dabei negative Aufmerksamkeit zu erregen.<br />
<br />
Noch bevor er den Artikel zu Ende gelesen hatte, klopfte es hektisch an der Tür. Phineas legte die Ausgabe zur Seite, ließ sich am Schreibtisch nieder und bat den Störenfried hinein. Der Chefredakteur der <i>Hexenwoche</i> eilte ihm mit sorgenvoller Miene entgegen und reichte ihm einen Entwurf. <i>DUMBLEDORES WARNUNG: DIE RÜCKKEHR DES DUNKLEN LORDS?</i> prangerte es am Kopf des Manuskripts, und damit hatte er bereits genug gesehen. Ohne etwas zu sagen, warf er das Pergament in eine unauffällige Silberschale zu seiner Rechten. Sobald es das Silber berührte, ging es in einer geruchlosen magischen Flamme auf und löste sich rückstandslos auf. <i>„Mister Shafiq?“</i>, kam es leise über die Lippen des Mannes, während er verunsichert einen Schritt zurücktrat. <i>„Dumbledore hat gestern vor allen Schülern behauptet—“</i> Weiter kam er nicht, denn Phineas deutete ihm mit einer Handgeste ruhig zu sein und schob ihm die Ausgabe des Tagespropheten zu. <b>„Lesen Sie das!“</b>, forderte er den anderen Zauberer auf und blieb dabei betont ruhig, doch nicht minder autoritär. Aufmerksam beobachtete er, wie der Chefredakteur die Zeilen überflog. <b> „Dumbledore ist alt und laut dem Ministerium weiß er nicht, wovon er da spricht. Was Potter betrifft“</b> Er machte eine Pause und wartete darauf, dass sein Gegenüber ihn wieder ansah. <b> „Was Potter betrifft, nun, dass der Junge nach Aufmerksamkeit schreit, sollte wohl spätestens nach der Teilnahme am Trimagischen Turnier klar sein.“</b> Der andere Mann sah ihn an und Phineas erkannte die Zweifel und das Zögern in dessen Ausdruck, was ihn dazu verleitete abwartend die Augenbrauen zu heben. <i> „Aber Sir... wenn an den Gerüchten doch etwas dran ist? Dumbledore würde doch nicht einfach— Sollten wir nicht zumindest beide Seiten darstellen?“</i> <b> „Beide Seiten darstellen?“</b>, wiederholte Phineas stirnrunzelnd und sah den Redakteur so an, als wolle er ihm Butterbier als Feuerwhiskey verkaufen. <b> „Verzeihung, Sie haben den Artikel doch gelesen, nicht wahr? Es gibt nur eine Seite und die hat unser Zaubereiminister bereits gegenüber dem Tagespropheten vorgegeben. Wir werden keine Verschwörungstheorien andeuten, die nur dazu führen, dass die Bevölkerung in unangebrachte Panik verfällt. Bringen Sie stattdessen eine Hommage an den armen Diggory-Jungen heraus, der dem Turnier zum Opfer gefallen ist. Gerne als zügige Sonderausgabe und erwähnen Sie, dass SSM den Angehörigen selbstredend finanzielle Unterstützung zukommen lässt, sollte dies nötig sein.“</b> Für einen Moment schien der Redakteur zu zögern, doch dann nickte er. <i> „Ich kümmere mich sofort darum“</i>, versicherte er und verließ mit zügigen Schritten und hochrotem Kopf das Büro. Musste Phineas sich seinetwegen etwa Sorgen machen? Es wäre wirklich schade, denn der Chefredakteur arbeitete bereits viele Jahrzehnte für den Verlag und verstand sein Handwerk. Doch Phineas würde nicht zögern, den Mann zu ersetzen, sollte es nötig sein. Er würde kein Risiko eingehen. Nicht jetzt, wo er sich so viel aufgebaut und so viel mehr zu verlieren hatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<center>26. Juni 1995</center><br />
Noch immer brannte an seinem linken Unterarm das Mal, das er an diesem frühen Morgen trotz der sommerlichen Wärme unter einem langärmligen Hemd verborgen hatte. In den kühlen Räumlichkeiten von <i>Shafiq Spellbound Media</i> fiel dies glücklicherweise nicht auf. Doch er selbst konnte es nicht ignorieren. Es war da. Unwiderruflich in seine Haut eingebrannt. Verdammt, er verfluchte sein junges Ich dafür, dass er diesen Schritt gegangen war. Doch es blieb keine Zeit für Reue. Es war zwei Tage her, dass er auf diesem verdammten Friedhof gewesen war. Er hatte im Kreis der Maskierten gestanden und starr mit angesehen, wie der Dunkle Lord tatsächlich wiederauferstanden war. Mit Sicherheit war er nicht der einzige früher überzeugte Anhänger, der darauf nun wirklich hätte verzichten können. Doch man hatte ihn nicht gefragt, und nun sollte er den Scherbenhaufen, den der Schwarzmagier hinterlassen hatte, wiederherstellen. Nur wie sollte er das anstellen? <br />
<br />
Fast 24 Stunden war es her, dass Dumbledore vor ganz Hogwarts verkündet hatte, dass Lord Voldemort zurück war. Dass er den jungen Cedric Diggory ermordet hatte. Bei dem Gedanken an die beiläufige Ermordung des Jungen fuhr Phineas ein Schaudern durch den Körper. Doch die Emotionen fanden nur kurz Raum, ehe sich sein Verstand auf seine Aufgabe fokussierte. Aufgrund der Geschehnisse war es rein logisch, dass nun die Jagd auf den Schwarzmagier und seine Anhänger beginnen würde. Ein kaum wahrnehmbarer Knallton erfüllte für einen Sekundenbruchteil den Raum und riss ihn aus seinen Gedanken. Phineas wandte sich um und blickte auf die frischgedruckte Ausgabe des Tagespropheten, die nun auf seinem Mahagonischreibtisch lag. Ein Teil von ihm hätte am liebsten sofort hektisch danach gegriffen, doch selbst ohne Augenzeugen maßregelte er sich und atmete erst einmal tief durch. Dann griff er nach dem Blatt, überflog die druckfrischen Zeilen, und je mehr Worte er las, desto mehr wich die Anspannung aus seinen Zügen. Cornelius Fudge verweigerte die Realität. Das Ministerium stritt alles ab und stellte Dumbledore als senilen Wirrkopf dar. Unweigerlich entfloh ihm ein halb erleichtertes und halb ungläubig amüsiertes Schnauben. Fudges Reaktion war das <i>Beste</i>, was dem Verlagschef an diesem Morgen hätte passieren können. Es war sein Glück, dass niemand von einem Blatt wie der Hexenwoche eine sofortige Reaktion auf die Ereignisse erwartete, sodass er diese Steilvorlage nutzen konnte, um dem Dunklen Lord zu dienen, ohne dabei negative Aufmerksamkeit zu erregen.<br />
<br />
Noch bevor er den Artikel zu Ende gelesen hatte, klopfte es hektisch an der Tür. Phineas legte die Ausgabe zur Seite, ließ sich am Schreibtisch nieder und bat den Störenfried hinein. Der Chefredakteur der <i>Hexenwoche</i> eilte ihm mit sorgenvoller Miene entgegen und reichte ihm einen Entwurf. <i>DUMBLEDORES WARNUNG: DIE RÜCKKEHR DES DUNKLEN LORDS?</i> prangerte es am Kopf des Manuskripts, und damit hatte er bereits genug gesehen. Ohne etwas zu sagen, warf er das Pergament in eine unauffällige Silberschale zu seiner Rechten. Sobald es das Silber berührte, ging es in einer geruchlosen magischen Flamme auf und löste sich rückstandslos auf. <i>„Mister Shafiq?“</i>, kam es leise über die Lippen des Mannes, während er verunsichert einen Schritt zurücktrat. <i>„Dumbledore hat gestern vor allen Schülern behauptet—“</i> Weiter kam er nicht, denn Phineas deutete ihm mit einer Handgeste ruhig zu sein und schob ihm die Ausgabe des Tagespropheten zu. <b>„Lesen Sie das!“</b>, forderte er den anderen Zauberer auf und blieb dabei betont ruhig, doch nicht minder autoritär. Aufmerksam beobachtete er, wie der Chefredakteur die Zeilen überflog. <b> „Dumbledore ist alt und laut dem Ministerium weiß er nicht, wovon er da spricht. Was Potter betrifft“</b> Er machte eine Pause und wartete darauf, dass sein Gegenüber ihn wieder ansah. <b> „Was Potter betrifft, nun, dass der Junge nach Aufmerksamkeit schreit, sollte wohl spätestens nach der Teilnahme am Trimagischen Turnier klar sein.“</b> Der andere Mann sah ihn an und Phineas erkannte die Zweifel und das Zögern in dessen Ausdruck, was ihn dazu verleitete abwartend die Augenbrauen zu heben. <i> „Aber Sir... wenn an den Gerüchten doch etwas dran ist? Dumbledore würde doch nicht einfach— Sollten wir nicht zumindest beide Seiten darstellen?“</i> <b> „Beide Seiten darstellen?“</b>, wiederholte Phineas stirnrunzelnd und sah den Redakteur so an, als wolle er ihm Butterbier als Feuerwhiskey verkaufen. <b> „Verzeihung, Sie haben den Artikel doch gelesen, nicht wahr? Es gibt nur eine Seite und die hat unser Zaubereiminister bereits gegenüber dem Tagespropheten vorgegeben. Wir werden keine Verschwörungstheorien andeuten, die nur dazu führen, dass die Bevölkerung in unangebrachte Panik verfällt. Bringen Sie stattdessen eine Hommage an den armen Diggory-Jungen heraus, der dem Turnier zum Opfer gefallen ist. Gerne als zügige Sonderausgabe und erwähnen Sie, dass SSM den Angehörigen selbstredend finanzielle Unterstützung zukommen lässt, sollte dies nötig sein.“</b> Für einen Moment schien der Redakteur zu zögern, doch dann nickte er. <i> „Ich kümmere mich sofort darum“</i>, versicherte er und verließ mit zügigen Schritten und hochrotem Kopf das Büro. Musste Phineas sich seinetwegen etwa Sorgen machen? Es wäre wirklich schade, denn der Chefredakteur arbeitete bereits viele Jahrzehnte für den Verlag und verstand sein Handwerk. Doch Phineas würde nicht zögern, den Mann zu ersetzen, sollte es nötig sein. Er würde kein Risiko eingehen. Nicht jetzt, wo er sich so viel aufgebaut und so viel mehr zu verlieren hatte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ginny Weasley]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1121</link>
			<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 22:15:39 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=346">Ginny Weasley</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1121</guid>
			<description><![CDATA[Ginny <i>liebte</i> Weihnachten, schon so lange sie denken konnte. Natürlich hing das auch damit zusammen, dass es Geschenke und jede Menge leckeres Weihnachtsgebäck gab und der Fuchsbau dann immer besonders schön und liebevoll dekoriert war. Auch wenn Ginny es niemals laut zugegeben hätte, fand sie es auch immer toll und irgendwie, naja, <i>rührend</i>, dass Molly bis heute auch jedes Jahr den selbstgebastelten Weihnachtsschmuck, den sie als kleine Kinder kreiert hatten, vom Dachboden holte und völlig selbstverständlich zwischen die anderen Dekorationen mischte. Das alles war super und besonders und machte die Feiertage an sich schon schön, aber der wahre Grund, weshalb die jüngste Weasley diese Tage so sehr liebte war, dass dann für gewöhnlich die ganze Familie zusammenkam. Vielleicht mochte es es erstaunlich klingen, weil man im Fuchsbau selten einmal einen Moment hatte, in dem man wirklich ganz alleine war, aber es wurde eben auch seltener, dass wirklich alle da waren. <br />
<br />
Ihre Brüder Bill und Charlie lebten schon eine Weile nicht mehr unter einem Dach mit dem Rest ihrer Familie und auch wenn sie deutlich älter waren als ihre einzige Schwester, fehlten sie ihr hin und wieder immer mal wieder, während Diskussionen, wenn sie sich fragte, was die beiden wohl dazu sagen würden oder einfach so, im allgemeinen Familienchaos. Ginny konnte sehr gut nachvollziehen, weshalb die beiden nicht immer hier sein konnten, sie hatten beruflich viel um die Ohren und gerade Charlie war eben auch viel im Ausland unterwegs. Aber zu Weihnachten versuchten beiden, bei der Familie zu sein. Der Fuchsbau fühlte sich dann immer ein wenig vollkommener und noch etwas heimeliger an. <br />
<br />
Etwas komplizierter war es da für sie mit Percy. Er war schon seit sie denken konnte, immer eher das Gegenteil von ihr gewesen und während sie bei ihren ältesten Brüdern gerne zuhörte, wenn diese ihre Meinung in Gesprächen kundtaten, hatte er etwas an sich, was sie manchmal schon dazu trieb, innerlich die Augen zu verdrehen, wenn er nur Luft holte, um etwas zu sagen, manchmal auch nicht nur innerlich. Besonders, seit er beim Ministerium arbeitete, war Percy schwierig geworden mit seinen Aussagen und seinen Ansichten und manchmal hatte sie fast das Gefühl, dass es ihm <i>unangenehm</i> war, ein Weasley zu sein. Und doch war Percy ihr Bruder. Etwas in Ginny würde ihn immer lieben und immer als Teil der Familie betrachten, genau wie jeden anderen ihrer Brüder auch. Aus dem Grund freute sie sich auch über seine Anwesenheit während der Feiertage und auch, weil es doch immer unglaublich viel Spaß machte, ihn zu ärgern und auf die Palme zu bringen. Das war bei ihm leider fast genauso leicht wie bei Ron, was es aber keinesfalls langweiliger machte. Sie war ganz sicher, dass Fred und George ihr da voll und ganz zustimmen würden. <br />
<br />
Die Zwillinge und Ron hatte Ginny das ganze Jahr um sich. Sie gingen zusammen nach Hogwarts, waren in dasselbe Haus eingeteilt und spielten sogar alle vier in der Quidditchmannschaft von Gryffindor. Von all ihren Geschwistern standen die drei ihr wohl auch am nächsten, konnten sie aber auch oftmals am meisten in den Wahnsinn treiben. Keiner konnte Ginny so oft zum Lachen bringen wie ihre Brüder George und Fred. Trotz aller Albernheiten und ihrem Hang, Percy und Ron aufzuziehen und zu ärgern, wusste sie bei ihnen einfach, dass sie das Herz am rechten Fleck hatten und dafür liebte sie die beiden sehr, auch wenn das ebenfalls etwas war, was sie eher selten laut aussprechen würde. Und Ron… bei ihm hatte Ginny manchmal das Gefühl, dass <i>sie</i> die Ältere von beiden sei und manchmal erwischte sie sich dabei, dass sie fast ein wenig von Molly in sich erkannte, wenn sie mit ihm sprach. Ihrer Meinung nach brauchte er manchmal eben jemanden, der ihm einen kleinen Schubs gab oder ihn sinnbildlich an die Hand nahm. Aber das war okay. Ginny wusste ja, dass mehr in ihrem Bruder steckte, als er die meiste Zeit über selbst zu glauben schien und sie war ganz sicher, dass er das irgendwann auch entdecken würde. <br />
<br />
Wenn Ginny also an den Weihnachtsfeiertagen durch den Fuchsbau ging, dann war sie immer voller Vorfreude darauf, all diese Chaoten - allen voran auch ihren Vater und seine begeisterten neuen Erkenntnisse aus der Welt der Muggel - wieder um sich zu haben und für diese paar Tage alles andere, was da draußen in der Welt so los war, ausblenden zu können. Sie wollte mit Charlie über die Drachen sprechen und mit Ron und den Zwillingen durch das Schneegestöber auf ihrem Besen um den Fuchsbau herumzujagen. Sie wollte den Geruch der heißen Schokolade, die ihre Mutter zubereitete und die besser war als alles, was man ja zuvor getrunken hatte, in der Nase haben. Und natürlich freute sie sich auf die Weasley-Weihnachtspullis, die einfach schon Tradition hatten und die zwar so sehr kratzten, von ihnen allen aber mit Begeisterung getragen wurden. Und wenn sie ganz ehrlich war, dann durfte auch Harry Potter in dieser Zeit nicht mehr fehlen, um die Welt im Fuchsbau für kurze Zeit heile zu machen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ginny <i>liebte</i> Weihnachten, schon so lange sie denken konnte. Natürlich hing das auch damit zusammen, dass es Geschenke und jede Menge leckeres Weihnachtsgebäck gab und der Fuchsbau dann immer besonders schön und liebevoll dekoriert war. Auch wenn Ginny es niemals laut zugegeben hätte, fand sie es auch immer toll und irgendwie, naja, <i>rührend</i>, dass Molly bis heute auch jedes Jahr den selbstgebastelten Weihnachtsschmuck, den sie als kleine Kinder kreiert hatten, vom Dachboden holte und völlig selbstverständlich zwischen die anderen Dekorationen mischte. Das alles war super und besonders und machte die Feiertage an sich schon schön, aber der wahre Grund, weshalb die jüngste Weasley diese Tage so sehr liebte war, dass dann für gewöhnlich die ganze Familie zusammenkam. Vielleicht mochte es es erstaunlich klingen, weil man im Fuchsbau selten einmal einen Moment hatte, in dem man wirklich ganz alleine war, aber es wurde eben auch seltener, dass wirklich alle da waren. <br />
<br />
Ihre Brüder Bill und Charlie lebten schon eine Weile nicht mehr unter einem Dach mit dem Rest ihrer Familie und auch wenn sie deutlich älter waren als ihre einzige Schwester, fehlten sie ihr hin und wieder immer mal wieder, während Diskussionen, wenn sie sich fragte, was die beiden wohl dazu sagen würden oder einfach so, im allgemeinen Familienchaos. Ginny konnte sehr gut nachvollziehen, weshalb die beiden nicht immer hier sein konnten, sie hatten beruflich viel um die Ohren und gerade Charlie war eben auch viel im Ausland unterwegs. Aber zu Weihnachten versuchten beiden, bei der Familie zu sein. Der Fuchsbau fühlte sich dann immer ein wenig vollkommener und noch etwas heimeliger an. <br />
<br />
Etwas komplizierter war es da für sie mit Percy. Er war schon seit sie denken konnte, immer eher das Gegenteil von ihr gewesen und während sie bei ihren ältesten Brüdern gerne zuhörte, wenn diese ihre Meinung in Gesprächen kundtaten, hatte er etwas an sich, was sie manchmal schon dazu trieb, innerlich die Augen zu verdrehen, wenn er nur Luft holte, um etwas zu sagen, manchmal auch nicht nur innerlich. Besonders, seit er beim Ministerium arbeitete, war Percy schwierig geworden mit seinen Aussagen und seinen Ansichten und manchmal hatte sie fast das Gefühl, dass es ihm <i>unangenehm</i> war, ein Weasley zu sein. Und doch war Percy ihr Bruder. Etwas in Ginny würde ihn immer lieben und immer als Teil der Familie betrachten, genau wie jeden anderen ihrer Brüder auch. Aus dem Grund freute sie sich auch über seine Anwesenheit während der Feiertage und auch, weil es doch immer unglaublich viel Spaß machte, ihn zu ärgern und auf die Palme zu bringen. Das war bei ihm leider fast genauso leicht wie bei Ron, was es aber keinesfalls langweiliger machte. Sie war ganz sicher, dass Fred und George ihr da voll und ganz zustimmen würden. <br />
<br />
Die Zwillinge und Ron hatte Ginny das ganze Jahr um sich. Sie gingen zusammen nach Hogwarts, waren in dasselbe Haus eingeteilt und spielten sogar alle vier in der Quidditchmannschaft von Gryffindor. Von all ihren Geschwistern standen die drei ihr wohl auch am nächsten, konnten sie aber auch oftmals am meisten in den Wahnsinn treiben. Keiner konnte Ginny so oft zum Lachen bringen wie ihre Brüder George und Fred. Trotz aller Albernheiten und ihrem Hang, Percy und Ron aufzuziehen und zu ärgern, wusste sie bei ihnen einfach, dass sie das Herz am rechten Fleck hatten und dafür liebte sie die beiden sehr, auch wenn das ebenfalls etwas war, was sie eher selten laut aussprechen würde. Und Ron… bei ihm hatte Ginny manchmal das Gefühl, dass <i>sie</i> die Ältere von beiden sei und manchmal erwischte sie sich dabei, dass sie fast ein wenig von Molly in sich erkannte, wenn sie mit ihm sprach. Ihrer Meinung nach brauchte er manchmal eben jemanden, der ihm einen kleinen Schubs gab oder ihn sinnbildlich an die Hand nahm. Aber das war okay. Ginny wusste ja, dass mehr in ihrem Bruder steckte, als er die meiste Zeit über selbst zu glauben schien und sie war ganz sicher, dass er das irgendwann auch entdecken würde. <br />
<br />
Wenn Ginny also an den Weihnachtsfeiertagen durch den Fuchsbau ging, dann war sie immer voller Vorfreude darauf, all diese Chaoten - allen voran auch ihren Vater und seine begeisterten neuen Erkenntnisse aus der Welt der Muggel - wieder um sich zu haben und für diese paar Tage alles andere, was da draußen in der Welt so los war, ausblenden zu können. Sie wollte mit Charlie über die Drachen sprechen und mit Ron und den Zwillingen durch das Schneegestöber auf ihrem Besen um den Fuchsbau herumzujagen. Sie wollte den Geruch der heißen Schokolade, die ihre Mutter zubereitete und die besser war als alles, was man ja zuvor getrunken hatte, in der Nase haben. Und natürlich freute sie sich auf die Weasley-Weihnachtspullis, die einfach schon Tradition hatten und die zwar so sehr kratzten, von ihnen allen aber mit Begeisterung getragen wurden. Und wenn sie ganz ehrlich war, dann durfte auch Harry Potter in dieser Zeit nicht mehr fehlen, um die Welt im Fuchsbau für kurze Zeit heile zu machen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Charlotte O'Hare]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1103</link>
