<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
	<channel>
		<title><![CDATA[OWLWAYS - Bewerbungen]]></title>
		<link>https://owlways.makemerun.de/</link>
		<description><![CDATA[OWLWAYS - https://owlways.makemerun.de]]></description>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2026 15:28:09 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Onyx Shafiq]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1124</link>
			<pubDate>Wed, 16 Sep 2026 12:12:51 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=344">Onyx Shafiq</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1124</guid>
			<description><![CDATA[Es hatte erste Anzeichen gegeben. Erste Veränderungen in seinem Verhalten. Schon seit Wochen. Ihr Ehemann, der sonst die Angewohnheit besaß, seine Hemdsärmel nach oben zu schlagen, sobald er sich in einem privaten Umfeld befand, tat dies nicht mehr. Onyx hatte sich zu Beginn nicht viel dabei gedacht. Es hatte sie nicht verwundert, dass er nur noch im abgedunkelten Schlafzimmer zu ihr ins Bett fand. Es war nicht ungewöhnlich für ihn, nach ihr schlafen zu gehen. Oder wie wenig sich ihre Wege im angrenzenden Ankleidezimmer oder im Bad kreuzten. Sie waren dreizehn Jahre verheiratet. Solche Zeiten kamen vor. Doch nie hätte die geborene Macmillan den wahren Grund für all diese winzigen Veränderungen erahnen können.<br />
<br />
Es war nicht ungewöhnlich für Onyx, das gemeinsame Ankleidezimmer aufzusuchen, um sich für die Nacht von ihrem Schmuck zu entledigen. Es war ebenso wenig ungewöhnlich, wenn sich zu diesem Zeitpunkt Phineas darin aufhielt, um sich ebenfalls auf die Nachtruhe vorzubereiten. Ihre abgelegten Ohrringe bereits in der rechten, geschlossenen Hand haltend, umging sie barfuß federleicht die einzige knarzende Diele im Schlafzimmer. Sie bezeichnete sie als charmant und doch umschritt Onyx sie seit vielen Jahren gekonnt. Mit ihren schlanken Fingern den Verschluss ihrer Halskette lösend, trat sie auf die halbgeöffnete Tür des angrenzenden Zimmers zu. Als sie ihren Blick an diesem Abend zu ihrem Mann richtete, der sich eben sein Hemd von den breiten Schultern streifte, verfing sich ihr aufmerksamer Blick an der prägnanten, tiefschwarzen Veränderung zwischen all seinen anderen Tattoos. Doch das, was sie zu Beginn einfach nur für eine neue, ihr verschwiegene Tätowierung auf seinem linken Unterarm halten wollte, offenbarte sich als das Dunkle Mal des gefürchteten Zauberers, der tot sein sollte.<br />
<br />
Die junge Mutter würde später nicht mehr sagen können, was sich in ihrem Kopf abgespielt hatte. Es hatte keine Zeit des Nachdenkens gegeben. Nur ein altes Symbol von Tod und Verderben. Sie hatte nicht mehr ihren Ehemann wahrgenommen. Sie war sich nicht einmal mehr sicher, ob es wirklich ihr Mann gewesen war, der dort im Raum gestanden hatte. Sie hatte das Zeichen der Todesser erkannt und all ihre Instinkte hatten zur Flucht gerufen. Angst vernebelte ihre Gedanken und schiere Panik durchflutete ihr Nervensystem. Bevor es Onyx selbst begriff, fuhr sie herum. Den Schmuck, den ihr einst Phineas zu einem Hochzeitstag zum Geschenk gemacht hatte, noch in den Händen umschlossen. Sie verfluchte die Diele, die nun doch unter ihren hektischen Schritten knarrte. Ihre Schmuckstücke fielen zu Boden, als sie gehetzt nach ihrem Zauberstab auf der Anrichte neben der Schlafzimmertür griff. Eilig hastete sie in das Zimmer ihres Sohnes, den sie schlafend an sich riss, um noch rechtzeitig in die Stube seiner Schwester zu gelangen.<br />
<br />
Onyx hatte eben die Hand ihrer Tochter ergriffen, als sie entsetzt und voll empfundenen Schmerzes in das Gesicht ihres Ehemannes blickte. Doch bevor er ihren Namen aussprechen und sie zögern lassen konnte, apparierte sie mit den gemeinsamen Kindern – wie sie hoffte – in Sicherheit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es hatte erste Anzeichen gegeben. Erste Veränderungen in seinem Verhalten. Schon seit Wochen. Ihr Ehemann, der sonst die Angewohnheit besaß, seine Hemdsärmel nach oben zu schlagen, sobald er sich in einem privaten Umfeld befand, tat dies nicht mehr. Onyx hatte sich zu Beginn nicht viel dabei gedacht. Es hatte sie nicht verwundert, dass er nur noch im abgedunkelten Schlafzimmer zu ihr ins Bett fand. Es war nicht ungewöhnlich für ihn, nach ihr schlafen zu gehen. Oder wie wenig sich ihre Wege im angrenzenden Ankleidezimmer oder im Bad kreuzten. Sie waren dreizehn Jahre verheiratet. Solche Zeiten kamen vor. Doch nie hätte die geborene Macmillan den wahren Grund für all diese winzigen Veränderungen erahnen können.<br />
<br />
