02.03.2023, 20:08
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.06.2023, 21:58 von Eule.)
Seher
Buchcharabeispiel: Sybill Trelawney
Seher sein klingt, als ließe sich die Eigenschaft in die Zukunft zu sehen in irgendeiner Weise in eine Schublade einordnen. Leider streiten sich Fachleute bis heute darüber, ab welcher "Trefferquote" ein Seher als Seher gilt und ab wann man eher von einem Wahrsager - oder Aufschneider sprechen sollte.
Es gibt sie tatsächlich, diese Seher, die die Zukunft 1:1 wiedergeben können, sich an diese Aussagen aber gleichzeitig im besten Fall nicht erinnern können, da es irgendeine Macht zu sein scheint, die sich deren Körper zu eigen macht. Im schlimmsten Fall fühlen die Betroffenen, wie ihr Körper enteignet wird und empfinden diese Entwendung ihrer Selbst als seelische Folter. Leider sind diese Vorhersagen dann so gut wie immer so verwirrend, dass sie sich erst im Nachhinein als zu einem bestimmten Ereignis passend zuordnen lassen. Um in die Halle der Prophezeiungen aufgenommen zu werden, müssen entsprechende Aussagen von Sehern von einer Dritten Person gehört und ans Ministerium weitergegeben werden.
Besser haben es Menschen, die zwar grundsätzlich empfänglich für die Strömungen der Schicksalsfäden sind, dies aber entweder bewusst lenken, oder Visionen im Schlaf empfangen. Da Visionen in diesem Fall aber mit dem Bewusstsein gekoppelt sind, können Ereignisse von diesen Sehern nicht einfach so prophezeit werden: Es handelt sich stets um Wahrscheinlichkeiten, je mehr Menschen involviert sind und je weiter weg in der Zukunft ein Ereignis liegt, desto ungenauer werden Aussagen.
Da das vorherrschende Seherbild jenes ist, dass Seher auf jeden Fall wissen was die Zukunft birgt, haben sie sich in der Vergangenheit viel Einfluss als Hofmagier und in ähnlichen Positionen verschaffen können. Aus dieser Zeit stammt der Aberglaube an eben jene Allwissenheit, die Seher heutzutage eher belastet, weil sie die Erwartungshaltung an sich nicht erfüllen können und eine Erklärung ihrer individuellen Fähigkeit dann oft auch zu kompliziert ist, um wahrhaftig verstanden zu werden.
Charaktere mit dieser Besonderheit können nicht automatisch Wahrsagen - da es sich dabei um eine erlernte Technik handelt. Die Ausprägung ihrer persönlichen Gabe sollte detailliert im Steckbrief festgehalten werden und kann sich eklatant von Charakter zu Charakter unterscheiden.