			<pubDate>Fri, 11 Sep 2026 01:59:22 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=348">Charlotte OHare</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1103</guid>
			<description><![CDATA[<b>Schuljahr 1985/1986  | 15 Jahre</b><br />
<b><u>Nach dem ersten Kuss mit Tony</u></b><br />
Okay. Also. Ich wurde heute geküsst.<br />
Von Tony.<br />
Und ich weiß wirklich nicht, warum ich das aufschreibe, als könnte ich es sonst vergessen. Als würde mein Gehirn das nicht sowieso seit ungefähr drei Stunden in Dauerschleife abspielen und jedes einzelne Mal versuchen herauszufinden, ob ich irgendwas Peinliches gemacht habe.<br />
Hab ich wahrscheinlich. Bestimmt sogar. Vielleicht hab ich die Augen zu früh zugemacht. Oder zu spät. Gibt es da überhaupt ein richtiges Timing? Wer bringt einem sowas bei?<br />
Dafür gibt es sieben Jahre Hogwarts, aber natürlich kein Unterrichtsfach für Sachen, die man tatsächlich irgendwann gebrauchen könnte. Stattdessen weiß ich, wie man einen Käfer in einen Knopf verwandelt. Ganz hervorragend.<br />
Er hat danach gelächelt. Also Tony. Nicht der Käfer.<br />
Und ich glaube, ich hab auch gelächelt. Vermutlich ziemlich bescheuert sogar. Aber irgendwie war das egal. Es war gar nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Nicht groß oder irgendwie… keine Ahnung. Magisch. Also schon magisch. Wir sind Zauberer. Aber nicht so. Es war einfach Tony und ich und für ein paar Sekunden war alles ganz still und danach war es eigentlich genauso wie vorher und gleichzeitig überhaupt nicht mehr.<br />
Ich glaube, ich mag ihn wirklich. Also wirklich wirklich.<br />
 <br />
<b>Sommer 1992 – 22 Jahre</b><br />
<b><u>Nach der Verlobung</u></b><br />
Ich bin jetzt verlobt.<br />
Das fühlt sich vollkommen absurd an, obwohl es gleichzeitig die logischste Sache überhaupt sein müsste. Immerhin sind Tony und ich schon so lange zusammen, dass ich mich manchmal ernsthaft fragen muss, ab welchem Punkt aus einem Freund eigentlich der Mensch geworden ist, bei dem man ganz selbstverständlich davon ausgeht, dass er auch in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren noch neben einem sitzt.<br />
Aber heute hat er mich gefragt. Und ich hab Ja gesagt.<br />
Natürlich hab ich Ja gesagt.<br />
Und der Ring ist so wundervoll. Ich kann gar nicht aufhören, ihn anzuschauen.<br />
Ich hab nicht einmal darüber nachgedacht. Das klingt vermutlich furchtbar unromantisch, ist aber gar nicht so gemeint. Es gab einfach nichts zu überlegen. Tony gehört zu meinem Leben. Ich kenne seine schlechten Angewohnheiten, er kennt meine. Er weiß, dass ich Namen vergesse und morgens nicht angesprochen werden möchte, bevor ich irgendwas getrunken habe. Ich weiß, wann er lügt, wenn er behauptet, dass ihn irgendwas nicht stört. Wir haben Hogwarts überstanden, meine Ausbildung, seine ersten Jahre im Ministerium und diese vollkommen beschissenen Wochen, in denen ich dachte, ich würde die Prüfungen im St. Mungo niemals schaffen.<br />
Und jetzt kommt eben der nächste Schritt.<br />
Meine Ausbildung ist abgeschlossen. Hogwarts steht vor der Tür. Tony hat seine Arbeit. Wir haben Pläne.<br />
Es fühlt sich gut an, welche zu haben.<br />
 <br />
<b>Winter 1994 – 24 Jahre</b><br />
<b><u>Nachdem sie herausfindet, dass Tony sie betrügt</u></b><br />
Ich habe ihn gefragt. Direkt.<br />
Keine Spielchen, keine Fallen, kein „ich weiß etwas, aber sag du es mir zuerst“. Einfach gefragt.<br />
Und er hat gelogen.<br />
Das ist vermutlich das, was gerade am meisten weh tut. Nicht einmal sie. Nicht die Vorstellung, dass er sie berührt hat oder geküsst oder was auch immer. Darüber will ich ehrlich gesagt gerade überhaupt nicht nachdenken. Vielleicht morgen. Vielleicht nie.<br />
Aber ich habe ihn angesehen und ihm die Möglichkeit gegeben, mir die Wahrheit zu sagen und er hat sich entschieden, es nicht zu tun.<br />
Und irgendwann später hat er dann aufgehört zu lügen, weil es offenbar keinen Sinn mehr hatte.<br />
Ich dachte immer, wenn sowas passiert, weiß man sofort, was man tun muss. Man wird wütend. Man schreit. Man schmeißt irgendwas. Vielleicht schlägt man eine Tür zu. In irgendwelchen Romanen regnet es draußen vermutlich auch noch.<br />
Ich hab hauptsächlich dagesessen.<br />
Und dann hab ich angefangen Fragen zu stellen.<br />
Seit wann? Wie oft? Warum? Weiß sie von mir? Wolltest du es mir irgendwann sagen?<br />
Und das wirklich Beschissene ist, dass die Antworten irgendwann aufgehört haben wichtig zu sein.<br />
Weil mir während dieses Gesprächs plötzlich Dinge eingefallen sind, die überhaupt nichts mit ihr zu tun hatten. Die Diskussionen wegen Hogwarts. Wegen Dad. Weil ich zu viel arbeite. Weil ich zu oft in Hogsmeade bin. Weil ich nicht immer Zeit hatte, wenn Tony welche wollte. Diese ganzen kleinen Gespräche, nach denen ich hinterher dachte, vielleicht hätte ich wirklich einfach anders planen müssen.<br />
Vielleicht hätte ich mehr Rücksicht nehmen müssen. Vielleicht hätte ich früher nach Hause kommen können. Vielleicht hätte ich… Nein.<br />
Nein, genau das mache ich jetzt nicht.<br />
Ich weiß noch nicht, was ich morgen mache.<br />
Aber ich weiß ziemlich sicher, was ich nicht mehr mache.<br />
Mich entschuldigen, weil mein Leben Platz braucht.<br />
 <br />
<b>Januar 1995 – 24 Jahre</b><br />
<b><u>Nach der Trennung und belastet durch den Unfall ihres Vaters</u></b><br />
Dad hat heute gefragt, ob ich wegen ihm hier bin.<br />
Ich hab gesagt, natürlich bin ich wegen ihm hier.<br />
Das war vermutlich nicht die Antwort, nach der er gefragt hat.<br />
Er wollte wissen, ob ich mein Leben gerade aufgebe, um mich um ihn zu kümmern. Ob ich Hogsmeade gewählt habe, weil ich wirklich hier sein möchte oder weil ich glaube, dass ich hier sein muss.<br />
Ich hasse es, wenn er solche Fragen stellt.<br />
Vor allem weil ich keine vernünftige Antwort darauf habe.<br />
Tony ist weg. Also nicht weg weg. Er existiert natürlich weiterhin. Irgendwo. Vermutlich im Ministerium. Vermutlich tut er gerade irgendwas vollkommen Normales und das fühlt sich manchmal fast beleidigend an. Als müsste die Welt zumindest ein bisschen anders aussehen, nachdem acht Jahre meines Lebens einfach aufgehört haben, in die Richtung weiterzulaufen, in die sie sollten.<br />
Und Dad…<br />
Dad braucht Hilfe.<br />
Er braucht die nicht ständig, immerhin. Er ist kein Kind und ich muss wirklich aufhören, ihn manchmal so zu behandeln. Er hasst das. Zu Recht.<br />
Aber es gibt Tage, an denen seine Hände nicht so wollen wie er. Tage, an denen ihm schon der Weg nach oben schwerfällt. Medikamente, Tränke, Kontrolltermine. Dinge, bei denen ich helfen kann.<br />
Also helfe ich. Natürlich helfe ich.<br />
Ich bin seine Tochter. Ich bin Heilerin. Ich wohne jetzt hier. Hogwarts ist direkt da. Alles vollkommen logisch.<br />
Und trotzdem bin ich so müde.<br />
Ich glaube, ich muss irgendwann herausfinden, wie man für jemanden da ist, ohne dabei jede freie Ecke mit Verantwortung vollzustopfen.<br />
Aber vielleicht nicht heute.<br />
Heute mache ich Dad seinen Trank, kontrolliere nochmal die Dosierung und gehe danach schlafen.<br />
Und morgen versuche ich zumindest, nicht bereits beim Frühstück so zu tun, als hätte ich alles hervorragend im Griff.<br />
 <br />
<b>07.11.1995 – 25 Jahre</b><br />
<b><u>Ausbildungserlass Nr. 23</u></b><br />
Jetzt überprüft sie also den Unterricht.<br />
Alle Lehrkräfte.<br />
Und die Ergebnisse gehen ans Ministerium.<br />
Ich habe den Erlass heute zweimal gelesen und beim zweiten Mal stand da leider immer noch derselbe Bullshit.<br />
Vielleicht bin ich zu empfindlich. Vielleicht ist das tatsächlich nur irgendeine bürokratische Maßnahme und ich verstehe zu wenig davon, wie solche Dinge funktionieren. Wäre möglich. Ich verstehe Ministeriumspolitik ungefähr genauso gut wie komplizierte Kopfrechnung und bei letzterem weiß wenigstens jeder, dass er mir besser Pergament und Feder gibt.<br />
Aber irgendwas daran fühlt sich falsch an.<br />
Nicht, weil Unterricht nicht überprüft werden darf. Natürlich sollte jemand darauf achten, dass Lehrer ihren Beruf vernünftig machen. Ich würde auch nicht wollen, dass irgendein vollkommen unfähiger Heiler jahrelang Patienten behandelt, nur weil niemand kontrollieren möchte, was der eigentlich tut.<br />
Aber das hier fühlt sich nicht an wie eine normale Überprüfung.<br />
Es fühlt sich an wie Suchen.<br />
Als würde Umbridge nicht wissen wollen, ob jemand gut unterrichtet, sondern ob jemand so unterrichtet, wie das Ministerium es gerne möchte.<br />
Und genau das macht mir so ein unangenehmes Gefühl im Bauch.<br />
Ich habe bei Remus gesehen, wie schnell aus einem guten Lehrer plötzlich ein Problem werden kann, sobald jemand nur lange genug das richtige Etikett auf ihn klebt. Ich sehe gerade bei Harry, wie leicht man einen Jungen zum Lügner erklären kann, wenn genügend Erwachsene beschließen, dass seine Wahrheit unbequem ist.<br />
Und jetzt läuft diese Frau durch die Schule und entscheidet offenbar darüber, wer seinen Beruf richtig macht.<br />
Was mache ich, wenn irgendwann jemand entscheidet, dass auch der Krankenflügel überprüft werden muss?<br />
Was mache ich, wenn sie wissen möchte, was Schüler mir erzählen?<br />
Was mache ich, wenn Neutralität irgendwann bedeutet, Dinge mitzutragen, die ich eigentlich falsch finde?<br />
Ich weiß es nicht.<br />
Und das ist für mich ein echtes Problem.<br />
Ich weiß ziemlich genau, was ich für richtig und falsch halte, solange jemand direkt vor mir steht. Wenn ein Schüler verletzt ist, helfe ich ihm. Wenn jemand schlecht behandelt wird, greife ich ein. Wenn jemand Angst hat, setze ich mich dazu. Das kann ich.<br />
Aber was macht man gegen etwas, das nicht mit einem verletzten Menschen anfängt, sondern mit einem Erlass auf Pergament?<br />
Ich bin völlig ratlos. Und ich habe Angst. Um die Schüler. Als Heilerin find ich überall Arbeit. Aber ich glaube langsam nicht mehr, dass Wegsehen auf Dauer funktionieren wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Schuljahr 1985/1986  | 15 Jahre</b><br />
<b><u>Nach dem ersten Kuss mit Tony</u></b><br />
Okay. Also. Ich wurde heute geküsst.<br />
Von Tony.<br />
Und ich weiß wirklich nicht, warum ich das aufschreibe, als könnte ich es sonst vergessen. Als würde mein Gehirn das nicht sowieso seit ungefähr drei Stunden in Dauerschleife abspielen und jedes einzelne Mal versuchen herauszufinden, ob ich irgendwas Peinliches gemacht habe.<br />
Hab ich wahrscheinlich. Bestimmt sogar. Vielleicht hab ich die Augen zu früh zugemacht. Oder zu spät. Gibt es da überhaupt ein richtiges Timing? Wer bringt einem sowas bei?<br />
Dafür gibt es sieben Jahre Hogwarts, aber natürlich kein Unterrichtsfach für Sachen, die man tatsächlich irgendwann gebrauchen könnte. Stattdessen weiß ich, wie man einen Käfer in einen Knopf verwandelt. Ganz hervorragend.<br />
Er hat danach gelächelt. Also Tony. Nicht der Käfer.<br />
Und ich glaube, ich hab auch gelächelt. Vermutlich ziemlich bescheuert sogar. Aber irgendwie war das egal. Es war gar nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Nicht groß oder irgendwie… keine Ahnung. Magisch. Also schon magisch. Wir sind Zauberer. Aber nicht so. Es war einfach Tony und ich und für ein paar Sekunden war alles ganz still und danach war es eigentlich genauso wie vorher und gleichzeitig überhaupt nicht mehr.<br />
Ich glaube, ich mag ihn wirklich. Also wirklich wirklich.<br />
 <br />
<b>Sommer 1992 – 22 Jahre</b><br />
<b><u>Nach der Verlobung</u></b><br />
Ich bin jetzt verlobt.<br />
Das fühlt sich vollkommen absurd an, obwohl es gleichzeitig die logischste Sache überhaupt sein müsste. Immerhin sind Tony und ich schon so lange zusammen, dass ich mich manchmal ernsthaft fragen muss, ab welchem Punkt aus einem Freund eigentlich der Mensch geworden ist, bei dem man ganz selbstverständlich davon ausgeht, dass er auch in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren noch neben einem sitzt.<br />
Aber heute hat er mich gefragt. Und ich hab Ja gesagt.<br />
Natürlich hab ich Ja gesagt.<br />
Und der Ring ist so wundervoll. Ich kann gar nicht aufhören, ihn anzuschauen.<br />
Ich hab nicht einmal darüber nachgedacht. Das klingt vermutlich furchtbar unromantisch, ist aber gar nicht so gemeint. Es gab einfach nichts zu überlegen. Tony gehört zu meinem Leben. Ich kenne seine schlechten Angewohnheiten, er kennt meine. Er weiß, dass ich Namen vergesse und morgens nicht angesprochen werden möchte, bevor ich irgendwas getrunken habe. Ich weiß, wann er lügt, wenn er behauptet, dass ihn irgendwas nicht stört. Wir haben Hogwarts überstanden, meine Ausbildung, seine ersten Jahre im Ministerium und diese vollkommen beschissenen Wochen, in denen ich dachte, ich würde die Prüfungen im St. Mungo niemals schaffen.<br />
Und jetzt kommt eben der nächste Schritt.<br />
Meine Ausbildung ist abgeschlossen. Hogwarts steht vor der Tür. Tony hat seine Arbeit. Wir haben Pläne.<br />
Es fühlt sich gut an, welche zu haben.<br />
 <br />
<b>Winter 1994 – 24 Jahre</b><br />
<b><u>Nachdem sie herausfindet, dass Tony sie betrügt</u></b><br />
Ich habe ihn gefragt. Direkt.<br />
Keine Spielchen, keine Fallen, kein „ich weiß etwas, aber sag du es mir zuerst“. Einfach gefragt.<br />
Und er hat gelogen.<br />
Das ist vermutlich das, was gerade am meisten weh tut. Nicht einmal sie. Nicht die Vorstellung, dass er sie berührt hat oder geküsst oder was auch immer. Darüber will ich ehrlich gesagt gerade überhaupt nicht nachdenken. Vielleicht morgen. Vielleicht nie.<br />
Aber ich habe ihn angesehen und ihm die Möglichkeit gegeben, mir die Wahrheit zu sagen und er hat sich entschieden, es nicht zu tun.<br />
Und irgendwann später hat er dann aufgehört zu lügen, weil es offenbar keinen Sinn mehr hatte.<br />
Ich dachte immer, wenn sowas passiert, weiß man sofort, was man tun muss. Man wird wütend. Man schreit. Man schmeißt irgendwas. Vielleicht schlägt man eine Tür zu. In irgendwelchen Romanen regnet es draußen vermutlich auch noch.<br />
Ich hab hauptsächlich dagesessen.<br />
Und dann hab ich angefangen Fragen zu stellen.<br />
Seit wann? Wie oft? Warum? Weiß sie von mir? Wolltest du es mir irgendwann sagen?<br />
Und das wirklich Beschissene ist, dass die Antworten irgendwann aufgehört haben wichtig zu sein.<br />
Weil mir während dieses Gesprächs plötzlich Dinge eingefallen sind, die überhaupt nichts mit ihr zu tun hatten. Die Diskussionen wegen Hogwarts. Wegen Dad. Weil ich zu viel arbeite. Weil ich zu oft in Hogsmeade bin. Weil ich nicht immer Zeit hatte, wenn Tony welche wollte. Diese ganzen kleinen Gespräche, nach denen ich hinterher dachte, vielleicht hätte ich wirklich einfach anders planen müssen.<br />
Vielleicht hätte ich mehr Rücksicht nehmen müssen. Vielleicht hätte ich früher nach Hause kommen können. Vielleicht hätte ich… Nein.<br />
Nein, genau das mache ich jetzt nicht.<br />
Ich weiß noch nicht, was ich morgen mache.<br />
Aber ich weiß ziemlich sicher, was ich nicht mehr mache.<br />
Mich entschuldigen, weil mein Leben Platz braucht.<br />
 <br />
<b>Januar 1995 – 24 Jahre</b><br />
<b><u>Nach der Trennung und belastet durch den Unfall ihres Vaters</u></b><br />
Dad hat heute gefragt, ob ich wegen ihm hier bin.<br />
Ich hab gesagt, natürlich bin ich wegen ihm hier.<br />
Das war vermutlich nicht die Antwort, nach der er gefragt hat.<br />
Er wollte wissen, ob ich mein Leben gerade aufgebe, um mich um ihn zu kümmern. Ob ich Hogsmeade gewählt habe, weil ich wirklich hier sein möchte oder weil ich glaube, dass ich hier sein muss.<br />
Ich hasse es, wenn er solche Fragen stellt.<br />
Vor allem weil ich keine vernünftige Antwort darauf habe.<br />
Tony ist weg. Also nicht weg weg. Er existiert natürlich weiterhin. Irgendwo. Vermutlich im Ministerium. Vermutlich tut er gerade irgendwas vollkommen Normales und das fühlt sich manchmal fast beleidigend an. Als müsste die Welt zumindest ein bisschen anders aussehen, nachdem acht Jahre meines Lebens einfach aufgehört haben, in die Richtung weiterzulaufen, in die sie sollten.<br />
Und Dad…<br />
Dad braucht Hilfe.<br />
Er braucht die nicht ständig, immerhin. Er ist kein Kind und ich muss wirklich aufhören, ihn manchmal so zu behandeln. Er hasst das. Zu Recht.<br />
Aber es gibt Tage, an denen seine Hände nicht so wollen wie er. Tage, an denen ihm schon der Weg nach oben schwerfällt. Medikamente, Tränke, Kontrolltermine. Dinge, bei denen ich helfen kann.<br />
Also helfe ich. Natürlich helfe ich.<br />
Ich bin seine Tochter. Ich bin Heilerin. Ich wohne jetzt hier. Hogwarts ist direkt da. Alles vollkommen logisch.<br />
Und trotzdem bin ich so müde.<br />
Ich glaube, ich muss irgendwann herausfinden, wie man für jemanden da ist, ohne dabei jede freie Ecke mit Verantwortung vollzustopfen.<br />
Aber vielleicht nicht heute.<br />
Heute mache ich Dad seinen Trank, kontrolliere nochmal die Dosierung und gehe danach schlafen.<br />
Und morgen versuche ich zumindest, nicht bereits beim Frühstück so zu tun, als hätte ich alles hervorragend im Griff.<br />
 <br />
<b>07.11.1995 – 25 Jahre</b><br />
<b><u>Ausbildungserlass Nr. 23</u></b><br />
Jetzt überprüft sie also den Unterricht.<br />
Alle Lehrkräfte.<br />
Und die Ergebnisse gehen ans Ministerium.<br />
Ich habe den Erlass heute zweimal gelesen und beim zweiten Mal stand da leider immer noch derselbe Bullshit.<br />
Vielleicht bin ich zu empfindlich. Vielleicht ist das tatsächlich nur irgendeine bürokratische Maßnahme und ich verstehe zu wenig davon, wie solche Dinge funktionieren. Wäre möglich. Ich verstehe Ministeriumspolitik ungefähr genauso gut wie komplizierte Kopfrechnung und bei letzterem weiß wenigstens jeder, dass er mir besser Pergament und Feder gibt.<br />
Aber irgendwas daran fühlt sich falsch an.<br />
Nicht, weil Unterricht nicht überprüft werden darf. Natürlich sollte jemand darauf achten, dass Lehrer ihren Beruf vernünftig machen. Ich würde auch nicht wollen, dass irgendein vollkommen unfähiger Heiler jahrelang Patienten behandelt, nur weil niemand kontrollieren möchte, was der eigentlich tut.<br />
Aber das hier fühlt sich nicht an wie eine normale Überprüfung.<br />
Es fühlt sich an wie Suchen.<br />
Als würde Umbridge nicht wissen wollen, ob jemand gut unterrichtet, sondern ob jemand so unterrichtet, wie das Ministerium es gerne möchte.<br />
Und genau das macht mir so ein unangenehmes Gefühl im Bauch.<br />