Es war nicht ungewöhnlich für Onyx, das gemeinsame Ankleidezimmer aufzusuchen, um sich für die Nacht von ihrem Schmuck zu entledigen. Es war ebenso wenig ungewöhnlich, wenn sich zu diesem Zeitpunkt Phineas darin aufhielt, um sich ebenfalls auf die Nachtruhe vorzubereiten. Ihre abgelegten Ohrringe bereits in der rechten, geschlossenen Hand haltend, umging sie barfuß federleicht die einzige knarzende Diele im Schlafzimmer. Sie bezeichnete sie als charmant und doch umschritt Onyx sie seit vielen Jahren gekonnt. Mit ihren schlanken Fingern den Verschluss ihrer Halskette lösend, trat sie auf die halbgeöffnete Tür des angrenzenden Zimmers zu. Als sie ihren Blick an diesem Abend zu ihrem Mann richtete, der sich eben sein Hemd von den breiten Schultern streifte, verfing sich ihr aufmerksamer Blick an der prägnanten, tiefschwarzen Veränderung zwischen all seinen anderen Tattoos. Doch das, was sie zu Beginn einfach nur für eine neue, ihr verschwiegene Tätowierung auf seinem linken Unterarm halten wollte, offenbarte sich als das Dunkle Mal des gefürchteten Zauberers, der tot sein sollte.<br />
<br />
Die junge Mutter würde später nicht mehr sagen können, was sich in ihrem Kopf abgespielt hatte. Es hatte keine Zeit des Nachdenkens gegeben. Nur ein altes Symbol von Tod und Verderben. Sie hatte nicht mehr ihren Ehemann wahrgenommen. Sie war sich nicht einmal mehr sicher, ob es wirklich ihr Mann gewesen war, der dort im Raum gestanden hatte. Sie hatte das Zeichen der Todesser erkannt und all ihre Instinkte hatten zur Flucht gerufen. Angst vernebelte ihre Gedanken und schiere Panik durchflutete ihr Nervensystem. Bevor es Onyx selbst begriff, fuhr sie herum. Den Schmuck, den ihr einst Phineas zu einem Hochzeitstag zum Geschenk gemacht hatte, noch in den Händen umschlossen. Sie verfluchte die Diele, die nun doch unter ihren hektischen Schritten knarrte. Ihre Schmuckstücke fielen zu Boden, als sie gehetzt nach ihrem Zauberstab auf der Anrichte neben der Schlafzimmertür griff. Eilig hastete sie in das Zimmer ihres Sohnes, den sie schlafend an sich riss, um noch rechtzeitig in die Stube seiner Schwester zu gelangen.<br />
<br />
Onyx hatte eben die Hand ihrer Tochter ergriffen, als sie entsetzt und voll empfundenen Schmerzes in das Gesicht ihres Ehemannes blickte. Doch bevor er ihren Namen aussprechen und sie zögern lassen konnte, apparierte sie mit den gemeinsamen Kindern – wie sie hoffte – in Sicherheit.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Phineas Shafiq]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1122</link>
			<pubDate>Tue, 15 Sep 2026 12:15:09 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=345">Phineas Shafiq</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1122</guid>
			<description><![CDATA[<center>26. Juni 1995</center><br />
Noch immer brannte an seinem linken Unterarm das Mal, das er an diesem frühen Morgen trotz der sommerlichen Wärme unter einem langärmligen Hemd verborgen hatte. In den kühlen Räumlichkeiten von <i>Shafiq Spellbound Media</i> fiel dies glücklicherweise nicht auf. Doch er selbst konnte es nicht ignorieren. Es war da. Unwiderruflich in seine Haut eingebrannt. Verdammt, er verfluchte sein junges Ich dafür, dass er diesen Schritt gegangen war. Doch es blieb keine Zeit für Reue. Es war zwei Tage her, dass er auf diesem verdammten Friedhof gewesen war. Er hatte im Kreis der Maskierten gestanden und starr mit angesehen, wie der Dunkle Lord tatsächlich wiederauferstanden war. Mit Sicherheit war er nicht der einzige früher überzeugte Anhänger, der darauf nun wirklich hätte verzichten können. Doch man hatte ihn nicht gefragt, und nun sollte er den Scherbenhaufen, den der Schwarzmagier hinterlassen hatte, wiederherstellen. Nur wie sollte er das anstellen? <br />
<br />
Fast 24 Stunden war es her, dass Dumbledore vor ganz Hogwarts verkündet hatte, dass Lord Voldemort zurück war. Dass er den jungen Cedric Diggory ermordet hatte. Bei dem Gedanken an die beiläufige Ermordung des Jungen fuhr Phineas ein Schaudern durch den Körper. Doch die Emotionen fanden nur kurz Raum, ehe sich sein Verstand auf seine Aufgabe fokussierte. Aufgrund der Geschehnisse war es rein logisch, dass nun die Jagd auf den Schwarzmagier und seine Anhänger beginnen würde. Ein kaum wahrnehmbarer Knallton erfüllte für einen Sekundenbruchteil den Raum und riss ihn aus seinen Gedanken. Phineas wandte sich um und blickte auf die frischgedruckte Ausgabe des Tagespropheten, die nun auf seinem Mahagonischreibtisch lag. Ein Teil von ihm hätte am liebsten sofort hektisch danach gegriffen, doch selbst ohne Augenzeugen maßregelte er sich und atmete erst einmal tief durch. Dann griff er nach dem Blatt, überflog die druckfrischen Zeilen, und je mehr Worte er las, desto mehr wich die Anspannung aus seinen Zügen. Cornelius Fudge verweigerte die Realität. Das Ministerium stritt alles ab und stellte Dumbledore als senilen Wirrkopf dar. Unweigerlich entfloh ihm ein halb erleichtertes und halb ungläubig amüsiertes Schnauben. Fudges Reaktion war das <i>Beste</i>, was dem Verlagschef an diesem Morgen hätte passieren können. Es war sein Glück, dass niemand von einem Blatt wie der Hexenwoche eine sofortige Reaktion auf die Ereignisse erwartete, sodass er diese Steilvorlage nutzen konnte, um dem Dunklen Lord zu dienen, ohne dabei negative Aufmerksamkeit zu erregen.<br />
<br />
Noch bevor er den Artikel zu Ende gelesen hatte, klopfte es hektisch an der Tür. Phineas legte die Ausgabe zur Seite, ließ sich am Schreibtisch nieder und bat den Störenfried hinein. Der Chefredakteur der <i>Hexenwoche</i> eilte ihm mit sorgenvoller Miene entgegen und reichte ihm einen Entwurf. <i>DUMBLEDORES WARNUNG: DIE RÜCKKEHR DES DUNKLEN LORDS?</i> prangerte es am Kopf des Manuskripts, und damit hatte er bereits genug gesehen. Ohne etwas zu sagen, warf er das Pergament in eine unauffällige Silberschale zu seiner Rechten. Sobald es das Silber berührte, ging es in einer geruchlosen magischen Flamme auf und löste sich rückstandslos auf. <i>„Mister Shafiq?“</i>, kam es leise über die Lippen des Mannes, während er verunsichert einen Schritt zurücktrat. <i>„Dumbledore hat gestern vor allen Schülern behauptet—“</i> Weiter kam er nicht, denn Phineas deutete ihm mit einer Handgeste ruhig zu sein und schob ihm die Ausgabe des Tagespropheten zu. <b>„Lesen Sie das!“</b>, forderte er den anderen Zauberer auf und blieb dabei betont ruhig, doch nicht minder autoritär. Aufmerksam beobachtete er, wie der Chefredakteur die Zeilen überflog. <b> „Dumbledore ist alt und laut dem Ministerium weiß er nicht, wovon er da spricht. Was Potter betrifft“</b> Er machte eine Pause und wartete darauf, dass sein Gegenüber ihn wieder ansah. <b> „Was Potter betrifft, nun, dass der Junge nach Aufmerksamkeit schreit, sollte wohl spätestens nach der Teilnahme am Trimagischen Turnier klar sein.“</b> Der andere Mann sah ihn an und Phineas erkannte die Zweifel und das Zögern in dessen Ausdruck, was ihn dazu verleitete abwartend die Augenbrauen zu heben. <i> „Aber Sir... wenn an den Gerüchten doch etwas dran ist? Dumbledore würde doch nicht einfach— Sollten wir nicht zumindest beide Seiten darstellen?“</i> <b> „Beide Seiten darstellen?“</b>, wiederholte Phineas stirnrunzelnd und sah den Redakteur so an, als wolle er ihm Butterbier als Feuerwhiskey verkaufen. <b> „Verzeihung, Sie haben den Artikel doch gelesen, nicht wahr? Es gibt nur eine Seite und die hat unser Zaubereiminister bereits gegenüber dem Tagespropheten vorgegeben. Wir werden keine Verschwörungstheorien andeuten, die nur dazu führen, dass die Bevölkerung in unangebrachte Panik verfällt. Bringen Sie stattdessen eine Hommage an den armen Diggory-Jungen heraus, der dem Turnier zum Opfer gefallen ist. Gerne als zügige Sonderausgabe und erwähnen Sie, dass SSM den Angehörigen selbstredend finanzielle Unterstützung zukommen lässt, sollte dies nötig sein.“</b> Für einen Moment schien der Redakteur zu zögern, doch dann nickte er. <i> „Ich kümmere mich sofort darum“</i>, versicherte er und verließ mit zügigen Schritten und hochrotem Kopf das Büro. Musste Phineas sich seinetwegen etwa Sorgen machen? Es wäre wirklich schade, denn der Chefredakteur arbeitete bereits viele Jahrzehnte für den Verlag und verstand sein Handwerk. Doch Phineas würde nicht zögern, den Mann zu ersetzen, sollte es nötig sein. Er würde kein Risiko eingehen. Nicht jetzt, wo er sich so viel aufgebaut und so viel mehr zu verlieren hatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<center>26. Juni 1995</center><br />
Noch immer brannte an seinem linken Unterarm das Mal, das er an diesem frühen Morgen trotz der sommerlichen Wärme unter einem langärmligen Hemd verborgen hatte. In den kühlen Räumlichkeiten von <i>Shafiq Spellbound Media</i> fiel dies glücklicherweise nicht auf. Doch er selbst konnte es nicht ignorieren. Es war da. Unwiderruflich in seine Haut eingebrannt. Verdammt, er verfluchte sein junges Ich dafür, dass er diesen Schritt gegangen war. Doch es blieb keine Zeit für Reue. Es war zwei Tage her, dass er auf diesem verdammten Friedhof gewesen war. Er hatte im Kreis der Maskierten gestanden und starr mit angesehen, wie der Dunkle Lord tatsächlich wiederauferstanden war. Mit Sicherheit war er nicht der einzige früher überzeugte Anhänger, der darauf nun wirklich hätte verzichten können. Doch man hatte ihn nicht gefragt, und nun sollte er den Scherbenhaufen, den der Schwarzmagier hinterlassen hatte, wiederherstellen. Nur wie sollte er das anstellen? <br />
<br />
Fast 24 Stunden war es her, dass Dumbledore vor ganz Hogwarts verkündet hatte, dass Lord Voldemort zurück war. Dass er den jungen Cedric Diggory ermordet hatte. Bei dem Gedanken an die beiläufige Ermordung des Jungen fuhr Phineas ein Schaudern durch den Körper. Doch die Emotionen fanden nur kurz Raum, ehe sich sein Verstand auf seine Aufgabe fokussierte. Aufgrund der Geschehnisse war es rein logisch, dass nun die Jagd auf den Schwarzmagier und seine Anhänger beginnen würde. Ein kaum wahrnehmbarer Knallton erfüllte für einen Sekundenbruchteil den Raum und riss ihn aus seinen Gedanken. Phineas wandte sich um und blickte auf die frischgedruckte Ausgabe des Tagespropheten, die nun auf seinem Mahagonischreibtisch lag. Ein Teil von ihm hätte am liebsten sofort hektisch danach gegriffen, doch selbst ohne Augenzeugen