Ich habe bei Remus gesehen, wie schnell aus einem guten Lehrer plötzlich ein Problem werden kann, sobald jemand nur lange genug das richtige Etikett auf ihn klebt. Ich sehe gerade bei Harry, wie leicht man einen Jungen zum Lügner erklären kann, wenn genügend Erwachsene beschließen, dass seine Wahrheit unbequem ist.<br />
Und jetzt läuft diese Frau durch die Schule und entscheidet offenbar darüber, wer seinen Beruf richtig macht.<br />
Was mache ich, wenn irgendwann jemand entscheidet, dass auch der Krankenflügel überprüft werden muss?<br />
Was mache ich, wenn sie wissen möchte, was Schüler mir erzählen?<br />
Was mache ich, wenn Neutralität irgendwann bedeutet, Dinge mitzutragen, die ich eigentlich falsch finde?<br />
Ich weiß es nicht.<br />
Und das ist für mich ein echtes Problem.<br />
Ich weiß ziemlich genau, was ich für richtig und falsch halte, solange jemand direkt vor mir steht. Wenn ein Schüler verletzt ist, helfe ich ihm. Wenn jemand schlecht behandelt wird, greife ich ein. Wenn jemand Angst hat, setze ich mich dazu. Das kann ich.<br />
Aber was macht man gegen etwas, das nicht mit einem verletzten Menschen anfängt, sondern mit einem Erlass auf Pergament?<br />
Ich bin völlig ratlos. Und ich habe Angst. Um die Schüler. Als Heilerin find ich überall Arbeit. Aber ich glaube langsam nicht mehr, dass Wegsehen auf Dauer funktionieren wird.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Astoria Greengrass]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1101</link>
			<pubDate>Wed, 09 Sep 2026 16:54:27 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=347">Astoria Greengrass</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1101</guid>
			<description><![CDATA[Der Husten schüttelte den zierlichen Körper, während neben dem Bett eine Tasse heißer Tee stand und sich die junge Slytherin bis zur Nasenspitze in ihre Decke kuschelte. Eigentlich waren es sogar zwei Decken, in die sie sich kuschelte. Eine aus einem ganz weichen Teddystoff, in die sie ihre Beine und Füße eingewickelt hatte und eine dicke Daunenbettdecke, die sowieso immer auf ihrem Bett lag. Der weiche Stoff der Decken und das angenehme Gewicht auf ihrem zerbrechlichen Körper gaben ihr ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Und der Tee neben dem Bett half ihr dabei, nicht zu erfrieren. Denn ja, manchmal fühlte es sich so an. Die Kälte, mit der sie beinahe tagtäglich zu kämpfen hatte, war nicht von dieser Welt. Auch, wenn es nie jemanden gegeben hatte, der ihre Theorie bestätigen konnte, war Astoria der felsenfesten Überzeugung, dass genau dieses Symptom eine magische Begleiterscheinung des Fluches war, der sie auch heute wieder an ihr Bett fesselte. Draußen war es nicht einmal besonders kalt, aber sie brauchte dicke Socken, eine Teddy- und eine Daunendecke, um aufzuhören  zu zittern. Kurz war ihr der Gedanken gekommen im Krankenflügel vorbei zu schauen, doch sie kannte die Antworten auf die nicht gestellten Fragen sowieso schon. Offiziell war es ihr Immunsystem, das einfach sehr schwach war. Ein kränkliches Kind, nichts weltbewegendes. Nur jemand, der gut auf sich aufpassen, viel Tee trinken und langsam machen musste. Und es gab genau zwei Menschen in diesem riesigen Schloss, die wussten, dass das nicht helfen würde. Die Kälte, die ihre Organe in einem Klammergriff zu umfassen schien, war magisch bedingt. Es lag nicht nur an ihrem zierlichen Körperbau, sondern an der Tatsache, dass ihr Blut verflucht war. Klang dramatisch? War es irgendwie auch. Aber Astoria hatte sich damit abgefunden. Sie kannte es schließlich nicht anders. Erstmals war der Fluch im Alter von 2 Jahren aufgefallen, als sie als kleines Kind beim Spielen plötzlich ohnmächtig wurde. Und seitdem war das hier ihr Leben: dicke Decken, Tage und Abende innerhalb des Schlafsaal der Slytherin-Mädchen, während ihre Freundinnen draußen in der Bibliothek lernen, den Hausarbeiten nachgingen oder auf den Ländereien picknickten. Tage, an denen sie die Kälte gar nicht loswurde und jeder zurückzuckte, den sie anfasste, weil ihre Finger ganz eisig waren. Manchmal sogar Tage, an denen sie gar nicht am Unterricht teilnehmen konnte, weil sie ihre Zeit im Krankenflügel verbrachte. <br />
<br />
Hatte sie jemals darüber nachgedacht, wie es wohl gewesen wäre, wenn sie nicht an diesem Fluch erkrankt wäre? Definitiv. Hat sie sich so sehr in Heilkunde gestürzt, wie es ihre ältere Schwestern getan hatte, um eine Chance auf Heilung zu finden? Ganz sicher nicht. Astoria war mehr das Team: Annehmen, Krönchen richten und das Beste draus machen. Und was ihr niemand hatte vorher sagen können, waren die Gedanken und die Schuldgefühle, die mit einem solchen Fluch einher gingen. Natürlich gab es da die körperliche Seite, ihr Blut, das nicht ausreichend produziert wurde, das die alltäglichen Aufgaben nicht vollständig übernehmen konnte und so viele unterschiedliche Probleme verursachte, doch... es gab noch eine andere Seite. Die psychische Komponente machte der 14-Jährigen zunehmend zu schaffen. Gedanken, die sie nie hatte haben wollen, suchten sie seit Monaten heim und verfolgten sie bis in ihre Träume. Gedanken, die so starke Schuldgefühle auslösten, dass sie teilweise weinend aufwachte und stundenlang danach nicht mehr einschlafen konnte. Denn diese Gedanken drehten sich ausschließlich um die Frage, wie ihr Leben wohl verlaufen wäre, wenn nicht sie diejenige gewesen wäre, die an dem Fluch erkrankte, sondern... Daphne. Ihre große Schwester. Ihre große, wunderbare, tolle und aufopfernde Schwester, die alles für Astoria tun würde. Die die Welt in Flammen setzen würde, nur, damit es ihr besser ging. Die wie eine Löwin brüllte, wenn Astoria jemand ein Haar krümmen wollte. Dass sie diese Gedanken vor einigen Monaten das erste Mal gehabt hatte, hatte die junge Schülerin zutiefst erschrocken. Es hat sie tagelang beschäftigt, sodass sie bei allen alltäglichen Dingen so große Konzentrationsschwierigkeiten hatte, dass sie tagelang dem Unterricht fern bleiben musste. Und als das erste Mal dieser Traum aufgetaucht war, war Astoria vollständig am Boden zerstört gewesen. Dieses Leben gezeigt zu bekommen, was man gleichzeitig so herbei sehnt und sich im gleichen Atemzug denkt, dass alles daran so falsch war, wie ein Troll in Hogwarts... Erzählt hat sie davon bisher noch niemandem, außer ihrem Tagebuch. Und selbst das hat kaum geholfen. Diese Gedanken aufzuschreiben hat es fast nur noch schlimmer gemacht. Wochen waren vergangen, ehe sie formulieren konnte, was da in ihrem Kopf geschehen war und selbst heute fiel es ihr noch schwer, es in Worte zu fassen. Aussprechen würde sie das niemals.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Husten schüttelte den zierlichen Körper, während neben dem Bett eine Tasse heißer Tee stand und sich die junge Slytherin bis zur Nasenspitze in ihre Decke kuschelte. Eigentlich waren es sogar zwei Decken, in die sie sich kuschelte. Eine aus einem ganz weichen Teddystoff, in die sie ihre Beine und Füße eingewickelt hatte und eine dicke Daunenbettdecke, die sowieso immer auf ihrem Bett lag. Der weiche Stoff der Decken und das angenehme Gewicht auf ihrem zerbrechlichen Körper gaben ihr ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Und der Tee neben dem Bett half ihr dabei, nicht zu erfrieren. Denn ja, manchmal fühlte es sich so an. Die Kälte, mit der sie beinahe tagtäglich zu kämpfen hatte, war nicht von dieser Welt. Auch, wenn es nie jemanden gegeben hatte, der ihre Theorie bestätigen konnte, war Astoria der felsenfesten Überzeugung, dass genau dieses Symptom eine magische Begleiterscheinung des Fluches war, der sie auch heute wieder an ihr Bett fesselte. Draußen war es nicht einmal besonders kalt, aber sie brauchte dicke Socken, eine Teddy- und eine Daunendecke, um aufzuhören  zu zittern. Kurz war ihr der Gedanken gekommen im Krankenflügel vorbei zu schauen, doch sie kannte die Antworten auf die nicht gestellten Fragen sowieso schon. Offiziell war es ihr Immunsystem, das einfach sehr schwach war. Ein kränkliches Kind, nichts weltbewegendes. Nur jemand, der gut auf sich aufpassen, viel Tee trinken und langsam machen musste. Und es gab genau zwei Menschen in diesem riesigen Schloss, die wussten, dass das nicht helfen würde. Die Kälte, die ihre Organe in einem Klammergriff zu umfassen schien, war magisch bedingt. Es lag nicht nur an ihrem zierlichen Körperbau, sondern an der Tatsache, dass ihr Blut verflucht war. Klang dramatisch? War es irgendwie auch. Aber Astoria hatte sich damit abgefunden. Sie kannte es schließlich nicht anders. Erstmals war der Fluch im Alter von 2 Jahren aufgefallen, als sie als kleines Kind beim Spielen plötzlich ohnmächtig wurde. Und seitdem war das hier ihr Leben: dicke Decken, Tage und Abende innerhalb des Schlafsaal der Slytherin-Mädchen, während ihre Freundinnen draußen in der Bibliothek lernen, den Hausarbeiten nachgingen oder auf den Ländereien picknickten. Tage, an denen sie die Kälte gar nicht loswurde und jeder zurückzuckte, den sie anfasste, weil ihre Finger ganz eisig waren. Manchmal sogar Tage, an denen sie gar nicht am Unterricht teilnehmen konnte, weil sie ihre Zeit im Krankenflügel verbrachte. <br />
<br />
Hatte sie jemals darüber nachgedacht, wie es wohl gewesen wäre, wenn sie nicht an diesem Fluch erkrankt wäre? Definitiv. Hat sie sich so sehr in Heilkunde gestürzt, wie es ihre ältere Schwestern getan hatte, um eine Chance auf Heilung zu finden? Ganz sicher nicht. Astoria war mehr das Team: Annehmen, Krönchen richten und das Beste draus machen. Und was ihr niemand hatte vorher sagen können, waren die Gedanken und die Schuldgefühle, die mit einem solchen Fluch einher gingen. Natürlich gab es da die körperliche Seite, ihr Blut, das nicht ausreichend produziert wurde, das die alltäglichen Aufgaben nicht vollständig übernehmen konnte und so viele unterschiedliche Probleme verursachte, doch... es gab noch eine andere Seite. Die psychische Komponente machte der 14-Jährigen zunehmend zu schaffen. Gedanken, die sie nie hatte haben wollen, suchten sie seit Monaten heim und verfolgten sie bis in ihre Träume. Gedanken, die so starke Schuldgefühle auslösten, dass sie teilweise weinend aufwachte und stundenlang danach nicht mehr einschlafen konnte. Denn diese Gedanken drehten sich ausschließlich um die Frage, wie ihr Leben wohl verlaufen wäre, wenn nicht sie diejenige gewesen wäre, die an dem Fluch erkrankte, sondern... Daphne. Ihre große Schwester. Ihre große, wunderbare, tolle und aufopfernde Schwester, die alles für Astoria tun würde. Die die Welt in Flammen setzen würde, nur, damit es ihr besser ging. Die wie eine Löwin brüllte, wenn Astoria jemand ein Haar krümmen wollte. Dass sie diese Gedanken vor einigen Monaten das erste Mal gehabt hatte, hatte die junge Schülerin zutiefst erschrocken. Es hat sie tagelang beschäftigt, sodass sie bei allen alltäglichen Dingen so große Konzentrationsschwierigkeiten hatte, dass sie tagelang dem Unterricht fern bleiben musste. Und als das erste Mal dieser Traum aufgetaucht war, war Astoria vollständig am Boden zerstört gewesen. Dieses Leben gezeigt zu bekommen, was man gleichzeitig so herbei sehnt und sich im gleichen Atemzug denkt, dass alles daran so falsch war, wie ein Troll in Hogwarts... Erzählt hat sie davon bisher noch niemandem, außer ihrem Tagebuch. Und selbst das hat kaum geholfen. Diese Gedanken aufzuschreiben hat es fast nur noch schlimmer gemacht. Wochen waren vergangen, ehe sie formulieren konnte, was da in ihrem Kopf geschehen war und selbst heute fiel es ihr noch schwer, es in Worte zu fassen. Aussprechen würde sie das niemals.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Artemis Lynch]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1099</link>
			<pubDate>Fri, 04 Sep 2026 21:57:33 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=343">Artemis Lynch</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1099</guid>
			<description><![CDATA[<center><b>[ Kindheit ]</b></center><br />
Ein Großteil dessen, was Artemis noch aus ihrer frühen Kindheit weiß, besteht aus undeutlichen Schemen und Schatten. Erinnerungen, von denen sie sich nicht einmal sicher ist, ob es wirklich ihre eigenen sind oder nicht viel eher das Ergebnis von vereinzelten Fotos und den Erzählungen ihrer Mutter. In erster Linie weiß sie, dass es hauptsächlich sie beide gab: Magaret und sie, die Tochter, die wohl einst mal einen Bruder hatte, der allerdings mit knapp einem Jahr an einer Lungenentzündung starb. Obwohl es stets hieß, dass Zwillinge einen besonderen Draht zueinander hatten, hat Artemis nicht einmal einen Bezug zu den Fotos, die sie von ihm kennt. Zu eigenartig scheint ihr der Gedanke, dass dieses Kind eigentlich in ihrem Alter sein und an ihrer Seite stehen sollte. Besonders in Anbetracht dessen, dass ihre Mutter so unheimlich unter dem Verlust des Jungen litt, fühlte sich Artemis nicht selten schlecht, so überhaupt nichts zu empfinden, wenn sie sich gemeinsam Bilder ansahen. Arian ist nicht mehr als ein fremdes Gesicht für sie. Eines, was sie nie wirklich kennengelernt hatte.<br />
Weitaus sparsamer als mit Arians Fotos ging ihre Mutter mit Bildern ihres Vaters um – von ihm nämlich kennt sie auch nach all den Jahren kein einziges. Wirklich viel über ihn erfuhr sie nie, denn kaum ein Thema hütete Magaret mehr wie ein Geheimnis als ihren Vater. Irgendwann erfuhr sie zumindest, dass er angeblich tot sei und angeblich deshalb kein Teil ihres Lebens. In Wahrheit lebten ihre Eltern bereits seit der Schwangerschaft getrennt voneinander. Inzwischen hinterfragt Triss ihre Herkunft gar nicht mehr, weil es nichts an dem ändern würde, was sie ist.<br />
<br />
Die Kindheit, an die sie sich besser erinnern kann, lief auch nicht ganz so, wie man es sich für ein kleines Mädchen wünschte. Gemeinsam mit ihrer Mutter lebte sie in New York und hatte keinen blassen Schimmer davon, dass ihr Magie innewohnte. Zuhause war es nicht selten unordentlich, weil der Haushalt ihrer Mutter über den Kopf wuchs, doch damals konnte Artemis sich noch nicht erklären, dass die stillen Momente und die Tage, an denen ihre Mutter es so spät erst aus dem Bett schaffte, mit dem Tod ihres Bruders zusammenhingen. Je älter sie wurde, desto mehr übernahm sie eigenverantwortlich Aufgaben im Haushalt, um ihre Mutter zu entlasten. Irgendwann wurde ihr bewusst, dass die Ausbrüche und Launen der älteren Lynch mit dem Alkohol zusammenhingen, der mehr oder minder zum Alltag gehörte. Irgendwann rang sich die junge Triss dazu durch, ihre Mutter mit ihren Sorgen zu konfrontieren, doch sie stieß auf leere Versprechungen und geheucheltes Verständnis, das Magaret mit jedem Mal vehementer vertrat, das Triss sie daran zu erinnern versuchte. Und schließlich wurde sie stiller, akzeptierte, resignierte. Schulfreunde brachte sie nach anfänglichen Versuchen nicht mehr mit nach Hause, weil sie sich für den Zustand ihres Zuhauses und ihre Mutter schämte und so begann sie bereits früh, sich ein wenig zurückzuziehen.<br />
<br />
Umso überraschender war die Information, dass sie eine Hexe war. Magaret wirkte weniger überrascht und wehrte sich anfänglich dagegen, ihre Tochter an diese Welt zu geben, doch letztlich gab sie sich gegenüber den Zauberern und der Hoffnung ihrer Tochter geschlagen und Artemis verließ ihr Zuhause, um in Ilvermorny zur Schule zu gehen.<br />
<br />
<center><b>[ Ilvermorny ]</b></center><br />
In der magischen Schule blühte das Mädchen im ersten Jahr etwas auf, fand Freunde und genoss den geregelten Tagesablauf, in dem sie nur für sich selbst Verantwortung übernehmen musste. Alles war spannend und aufregend für eine muggelstämmige Hexe wie sie und sie war offen für all die neuen Wunder, die ihr neues Leben zu bieten hatte. Erst, als sie in den Schulferien zurückkehrte, schlug ihr die Realität wieder ins Gesicht. Statt die neuen Freundschaften zu vertiefen, kümmerte sie sich zuhause um all die Dinge, die liegengeblieben waren, während ihre Mutter erstaunlich stark darunter zu leiden schien, nun auch ihre Tochter verloren zu haben. Dass Magaret gewusst, oder viel mehr geahnt hatte, dass Artemis magisches Blut in sich hatte, weil ihr Vater ebenso ein Zauberer gewesen war, erfuhr das Mädchen bis heute nicht. Die Ferien verbrachte sie also damit, zuhause aufzuräumen, statt zu lernen. Doch obwohl sie mehr als einmal darüber nachgedacht hatte, abzubrechen, um für ihre Mutter da zu sein, tat sie es nicht. So ging sie jedes Mal wieder zurück in die Schule, hatte im Hinterkopf aber stets die Sorge um ihre Mutter, worunter nicht nur ihre bis dahin geschlossenen Freundschaften litten sondern auch ihre Noten. Artemis hielt sich wieder nur oberflächlich an ihre Freunde, lud sie in den Ferien nicht zu sich ein und schlug jegliche Einladung aus, um die wenigen Wochen zuhause zu nutzen, sich irgendwie um ihre Mutter zu kümmern. Das Einzige, worin sie stets etwas Ablenkung fand, waren die Pflanzen, mit denen sie ihren privaten Raum ausschmückte und das Malen in ihrer Freizeit, um den Kopf etwas freizubekommen. In AGs fand man sie so gut wie nie - abgesehen von der AG für Kräuterkunde, in der sie aber auch nicht zwingend an Zusammenarbeit interessiert war.<br />
<br />
In den Osterferien des vorletzten Schuljahres schließlich überraschte Magaret sie mit der Entscheidung, dass sie aus beruflichen Gründen nach Großbritannien gehen würden. Aufgrund ihrer zeitweisen recht guten Verfassung hatte sie dort einen neuen Job gefunden. Obwohl Triss nicht sonderlich wohl war bei dem Gedanken, kurz vor ihrem Abschlussjahr umzuziehen, unterstützte sie die Pläne ihrer Mutter in der Hoffnung, dass es ihr wirklich dauerhaft zuträglich sein würde. Inzwischen nämlich hatte sich ihr gesundheitliche Zustand dank des Alkoholkonsums über die Jahre etwas zugespitzt, auch wenn sie die Einschränkungen im Alltag noch gut zu überspielen wusste. Kleinere Erinnerungslücken, Geschichten, die sich von Mal zu Mal in ihren Details unterschieden – nichts, was jemandem groß auffiel, wenn er nicht tagtäglich Zeit mit ihr verbrachte.<br />
In den Sommerferien 1988 zogen sie also von Amerika nach England. <br />
<br />
<center><b>[ Hogwarts ]</b></center><br />
Im Gegensatz zu Ilvermorny gestaltete sich das Abschlussjahr in Hogwarts deutlich schwieriger. Als muggelstämmige Hexe war ihr Start in Slytherin nicht gerade der beste und auch so mied sie ihre Mitschüler lieber, schwieg hauptsächlich und lernte für sich allein. Die Sorge um ihre Mutter zuhause machte es nicht unbedingt einfach, sich auf den neuen Stoff und die nahenden Abschlussprüfungen zu konzentrieren, die für sie nach dem Schulwechsel um einiges aufwendiger waren als für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler. Am Ende waren ihre Noten eben durchschnittlich, abgesehen von Zauberkunst und Kräuterkunde, was ihr auch in Ilvermorny bereits erstaunlich gut gelegen hatte. Das war letztlich auch der Grund, weshalb sie sich während des letzten Schuljahres in den Kopf setzte, nach dem Abschluss ein Studium in Zauberkunst zu beginnen.<br />
<br />
<center><b>[ nach dem Abschluss ]</b></center><br />
Das tat sie schließlich auch, auch wenn es nicht lange halten sollte. Sie hatte extra darauf geachtet, zuhause wohnen zu können, um so ein Auge auf ihre Mutter haben zu können und sich um den Haushalt zu kümmern. Artemis war zu stolz, um einzusehen, dass sie sich übernahm. Doch trotz ihrer Aufsicht kam eines Tages der Tag, der kommen musste: Die Hexe fand ihre Mutter bewusstlos am Boden, als sie nach Hause kam. Sie wusste sich im ersten Moment nicht anders zu helfen als mit Magie, die in Anbetracht ihrer eigenen Panik aber auch nicht sonderlich viel mehr brachte, als zusätzlich noch Ärger mit dem Ministerium. Sie rief die Rettung, die ihre Mutter als Notfall ins Krankenhaus brachte. Erst einige Tage später kam sie wieder zu sich und während Artemis statt in den Vorlesungen zu sitzen, an der Seite ihres Bettes saß, bekam sie durch die Ärzte sämtliche Prognosen mitgeteilt. Demenz, gab man ihr einen Begriff in die Hand, Korsakov-Demenz, um genau zu sein und nachdem man die häusliche Situation des Mädchens erfragt hatte, legte man ihr nahe, gemeinsam mit ihrer Mutter darüber nachzudenken, sie in eine Institution zu geben, in der man sich mit derlei Krankheiten auskannte.<br />
<br />
Für  Artemis bedeutete das, dass sie sich ein Studium neben den Kosten für ein Pflegeheim ganz sicher nicht mehr leisten konnte. Auch die Wohnung, in der sie derzeit eigentlich mit ihrer Mutter lebte, ließ das Budget nicht mehr zu. Ein anderer Plan musste her – einer, der zwar schon länger in ihr gereift war, den sie allerdings nie wirklich ausgesprochen hatte. Sicher war nur, dass sie arbeiten musste und eine neue Bleibe brauchte. In dieser Zeit war ihr das Leben scheinbar einmal wohlgesonnen, denn wie der Zufall so wollte, wurde sie auf einen kleinen Laden in der Winkelgasse aufmerksam, der mit einer kleinen Wohnung in bezahlbarem Rahmen daherkam. Eine einmalige Gelegenheit, die Triss zu nutzen wagte, um sich anfänglich hauptsächlich mit selbstgemachten Tonwaren sowie einfachen Blumen, Pflanzen und Sträußen, später aber immer aufwendigeren und anspruchsvolleren und auch magischen Pflanzen selbstständig zu machen. Daneben erfüllte sie sich irgendwann den Traum mit ein paar selbst großgezogenen Schmetterlingen, die inzwischen in reger Artenvielfalt durch den Laden flattern. Daneben weitete sie das Angebot schließlich auch auf Kräuter und magische und exotischere Pflanzen aus.<br />
<br />
Mit Eröffnung des Ladens musste Artemis nicht nur gänzlich Verantwortung für sich und ihr Tun übernehmen, sondern sich gleichzeitig auch daran gewöhnen, allein zu sein. Etwas, was sie sich all die Jahre weniger furchterregend vorgestellt hatte, doch zu ihrem Glück war sie gar nicht richtig allein. Der Grund für die günstige Miete des Ladens war nämlich nicht bloße Kulanz, sondern die Tatsache, dass es darin spukte. Bertram, seinerseits eigentlicher Besitzer des kleinen Gebäudes, weigerte sich seit seinem Tod, die Räumlichkeiten zu verlassen. Nach anfänglichen gemeinsamen Schwierigkeiten allerdings arrangierten sich Geist und Hexe auf eigentümliche Art miteinander. Neben tagtäglichen Wortgefechten, Streitereien und Tagen, an denen sie kein Wort miteinander wechseln, waren sie tief in sich drin eigentlich froh, einander zu haben. Er ist immer mal wieder im Laden zu treffen, wenn ihm nach Kontakt zu Menschen ist. Insgeheim ist Triss ziemlich froh, mit ihm einen erfahrenen Geschäftsführer an der Seite zu haben, dessen Tipps sie zwar nicht selten nur mit einem Murren zur Kenntnis nimmt, letztendlich aber doch hier und da umsetzt. So schaffen sie es eben doch trotz all ihrer Verschiedenheit, einander irgendwie zu zeigen, dass sie einander schätzen, ohne dass es einer von ihnen aussprechen müsste.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<center><b>[ Kindheit ]</b></center><br />
Ein Großteil dessen, was Artemis noch aus ihrer frühen Kindheit weiß, besteht aus undeutlichen Schemen und Schatten. Erinnerungen, von denen sie sich nicht einmal sicher ist, ob es wirklich ihre eigenen sind oder nicht viel eher das Ergebnis von vereinzelten Fotos und den Erzählungen ihrer Mutter. In erster Linie weiß sie, dass es hauptsächlich sie beide gab: Magaret und sie, die Tochter, die wohl einst mal einen Bruder hatte, der allerdings mit knapp einem Jahr an einer Lungenentzündung starb. Obwohl es stets hieß, dass Zwillinge einen besonderen Draht zueinander hatten, hat Artemis nicht einmal einen Bezug zu den Fotos, die sie von ihm kennt. Zu eigenartig scheint ihr der Gedanke, dass dieses Kind eigentlich in ihrem Alter sein und an ihrer Seite stehen sollte. Besonders in Anbetracht dessen, dass ihre Mutter so unheimlich unter dem Verlust des Jungen litt, fühlte sich Artemis nicht selten schlecht, so überhaupt nichts zu empfinden, wenn sie sich gemeinsam Bilder ansahen. Arian ist nicht mehr als ein fremdes Gesicht für sie. Eines, was sie nie wirklich kennengelernt hatte.<br />
Weitaus sparsamer als mit Arians Fotos ging ihre Mutter mit Bildern ihres Vaters um – von ihm nämlich kennt sie auch nach all den Jahren kein einziges. Wirklich viel über ihn erfuhr sie nie, denn kaum ein Thema hütete Magaret mehr wie ein Geheimnis als ihren Vater. Irgendwann erfuhr sie zumindest, dass er angeblich tot sei und angeblich deshalb kein Teil ihres Lebens. In Wahrheit lebten ihre Eltern bereits seit der Schwangerschaft getrennt voneinander. Inzwischen hinterfragt Triss ihre Herkunft gar nicht mehr, weil es nichts an dem ändern würde, was sie ist.<br />
<br />
Die Kindheit, an die sie sich besser erinnern kann, lief auch nicht ganz so, wie man es sich für ein kleines Mädchen wünschte. Gemeinsam mit ihrer Mutter lebte sie in New York und hatte keinen blassen Schimmer davon, dass ihr Magie innewohnte. Zuhause war es nicht selten unordentlich, weil der Haushalt ihrer Mutter über den Kopf wuchs, doch damals konnte Artemis sich noch nicht erklären, dass die stillen Momente und die Tage, an denen ihre Mutter es so spät erst aus dem Bett schaffte, mit dem Tod ihres Bruders zusammenhingen. Je älter sie wurde, desto mehr übernahm sie eigenverantwortlich Aufgaben im Haushalt, um ihre Mutter zu entlasten. Irgendwann wurde ihr bewusst, dass die Ausbrüche und Launen der älteren Lynch mit dem Alkohol zusammenhingen, der mehr oder minder zum Alltag gehörte. Irgendwann rang sich die junge Triss dazu durch, ihre Mutter mit ihren Sorgen zu konfrontieren, doch sie stieß auf leere Versprechungen und geheucheltes Verständnis, das Magaret mit jedem Mal vehementer vertrat, das Triss sie daran zu erinnern versuchte. Und schließlich wurde sie stiller, akzeptierte, resignierte. Schulfreunde brachte sie nach anfänglichen Versuchen nicht mehr mit nach Hause, weil sie sich für den Zustand ihres Zuhauses und ihre Mutter schämte und so begann sie bereits früh, sich ein wenig zurückzuziehen.<br />
<br />
Umso überraschender war die Information, dass sie eine Hexe war. Magaret wirkte weniger überrascht und wehrte sich anfänglich dagegen, ihre Tochter an diese Welt zu geben, doch letztlich gab sie sich gegenüber den Zauberern und der Hoffnung ihrer Tochter geschlagen und Artemis verließ ihr Zuhause, um in Ilvermorny zur Schule zu gehen.<br />
<br />
<center><b>[ Ilvermorny ]</b></center><br />
In der magischen Schule blühte das Mädchen im ersten Jahr etwas auf, fand Freunde und genoss den geregelten Tagesablauf, in dem sie nur für sich selbst Verantwortung übernehmen musste. Alles war spannend und aufregend für eine muggelstämmige Hexe wie sie und sie war offen für all die neuen Wunder, die ihr neues Leben zu bieten hatte. Erst, als sie in den Schulferien zurückkehrte, schlug ihr die Realität wieder ins Gesicht. Statt die neuen Freundschaften zu vertiefen, kümmerte sie sich zuhause um all die Dinge, die liegengeblieben waren, während ihre Mutter erstaunlich stark darunter zu leiden schien, nun auch ihre Tochter verloren zu haben. Dass Magaret gewusst, oder viel mehr geahnt hatte, dass Artemis magisches Blut in sich hatte, weil ihr Vater ebenso ein Zauberer gewesen war, erfuhr das Mädchen bis heute nicht. Die Ferien verbrachte sie also damit, zuhause aufzuräumen, statt zu lernen. Doch obwohl sie mehr als einmal darüber nachgedacht hatte, abzubrechen, um für ihre Mutter da zu sein, tat sie es nicht. So ging sie jedes Mal wieder zurück in die Schule, hatte im Hinterkopf aber stets die Sorge um ihre Mutter, worunter nicht nur ihre bis dahin geschlossenen Freundschaften litten sondern auch ihre Noten. Artemis hielt sich wieder nur oberflächlich an ihre Freunde, lud sie in den Ferien nicht zu sich ein und schlug jegliche Einladung aus, um die wenigen Wochen zuhause zu nutzen, sich irgendwie um ihre Mutter zu kümmern. Das Einzige, worin sie stets etwas Ablenkung fand, waren die Pflanzen, mit denen sie ihren privaten Raum ausschmückte und das Malen in ihrer Freizeit, um den Kopf etwas freizubekommen. In AGs fand man sie so gut wie nie - abgesehen von der AG für Kräuterkunde, in der sie aber auch nicht zwingend an Zusammenarbeit interessiert war.<br />
<br />
In den Osterferien des vorletzten Schuljahres schließlich überraschte Magaret sie mit der Entscheidung, dass sie aus beruflichen Gründen nach Großbritannien gehen würden. Aufgrund ihrer zeitweisen recht guten Verfassung hatte sie dort einen neuen Job gefunden. Obwohl Triss nicht sonderlich wohl war bei dem Gedanken, kurz vor ihrem Abschlussjahr umzuziehen, unterstützte sie die Pläne ihrer Mutter in der Hoffnung, dass es ihr wirklich dauerhaft zuträglich sein würde. Inzwischen nämlich hatte sich ihr gesundheitliche Zustand dank des Alkoholkonsums über die Jahre etwas zugespitzt, auch wenn sie die Einschränkungen im Alltag noch gut zu überspielen wusste. Kleinere Erinnerungslücken, Geschichten, die sich von Mal zu Mal in ihren Details unterschieden – nichts, was jemandem groß auffiel, wenn er nicht tagtäglich Zeit mit ihr verbrachte.<br />
In den Sommerferien 1988 zogen sie also von Amerika nach England. <br />
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<center><b>[ Hogwarts ]</b></center><br />
Im Gegensatz zu Ilvermorny gestaltete sich das Abschlussjahr in Hogwarts deutlich schwieriger. Als muggelstämmige Hexe war ihr Start in Slytherin nicht gerade der beste und auch so mied sie ihre Mitschüler lieber, schwieg hauptsächlich und lernte für sich allein. Die Sorge um ihre Mutter zuhause machte es nicht unbedingt einfach, sich auf den neuen Stoff und die nahenden Abschlussprüfungen zu konzentrieren, die für sie nach dem Schulwechsel um einiges aufwendiger waren als für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler. Am Ende waren ihre Noten eben durchschnittlich, abgesehen von Zauberkunst und Kräuterkunde, was ihr auch in Ilvermorny bereits erstaunlich gut gelegen hatte. Das war letztlich auch der Grund, weshalb sie sich während des letzten Schuljahres in den Kopf setzte, nach dem Abschluss ein Studium in Zauberkunst zu beginnen.<br />
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<center><b>[ nach dem Abschluss ]</b></center><br />
Das tat sie schließlich auch, auch wenn es nicht lange halten sollte. Sie hatte extra darauf geachtet, zuhause wohnen zu können, um so ein Auge auf ihre Mutter haben zu können und sich um den Haushalt zu kümmern. Artemis war zu stolz, um einzusehen, dass sie sich übernahm. Doch trotz ihrer Aufsicht kam eines Tages der Tag, der kommen musste: Die Hexe fand ihre Mutter bewusstlos am Boden, als sie nach Hause kam. Sie wusste sich im ersten Moment nicht anders zu helfen als mit Magie, die in Anbetracht ihrer eigenen Panik aber auch nicht sonderlich viel mehr brachte, als zusätzlich noch Ärger mit dem Ministerium. Sie rief die Rettung, die ihre Mutter als Notfall ins Krankenhaus brachte. Erst einige Tage später kam sie wieder zu sich und während Artemis statt in den Vorlesungen zu sitzen, an der Seite ihres Bettes saß, bekam sie durch die Ärzte sämtliche Prognosen mitgeteilt. Demenz, gab man ihr einen Begriff in die Hand, Korsakov-Demenz, um genau zu sein und nachdem man die häusliche Situation des Mädchens erfragt hatte, legte man ihr nahe, gemeinsam mit ihrer Mutter darüber nachzudenken, sie in eine Institution zu geben, in der man sich mit derlei Krankheiten auskannte.<br />
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Für  Artemis bedeutete das, dass sie sich ein Studium neben den Kosten für ein Pflegeheim ganz sicher nicht mehr leisten konnte. Auch die Wohnung, in der sie derzeit eigentlich mit ihrer Mutter lebte, ließ das Budget nicht mehr zu. Ein anderer Plan musste her – einer, der zwar schon länger in ihr gereift war, den sie allerdings nie wirklich ausgesprochen hatte. Sicher war nur, dass sie arbeiten musste und eine neue Bleibe brauchte. In dieser Zeit war ihr das Leben scheinbar einmal wohlgesonnen, denn wie der Zufall so wollte, wurde sie auf einen kleinen Laden in der Winkelgasse aufmerksam, der mit einer kleinen Wohnung in bezahlbarem Rahmen daherkam. Eine einmalige Gelegenheit, die Triss zu nutzen wagte, um sich anfänglich hauptsächlich mit selbstgemachten Tonwaren sowie einfachen Blumen, Pflanzen und Sträußen, später aber immer aufwendigeren und anspruchsvolleren und auch magischen Pflanzen selbstständig zu machen. Daneben erfüllte sie sich irgendwann den Traum mit ein paar selbst großgezogenen Schmetterlingen, die inzwischen in reger Artenvielfalt durch den Laden flattern. Daneben weitete sie das Angebot schließlich auch auf Kräuter und magische und exotischere Pflanzen aus.<br />
<br />
Mit Eröffnung des Ladens musste Artemis nicht nur gänzlich Verantwortung für sich und ihr Tun übernehmen, sondern sich gleichzeitig auch daran gewöhnen, allein zu sein. Etwas, was sie sich all die Jahre weniger furchterregend vorgestellt hatte, doch zu ihrem Glück war sie gar nicht richtig allein. Der Grund für die günstige Miete des Ladens war nämlich nicht bloße Kulanz, sondern die Tatsache, dass es darin spukte. Bertram, seinerseits eigentlicher Besitzer des kleinen Gebäudes, weigerte sich seit seinem Tod, die Räumlichkeiten zu verlassen. Nach anfänglichen gemeinsamen Schwierigkeiten allerdings arrangierten sich Geist und Hexe auf eigentümliche Art miteinander. Neben tagtäglichen Wortgefechten, Streitereien und Tagen, an denen sie kein Wort miteinander wechseln, waren sie tief in sich drin eigentlich froh, einander zu haben. Er ist immer mal wieder im Laden zu treffen, wenn ihm nach Kontakt zu Menschen ist. Insgeheim ist Triss ziemlich froh, mit ihm einen erfahrenen Geschäftsführer an der Seite zu haben, dessen Tipps sie zwar nicht selten nur mit einem Murren zur Kenntnis nimmt, letztendlich aber doch hier und da umsetzt. So schaffen sie es eben doch trotz all ihrer Verschiedenheit, einander irgendwie zu zeigen, dass sie einander schätzen, ohne dass es einer von ihnen aussprechen müsste.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Elise Belby]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1098</link>
			<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 21:23:10 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=342">Elise Belby</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1098</guid>
			<description><![CDATA[Elise ließ das Klatschblatt in ihren Schoß sinken und starrte gedankenversunken in den Kamin. Sie fühlte sich seltsam, ja beinahe schon zornig und unausgeglichen. Dabei war der kurze Abschnitt, den sie über sich und Dam gelesen hatte, wirklich nicht die bisher schlimmste Erwähnung in einem Artikel gewesen. Aber dieser Abschnitt traf sie anders und dummerweise wusste sie auch genau weshalb. Zögernd hob sie erneut die Zeitschrift und las den Text, der unter einem Gruppenbildstand. <br />
<br />
<ul><i>‘Damocles Belby (ganz links, im blauen Anzug), Trankmeister, Mitglied des Zaubergamots und Erfinder des Werbanntranks überzeugte an dem Abend mit seinem charmanten und informativen Vortrag zu seiner Arbeit und in den anschließenden Gesprächen über Unterstützungsmöglichkeiten. Seine jüngere Frau Elisabeth Belby (rechts neben ihrem Mann, im grünen Kleid von Darwin.Line) war an dem Abend auch dabei.‘</i> </ul>
Tatsächlich war es Ellie egal, dass man es offenbar nicht schaffte ihren Namen richtig abzudrucken. Es störte sie auch nicht, dass es anscheinend wichtig war zu erwähnen, dass sie jünger als Dam war. Immerhin war das ein Fakt. Was sie aufbrachte, war die Tatsache, dass sie ganz eindeutig hier zu einem Beiwerk degradiert wurde. Offenbar war die Nennung des Designers ihres Kleides wichtiger, als anzumerken, dass sie an diesem Abend nicht nur als Ehefrau dabei war, sondern ebenfalls charmant und informativ das Belby Laboratorium vertrat. Das, was da schwarz auf rosabraunem Pergament stand, war … nun ja, dass was ihre Mutter gerne über sie gelesen hätte. Das war erniedrigend. <br />
<br />
Elise Belby war es als älteste Tochter der Familie McLaggen gewohnt, dass ihre Leistungen und Ambitionen eher als zweitrangig angesehen wurden. Frauen führten die traditionellen Familienbilder fort, während Männer Karriere machten – so war das eben. Dies führte zu Spannungen zwischen Ellie und ihren Geschwistern. Ihr Bruder rückte oft in den Vordergrund und Leistungen, die er erbracht hatte, wurden häufig mehr gewürdigt als die besseren Leistungen, die Ellie bereits Jahre zuvor auf den Tisch gelegt hatte. Ihre Mutter war in solchen Momenten für ihre Töchter da und versicherte, dass man stolz auf sie war. Trotzdem hielt auch sie die Hoffnung am Leben, dass ihre Töchter einmal wunderbare Ehefrauen werden würde. Hübsch und fleißig, mit Kindern an jeder Hand und einer Schürze an der Tür zum Eigenheim. Dass Elise all das nicht vorhatte zu erfüllen, wurde ihren Eltern bereits in Hogwarts bewusst. Zur Enttäuschung ihrer Mutter nutzte Elise ihre seltsamen Ambitionen noch nicht einmal für etwas Sinnvolles aus. Das Jobangebot bei einer Firma, die ihre Gelder in die Forschung für <i>verjüngende Kosmetik</i> steckte, lehnte Elise vehement ab, was zur Folge hatte, dass ihre Mutter glaubte, dass sie ja gar nichts für Frauen tun wolle…<br />
„Da hast du es, Mutter. Abgedruckt für alle Welt zu lesen, ich bin ne waschechte Ehefrau,“ grummelte Ellie vor sich hin und warf das Magazin mit einem Schwung in den Kamin vor sich. Es ärgerte sie, dass sie wegen eines einfachen Abschnittes so aufgebracht war. Gleichzeitig verschaffte ihr das Verbrennen so etwas wie eine Erleichterung. Vielleicht sollte sie noch mehr in Brand stecken …<br />
<br />
Ihr Blick glitt durch das Wohnzimmer auf der Suche nach Gegenständen, die sich gut entflammen ließen. Da blieb ihr Blick an den vier Portraitrahmen ihrer Pflegekinder hängen, die auf dem Kaminsims standen. Eugene verließ gerade seinen Rahmen, während Cassius sich demonstrativ wegdrehte. Lag da Enttäuschung in den Augen ihrer Töchter Poppy und Eileen oder bildete sie sich das gerade nur ein? Für einen Moment schaute sie nur auf die Bilder ihrer Kinder und erhob sich dann aus dem Ohrensessel. „Recht hätte ihr ja, wenn ihr enttäuscht wärt“, sprach sie in Richtung ihrer Töchter, deutlich ruhiger als noch weniger Minuten zuvor. In der Regel war sie nicht lange aufgebracht, aber dieser Artikel würde sie noch lange beschäftigen. „Ich bin euch kein gutes Vorbild.“<br />