maßregelte er sich und atmete erst einmal tief durch. Dann griff er nach dem Blatt, überflog die druckfrischen Zeilen, und je mehr Worte er las, desto mehr wich die Anspannung aus seinen Zügen. Cornelius Fudge verweigerte die Realität. Das Ministerium stritt alles ab und stellte Dumbledore als senilen Wirrkopf dar. Unweigerlich entfloh ihm ein halb erleichtertes und halb ungläubig amüsiertes Schnauben. Fudges Reaktion war das <i>Beste</i>, was dem Verlagschef an diesem Morgen hätte passieren können. Es war sein Glück, dass niemand von einem Blatt wie der Hexenwoche eine sofortige Reaktion auf die Ereignisse erwartete, sodass er diese Steilvorlage nutzen konnte, um dem Dunklen Lord zu dienen, ohne dabei negative Aufmerksamkeit zu erregen.<br />
<br />
Noch bevor er den Artikel zu Ende gelesen hatte, klopfte es hektisch an der Tür. Phineas legte die Ausgabe zur Seite, ließ sich am Schreibtisch nieder und bat den Störenfried hinein. Der Chefredakteur der <i>Hexenwoche</i> eilte ihm mit sorgenvoller Miene entgegen und reichte ihm einen Entwurf. <i>DUMBLEDORES WARNUNG: DIE RÜCKKEHR DES DUNKLEN LORDS?</i> prangerte es am Kopf des Manuskripts, und damit hatte er bereits genug gesehen. Ohne etwas zu sagen, warf er das Pergament in eine unauffällige Silberschale zu seiner Rechten. Sobald es das Silber berührte, ging es in einer geruchlosen magischen Flamme auf und löste sich rückstandslos auf. <i>„Mister Shafiq?“</i>, kam es leise über die Lippen des Mannes, während er verunsichert einen Schritt zurücktrat. <i>„Dumbledore hat gestern vor allen Schülern behauptet—“</i> Weiter kam er nicht, denn Phineas deutete ihm mit einer Handgeste ruhig zu sein und schob ihm die Ausgabe des Tagespropheten zu. <b>„Lesen Sie das!“</b>, forderte er den anderen Zauberer auf und blieb dabei betont ruhig, doch nicht minder autoritär. Aufmerksam beobachtete er, wie der Chefredakteur die Zeilen überflog. <b> „Dumbledore ist alt und laut dem Ministerium weiß er nicht, wovon er da spricht. Was Potter betrifft“</b> Er machte eine Pause und wartete darauf, dass sein Gegenüber ihn wieder ansah. <b> „Was Potter betrifft, nun, dass der Junge nach Aufmerksamkeit schreit, sollte wohl spätestens nach der Teilnahme am Trimagischen Turnier klar sein.“</b> Der andere Mann sah ihn an und Phineas erkannte die Zweifel und das Zögern in dessen Ausdruck, was ihn dazu verleitete abwartend die Augenbrauen zu heben. <i> „Aber Sir... wenn an den Gerüchten doch etwas dran ist? Dumbledore würde doch nicht einfach— Sollten wir nicht zumindest beide Seiten darstellen?“</i> <b> „Beide Seiten darstellen?“</b>, wiederholte Phineas stirnrunzelnd und sah den Redakteur so an, als wolle er ihm Butterbier als Feuerwhiskey verkaufen. <b> „Verzeihung, Sie haben den Artikel doch gelesen, nicht wahr? Es gibt nur eine Seite und die hat unser Zaubereiminister bereits gegenüber dem Tagespropheten vorgegeben. Wir werden keine Verschwörungstheorien andeuten, die nur dazu führen, dass die Bevölkerung in unangebrachte Panik verfällt. Bringen Sie stattdessen eine Hommage an den armen Diggory-Jungen heraus, der dem Turnier zum Opfer gefallen ist. Gerne als zügige Sonderausgabe und erwähnen Sie, dass SSM den Angehörigen selbstredend finanzielle Unterstützung zukommen lässt, sollte dies nötig sein.“</b> Für einen Moment schien der Redakteur zu zögern, doch dann nickte er. <i> „Ich kümmere mich sofort darum“</i>, versicherte er und verließ mit zügigen Schritten und hochrotem Kopf das Büro. Musste Phineas sich seinetwegen etwa Sorgen machen? Es wäre wirklich schade, denn der Chefredakteur arbeitete bereits viele Jahrzehnte für den Verlag und verstand sein Handwerk. Doch Phineas würde nicht zögern, den Mann zu ersetzen, sollte es nötig sein. Er würde kein Risiko eingehen. Nicht jetzt, wo er sich so viel aufgebaut und so viel mehr zu verlieren hatte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ginny Weasley]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1121</link>
			<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 22:15:39 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=346">Ginny Weasley</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1121</guid>
			<description><![CDATA[Ginny <i>liebte</i> Weihnachten, schon so lange sie denken konnte. Natürlich hing das auch damit zusammen, dass es Geschenke und jede Menge leckeres Weihnachtsgebäck gab und der Fuchsbau dann immer besonders schön und liebevoll dekoriert war. Auch wenn Ginny es niemals laut zugegeben hätte, fand sie es auch immer toll und irgendwie, naja, <i>rührend</i>, dass Molly bis heute auch jedes Jahr den selbstgebastelten Weihnachtsschmuck, den sie als kleine Kinder kreiert hatten, vom Dachboden holte und völlig selbstverständlich zwischen die anderen Dekorationen mischte. Das alles war super und besonders und machte die Feiertage an sich schon schön, aber der wahre Grund, weshalb die jüngste Weasley diese Tage so sehr liebte war, dass dann für gewöhnlich die ganze Familie zusammenkam. Vielleicht mochte es es erstaunlich klingen, weil man im Fuchsbau selten einmal einen Moment hatte, in dem man wirklich ganz alleine war, aber es wurde eben auch seltener, dass wirklich alle da waren. <br />