<br />
Elise war es in all den Jahren als Mutter immer wichtig gewesen, dass ihre Kinder ihren eigenen Weg wählen konnten. Ganz frei und ohne Erwartungsdruck von ihrer Seite aus. Außerdem war sie davon überzeugt, dass es effektiver war ein gutes Vorbild zu sein, als jemandem Regeln aufzubrummen. Ihren Töchtern war sie definitiv kein gutes Vorbild gewesen. Während ihre Söhne große Träume für ihr Leben hatten, konnte Ellie gerade noch nicht einmal aus dem Stehgreif benennen, was sich die Mädchen vom Leben wünschten. Oh Gott, war sie wie ihre Mutter?! Verpasste sie ihren Söhnen Flügel und hielt ihre Töchter klein, weil sie keine starken Frauenrollen als Vorbild hatten?!<br />
Das würde sich ändern! Elise hatte doch nicht jahrelang ihren eigenen Weg gewählt, nur damit irgendwo ein Journalist sie als Randfigur in einem hübschen Kleid neben Dam stellte! Es wurde Zeit, dass sie für ihren eigenen Namen einstand. Und dass sie mal wieder etwas für sich tat. Vielleicht würde sie ein Buch schreiben oder wandern gehen. Natürlich erst, wenn es Cassius besser ging. Ihre Beziehung war eh schwierig, er würde es ihr nie verzeihen, wenn sie genau jetzt damit begann, nicht mehr rund um die Uhr an Heiltränken zu forschen. Dann vielleicht nach den Ferien. In den Ferien musste sie herausfinden, was Poppy und Eileen für Träume hatten und wie sie sie unterstützen konnte. Und Eugene … nun der war doch auf dem richtigen Weg, oder? Dem ging es gut! (*Dass er an Krebs erkrankte, weiß Ellie aktuell noch nicht.)<br />
Schlagartig fühlte Elise sich besser! Vor ihr hatte sich auf einmal ein Weg aufgetan; ein Zukunftsplan, der dafür sorgen würde, dass sie sich nicht mehr, wie eine Randfigur fühlte. „Dam?!“, rief Ellie laut durch das Haus und schritt zügig Richtung Flur. „Kommst du mit raus? Deine jüngere Frau Elisabeth sprengt ihr grünes Kleid in die Luft! “]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Elise ließ das Klatschblatt in ihren Schoß sinken und starrte gedankenversunken in den Kamin. Sie fühlte sich seltsam, ja beinahe schon zornig und unausgeglichen. Dabei war der kurze Abschnitt, den sie über sich und Dam gelesen hatte, wirklich nicht die bisher schlimmste Erwähnung in einem Artikel gewesen. Aber dieser Abschnitt traf sie anders und dummerweise wusste sie auch genau weshalb. Zögernd hob sie erneut die Zeitschrift und las den Text, der unter einem Gruppenbildstand. <br />
<br />
<ul><i>‘Damocles Belby (ganz links, im blauen Anzug), Trankmeister, Mitglied des Zaubergamots und Erfinder des Werbanntranks überzeugte an dem Abend mit seinem charmanten und informativen Vortrag zu seiner Arbeit und in den anschließenden Gesprächen über Unterstützungsmöglichkeiten. Seine jüngere Frau Elisabeth Belby (rechts neben ihrem Mann, im grünen Kleid von Darwin.Line) war an dem Abend auch dabei.‘</i> </ul>
Tatsächlich war es Ellie egal, dass man es offenbar nicht schaffte ihren Namen richtig abzudrucken. Es störte sie auch nicht, dass es anscheinend wichtig war zu erwähnen, dass sie jünger als Dam war. Immerhin war das ein Fakt. Was sie aufbrachte, war die Tatsache, dass sie ganz eindeutig hier zu einem Beiwerk degradiert wurde. Offenbar war die Nennung des Designers ihres Kleides wichtiger, als anzumerken, dass sie an diesem Abend nicht nur als Ehefrau dabei war, sondern ebenfalls charmant und informativ das Belby Laboratorium vertrat. Das, was da schwarz auf rosabraunem Pergament stand, war … nun ja, dass was ihre Mutter gerne über sie gelesen hätte. Das war erniedrigend. <br />
<br />
Elise Belby war es als älteste Tochter der Familie McLaggen gewohnt, dass ihre Leistungen und Ambitionen eher als zweitrangig angesehen wurden. Frauen führten die traditionellen Familienbilder fort, während Männer Karriere machten – so war das eben. Dies führte zu Spannungen zwischen Ellie und ihren Geschwistern. Ihr Bruder rückte oft in den Vordergrund und Leistungen, die er erbracht hatte, wurden häufig mehr gewürdigt als die besseren Leistungen, die Ellie bereits Jahre zuvor auf den Tisch gelegt hatte. Ihre Mutter war in solchen Momenten für ihre Töchter da und versicherte, dass man stolz auf sie war. Trotzdem hielt auch sie die Hoffnung am Leben, dass ihre Töchter einmal wunderbare Ehefrauen werden würde. Hübsch und fleißig, mit Kindern an jeder Hand und einer Schürze an der Tür zum Eigenheim. Dass Elise all das nicht vorhatte zu erfüllen, wurde ihren Eltern bereits in Hogwarts bewusst. Zur Enttäuschung ihrer Mutter nutzte Elise ihre seltsamen Ambitionen noch nicht einmal für etwas Sinnvolles aus. Das Jobangebot bei einer Firma, die ihre Gelder in die Forschung für <i>verjüngende Kosmetik</i> steckte, lehnte Elise vehement ab, was zur Folge hatte, dass ihre Mutter glaubte, dass sie ja gar nichts für Frauen tun wolle…<br />
„Da hast du es, Mutter. Abgedruckt für alle Welt zu lesen, ich bin ne waschechte Ehefrau,“ grummelte Ellie vor sich hin und warf das Magazin mit einem Schwung in den Kamin vor sich. Es ärgerte sie, dass sie wegen eines einfachen Abschnittes so aufgebracht war. Gleichzeitig verschaffte ihr das Verbrennen so etwas wie eine Erleichterung. Vielleicht sollte sie noch mehr in Brand stecken …<br />
<br />
Ihr Blick glitt durch das Wohnzimmer auf der Suche nach Gegenständen, die sich gut entflammen ließen. Da blieb ihr Blick an den vier Portraitrahmen ihrer Pflegekinder hängen, die auf dem Kaminsims standen. Eugene verließ gerade seinen Rahmen, während Cassius sich demonstrativ wegdrehte. Lag da Enttäuschung in den Augen ihrer Töchter Poppy und Eileen oder bildete sie sich das gerade nur ein? Für einen Moment schaute sie nur auf die Bilder ihrer Kinder und erhob sich dann aus dem Ohrensessel. „Recht hätte ihr ja, wenn ihr enttäuscht wärt“, sprach sie in Richtung ihrer Töchter, deutlich ruhiger als noch weniger Minuten zuvor. In der Regel war sie nicht lange aufgebracht, aber dieser Artikel würde sie noch lange beschäftigen. „Ich bin euch kein gutes Vorbild.“<br />
<br />
Elise war es in all den Jahren als Mutter immer wichtig gewesen, dass ihre Kinder ihren eigenen Weg wählen konnten. Ganz frei und ohne Erwartungsdruck von ihrer Seite aus. Außerdem war sie davon überzeugt, dass es effektiver war ein gutes Vorbild zu sein, als jemandem Regeln aufzubrummen. Ihren Töchtern war sie definitiv kein gutes Vorbild gewesen. Während ihre Söhne große Träume für ihr Leben hatten, konnte Ellie gerade noch nicht einmal aus dem Stehgreif benennen, was sich die Mädchen vom Leben wünschten. Oh Gott, war sie wie ihre Mutter?! Verpasste sie ihren Söhnen Flügel und hielt ihre Töchter klein, weil sie keine starken Frauenrollen als Vorbild hatten?!<br />
Das würde sich ändern! Elise hatte doch nicht jahrelang ihren eigenen Weg gewählt, nur damit irgendwo ein Journalist sie als Randfigur in einem hübschen Kleid neben Dam stellte! Es wurde Zeit, dass sie für ihren eigenen Namen einstand. Und dass sie mal wieder etwas für sich tat. Vielleicht würde sie ein Buch schreiben oder wandern gehen. Natürlich erst, wenn es Cassius besser ging. Ihre Beziehung war eh schwierig, er würde es ihr nie verzeihen, wenn sie genau jetzt damit begann, nicht mehr rund um die Uhr an Heiltränken zu forschen. Dann vielleicht nach den Ferien. In den Ferien musste sie herausfinden, was Poppy und Eileen für Träume hatten und wie sie sie unterstützen konnte. Und Eugene … nun der war doch auf dem richtigen Weg, oder? Dem ging es gut! (*Dass er an Krebs erkrankte, weiß Ellie aktuell noch nicht.)<br />
Schlagartig fühlte Elise sich besser! Vor ihr hatte sich auf einmal ein Weg aufgetan; ein Zukunftsplan, der dafür sorgen würde, dass sie sich nicht mehr, wie eine Randfigur fühlte. „Dam?!“, rief Ellie laut durch das Haus und schritt zügig Richtung Flur. „Kommst du mit raus? Deine jüngere Frau Elisabeth sprengt ihr grünes Kleid in die Luft! “]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Talon Storm Blackwing]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1096</link>
			<pubDate>Thu, 27 Aug 2026 14:22:36 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=341">Talon Storm Blackwing</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1096</guid>
			<description><![CDATA[Talon Storm Blackwing wurde am 6. Juni 1979 als Tochter des Hexers Calum Blackwing und seiner Frau Eilidh auf der rauen Isle of Skye in Schottland geboren. Abgeschottet hoch oben in den schottischen Bergen lebte die Familie in einer einfachen Holzhütte, weit weg von der nächsten Ortschaft. Calum war es wichtig, völlig selbstversorgend und mit so wenig Magie wie nötig zu leben – unbeeindruckt davon, was die magische Gesellschaft von diesem Aussteigerleben hielt. Stattdessen widmete er sich der Aufzucht und dem Training von Eulen. Bis zu ihrem vierten Lebensjahr genoss Talon dort eine vollkommen unbeschwerte Kindheit mitten in der wilden Natur, liebevoll von ihren Eltern aufgezogen. Ihr Vater nahm sie regelmäßig mit in die Wälder und lehrte sie alles über das Überleben, Kräuter und die Gegebenheiten der Wildnis. Schon damals entwickelte Talon einen ganz eigenen Kopf: Nachdem sie einmal einen Flieger hoch am Himmel beobachtet hatte, wollte sie es ihm sofort gleichtun. Sie fing an, aus einfachen Ästen eigene „Besen“ zu basteln und darauf herumzureiten. Am sechsten Dezember brachte ihr Vater ihr schließlich einen einfachen Schwebezauber bei. Als ihr Behelfsbesen beim ersten Versuch tatsächlich abhob, erschrak Talon so sehr, dass sie prompt auf den Hintern flog – doch ihr sturer Kopf trieb sie an, es immer und immer wieder zu versuchen.<br />
​Als Talon mit zehn Jahren nach Hogwarts kam, stempelte man sie aufgrund ihrer Herkunft und ihrer eigenwilligen Art schnell als „Sonderling“ ab, was bald zu gezieltem Mobbing führte. Lange Zeit ertrug Talon diese Last still, ohne sich zu wehren, und hielt stur an dem Guten im Menschen fest. In dieser Zeit schloss sie Freundschaft mit einem Mitschüler, dem sie voller Vertrauen ihre Welt zeigte: Sie lachten zusammen, erkundeten die Natur, kümmerten sich um Eulen und sammelten Kräuter. Talon spürte schon immer eine tiefe, fast magische Verbindung zur Luft und zum Fliegen.<br />
​Doch das Vertrauen wurde auf grausamste Weise erschüttert: Eines Tages lockte dieser Freund sie unter einem Vorwand in eine verlassene Ruine. In den dunklen Ecken warteten – für Talon unsichtbar – drei ihrer Mobber. Während ihr Freund geglaubt hatte, es handle sich nur um einen harmlosen Streich, eskalierte die Situation völlig: Die Mitschüler fesselten Talon und traten auf sie ein. Gelähmt vor Schreck griff ihr Freund nicht ein. Als die Peiniger ihm schließlich drohten und verlangten, dass er Talon ebenfalls verletzen sollte, fügte er sich aus Angst. In diesem bitteren Moment beschloss Talon, die Freundschaft für immer zu beenden. Das Trauma, hilflos gefesselt und schutzlos ausgeliefert zu sein, brannte sich tief in ihre Seele ein und schuf ihre größte Angst.<br />
​Dieses Ereignis veränderte Talon nachhaltig: Sie zog sich emotional zurück, wurde nach außen hin aber spürbar lauter. Sie erkannte schnell, dass die anderen sie in Ruhe ließen, sobald sie ihnen Respekt oder Angst einflößte. Ihre laute, direkte Art und ihre harte Schale wurden zu ihrem persönlichen Schutzschild – eine Rüstung aus Stolz und Abschreckung, um niemals wieder Opfer von Mobbing oder Gewalt zu werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Talon Storm Blackwing wurde am 6. Juni 1979 als Tochter des Hexers Calum Blackwing und seiner Frau Eilidh auf der rauen Isle of Skye in Schottland geboren. Abgeschottet hoch oben in den schottischen Bergen lebte die Familie in einer einfachen Holzhütte, weit weg von der nächsten Ortschaft. Calum war es wichtig, völlig selbstversorgend und mit so wenig Magie wie nötig zu leben – unbeeindruckt davon, was die magische Gesellschaft von diesem Aussteigerleben hielt. Stattdessen widmete er sich der Aufzucht und dem Training von Eulen. Bis zu ihrem vierten Lebensjahr genoss Talon dort eine vollkommen unbeschwerte Kindheit mitten in der wilden Natur, liebevoll von ihren Eltern aufgezogen. Ihr Vater nahm sie regelmäßig mit in die Wälder und lehrte sie alles über das Überleben, Kräuter und die Gegebenheiten der Wildnis. Schon damals entwickelte Talon einen ganz eigenen Kopf: Nachdem sie einmal einen Flieger hoch am Himmel beobachtet hatte, wollte sie es ihm sofort gleichtun. Sie fing an, aus einfachen Ästen eigene „Besen“ zu basteln und darauf herumzureiten. Am sechsten Dezember brachte ihr Vater ihr schließlich einen einfachen Schwebezauber bei. Als ihr Behelfsbesen beim ersten Versuch tatsächlich abhob, erschrak Talon so sehr, dass sie prompt auf den Hintern flog – doch ihr sturer Kopf trieb sie an, es immer und immer wieder zu versuchen.<br />
​Als Talon mit zehn Jahren nach Hogwarts kam, stempelte man sie aufgrund ihrer Herkunft und ihrer eigenwilligen Art schnell als „Sonderling“ ab, was bald zu gezieltem Mobbing führte. Lange Zeit ertrug Talon diese Last still, ohne sich zu wehren, und hielt stur an dem Guten im Menschen fest. In dieser Zeit schloss sie Freundschaft mit einem Mitschüler, dem sie voller Vertrauen ihre Welt zeigte: Sie lachten zusammen, erkundeten die Natur, kümmerten sich um Eulen und sammelten Kräuter. Talon spürte schon immer eine tiefe, fast magische Verbindung zur Luft und zum Fliegen.<br />
​Doch das Vertrauen wurde auf grausamste Weise erschüttert: Eines Tages lockte dieser Freund sie unter einem Vorwand in eine verlassene Ruine. In den dunklen Ecken warteten – für Talon unsichtbar – drei ihrer Mobber. Während ihr Freund geglaubt hatte, es handle sich nur um einen harmlosen Streich, eskalierte die Situation völlig: Die Mitschüler fesselten Talon und traten auf sie ein. Gelähmt vor Schreck griff ihr Freund nicht ein. Als die Peiniger ihm schließlich drohten und verlangten, dass er Talon ebenfalls verletzen sollte, fügte er sich aus Angst. In diesem bitteren Moment beschloss Talon, die Freundschaft für immer zu beenden. Das Trauma, hilflos gefesselt und schutzlos ausgeliefert zu sein, brannte sich tief in ihre Seele ein und schuf ihre größte Angst.<br />
​Dieses Ereignis veränderte Talon nachhaltig: Sie zog sich emotional zurück, wurde nach außen hin aber spürbar lauter. Sie erkannte schnell, dass die anderen sie in Ruhe ließen, sobald sie ihnen Respekt oder Angst einflößte. Ihre laute, direkte Art und ihre harte Schale wurden zu ihrem persönlichen Schutzschild – eine Rüstung aus Stolz und Abschreckung, um niemals wieder Opfer von Mobbing oder Gewalt zu werden.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Sirius Black]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1094</link>
			<pubDate>Mon, 24 Aug 2026 21:24:35 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=339">Sirius Black</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1094</guid>
			<description><![CDATA[Es pfiff in seinen Ohren. Dumpf und dabei doch laut genug, dass er im ersten Schritt nur verwirrt blinzelte, als man ihn am Arm packte und rüttelte. Er hatte gar nicht gehört, dass jemand appariert war. Und jetzt standen sie da.<br />
Um ihn herum, mit gezückten Zauberstäben und sich bewegenden Mündern, während er das, was sie sagten, hörte als befände sich eine Wand aus Wasser zwischen ihm und ihnen.<br />
Er hatte den Zauberstab so lose in der Hand gehabt, dass er ihm praktisch von selbst heraus sprang, als einer der Zauberer von der magischen Strafverfolgung ihn entwaffnete. Das Wort, das dessen Lippen formte, konnte er dennoch erkennen, auch wenn die Luft noch voller Staub war.<br />
<b><i>„Verhaftet.“</i></b><br />
Ungläubig starrten seine Augen noch immer auf die Stelle, an der Peter vor wenigen Sekunden noch gestanden hatte. Dorthin, wo diese dreckige, kleine Ratte eben noch die Dreistigkeit besessen hatte, <i>ihn</i> für das verantwortlich zu machen, was geschehen war, bevor er hinterrücks die Straße gesprengt hatte, der verdammte, verfluchte, verräterische Mörder!<br />
Aber hatte er nicht Recht gehabt?<br />
Ein Stück weit, zumindest…?<br />
Hätte er James und Lily nicht gedrängt. Hätte er sie doch nur nicht gedrängt… Ein ungläubiges Zucken ging erst durch seine Mundwinkel und wanderte hinunter bis zu seinen Schultern. Die Zauberstäbe um ihn herum hoben sich alarmbereit, doch machte er keinerlei Anstalten, sich in irgendeiner Form zu widersetzen.<br />
Wozu kämpfen?<br />
Wozu sich wehren?<br />
War er nicht tatsächlich Schuld? <i>Er</i> war es doch gewesen, der den kleinen, unscheinbaren Peter vorgeschlagen hatte!<br />
„Ich…“, er hörte die eigene Stimme kaum und gleichzeitig doch viel zu laut und viel zu hohl und viel zu schrill, während sich ein nahezu als irre zu beschreibendes Grinsen auf seinen Lippen ausbreitete und ein heller Glanz in seine Augen trat. „<i>Ich</i> habe sie umgebracht?! Ich hab James und Lily getötet?!“<br />
Nein!<br />
Nein, auf gar keinen Fall. Das war es nicht gewesen. Er hatte der kleinen Ratte vertraut, diesem miesen Verräter! Genau so wie James und Lily es getan hatten.<br />
Und doch war er es, dem man die Handschellen anlegte. Dem man gerade sicherlich seine Rechte vorlas, auch wenn er angesichts des Knalltraumas nichts davon hörte.<br />
Ein verzweifeltes Auflachen brach sich Bahn. Wurde zu einem freudlosen, nicht aufzuhaltenden Lachanfall, so stark, dass Tränen über die staubigen und blutbespritzten Wangen des Blacks flossen – oder trotz der fließenden Tränen?<br />
Hände packten ihn. Hielten ihn fest und verhinderten, dass die Verzweiflung ihn in die Knie zwang. <br />
Sie sagten, der Massenmörder Sirius Black habe gelacht, als sie ihn abführten.<br />
Nur, dass keiner von ihnen sich die Mühe gemacht hatte, zu versuchen, den Witz zu verstehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es pfiff in seinen Ohren. Dumpf und dabei doch laut genug, dass er im ersten Schritt nur verwirrt blinzelte, als man ihn am Arm packte und rüttelte. Er hatte gar nicht gehört, dass jemand appariert war. Und jetzt standen sie da.<br />
Um ihn herum, mit gezückten Zauberstäben und sich bewegenden Mündern, während er das, was sie sagten, hörte als befände sich eine Wand aus Wasser zwischen ihm und ihnen.<br />
Er hatte den Zauberstab so lose in der Hand gehabt, dass er ihm praktisch von selbst heraus sprang, als einer der Zauberer von der magischen Strafverfolgung ihn entwaffnete. Das Wort, das dessen Lippen formte, konnte er dennoch erkennen, auch wenn die Luft noch voller Staub war.<br />
<b><i>„Verhaftet.“</i></b><br />
Ungläubig starrten seine Augen noch immer auf die Stelle, an der Peter vor wenigen Sekunden noch gestanden hatte. Dorthin, wo diese dreckige, kleine Ratte eben noch die Dreistigkeit besessen hatte, <i>ihn</i> für das verantwortlich zu machen, was geschehen war, bevor er hinterrücks die Straße gesprengt hatte, der verdammte, verfluchte, verräterische Mörder!<br />
Aber hatte er nicht Recht gehabt?<br />
Ein Stück weit, zumindest…?<br />