<br />
Ihre Brüder Bill und Charlie lebten schon eine Weile nicht mehr unter einem Dach mit dem Rest ihrer Familie und auch wenn sie deutlich älter waren als ihre einzige Schwester, fehlten sie ihr hin und wieder immer mal wieder, während Diskussionen, wenn sie sich fragte, was die beiden wohl dazu sagen würden oder einfach so, im allgemeinen Familienchaos. Ginny konnte sehr gut nachvollziehen, weshalb die beiden nicht immer hier sein konnten, sie hatten beruflich viel um die Ohren und gerade Charlie war eben auch viel im Ausland unterwegs. Aber zu Weihnachten versuchten beiden, bei der Familie zu sein. Der Fuchsbau fühlte sich dann immer ein wenig vollkommener und noch etwas heimeliger an. <br />
<br />
Etwas komplizierter war es da für sie mit Percy. Er war schon seit sie denken konnte, immer eher das Gegenteil von ihr gewesen und während sie bei ihren ältesten Brüdern gerne zuhörte, wenn diese ihre Meinung in Gesprächen kundtaten, hatte er etwas an sich, was sie manchmal schon dazu trieb, innerlich die Augen zu verdrehen, wenn er nur Luft holte, um etwas zu sagen, manchmal auch nicht nur innerlich. Besonders, seit er beim Ministerium arbeitete, war Percy schwierig geworden mit seinen Aussagen und seinen Ansichten und manchmal hatte sie fast das Gefühl, dass es ihm <i>unangenehm</i> war, ein Weasley zu sein. Und doch war Percy ihr Bruder. Etwas in Ginny würde ihn immer lieben und immer als Teil der Familie betrachten, genau wie jeden anderen ihrer Brüder auch. Aus dem Grund freute sie sich auch über seine Anwesenheit während der Feiertage und auch, weil es doch immer unglaublich viel Spaß machte, ihn zu ärgern und auf die Palme zu bringen. Das war bei ihm leider fast genauso leicht wie bei Ron, was es aber keinesfalls langweiliger machte. Sie war ganz sicher, dass Fred und George ihr da voll und ganz zustimmen würden. <br />
<br />
Die Zwillinge und Ron hatte Ginny das ganze Jahr um sich. Sie gingen zusammen nach Hogwarts, waren in dasselbe Haus eingeteilt und spielten sogar alle vier in der Quidditchmannschaft von Gryffindor. Von all ihren Geschwistern standen die drei ihr wohl auch am nächsten, konnten sie aber auch oftmals am meisten in den Wahnsinn treiben. Keiner konnte Ginny so oft zum Lachen bringen wie ihre Brüder George und Fred. Trotz aller Albernheiten und ihrem Hang, Percy und Ron aufzuziehen und zu ärgern, wusste sie bei ihnen einfach, dass sie das Herz am rechten Fleck hatten und dafür liebte sie die beiden sehr, auch wenn das ebenfalls etwas war, was sie eher selten laut aussprechen würde. Und Ron… bei ihm hatte Ginny manchmal das Gefühl, dass <i>sie</i> die Ältere von beiden sei und manchmal erwischte sie sich dabei, dass sie fast ein wenig von Molly in sich erkannte, wenn sie mit ihm sprach. Ihrer Meinung nach brauchte er manchmal eben jemanden, der ihm einen kleinen Schubs gab oder ihn sinnbildlich an die Hand nahm. Aber das war okay. Ginny wusste ja, dass mehr in ihrem Bruder steckte, als er die meiste Zeit über selbst zu glauben schien und sie war ganz sicher, dass er das irgendwann auch entdecken würde. <br />
<br />
Wenn Ginny also an den Weihnachtsfeiertagen durch den Fuchsbau ging, dann war sie immer voller Vorfreude darauf, all diese Chaoten - allen voran auch ihren Vater und seine begeisterten neuen Erkenntnisse aus der Welt der Muggel - wieder um sich zu haben und für diese paar Tage alles andere, was da draußen in der Welt so los war, ausblenden zu können. Sie wollte mit Charlie über die Drachen sprechen und mit Ron und den Zwillingen durch das Schneegestöber auf ihrem Besen um den Fuchsbau herumzujagen. Sie wollte den Geruch der heißen Schokolade, die ihre Mutter zubereitete und die besser war als alles, was man ja zuvor getrunken hatte, in der Nase haben. Und natürlich freute sie sich auf die Weasley-Weihnachtspullis, die einfach schon Tradition hatten und die zwar so sehr kratzten, von ihnen allen aber mit Begeisterung getragen wurden. Und wenn sie ganz ehrlich war, dann durfte auch Harry Potter in dieser Zeit nicht mehr fehlen, um die Welt im Fuchsbau für kurze Zeit heile zu machen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ginny <i>liebte</i> Weihnachten, schon so lange sie denken konnte. Natürlich hing das auch damit zusammen, dass es Geschenke und jede Menge leckeres Weihnachtsgebäck gab und der Fuchsbau dann immer besonders schön und liebevoll dekoriert war. Auch wenn Ginny es niemals laut zugegeben hätte, fand sie es auch immer toll und irgendwie, naja, <i>rührend</i>, dass Molly bis heute auch jedes Jahr den selbstgebastelten Weihnachtsschmuck, den sie als kleine Kinder kreiert hatten, vom Dachboden holte und völlig selbstverständlich zwischen die anderen Dekorationen mischte. Das alles war super und besonders und machte die Feiertage an sich schon schön, aber der wahre Grund, weshalb die jüngste Weasley diese Tage so sehr liebte war, dass dann für gewöhnlich die ganze Familie zusammenkam. Vielleicht mochte es es erstaunlich klingen, weil man im Fuchsbau selten einmal einen Moment hatte, in dem man wirklich ganz alleine war, aber es wurde eben auch seltener, dass wirklich alle da waren. <br />