Hätte er James und Lily nicht gedrängt. Hätte er sie doch nur nicht gedrängt… Ein ungläubiges Zucken ging erst durch seine Mundwinkel und wanderte hinunter bis zu seinen Schultern. Die Zauberstäbe um ihn herum hoben sich alarmbereit, doch machte er keinerlei Anstalten, sich in irgendeiner Form zu widersetzen.<br />
Wozu kämpfen?<br />
Wozu sich wehren?<br />
War er nicht tatsächlich Schuld? <i>Er</i> war es doch gewesen, der den kleinen, unscheinbaren Peter vorgeschlagen hatte!<br />
„Ich…“, er hörte die eigene Stimme kaum und gleichzeitig doch viel zu laut und viel zu hohl und viel zu schrill, während sich ein nahezu als irre zu beschreibendes Grinsen auf seinen Lippen ausbreitete und ein heller Glanz in seine Augen trat. „<i>Ich</i> habe sie umgebracht?! Ich hab James und Lily getötet?!“<br />
Nein!<br />
Nein, auf gar keinen Fall. Das war es nicht gewesen. Er hatte der kleinen Ratte vertraut, diesem miesen Verräter! Genau so wie James und Lily es getan hatten.<br />
Und doch war er es, dem man die Handschellen anlegte. Dem man gerade sicherlich seine Rechte vorlas, auch wenn er angesichts des Knalltraumas nichts davon hörte.<br />
Ein verzweifeltes Auflachen brach sich Bahn. Wurde zu einem freudlosen, nicht aufzuhaltenden Lachanfall, so stark, dass Tränen über die staubigen und blutbespritzten Wangen des Blacks flossen – oder trotz der fließenden Tränen?<br />
Hände packten ihn. Hielten ihn fest und verhinderten, dass die Verzweiflung ihn in die Knie zwang. <br />
Sie sagten, der Massenmörder Sirius Black habe gelacht, als sie ihn abführten.<br />
Nur, dass keiner von ihnen sich die Mühe gemacht hatte, zu versuchen, den Witz zu verstehen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Theodore Tonks]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1074</link>
			<pubDate>Fri, 07 Aug 2026 09:37:50 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=338">Ted Tonks</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1074</guid>
			<description><![CDATA[<i>Sie ist so winzig</i>!<br />
Das war das Erste, was ihm durch den Kopf ging, als er seine Tochter in den Händen hielt und für einen ziemlich langen Augenblick hatte Ted überhaupt keine Ahnung, was er mit ihr anfangen sollte. Nicht praktisch! Er wusste natürlich schon, was er zu tun hatte. Kopf stützen, vorsichtig halten, nicht fallen lassen. Er hatte sich schließlich informiert und vermutlich mehr als einmal rundheraus erklärt, dass das alles schon irgendwie werden würde. Nur hatte niemand erwähnt, dass ein Mensch derart klein sein konnte. Seine Hände wirkten plötzlich vollkommen ungeeignet für diese Aufgabe, viel zu groß und zu rau. Ted bewegte nicht einmal die Finger, als könne das schon ausreichen, um irgendwas an ihr kaputt zu machen.<br />
<b>„Hallo“,</b> murmelte er schließlich, weil ihm nach mehreren Sekunden auffiel, dass Schweigen vielleicht auch keine besonders überzeugende erste Vorstellung war. Auch wenn seine Tochter sich daran vermutlich eh nicht mehr erinnern würde. Die Vorstellung in Teds Kopf, dass seine Teenagertochter im mit vierzehn oder fünfzehn rundheraus erklären würde, dass sie keinen Respekt vor ihm haben musste, weil er sie ja nicht mal begrüßt hatte, war allerdings kurzzeitig sehr sehr greifbar.<br />
Sein Blick blieb an ihrem Gesicht hängen, an der winzigen Nase und dem Mund, der sich kurz verzog und ganz langsam breitete sich ein völlig bescheuertes Grinsen auf seinem Gesicht aus. Obwohl ihm gerade niemand zuhörte, blinzelte er seine Tochter grinsend an.<br />
<b>„Hallooo… ich bin dein Daddy!“</b><br />
Das checkte sie vermutlich noch gar nicht. Fairerweise musste man dazusagen, dass sie gerade ohnehin noch nichts wusste.<br />
Er hatte sich schon so oft vorgestellt, wie dieser Moment sein würde. Ted konnte ganz hervorragend und ziemlich schnell Pläne schmieden, wenn er gleichzeitig vollkommen überzeugt davon war, sie später ohnehin spontan ändern zu können. Irgendwo zwischen Andromedas Schwangerschaft und diesem Tag hatte er sich ausgemalt, dass er seine Tochter ansehen und sofort irgendwas sehr Kluges empfinden würde. Verantwortung vielleicht. Oder diesen berühmten Moment, in dem einem plötzlich klar wurde, dass das eigene Leben jetzt jemand anderem gehörte. Stattdessen war da vor allem Nymphadora. Warm und irgendwie ziemlich schwer für so ein kleines Wesen. Da waren diese riesigen Augen und diese winzigen Hände.<br />
Fingerchen die jetzt nach der Hand fassten, die er benutzt hatte, um das Tuch, in das sie eingewickelt war, von ihrem Gesicht wegzuschieben. Wie konnte eine kleine Babyhand nur so viel Kraft haben? Sie ließ ihn ja gar nicht mehr los!<br />
Aber sie sah zu ihm hoch. Sie sah ihn direkt an! Ganz bestimmt! Und bestimmt war da ein Lächeln! (Natürlich nicht. Denn selbst Ted war klar, dass sein Kind zu solchen Dingen noch gar nicht in der Lage war.)<br />
Also saß er da, seine Tochter im Arm, den Zeigefinger in ihren Händchen und wusste, dass er sie für immer lieben würde. Und… das er überfordert war. Scheiße. Er war Vater! Wie sollte er das alles hinkriegen? Was wenn sie…<br />
Ted atmete tief durch und ließ bewusst die Schultern sinken. Nein. Er konnte das. Es würde schon alles werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<i>Sie ist so winzig</i>!<br />
Das war das Erste, was ihm durch den Kopf ging, als er seine Tochter in den Händen hielt und für einen ziemlich langen Augenblick hatte Ted überhaupt keine Ahnung, was er mit ihr anfangen sollte. Nicht praktisch! Er wusste natürlich schon, was er zu tun hatte. Kopf stützen, vorsichtig halten, nicht fallen lassen. Er hatte sich schließlich informiert und vermutlich mehr als einmal rundheraus erklärt, dass das alles schon irgendwie werden würde. Nur hatte niemand erwähnt, dass ein Mensch derart klein sein konnte. Seine Hände wirkten plötzlich vollkommen ungeeignet für diese Aufgabe, viel zu groß und zu rau. Ted bewegte nicht einmal die Finger, als könne das schon ausreichen, um irgendwas an ihr kaputt zu machen.<br />
<b>„Hallo“,</b> murmelte er schließlich, weil ihm nach mehreren Sekunden auffiel, dass Schweigen vielleicht auch keine besonders überzeugende erste Vorstellung war. Auch wenn seine Tochter sich daran vermutlich eh nicht mehr erinnern würde. Die Vorstellung in Teds Kopf, dass seine Teenagertochter im mit vierzehn oder fünfzehn rundheraus erklären würde, dass sie keinen Respekt vor ihm haben musste, weil er sie ja nicht mal begrüßt hatte, war allerdings kurzzeitig sehr sehr greifbar.<br />
Sein Blick blieb an ihrem Gesicht hängen, an der winzigen Nase und dem Mund, der sich kurz verzog und ganz langsam breitete sich ein völlig bescheuertes Grinsen auf seinem Gesicht aus. Obwohl ihm gerade niemand zuhörte, blinzelte er seine Tochter grinsend an.<br />
<b>„Hallooo… ich bin dein Daddy!“</b><br />
Das checkte sie vermutlich noch gar nicht. Fairerweise musste man dazusagen, dass sie gerade ohnehin noch nichts wusste.<br />
Er hatte sich schon so oft vorgestellt, wie dieser Moment sein würde. Ted konnte ganz hervorragend und ziemlich schnell Pläne schmieden, wenn er gleichzeitig vollkommen überzeugt davon war, sie später ohnehin spontan ändern zu können. Irgendwo zwischen Andromedas Schwangerschaft und diesem Tag hatte er sich ausgemalt, dass er seine Tochter ansehen und sofort irgendwas sehr Kluges empfinden würde. Verantwortung vielleicht. Oder diesen berühmten Moment, in dem einem plötzlich klar wurde, dass das eigene Leben jetzt jemand anderem gehörte. Stattdessen war da vor allem Nymphadora. Warm und irgendwie ziemlich schwer für so ein kleines Wesen. Da waren diese riesigen Augen und diese winzigen Hände.<br />
Fingerchen die jetzt nach der Hand fassten, die er benutzt hatte, um das Tuch, in das sie eingewickelt war, von ihrem Gesicht wegzuschieben. Wie konnte eine kleine Babyhand nur so viel Kraft haben? Sie ließ ihn ja gar nicht mehr los!<br />
Aber sie sah zu ihm hoch. Sie sah ihn direkt an! Ganz bestimmt! Und bestimmt war da ein Lächeln! (Natürlich nicht. Denn selbst Ted war klar, dass sein Kind zu solchen Dingen noch gar nicht in der Lage war.)<br />
Also saß er da, seine Tochter im Arm, den Zeigefinger in ihren Händchen und wusste, dass er sie für immer lieben würde. Und… das er überfordert war. Scheiße. Er war Vater! Wie sollte er das alles hinkriegen? Was wenn sie…<br />
Ted atmete tief durch und ließ bewusst die Schultern sinken. Nein. Er konnte das. Es würde schon alles werden.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Charity Burbage]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1072</link>
			<pubDate>Tue, 04 Aug 2026 22:06:00 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=337">Charity Burbage</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1072</guid>
			<description><![CDATA[Charity ist eine herzensgute Frau, die sich unter keinen Umständen von ihrem Vorhaben abbringen lässt. Sie ist eine hartnäckige Persönlichkeit mit einem starken Dickkopf, gepaart mit ruhiger Professionalität. Dennoch ist ihre Faszination für das Ungewöhnliche der Muggelwelt nicht jedermanns Sache: Sie liebt den Geruch von Druckerschwärze, alte Artefakte und die alltäglichen Wunder, die Muggel vollringen.<br />
​Diese Frau lässt sich nicht beirren – selbst ein klares Nein gegenüber dem Unbekannten liest sie eher als ein mutiges „Vielleicht“. Als Halbblut weiß sie genau, wie sich beide Welten anfühlen. Seine eigene Kindheit – auch wenn sie bis heute nicht weiß, wer genau in ihrer Familie der Muggelteil war – hat sie so nachhaltig geprägt, dass sie jedem zeigen möchte, wie wertvoll dieses Erbe ist. Sie besitzt einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, vor allem für die Schwachen und diejenigen, die ohnehin schon leiden.<br />
​Ihr unfassbar dickes Fell hat sie sich über die Jahre zugelegt, da sie die Verachtung der Magierwelt nur zu gut kennt. Doch genau das hat ihre Faszination nur noch weiter angefacht: Hält sie ein Muggel-Artefakt in den Händen, ist es für sie wie ein unermesslicher Schatz. Sie hinterfragt neugierig dessen Zweck und kann ununterbrochen darüber sprechen, wie viel es ihr bedeutet. In ihrem Herzen und in ihrer Magie ist sie tief mit diesem Thema verwoben – allein der Gedanke, dass jeder Muggel ein entfernter Verwandter sein könnte, hat sie für alle Menschen geöffnet.<br />
​Sie hat ihr Herz vielleicht nicht schutzlos offengelegt, aber sie hat die Tür für jeden weit aufgestoßen, der Zuflucht sucht und ihre tiefe Fürsorge spüren möchte. Dabei ist ihr magisches Talent – die Resonanz-Sensibilität für die Gefühle und Absichten der Muggel – eine immense Hilfe, da sie Wahrheit von Lüge unterscheiden kann. Trotzdem würde sie niemals voreilig urteilen oder jemandem grollen, der seine wahren Absichten nicht sofort preisgibt.<br />
​Meist begegnet man ihr als liebevoller Frau mit trockenem, britischem Humor, die felsenfest auf ihrem Standpunkt beharrt und jedem Widerstand trotzt. Ihr Herz glaubt unerschütterlich daran, dass in jedem Menschen etwas Gutes steckt. Selbst wenn dieser Gedanke naiv wirken mag, begegnet sie Ablehnung und Vorurteilen gegenüber der Muggelwelt genau mit dieser Haltung. Sie lässt sich nicht unterkriegen und versucht, mit unermüdlich guter Laune ihre gesamte Klasse anzustecken und zu begeistern.<br />
​Charity möchte in jedem Herzen ein kleines Licht entzünden – eines, das auch die Kleinen und Schwachen sichtbar macht und zur Akzeptanz mahnt. Sie stellt sich täglich die Frage: Wie viel Magie braucht man eigentlich für die kleinsten Handgriffe – und wann könnte man sie schlicht weglassen? Dieser Gedanke beschäftigt sie oft. Manchmal verliert sie sich darin und genießt die seltene Ruhe, die ihr bleibt. Doch viel zu selten kommt sie wirklich zur Besinnung, selbst wenn sie es wollte: Ständig treibt sie das Gefühl um, dass es noch etwas zu tun gibt, etwas zu reparieren oder neu zu lernen gilt – während eigene Hobbys oft auf der Strecke bleiben.<br />
​Ihr Herz hat sie – so glaubt sie zumindest – schon lange an die Muggelwelt verloren. Was Romantik angeht, ist sie jedoch gänzlich unerfahren. Mit Beziehungen hatte sie noch nie etwas am Hut und auch sexuelle Erfahrungen fehlen ihr völlig; es hat sich schlichtweg nie ergeben. Sie hat oft große Angst um die Menschen in ihrer Nähe, weil sie genau weiß, welchen umstrittenen Ruf sie genießt und welche Gefahren das mit sich bringt. Deshalb traute sie sich nie, sich wirklich zu öffnen. Selbst ein klassischer Freundeskreis existiert bei ihr kaum, da sie aus demselben Grund Distanz wahrt: Sie möchte niemanden hineinziehen und hat bereits alle Hände voll damit zu tun, Sorgen und Kämpfe für die Rechte und die Gleichberechtigung der Muggel auszufechten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Charity ist eine herzensgute Frau, die sich unter keinen Umständen von ihrem Vorhaben abbringen lässt. Sie ist eine hartnäckige Persönlichkeit mit einem starken Dickkopf, gepaart mit ruhiger Professionalität. Dennoch ist ihre Faszination für das Ungewöhnliche der Muggelwelt nicht jedermanns Sache: Sie liebt den Geruch von Druckerschwärze, alte Artefakte und die alltäglichen Wunder, die Muggel vollringen.<br />
​Diese Frau lässt sich nicht beirren – selbst ein klares Nein gegenüber dem Unbekannten liest sie eher als ein mutiges „Vielleicht“. Als Halbblut weiß sie genau, wie sich beide Welten anfühlen. Seine eigene Kindheit – auch wenn sie bis heute nicht weiß, wer genau in ihrer Familie der Muggelteil war – hat sie so nachhaltig geprägt, dass sie jedem zeigen möchte, wie wertvoll dieses Erbe ist. Sie besitzt einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, vor allem für die Schwachen und diejenigen, die ohnehin schon leiden.<br />
​Ihr unfassbar dickes Fell hat sie sich über die Jahre zugelegt, da sie die Verachtung der Magierwelt nur zu gut kennt. Doch genau das hat ihre Faszination nur noch weiter angefacht: Hält sie ein Muggel-Artefakt in den Händen, ist es für sie wie ein unermesslicher Schatz. Sie hinterfragt neugierig dessen Zweck und kann ununterbrochen darüber sprechen, wie viel es ihr bedeutet. In ihrem Herzen und in ihrer Magie ist sie tief mit diesem Thema verwoben – allein der Gedanke, dass jeder Muggel ein entfernter Verwandter sein könnte, hat sie für alle Menschen geöffnet.<br />
​Sie hat ihr Herz vielleicht nicht schutzlos offengelegt, aber sie hat die Tür für jeden weit aufgestoßen, der Zuflucht sucht und ihre tiefe Fürsorge spüren möchte. Dabei ist ihr magisches Talent – die Resonanz-Sensibilität für die Gefühle und Absichten der Muggel – eine immense Hilfe, da sie Wahrheit von Lüge unterscheiden kann. Trotzdem würde sie niemals voreilig urteilen oder jemandem grollen, der seine wahren Absichten nicht sofort preisgibt.<br />
​Meist begegnet man ihr als liebevoller Frau mit trockenem, britischem Humor, die felsenfest auf ihrem Standpunkt beharrt und jedem Widerstand trotzt. Ihr Herz glaubt unerschütterlich daran, dass in jedem Menschen etwas Gutes steckt. Selbst wenn dieser Gedanke naiv wirken mag, begegnet sie Ablehnung und Vorurteilen gegenüber der Muggelwelt genau mit dieser Haltung. Sie lässt sich nicht unterkriegen und versucht, mit unermüdlich guter Laune ihre gesamte Klasse anzustecken und zu begeistern.<br />
​Charity möchte in jedem Herzen ein kleines Licht entzünden – eines, das auch die Kleinen und Schwachen sichtbar macht und zur Akzeptanz mahnt. Sie stellt sich täglich die Frage: Wie viel Magie braucht man eigentlich für die kleinsten Handgriffe – und wann könnte man sie schlicht weglassen? Dieser Gedanke beschäftigt sie oft. Manchmal verliert sie sich darin und genießt die seltene Ruhe, die ihr bleibt. Doch viel zu selten kommt sie wirklich zur Besinnung, selbst wenn sie es wollte: Ständig treibt sie das Gefühl um, dass es noch etwas zu tun gibt, etwas zu reparieren oder neu zu lernen gilt – während eigene Hobbys oft auf der Strecke bleiben.<br />
​Ihr Herz hat sie – so glaubt sie zumindest – schon lange an die Muggelwelt verloren. Was Romantik angeht, ist sie jedoch gänzlich unerfahren. Mit Beziehungen hatte sie noch nie etwas am Hut und auch sexuelle Erfahrungen fehlen ihr völlig; es hat sich schlichtweg nie ergeben. Sie hat oft große Angst um die Menschen in ihrer Nähe, weil sie genau weiß, welchen umstrittenen Ruf sie genießt und welche Gefahren das mit sich bringt. Deshalb traute sie sich nie, sich wirklich zu öffnen. Selbst ein klassischer Freundeskreis existiert bei ihr kaum, da sie aus demselben Grund Distanz wahrt: Sie möchte niemanden hineinziehen und hat bereits alle Hände voll damit zu tun, Sorgen und Kämpfe für die Rechte und die Gleichberechtigung der Muggel auszufechten.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Luna Lovegood]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1071</link>
			<pubDate>Tue, 04 Aug 2026 17:36:18 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=336">Luna Lovegood</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1071</guid>
			<description><![CDATA[Luna Lovegood ist eine bemerkenswerte und zutiefst ungewöhnliche Persönlichkeit. Zu Beginn ihres vierten Schuljahres im September 1995 wirkt sie auf Außenstehende oft wie ein verträumter Orientierungsloser im hektischen Alltag von Hogwarts. Sie strahlt eine unerschütterliche, beinahe überirdische Ruhe aus, die weder durch spöttische Bemerkungen noch durch das versteckte Entwenden ihrer Schulsachen erschüttert werden kann. Der herablassende Spitzname „Loony“, den ihr Mitschüler gaben, prallt an ihr ab – keineswegs aus Naivität, sondern weil sie Hass und Vergeltung als völlig unnütze Gefühle betrachtet.<br />
Lunas Intelligenz entspricht keineswegs dem klassischen Ravenclaw-Muster des ehrgeizigen Strebers. Ihre Stärke liegt in absoluter geistiger Unvoreingenommenheit, tiefgreifender Intuition und einer faszinierenden Empathie. Sie bewertet Menschen weder nach Blutstatus noch nach sozialem Rang. Ob Reinblut, Muggelstämmiger, Werwolf oder Hauself: Luna begegnet jedem Wesen mit derselben grundlegenden Würde. Wer zu ihrem engsten Kreis zählt – in erster Linie ihr Vater Xenophilius –, erlebt eine zutiefst loyale, sanftmütige und kreativ sprudelnde Gefährtin. In einer romantischen Beziehung sucht Luna ausschließlich seelische Tiefe und gegenseitiges Verständnis; oberflächliche Abenteuer oder emotionale Spielchen sind ihr vollkommen fremd.<br />
Im Gespräch begegnet Luna ihren Mitmenschen mit radikaler, manchmal entwaffnender Ehrlichkeit. Sie spricht tragische Ereignisse oder ihre skurrilen Überzeugungen – von der Existenz Schrumpfhornackiger Schnarchkackler bis hin zu Fudges korrupten Plänen – in völlig neutralem Tonfall aus. Dem Zaubereiministerium und der offiziellen Presse gegenüber hegt sie, geprägt durch die Berichterstattung ihres Vaters im Klitterer, eine tiefe Skepsis. Dumbledore und Harry Potter begegnet sie hingegen mit unerschütterlichem Vertrauen.<br />
<br />
Luna besitzt leicht verschwommene, silbrig-graue Augen, die oft knapp am Gegenüber vorbeizuschauen scheinen, und hüftlanges, blondes Haar. Ihre Erscheinung unterstreicht sie durch selbstgemachten, symbolträchtigen Schmuck: Ohrringe in Form leuchtend oranger Dirigabel-Pflaumen und eine Kette aus Butterbier-Korken zur Abwehr potenzieller magischer Plagegeister.<br />