<br />
Ihre Brüder Bill und Charlie lebten schon eine Weile nicht mehr unter einem Dach mit dem Rest ihrer Familie und auch wenn sie deutlich älter waren als ihre einzige Schwester, fehlten sie ihr hin und wieder immer mal wieder, während Diskussionen, wenn sie sich fragte, was die beiden wohl dazu sagen würden oder einfach so, im allgemeinen Familienchaos. Ginny konnte sehr gut nachvollziehen, weshalb die beiden nicht immer hier sein konnten, sie hatten beruflich viel um die Ohren und gerade Charlie war eben auch viel im Ausland unterwegs. Aber zu Weihnachten versuchten beiden, bei der Familie zu sein. Der Fuchsbau fühlte sich dann immer ein wenig vollkommener und noch etwas heimeliger an. <br />
<br />
Etwas komplizierter war es da für sie mit Percy. Er war schon seit sie denken konnte, immer eher das Gegenteil von ihr gewesen und während sie bei ihren ältesten Brüdern gerne zuhörte, wenn diese ihre Meinung in Gesprächen kundtaten, hatte er etwas an sich, was sie manchmal schon dazu trieb, innerlich die Augen zu verdrehen, wenn er nur Luft holte, um etwas zu sagen, manchmal auch nicht nur innerlich. Besonders, seit er beim Ministerium arbeitete, war Percy schwierig geworden mit seinen Aussagen und seinen Ansichten und manchmal hatte sie fast das Gefühl, dass es ihm <i>unangenehm</i> war, ein Weasley zu sein. Und doch war Percy ihr Bruder. Etwas in Ginny würde ihn immer lieben und immer als Teil der Familie betrachten, genau wie jeden anderen ihrer Brüder auch. Aus dem Grund freute sie sich auch über seine Anwesenheit während der Feiertage und auch, weil es doch immer unglaublich viel Spaß machte, ihn zu ärgern und auf die Palme zu bringen. Das war bei ihm leider fast genauso leicht wie bei Ron, was es aber keinesfalls langweiliger machte. Sie war ganz sicher, dass Fred und George ihr da voll und ganz zustimmen würden. <br />
<br />
Die Zwillinge und Ron hatte Ginny das ganze Jahr um sich. Sie gingen zusammen nach Hogwarts, waren in dasselbe Haus eingeteilt und spielten sogar alle vier in der Quidditchmannschaft von Gryffindor. Von all ihren Geschwistern standen die drei ihr wohl auch am nächsten, konnten sie aber auch oftmals am meisten in den Wahnsinn treiben. Keiner konnte Ginny so oft zum Lachen bringen wie ihre Brüder George und Fred. Trotz aller Albernheiten und ihrem Hang, Percy und Ron aufzuziehen und zu ärgern, wusste sie bei ihnen einfach, dass sie das Herz am rechten Fleck hatten und dafür liebte sie die beiden sehr, auch wenn das ebenfalls etwas war, was sie eher selten laut aussprechen würde. Und Ron… bei ihm hatte Ginny manchmal das Gefühl, dass <i>sie</i> die Ältere von beiden sei und manchmal erwischte sie sich dabei, dass sie fast ein wenig von Molly in sich erkannte, wenn sie mit ihm sprach. Ihrer Meinung nach brauchte er manchmal eben jemanden, der ihm einen kleinen Schubs gab oder ihn sinnbildlich an die Hand nahm. Aber das war okay. Ginny wusste ja, dass mehr in ihrem Bruder steckte, als er die meiste Zeit über selbst zu glauben schien und sie war ganz sicher, dass er das irgendwann auch entdecken würde. <br />
<br />
Wenn Ginny also an den Weihnachtsfeiertagen durch den Fuchsbau ging, dann war sie immer voller Vorfreude darauf, all diese Chaoten - allen voran auch ihren Vater und seine begeisterten neuen Erkenntnisse aus der Welt der Muggel - wieder um sich zu haben und für diese paar Tage alles andere, was da draußen in der Welt so los war, ausblenden zu können. Sie wollte mit Charlie über die Drachen sprechen und mit Ron und den Zwillingen durch das Schneegestöber auf ihrem Besen um den Fuchsbau herumzujagen. Sie wollte den Geruch der heißen Schokolade, die ihre Mutter zubereitete und die besser war als alles, was man ja zuvor getrunken hatte, in der Nase haben. Und natürlich freute sie sich auf die Weasley-Weihnachtspullis, die einfach schon Tradition hatten und die zwar so sehr kratzten, von ihnen allen aber mit Begeisterung getragen wurden. Und wenn sie ganz ehrlich war, dann durfte auch Harry Potter in dieser Zeit nicht mehr fehlen, um die Welt im Fuchsbau für kurze Zeit heile zu machen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Astoria Greengrass]]></title>
			<link>https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1101</link>
			<pubDate>Wed, 09 Sep 2026 16:54:27 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://owlways.makemerun.de/member.php?action=profile&uid=347">Astoria Greengrass</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://owlways.makemerun.de/showthread.php?tid=1101</guid>
			<description><![CDATA[Der Husten schüttelte den zierlichen Körper, während neben dem Bett eine Tasse heißer Tee stand und sich die junge Slytherin bis zur Nasenspitze in ihre Decke kuschelte. Eigentlich waren es sogar zwei Decken, in die sie sich kuschelte. Eine aus einem ganz weichen Teddystoff, in die sie ihre Beine und Füße eingewickelt hatte und eine dicke Daunenbettdecke, die sowieso immer auf ihrem Bett lag. Der weiche Stoff der Decken und das angenehme Gewicht auf ihrem zerbrechlichen Körper gaben ihr ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Und der Tee neben dem Bett half ihr dabei, nicht zu erfrieren. Denn ja, manchmal fühlte es sich so an. Die Kälte, mit der sie beinahe tagtäglich zu kämpfen hatte, war nicht von dieser Welt. Auch, wenn es nie jemanden gegeben hatte, der ihre Theorie bestätigen konnte, war Astoria der felsenfesten Überzeugung, dass genau dieses Symptom eine magische Begleiterscheinung des Fluches war, der sie auch heute wieder an ihr Bett fesselte. Draußen war es nicht einmal besonders kalt, aber sie brauchte dicke Socken, eine Teddy- und eine Daunendecke, um aufzuhören  zu zittern. Kurz war ihr der Gedanken gekommen im Krankenflügel vorbei zu schauen, doch sie kannte die Antworten auf die nicht gestellten Fragen sowieso schon. Offiziell war es ihr Immunsystem, das einfach sehr schwach war. Ein kränkliches Kind, nichts weltbewegendes. Nur jemand, der gut auf sich aufpassen, viel Tee trinken und langsam machen musste. Und es gab genau zwei Menschen in diesem riesigen Schloss, die wussten, dass das nicht helfen würde. Die Kälte, die ihre Organe in einem Klammergriff zu umfassen schien, war magisch bedingt. Es lag nicht nur an ihrem zierlichen Körperbau, sondern an der Tatsache, dass ihr Blut verflucht war. Klang dramatisch? War es irgendwie auch. Aber Astoria hatte sich damit abgefunden. Sie kannte es schließlich nicht anders. Erstmals war der Fluch im Alter von 2 Jahren aufgefallen, als sie als kleines Kind beim Spielen plötzlich ohnmächtig wurde. Und seitdem war das hier ihr Leben: dicke Decken, Tage und Abende innerhalb des Schlafsaal der Slytherin-Mädchen, während ihre Freundinnen draußen in der Bibliothek lernen, den Hausarbeiten nachgingen oder auf den Ländereien picknickten. Tage, an denen sie die Kälte gar nicht loswurde und jeder zurückzuckte, den sie anfasste, weil ihre Finger ganz eisig waren. Manchmal sogar Tage, an denen sie gar nicht am Unterricht teilnehmen konnte, weil sie ihre Zeit im Krankenflügel verbrachte. <br />
<br />
Hatte sie jemals darüber nachgedacht, wie es wohl gewesen wäre, wenn sie nicht an diesem Fluch erkrankt wäre? Definitiv. Hat sie sich so sehr in Heilkunde gestürzt, wie es ihre ältere Schwestern getan hatte, um eine Chance auf Heilung zu finden? Ganz sicher nicht. Astoria war mehr das Team: Annehmen, Krönchen richten und das Beste draus machen. Und was ihr niemand hatte vorher sagen können, waren die Gedanken und die Schuldgefühle, die mit einem solchen Fluch einher gingen. Natürlich gab es da die körperliche Seite, ihr Blut, das nicht ausreichend produziert wurde, das die alltäglichen Aufgaben nicht vollständig übernehmen konnte und so viele unterschiedliche Probleme verursachte, doch... es gab noch eine andere Seite. Die psychische Komponente machte der 14-Jährigen zunehmend zu schaffen. Gedanken, die sie nie hatte haben wollen, suchten sie seit Monaten heim und verfolgten sie bis in ihre Träume. Gedanken, die so starke Schuldgefühle auslösten, dass sie teilweise weinend aufwachte und stundenlang danach nicht mehr einschlafen konnte. Denn diese Gedanken drehten sich ausschließlich um die Frage, wie ihr Leben wohl verlaufen wäre, wenn nicht sie diejenige gewesen wäre, die an dem Fluch erkrankte, sondern... Daphne. Ihre große Schwester. Ihre große, wunderbare, tolle und aufopfernde Schwester, die alles für Astoria tun würde. Die die Welt in Flammen setzen würde, nur, damit es ihr besser ging. Die wie eine Löwin brüllte, wenn Astoria jemand ein Haar krümmen wollte. Dass sie diese Gedanken vor einigen Monaten das erste Mal gehabt hatte, hatte die junge Schülerin zutiefst erschrocken. Es hat sie tagelang beschäftigt, sodass sie bei allen alltäglichen Dingen so große Konzentrationsschwierigkeiten hatte, dass sie tagelang dem Unterricht fern bleiben musste. Und als das erste Mal dieser Traum aufgetaucht war, war Astoria vollständig am Boden zerstört gewesen. Dieses Leben gezeigt zu bekommen, was man gleichzeitig so herbei sehnt und sich im gleichen Atemzug denkt, dass alles daran so falsch war, wie ein Troll in Hogwarts... Erzählt hat sie davon bisher noch niemandem, außer ihrem Tagebuch. Und selbst das hat kaum geholfen. Diese Gedanken aufzuschreiben hat es fast nur noch schlimmer gemacht. Wochen waren vergangen, ehe sie formulieren konnte, was da in ihrem Kopf geschehen war und selbst heute fiel es ihr noch schwer, es in Worte zu fassen. Aussprechen würde sie das niemals.