Ihre magischen Qualitäten zeigen sich in einer feinen Schleier-Wahrnehmung. Sie besitzt einen natürlichen Draht zu magischen Geschöpfen und eine erstaunliche innere Klarheit. Ihr Patronus nimmt die Gestalt eines Hasen an. Würde sie einem Amortentia begegnen, nähme dieser für sie die Farbe eines schimmernden, perlmuttartigen Rosas an und duftete nach frischen Dirigabel-Pflaumen, der Druckertinte des Klitterers sowie feuchtem Morgennebel. Ein Irrwicht wiederum träte ihr als stummer, abgewandter Schattenkreis spottender Mitschüler entgegen, aus dem die verblasste Gestalt ihrer Mutter hervortritt – ein Bild, das sie mit Riddikulus in eine Horde tanzender Knuddelmuffs verwandelt.<br />
<br />
Luna wurde am 13. Februar 1981 als einziges Kind von Xenophilius und Pandora Lovegood geboren. Sie wuchs in einem eigenwilligen, turmartigen Haus nahe dem Dorf Ottery St. Catchpole auf, geprägt von Kunst, Magie und dem unkonventionellen Forschungsgeist ihrer Eltern.<br />
Im Jahr 1990 – Luna war gerade neun Jahre alt – ereignete sich die Tragödie, die ihr Leben für immer verändern sollte: Ihre Mutter Pandora verunglückte tödlich bei einem Experiment mit einem selbstentwickelten Zauberspruch. Luna musste das Unglück mitansehen. Dieser Verlust prägte ihre reife Einstellung zum Tod als natürlichen Übergang und verlieh ihr ab diesem Tag die Fähigkeit, Thestrale zu sehen.<br />
Am 1. September 1992 begann Lunas Ausbildung an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei, wo der Sprechende Hut sie dem Haus Ravenclaw zuteilte. Trotz ihrer Zugehörigkeit zu einem Haus, das für Verstand geschätzt wird, blieb Luna eine Außenseiterin. In ihren ersten drei Schuljahren (1992–1995) zieht sie sich häufig zurück, liest den Klitterer, verbringt Zeit bei den Thestralen am Rande des Verbotenen Waldes und erträgt stoisch den Diebstahl ihrer Besitztümer.<br />
Zu Beginn ihres vierten Schuljahres im September 1995 steht Luna als gefestigte, charakterstarke Hexe an der Schwelle zu einer Zeit, in der ihre unerschütterliche Loyalität und ihr klarer Blick auf die Welt für ihre Mitschüler noch von unschätzbarem Wert werden dürften.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Luna Lovegood ist eine bemerkenswerte und zutiefst ungewöhnliche Persönlichkeit. Zu Beginn ihres vierten Schuljahres im September 1995 wirkt sie auf Außenstehende oft wie ein verträumter Orientierungsloser im hektischen Alltag von Hogwarts. Sie strahlt eine unerschütterliche, beinahe überirdische Ruhe aus, die weder durch spöttische Bemerkungen noch durch das versteckte Entwenden ihrer Schulsachen erschüttert werden kann. Der herablassende Spitzname „Loony“, den ihr Mitschüler gaben, prallt an ihr ab – keineswegs aus Naivität, sondern weil sie Hass und Vergeltung als völlig unnütze Gefühle betrachtet.<br />
Lunas Intelligenz entspricht keineswegs dem klassischen Ravenclaw-Muster des ehrgeizigen Strebers. Ihre Stärke liegt in absoluter geistiger Unvoreingenommenheit, tiefgreifender Intuition und einer faszinierenden Empathie. Sie bewertet Menschen weder nach Blutstatus noch nach sozialem Rang. Ob Reinblut, Muggelstämmiger, Werwolf oder Hauself: Luna begegnet jedem Wesen mit derselben grundlegenden Würde. Wer zu ihrem engsten Kreis zählt – in erster Linie ihr Vater Xenophilius –, erlebt eine zutiefst loyale, sanftmütige und kreativ sprudelnde Gefährtin. In einer romantischen Beziehung sucht Luna ausschließlich seelische Tiefe und gegenseitiges Verständnis; oberflächliche Abenteuer oder emotionale Spielchen sind ihr vollkommen fremd.<br />
Im Gespräch begegnet Luna ihren Mitmenschen mit radikaler, manchmal entwaffnender Ehrlichkeit. Sie spricht tragische Ereignisse oder ihre skurrilen Überzeugungen – von der Existenz Schrumpfhornackiger Schnarchkackler bis hin zu Fudges korrupten Plänen – in völlig neutralem Tonfall aus. Dem Zaubereiministerium und der offiziellen Presse gegenüber hegt sie, geprägt durch die Berichterstattung ihres Vaters im Klitterer, eine tiefe Skepsis. Dumbledore und Harry Potter begegnet sie hingegen mit unerschütterlichem Vertrauen.<br />
<br />
Luna besitzt leicht verschwommene, silbrig-graue Augen, die oft knapp am Gegenüber vorbeizuschauen scheinen, und hüftlanges, blondes Haar. Ihre Erscheinung unterstreicht sie durch selbstgemachten, symbolträchtigen Schmuck: Ohrringe in Form leuchtend oranger Dirigabel-Pflaumen und eine Kette aus Butterbier-Korken zur Abwehr potenzieller magischer Plagegeister.<br />
Ihre magischen Qualitäten zeigen sich in einer feinen Schleier-Wahrnehmung. Sie besitzt einen natürlichen Draht zu magischen Geschöpfen und eine erstaunliche innere Klarheit. Ihr Patronus nimmt die Gestalt eines Hasen an. Würde sie einem Amortentia begegnen, nähme dieser für sie die Farbe eines schimmernden, perlmuttartigen Rosas an und duftete nach frischen Dirigabel-Pflaumen, der Druckertinte des Klitterers sowie feuchtem Morgennebel. Ein Irrwicht wiederum träte ihr als stummer, abgewandter Schattenkreis spottender Mitschüler entgegen, aus dem die verblasste Gestalt ihrer Mutter hervortritt – ein Bild, das sie mit Riddikulus in eine Horde tanzender Knuddelmuffs verwandelt.<br />
<br />
Luna wurde am 13. Februar 1981 als einziges Kind von Xenophilius und Pandora Lovegood geboren. Sie wuchs in einem eigenwilligen, turmartigen Haus nahe dem Dorf Ottery St. Catchpole auf, geprägt von Kunst, Magie und dem unkonventionellen Forschungsgeist ihrer Eltern.<br />
Im Jahr 1990 – Luna war gerade neun Jahre alt – ereignete sich die Tragödie, die ihr Leben für immer verändern sollte: Ihre Mutter Pandora verunglückte tödlich bei einem Experiment mit einem selbstentwickelten Zauberspruch. Luna musste das Unglück mitansehen. Dieser Verlust prägte ihre reife Einstellung zum Tod als natürlichen Übergang und verlieh ihr ab diesem Tag die Fähigkeit, Thestrale zu sehen.<br />
Am 1. September 1992 begann Lunas Ausbildung an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei, wo der Sprechende Hut sie dem Haus Ravenclaw zuteilte. Trotz ihrer Zugehörigkeit zu einem Haus, das für Verstand geschätzt wird, blieb Luna eine Außenseiterin. In ihren ersten drei Schuljahren (1992–1995) zieht sie sich häufig zurück, liest den Klitterer, verbringt Zeit bei den Thestralen am Rande des Verbotenen Waldes und erträgt stoisch den Diebstahl ihrer Besitztümer.<br />
Zu Beginn ihres vierten Schuljahres im September 1995 steht Luna als gefestigte, charakterstarke Hexe an der Schwelle zu einer Zeit, in der ihre unerschütterliche Loyalität und ihr klarer Blick auf die Welt für ihre Mitschüler noch von unschätzbarem Wert werden dürften.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Eugene Floyd Belby]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1064</link>
			<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 16:43:33 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=333">Eugene Belby</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1064</guid>
			<description><![CDATA[Eigentlich wollte Eugene nur etwas gegen seine Schmerzen nehmen und schlafen gehen. Aber nein, Andre hatte ihn ja unbedingt dazu überreden müssen, ins Krankenhaus zu gehen. Wenigstens hatte er ihn davon überzeugen können, dass das St. Mungos eine schlechte Idee war, da sie nur Werwolf hörten und wussten, dass gestern der Vollmond gewesen war. Entweder sie verweigerten ihm den Zutritt oder untersuchten ihn nicht richtig. Aber selbst wenn, war Eugene überzeugt davon, dass es nichts war. Er vertrug vermutlich nur den Banntrank nicht mehr. Das würde er mit seinem Dad besprechen, wenn er sich etwas besser fühlte, irgendwann. Klar, er selbst hatte sich auch schon Sorgen um sich gemacht, seit er bemerkt hatte, dass die Wandlungsschmerzen stärker geworden waren und er auch so mal Knochenschmerzen bekommen hatte. Ein wenig fühlte es sich wie die Pubertät an. Immerhin war auch sein Werwolf durch die Pubertät gegangen. Damals hatten sich die Wachstumsschmerzen ähnlich angefühlt. Vielleicht löste der Trank ja auf Dauer auch eine Art zweite Pubertät aus. Es gab ja nicht viele Werwölfe, die seit der Erfindung auch jeden Vollmond den Trank bekommen hatten. Er war teuer, schwer zu brauen und nicht jeder hatte genügend Unterstützung, dass er oder sie ihn einfach nehmen konnte. Er selbst hatte ein paar kennengelernt, die sich vom Ministerium einschließen ließen, aber dem Trank nicht trauten. Sie vertrauten lieber den dicken Gittern und Kerkern des Ministeriums, das sie eigentlich alle vernichtet sehen wollte.<br />
<br />
"Und ich sage dir, da ist nichts. Ich bin einfach nur ein bisschen schlapper als sonst", meinte er von der Liege aus. Muggelärzte waren schon komisch. Sie hatten ihm gesagt, er solle liegen bleiben. Vermutlich würde er nicht eingewiesen, aber er würde definitiv hierbleiben und ein paar Tests über sich ergehen lassen. Gesagt hatte bisher keiner etwas. Er hatte in einen Becher pinkeln müssen, ihm war Blut mit einer Nadel abgenommen worden, er war abgehört worden und Andre hatte gemeint, dass er für eine Art Hormonungleichgewicht von einem (wie hatte er den noch gleich genannt? Homologe? Heterologe? Heteropath? Ach ne) Homöopath ein Kräutergemisch bekam, dass er einmal im Monat nahm. Danach war Eugene gefragt worden, ob sein Hausarzt eine genaue Diagnose gestellt hätte oder er Drogen nahm. Tja, einen Werwolf zu erklären, wenn man über die magische Welt nichts sagen durfte, war schon schwer. Daher hatte Eugene einfach nur gesagt, dass er das nahm, seit er etwa 15 war. Er wisse aber nicht genau, was darin war. Daraufhin war ihm noch mehr Blut abgenommen worden. Etwas später hatte man ihn dann zum Röntgen genommen. Da hatte er das Personal bestimmt genervt, weil er sie ausgefragt hatte, wie das Ganze funktionieren soll, so ganz ohne Magie. Wie sollte man sonst einfach in einen Körper gucken können? Und ganz ehrlich, diese Röntgenstrahlen klangen für ihn nach einem Zauber, den ein Heiler erfunden haben könnte. Die Bilder hatten sie ihm allerdings nicht gezeigt. Stattdessen hatte er sich ausziehen dürfen, woraufhin er die Narben hatte erklären müssen. Ähm, definitiv sehr große Hunde. Die waren dem Nachbarn entwischt und hatten ihn beim Spielen angefallen. Nichts weiter. Nein, er war in kein Löwengehege gefallen. Er war gewogen worden und jemand hatte ihn nach seinem Stuhlgang gefragt. Weird, aber okay. Sein Gewicht war gemessen worden, genauso seine Größe. Und jetzt war er eben wieder auf der Liege.<br />
<br />
Er konnte seinen Freund seufzen und die Augen verdrehen sehen, auch wenn dieser gerade ihm den Rücken zuwandte. "Niemand wird einfach ohnmächtig nach so einer Nacht. Irgendwas stimmt nicht. Letztes Jahr hast du bestimmt noch zehn Kilo mehr gewogen, vermutlich sogar mehr. Und glaub nicht, dass wir nicht sehen, dass du etwas gebeugter gehst. Wenn nichts ist, spendier ich dir gern einen Drink oder nehm dich zum Essen mit, wenn du dich ausgeruht hast. Aber warte bitte auf das Ergebnis, bevor du gehst." Als ob Eugene einfach gehen würde. Er wollte selbst Andres Gesicht sehen, wenn der Arzt etwas von Erschöpfung erzählen würde. Mehr würde es schon nicht sein, hoffentlich. Und wenn doch war sein Dad vermutlich eh der bessere Ansprechpartner. Mit ihm würde er es schon noch klären. Irgendwann. Wenn er sich traute, ihn darauf anzusprechen. Sein Dad hatte immer so viel zu tun. Er wollte ihn nicht weiter stressen. Oder seiner Mum Sorgen bereiten. Er war ein schwieriger Teenager gewesen, aber das Leben war auch nicht gerade fair gewesen. Da durfte er doch auch nicht nur für sich selbst hoffen, dass es einmal fair war und er nur etwas Ruhe benötigte.<br />
<br />
Für eine Weile schwiegen sie, bis der Arzt reinkam, samt zweier Schüler. Studenten hieß das hier, oder? Eugene setzte sich auf. Die Anspannung in Andre konnte er förmlich schmecken. Da brauchte er nicht erst zu seinem Kumpel rüberschauen. "Mr. Egge, erstmal vielen Dank für Ihre Geduld mit uns", begann der Arzt, dessen Namen Eugene schon wieder vergessen hatte, und schob die dunklen Bilder in seiner Hand vor eine Lichtbox, "Wir haben einige Tests machen müssen, um das Ausmaß festzustellen und unsere Diagnose zu bestätigen. Für ein paar weitere würden wir Sie bitten, in ein paar Tagen für speziellere Tests wiederzukommen." Die Lichterbox wurde angeschaltet und das Bild auf dem schwarzen Glasspergament wurde sichtbar. Schwarz-weiß, keine Bewegung. "Das hier sind Ihre Knie, hier das Linke, da das Rechte. Sehen Sie dieses wolkige Gebilde in Ihrem linken Femur knapp über dem Gelenk? Das sollte eigentlich so aussehen, wie in Ihrem rechten Knie. Unsere Befürchtung ist, dass es sich um ein Osteosarkom handelt, also einen Knochentumor, Krebs." Eugene blinzelte, als der Mann die Bilder gegen zwei andere austauschte. Krebs? Andre warf ihm einen Blick zu, als würde er ihm laut zurufen "Ich hab es doch gesagt.", aber dennoch gequält aussah.<br />
<br />
Sie zeigten ihnen noch seine Schulter, die eine ähnliche Wolke im Knochen aufzeigte, und seinen Brustkorb, wo laut dem Doktor alles okay war, was ihn zu freuen schien. Es folgte noch ein großes Gespräch über Stadien, Behandlungen, Möglichkeiten und Aussichten. Zu allem gab es Flyer, die man entweder ihm oder Andre in die Hand drückte. Und am Ende gab es noch einen Termin. Sie wollten ihn unter Narkose legen und ein Stück von seinem Knochen nehmen, um es zu analysieren, wenn er es richtig verstanden hatte. Bei Narkose hatte Andre gesagt, dass der Arzt meint, dass er währenddessen schlafen und nichts spüren würde. An Eugene war das alles ein wenig vorbeigeflogen. Reichte es nicht, dass er ein Werwolf war? Ach fuck. Er könnte etwas zerschlagen. Wenn er nicht auch gleichzeitig so müde war. "Sobald wir das Ergebnis von der Biopsie haben, geh ich mit dir ins St. Mungos. Die müssen einfach was Besseres anbieten, als dir das Bein abzuschneiden und ein ganzes Stück von deinem Schulterblatt wegzunehmen. Bestrahlung und Chemo kann es doch nicht sein," fing Andre an, aber Eugene unterbrach seinen Freund. "Warte, was? Bein abschneiden?" "Ja, Amputation.," antwortete sein Kumpel mit einem Schnauben. "Fuck, sorry, das hab ich nicht so mitbekommen." Ein wenig hatte die Welt angefangen, sich zu drehen. "Kein Wunder, du siehst aus wie ein Zombie," meinte Andre ein wenig sanfter und Eugene spürte, wie dieser seine Taille griff und gegen sich drückte. "Wir holen uns erstmal ein Taxi zum Tropfenden Kessel. Wir können von da aus per Flohpulver zurück zu dir. Aber mit dir appariere ich heute bestimmt nicht mehr." Eugene ließ sich einfach zum nächstbesten freien Wagen ziehen. Er ließ es auch zu, dass Andre ihn stützte. An jedem anderen Tag und bei jemand anderem hätte er sich bestimmt gewehrt. Aber jetzt klang die Idee, in sein eigenes Bett zu fallen und in Ruhe auszuschlafen, während er es erstmal verdaute, wie zwei Schokofrösche in einer Packung. "Kannst du mir wenigstens eines versprechen? Erstmal kein Wort zu den anderen. Fuck, lass mich bitte erst einmal verstehen, was das alles bedeutet. Bitte, Andre, ich will erstmal selbst Antworten haben, bevor ich mit ihnen rede," meinte er, als Andre ihn unzeremoniell auf die Rückbank eines Wagens verfrachtete. "Klar, aber nicht zu lange. Franklyn hat sowieso schon vor zwei Monaten angemerkt, dass du komisch riechst. Es macht selbst mit dem Beruhigungsmittel seinen Wolfshund ganz wuschig. Aber lass uns darüber später reden, wenn wir wieder unter uns sind", grummelte Andre und nickte kurz zum Fahrer, um wieder darauf hinzuweisen, dass sie unter Muggeln waren und nicht so offen darüber reden konnten. Während Andre die Adresse durchgab, sah Eugene aus dem Fenster. Krebs. Er hatte immer befürchtet, dass er durch die Hand von Auroren starb, entweder, weil er wirklich etwas angestellt hatte oder jemand die Auslöschung der Werwölfe befohlen hatte, zumindest, wenn es nicht damit endete, dass er einfach vor Altersschwäche starb. Aber Krebs? Fuck. Wie sollte er das seiner Familie erklären? Seinem Dad, seiner kleinen Schwester? Seiner Mum, Eileen? Oder Cassius, der gerade selbst seine erste Vollmondnacht hinter sich hatte? Fuck, wenn er Zuhause war, musste er unbedingt seiner Familie einen Brief schreiben und fragen, wie es dem Jugendlichen ging. Die ersten Nächte waren einfach scheiße. "Wir sind gleich da."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Eigentlich wollte Eugene nur etwas gegen seine Schmerzen nehmen und schlafen gehen. Aber nein, Andre hatte ihn ja unbedingt dazu überreden müssen, ins Krankenhaus zu gehen. Wenigstens hatte er ihn davon überzeugen können, dass das St. Mungos eine schlechte Idee war, da sie nur Werwolf hörten und wussten, dass gestern der Vollmond gewesen war. Entweder sie verweigerten ihm den Zutritt oder untersuchten ihn nicht richtig. Aber selbst wenn, war Eugene überzeugt davon, dass es nichts war. Er vertrug vermutlich nur den Banntrank nicht mehr. Das würde er mit seinem Dad besprechen, wenn er sich etwas besser fühlte, irgendwann. Klar, er selbst hatte sich auch schon Sorgen um sich gemacht, seit er bemerkt hatte, dass die Wandlungsschmerzen stärker geworden waren und er auch so mal Knochenschmerzen bekommen hatte. Ein wenig fühlte es sich wie die Pubertät an. Immerhin war auch sein Werwolf durch die Pubertät gegangen. Damals hatten sich die Wachstumsschmerzen ähnlich angefühlt. Vielleicht löste der Trank ja auf Dauer auch eine Art zweite Pubertät aus. Es gab ja nicht viele Werwölfe, die seit der Erfindung auch jeden Vollmond den Trank bekommen hatten. Er war teuer, schwer zu brauen und nicht jeder hatte genügend Unterstützung, dass er oder sie ihn einfach nehmen konnte. Er selbst hatte ein paar kennengelernt, die sich vom Ministerium einschließen ließen, aber dem Trank nicht trauten. Sie vertrauten lieber den dicken Gittern und Kerkern des Ministeriums, das sie eigentlich alle vernichtet sehen wollte.<br />
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"Und ich sage dir, da ist nichts. Ich bin einfach nur ein bisschen schlapper als sonst", meinte er von der Liege aus. Muggelärzte waren schon komisch. Sie hatten ihm gesagt, er solle liegen bleiben. Vermutlich würde er nicht eingewiesen, aber er würde definitiv hierbleiben und ein paar Tests über sich ergehen lassen. Gesagt hatte bisher keiner etwas. Er hatte in einen Becher pinkeln müssen, ihm war Blut mit einer Nadel abgenommen worden, er war abgehört worden und Andre hatte gemeint, dass er für eine Art Hormonungleichgewicht von einem (wie hatte er den noch gleich genannt? Homologe? Heterologe? Heteropath? Ach ne) Homöopath ein Kräutergemisch bekam, dass er einmal im Monat nahm. Danach war Eugene gefragt worden, ob sein Hausarzt eine genaue Diagnose gestellt hätte oder er Drogen nahm. Tja, einen Werwolf zu erklären, wenn man über die magische Welt nichts sagen durfte, war schon schwer. Daher hatte Eugene einfach nur gesagt, dass er das nahm, seit er etwa 15 war. Er wisse aber nicht genau, was darin war. Daraufhin war ihm noch mehr Blut abgenommen worden. Etwas später hatte man ihn dann zum Röntgen genommen. Da hatte er das Personal bestimmt genervt, weil er sie ausgefragt hatte, wie das Ganze funktionieren soll, so ganz ohne Magie. Wie sollte man sonst einfach in einen Körper gucken können? Und ganz ehrlich, diese Röntgenstrahlen klangen für ihn nach einem Zauber, den ein Heiler erfunden haben könnte. Die Bilder hatten sie ihm allerdings nicht gezeigt. Stattdessen hatte er sich ausziehen dürfen, woraufhin er die Narben hatte erklären müssen. Ähm, definitiv sehr große Hunde. Die waren dem Nachbarn entwischt und hatten ihn beim Spielen angefallen. Nichts weiter. Nein, er war in kein Löwengehege gefallen. Er war gewogen worden und jemand hatte ihn nach seinem Stuhlgang gefragt. Weird, aber okay. Sein Gewicht war gemessen worden, genauso seine Größe. Und jetzt war er eben wieder auf der Liege.<br />