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Der Husten schüttelte den zierlichen Körper, während neben dem Bett eine Tasse heißer Tee stand und sich die junge Slytherin bis zur Nasenspitze in ihre Decke kuschelte. Eigentlich waren es sogar zwei Decken, in die sie sich kuschelte. Eine aus einem ganz weichen Teddystoff, in die sie ihre Beine und Füße eingewickelt hatte und eine dicke Daunenbettdecke, die sowieso immer auf ihrem Bett lag. Der weiche Stoff der Decken und das angenehme Gewicht auf ihrem zerbrechlichen Körper gaben ihr ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Und der Tee neben dem Bett half ihr dabei, nicht zu erfrieren. Denn ja, manchmal fühlte es sich so an. Die Kälte, mit der sie beinahe tagtäglich zu kämpfen hatte, war nicht von dieser Welt. Auch, wenn es nie jemanden gegeben hatte, der ihre Theorie bestätigen konnte, war Astoria der felsenfesten Überzeugung, dass genau dieses Symptom eine magische Begleiterscheinung des Fluches war, der sie auch heute wieder an ihr Bett fesselte. Draußen war es nicht einmal besonders kalt, aber sie brauchte dicke Socken, eine Teddy- und eine Daunendecke, um aufzuhören  zu zittern. Kurz war ihr der Gedanken gekommen im Krankenflügel vorbei zu schauen, doch sie kannte die Antworten auf die nicht gestellten Fragen sowieso schon. Offiziell war es ihr Immunsystem, das einfach sehr schwach war. Ein kränkliches Kind, nichts weltbewegendes. Nur jemand, der gut auf sich aufpassen, viel Tee trinken und langsam machen musste. Und es gab genau zwei Menschen in diesem riesigen Schloss, die wussten, dass das nicht helfen würde. Die Kälte, die ihre Organe in einem Klammergriff zu umfassen schien, war magisch bedingt. Es lag nicht nur an ihrem zierlichen Körperbau, sondern an der Tatsache, dass ihr Blut verflucht war. Klang dramatisch? War es irgendwie auch. Aber Astoria hatte sich damit abgefunden. Sie kannte es schließlich nicht anders. Erstmals war der Fluch im Alter von 2 Jahren aufgefallen, als sie als kleines Kind beim Spielen plötzlich ohnmächtig wurde. Und seitdem war das hier ihr Leben: dicke Decken, Tage und Abende innerhalb des Schlafsaal der Slytherin-Mädchen, während ihre Freundinnen draußen in der Bibliothek lernen, den Hausarbeiten nachgingen oder auf den Ländereien picknickten. Tage, an denen sie die Kälte gar nicht loswurde und jeder zurückzuckte, den sie anfasste, weil ihre Finger ganz eisig waren. Manchmal sogar Tage, an denen sie gar nicht am Unterricht teilnehmen konnte, weil sie ihre Zeit im Krankenflügel verbrachte. <br />
<br />
Hatte sie jemals darüber nachgedacht, wie es wohl gewesen wäre, wenn sie nicht an diesem Fluch erkrankt wäre? Definitiv. Hat sie sich so sehr in Heilkunde gestürzt, wie es ihre ältere Schwestern getan hatte, um eine Chance auf Heilung zu finden? Ganz sicher nicht. Astoria war mehr das Team: Annehmen, Krönchen richten und das Beste draus machen. Und was ihr niemand hatte vorher sagen können, waren die Gedanken und die Schuldgefühle, die mit einem solchen Fluch einher gingen. Natürlich gab es da die körperliche Seite, ihr Blut, das nicht ausreichend produziert wurde, das die alltäglichen Aufgaben nicht vollständig übernehmen konnte und so viele unterschiedliche Probleme verursachte, doch... es gab noch eine andere Seite. Die psychische Komponente machte der 14-Jährigen zunehmend zu schaffen. Gedanken, die sie nie hatte haben wollen, suchten sie seit Monaten heim und verfolgten sie bis in ihre Träume. Gedanken, die so starke Schuldgefühle auslösten, dass sie teilweise weinend aufwachte und stundenlang danach nicht mehr einschlafen konnte. Denn diese Gedanken drehten sich ausschließlich um die Frage, wie ihr Leben wohl verlaufen wäre, wenn nicht sie diejenige gewesen wäre, die an dem Fluch erkrankte, sondern... Daphne. Ihre große Schwester. Ihre große, wunderbare, tolle und aufopfernde Schwester, die alles für Astoria tun würde. Die die Welt in Flammen setzen würde, nur, damit es ihr besser ging. Die wie eine Löwin brüllte, wenn Astoria jemand ein Haar krümmen wollte. Dass sie diese Gedanken vor einigen Monaten das erste Mal gehabt hatte, hatte die junge Schülerin zutiefst erschrocken. Es hat sie tagelang beschäftigt, sodass sie bei allen alltäglichen Dingen so große Konzentrationsschwierigkeiten hatte, dass sie tagelang dem Unterricht fern bleiben musste. Und als das erste Mal dieser Traum aufgetaucht war, war Astoria vollständig am Boden zerstört gewesen. Dieses Leben gezeigt zu bekommen, was man gleichzeitig so herbei sehnt und sich im gleichen Atemzug denkt, dass alles daran so falsch war, wie ein Troll in Hogwarts... Erzählt hat sie davon bisher noch niemandem, außer ihrem Tagebuch. Und selbst das hat kaum geholfen. Diese Gedanken aufzuschreiben hat es fast nur noch schlimmer gemacht. Wochen waren vergangen, ehe sie formulieren konnte, was da in ihrem Kopf geschehen war und selbst heute fiel es ihr noch schwer, es in Worte zu fassen. Aussprechen würde sie das niemals.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>