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Er konnte seinen Freund seufzen und die Augen verdrehen sehen, auch wenn dieser gerade ihm den Rücken zuwandte. "Niemand wird einfach ohnmächtig nach so einer Nacht. Irgendwas stimmt nicht. Letztes Jahr hast du bestimmt noch zehn Kilo mehr gewogen, vermutlich sogar mehr. Und glaub nicht, dass wir nicht sehen, dass du etwas gebeugter gehst. Wenn nichts ist, spendier ich dir gern einen Drink oder nehm dich zum Essen mit, wenn du dich ausgeruht hast. Aber warte bitte auf das Ergebnis, bevor du gehst." Als ob Eugene einfach gehen würde. Er wollte selbst Andres Gesicht sehen, wenn der Arzt etwas von Erschöpfung erzählen würde. Mehr würde es schon nicht sein, hoffentlich. Und wenn doch war sein Dad vermutlich eh der bessere Ansprechpartner. Mit ihm würde er es schon noch klären. Irgendwann. Wenn er sich traute, ihn darauf anzusprechen. Sein Dad hatte immer so viel zu tun. Er wollte ihn nicht weiter stressen. Oder seiner Mum Sorgen bereiten. Er war ein schwieriger Teenager gewesen, aber das Leben war auch nicht gerade fair gewesen. Da durfte er doch auch nicht nur für sich selbst hoffen, dass es einmal fair war und er nur etwas Ruhe benötigte.<br />
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Für eine Weile schwiegen sie, bis der Arzt reinkam, samt zweier Schüler. Studenten hieß das hier, oder? Eugene setzte sich auf. Die Anspannung in Andre konnte er förmlich schmecken. Da brauchte er nicht erst zu seinem Kumpel rüberschauen. "Mr. Egge, erstmal vielen Dank für Ihre Geduld mit uns", begann der Arzt, dessen Namen Eugene schon wieder vergessen hatte, und schob die dunklen Bilder in seiner Hand vor eine Lichtbox, "Wir haben einige Tests machen müssen, um das Ausmaß festzustellen und unsere Diagnose zu bestätigen. Für ein paar weitere würden wir Sie bitten, in ein paar Tagen für speziellere Tests wiederzukommen." Die Lichterbox wurde angeschaltet und das Bild auf dem schwarzen Glasspergament wurde sichtbar. Schwarz-weiß, keine Bewegung. "Das hier sind Ihre Knie, hier das Linke, da das Rechte. Sehen Sie dieses wolkige Gebilde in Ihrem linken Femur knapp über dem Gelenk? Das sollte eigentlich so aussehen, wie in Ihrem rechten Knie. Unsere Befürchtung ist, dass es sich um ein Osteosarkom handelt, also einen Knochentumor, Krebs." Eugene blinzelte, als der Mann die Bilder gegen zwei andere austauschte. Krebs? Andre warf ihm einen Blick zu, als würde er ihm laut zurufen "Ich hab es doch gesagt.", aber dennoch gequält aussah.<br />
<br />
Sie zeigten ihnen noch seine Schulter, die eine ähnliche Wolke im Knochen aufzeigte, und seinen Brustkorb, wo laut dem Doktor alles okay war, was ihn zu freuen schien. Es folgte noch ein großes Gespräch über Stadien, Behandlungen, Möglichkeiten und Aussichten. Zu allem gab es Flyer, die man entweder ihm oder Andre in die Hand drückte. Und am Ende gab es noch einen Termin. Sie wollten ihn unter Narkose legen und ein Stück von seinem Knochen nehmen, um es zu analysieren, wenn er es richtig verstanden hatte. Bei Narkose hatte Andre gesagt, dass der Arzt meint, dass er währenddessen schlafen und nichts spüren würde. An Eugene war das alles ein wenig vorbeigeflogen. Reichte es nicht, dass er ein Werwolf war? Ach fuck. Er könnte etwas zerschlagen. Wenn er nicht auch gleichzeitig so müde war. "Sobald wir das Ergebnis von der Biopsie haben, geh ich mit dir ins St. Mungos. Die müssen einfach was Besseres anbieten, als dir das Bein abzuschneiden und ein ganzes Stück von deinem Schulterblatt wegzunehmen. Bestrahlung und Chemo kann es doch nicht sein," fing Andre an, aber Eugene unterbrach seinen Freund. "Warte, was? Bein abschneiden?" "Ja, Amputation.," antwortete sein Kumpel mit einem Schnauben. "Fuck, sorry, das hab ich nicht so mitbekommen." Ein wenig hatte die Welt angefangen, sich zu drehen. "Kein Wunder, du siehst aus wie ein Zombie," meinte Andre ein wenig sanfter und Eugene spürte, wie dieser seine Taille griff und gegen sich drückte. "Wir holen uns erstmal ein Taxi zum Tropfenden Kessel. Wir können von da aus per Flohpulver zurück zu dir. Aber mit dir appariere ich heute bestimmt nicht mehr." Eugene ließ sich einfach zum nächstbesten freien Wagen ziehen. Er ließ es auch zu, dass Andre ihn stützte. An jedem anderen Tag und bei jemand anderem hätte er sich bestimmt gewehrt. Aber jetzt klang die Idee, in sein eigenes Bett zu fallen und in Ruhe auszuschlafen, während er es erstmal verdaute, wie zwei Schokofrösche in einer Packung. "Kannst du mir wenigstens eines versprechen? Erstmal kein Wort zu den anderen. Fuck, lass mich bitte erst einmal verstehen, was das alles bedeutet. Bitte, Andre, ich will erstmal selbst Antworten haben, bevor ich mit ihnen rede," meinte er, als Andre ihn unzeremoniell auf die Rückbank eines Wagens verfrachtete. "Klar, aber nicht zu lange. Franklyn hat sowieso schon vor zwei Monaten angemerkt, dass du komisch riechst. Es macht selbst mit dem Beruhigungsmittel seinen Wolfshund ganz wuschig. Aber lass uns darüber später reden, wenn wir wieder unter uns sind", grummelte Andre und nickte kurz zum Fahrer, um wieder darauf hinzuweisen, dass sie unter Muggeln waren und nicht so offen darüber reden konnten. Während Andre die Adresse durchgab, sah Eugene aus dem Fenster. Krebs. Er hatte immer befürchtet, dass er durch die Hand von Auroren starb, entweder, weil er wirklich etwas angestellt hatte oder jemand die Auslöschung der Werwölfe befohlen hatte, zumindest, wenn es nicht damit endete, dass er einfach vor Altersschwäche starb. Aber Krebs? Fuck. Wie sollte er das seiner Familie erklären? Seinem Dad, seiner kleinen Schwester? Seiner Mum, Eileen? Oder Cassius, der gerade selbst seine erste Vollmondnacht hinter sich hatte? Fuck, wenn er Zuhause war, musste er unbedingt seiner Familie einen Brief schreiben und fragen, wie es dem Jugendlichen ging. Die ersten Nächte waren einfach scheiße. "Wir sind gleich da."]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Harry Potter]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1060</link>
			<pubDate>Tue, 23 Jun 2026 01:31:14 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=335">Harry Potter</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1060</guid>
			<description><![CDATA[Der Tagesprophet lag zwischen Kürbissaftbechern, Toastkrümeln und einem halb vollen Teller mit Rührei, den Ron eben noch halbherzig gegen Hedwig verteidigt hatte. Sie lag dort, als hätte man sie einfach nur abgelegt, aber in Wahrheit hatte Harry sie ein wenig angewidert fallen lassen. Ein bisschen Pergament, Druckerschwärze und ein paar sauber gesetzte Spalten. Die konnten nicht so schlimm sein. Eigentlich war das nämlich nichts, was einem fünfzehnjährigen Schüler noch vor der ersten Unterrichtsstunde den Appetit hätte verderben sollen.<br />
<br />
<b>ERNEUTE UNRUHE UM HARRY POTTER</b><br />
<i>von unserer politischen Redaktion</i><br />
Auch Wochen nach den tragischen Ereignissen des vergangenen Schuljahres reißen die Diskussionen um Harry Potter nicht ab. Der fünfzehnjährige Schüler, der in der Vergangenheit wiederholt durch ungewöhnliche Vorfälle im Umfeld von Hogwarts aufgefallen ist, hält weiterhin an der Behauptung fest, Du-weißt-schon-wer sei zurückgekehrt.<br />
Das Ministerium für Zauberei sieht hierfür nach wie vor keine belastbaren Beweise. Mehrere Quellen aus dem Umfeld der Schule äußerten unterdessen Sorge um Potters seelischen Zustand, der nach dem Tod des Hogwarts-Champions Cedric Diggory verständlicherweise belastet sein dürfte. Kritiker werfen Schulleiter Albus Dumbledore vor, den Jungen für seine eigenen politischen Zwecke zu instrumentalisieren, anstatt ihm die Ruhe zukommen zu lassen, die ein Schüler in seiner Lage dringend benötige. <br />
<br />
Harry hatte den Absatz zweimal gelesen. Er hatte ihn zwar schon beim ersten Mal verstanden, aber trotzdem hatte ein sehr naiver und vermutlich ein bisschen dummer Teil von ihm gehofft, dass sich die Worte beim zweiten Hinsehen in etwas anderes verwandelten. Taten sie nicht. Sie blieben genau da, schwarz auf hellgrauem Papier. Ordentlich und vermeintlich höflich und so widerlich vernünftig formuliert, dass man fast übersehen konnte, was genau da eigentlich passierte.<br />
Harry Potter hatte längst verstanden, dass man hier einen psychologischen Krieg gegen ihn führte. Wirklich erklärt hatte ihm das niemand und Harry hätte vermutlich ein anderes Wort benutzt. Aber unterm Strich war es eben genau das. Man versuchte ihn lächerlich zu machen und benutzte ihn gefühlt aktiv als Waffe gegen Dumbledore.<br />
Seelischer Zustand. Verständlicherweise belastet. Keine belastbaren Beweise.<br />
Harry hätte beinahe darüber gelacht. Nur war ihm nicht besonders lustig zumute. Cedric war tot und Voldemort war zurück. Harry hatte auf diesem verdammten Friedhof gestanden, gefesselt, verletzt und mit dem Geschmack von Blut im Mund. Voldemorts Stimme in den Ohren. Aber sicher. <br />
Vielleicht brauchte er einfach nur ein bisschen Ruhe! Er sollte sich hinlegen, einen Tee trinken. Vielleicht mal in die Sonne gehen! Ein Spaziergang half sicher Wunder. Die endeten dann in einem Angriff von Dementoren, der einem auch nicht geglaubt wurde! Pff… vor allem sollte er vermutlich damit aufhören, die Erwachsenen um sich herum mit unangenehmen Wahrheiten zu belästigen.<br />
<br />
Harry schob die Zeitung von sich weg. Nicht besonders heftig aber auch nicht super vorsichtig. Der Rand knickte gegen Rons Becher, der bedenklich schwankte und etwas von seinem Inhalt über die Zeitung kippte. Ein dunkler Fleck Kürbissaft fraß sich langsam in das Foto neben dem Artikel.<br />
Perfektes Sinnbild. Genau das machten sie immerhin auch mit ihm. Kippten einfach irgendwas über ihm aus und erhofften sich davon, dass es schon ausreichend Schmutz hinterließ, um alles andere unleserlich zu machen. Er konnte nur hoffen, dass das Ministerium damit nicht so erfolgreich war wie er mit dieser Zeitung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Tagesprophet lag zwischen Kürbissaftbechern, Toastkrümeln und einem halb vollen Teller mit Rührei, den Ron eben noch halbherzig gegen Hedwig verteidigt hatte. Sie lag dort, als hätte man sie einfach nur abgelegt, aber in Wahrheit hatte Harry sie ein wenig angewidert fallen lassen. Ein bisschen Pergament, Druckerschwärze und ein paar sauber gesetzte Spalten. Die konnten nicht so schlimm sein. Eigentlich war das nämlich nichts, was einem fünfzehnjährigen Schüler noch vor der ersten Unterrichtsstunde den Appetit hätte verderben sollen.<br />
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<b>ERNEUTE UNRUHE UM HARRY POTTER</b><br />
<i>von unserer politischen Redaktion</i><br />
Auch Wochen nach den tragischen Ereignissen des vergangenen Schuljahres reißen die Diskussionen um Harry Potter nicht ab. Der fünfzehnjährige Schüler, der in der Vergangenheit wiederholt durch ungewöhnliche Vorfälle im Umfeld von Hogwarts aufgefallen ist, hält weiterhin an der Behauptung fest, Du-weißt-schon-wer sei zurückgekehrt.<br />
Das Ministerium für Zauberei sieht hierfür nach wie vor keine belastbaren Beweise. Mehrere Quellen aus dem Umfeld der Schule äußerten unterdessen Sorge um Potters seelischen Zustand, der nach dem Tod des Hogwarts-Champions Cedric Diggory verständlicherweise belastet sein dürfte. Kritiker werfen Schulleiter Albus Dumbledore vor, den Jungen für seine eigenen politischen Zwecke zu instrumentalisieren, anstatt ihm die Ruhe zukommen zu lassen, die ein Schüler in seiner Lage dringend benötige. <br />
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Harry hatte den Absatz zweimal gelesen. Er hatte ihn zwar schon beim ersten Mal verstanden, aber trotzdem hatte ein sehr naiver und vermutlich ein bisschen dummer Teil von ihm gehofft, dass sich die Worte beim zweiten Hinsehen in etwas anderes verwandelten. Taten sie nicht. Sie blieben genau da, schwarz auf hellgrauem Papier. Ordentlich und vermeintlich höflich und so widerlich vernünftig formuliert, dass man fast übersehen konnte, was genau da eigentlich passierte.<br />
Harry Potter hatte längst verstanden, dass man hier einen psychologischen Krieg gegen ihn führte. Wirklich erklärt hatte ihm das niemand und Harry hätte vermutlich ein anderes Wort benutzt. Aber unterm Strich war es eben genau das. Man versuchte ihn lächerlich zu machen und benutzte ihn gefühlt aktiv als Waffe gegen Dumbledore.<br />
Seelischer Zustand. Verständlicherweise belastet. Keine belastbaren Beweise.<br />
Harry hätte beinahe darüber gelacht. Nur war ihm nicht besonders lustig zumute. Cedric war tot und Voldemort war zurück. Harry hatte auf diesem verdammten Friedhof gestanden, gefesselt, verletzt und mit dem Geschmack von Blut im Mund. Voldemorts Stimme in den Ohren. Aber sicher. <br />
Vielleicht brauchte er einfach nur ein bisschen Ruhe! Er sollte sich hinlegen, einen Tee trinken. Vielleicht mal in die Sonne gehen! Ein Spaziergang half sicher Wunder. Die endeten dann in einem Angriff von Dementoren, der einem auch nicht geglaubt wurde! Pff… vor allem sollte er vermutlich damit aufhören, die Erwachsenen um sich herum mit unangenehmen Wahrheiten zu belästigen.<br />
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Harry schob die Zeitung von sich weg. Nicht besonders heftig aber auch nicht super vorsichtig. Der Rand knickte gegen Rons Becher, der bedenklich schwankte und etwas von seinem Inhalt über die Zeitung kippte. Ein dunkler Fleck Kürbissaft fraß sich langsam in das Foto neben dem Artikel.<br />
Perfektes Sinnbild. Genau das machten sie immerhin auch mit ihm. Kippten einfach irgendwas über ihm aus und erhofften sich davon, dass es schon ausreichend Schmutz hinterließ, um alles andere unleserlich zu machen. Er konnte nur hoffen, dass das Ministerium damit nicht so erfolgreich war wie er mit dieser Zeitung.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ronald Bilius Weasley]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1059</link>
			<pubDate>Mon, 22 Jun 2026 16:03:32 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=334">Ron Weasley</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1059</guid>
			<description><![CDATA[Ron wusste selbst nicht so genau, was ihn eigentlich geritten hatte. Er war sich beinahe schon sicher, überreagiert zu haben. Warum hätte Harry lügen sollen? Und wie war er nur auch nur für einen Augenblick auf den Gedanken gekommen, dass ausgerechnet Harry sich freiwillig für das Trimagische Turnier gemeldet hatte? Ausgerechnet Harry, dem jede Aufmerksamkeit um seine Person zu viel war!<br />
Ron verpasste mit einem frustrierten Fauchen seinem Schrankkoffer einen Tritt und ließ sich auf sein Bett fallen. Den Kopf vergrub er in seinem Kissen und legte sich die Hände über die Ohren.<br />
Er schämte sich fürchterlich. Hatte sich schon schrecklich geschämt, als die Worte gerade erst seinen Mund verlassen hatte. Aber da war die Sache schon vorbei gewesen. Die Anschuldigung war raus gewesen, ehe er darüber nachgedacht hatte, was er eigentlich sagte. Und sie zurücknehmen konnte er sie ja schlecht. Ausgesprochen war ausgesprochen, oder etwa nicht?<br />
Was hätte er schon dazu sagen sollen? Dass er es nicht so gemeint hatte? Das stimmte ja nicht. Er war im Unrecht gewesen, das ja. Aber in dem Moment, in dem er gesagt hatte, dass er Harry nicht glaubte, hatte er es so gemeint. Er war sich sicher </i> gewesen, richtig zu liegen.<br />
Und jetzt? Jetzt fühlte er sich deswegen so schuldig, dass er sich wünschte, die Matratze würde ihn verschlucken.<br />
Er wusste doch, dass Harry gar nicht so war.<br />
Unvermittelt setzte Ron sich wieder auf, zog die Vorhänge zu, nur um sie noch einmal aufzuziehen und sich Feder und Pergament zu hangeln. Er versuchte, seine Gedanken irgendwie schriftlich zu ordnen. Die passenden Worte zu finden, um Harry um Entschuldigung zu bitten, gelang ihm allerdings nicht. Nach dem dritten Versuch gab er es auf, zerknüllte das Pergament und warf es weg.<br />
Als ob sich so eine verdammte Nullnummer mit einem dämlichen Brief wieder in Ordnung bringen ließe!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ron wusste selbst nicht so genau, was ihn eigentlich geritten hatte. Er war sich beinahe schon sicher, überreagiert zu haben. Warum hätte Harry lügen sollen? Und wie war er nur auch nur für einen Augenblick auf den Gedanken gekommen, dass ausgerechnet Harry sich freiwillig für das Trimagische Turnier gemeldet hatte? Ausgerechnet Harry, dem jede Aufmerksamkeit um seine Person zu viel war!<br />
Ron verpasste mit einem frustrierten Fauchen seinem Schrankkoffer einen Tritt und ließ sich auf sein Bett fallen. Den Kopf vergrub er in seinem Kissen und legte sich die Hände über die Ohren.<br />
Er schämte sich fürchterlich. Hatte sich schon schrecklich geschämt, als die Worte gerade erst seinen Mund verlassen hatte. Aber da war die Sache schon vorbei gewesen. Die Anschuldigung war raus gewesen, ehe er darüber nachgedacht hatte, was er eigentlich sagte. Und sie zurücknehmen konnte er sie ja schlecht. Ausgesprochen war ausgesprochen, oder etwa nicht?<br />
Was hätte er schon dazu sagen sollen? Dass er es nicht so gemeint hatte? Das stimmte ja nicht. Er war im Unrecht gewesen, das ja. Aber in dem Moment, in dem er gesagt hatte, dass er Harry nicht glaubte, hatte er es so gemeint. Er war sich sicher </i> gewesen, richtig zu liegen.<br />
Und jetzt? Jetzt fühlte er sich deswegen so schuldig, dass er sich wünschte, die Matratze würde ihn verschlucken.<br />
Er wusste doch, dass Harry gar nicht so war.<br />
Unvermittelt setzte Ron sich wieder auf, zog die Vorhänge zu, nur um sie noch einmal aufzuziehen und sich Feder und Pergament zu hangeln. Er versuchte, seine Gedanken irgendwie schriftlich zu ordnen. Die passenden Worte zu finden, um Harry um Entschuldigung zu bitten, gelang ihm allerdings nicht. Nach dem dritten Versuch gab er es auf, zerknüllte das Pergament und warf es weg.<br />
Als ob sich so eine verdammte Nullnummer mit einem dämlichen Brief wieder in Ordnung bringen ließe!]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
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