02.03.2023, 20:49
Legilimentik
Buchcharabeispiel: Severus Snape
Zu den komplizierteren Formen von Magie, die man erlernen kann, zählt die Legilimentik, was gemeinhin als „Gedanken lesen“ verstanden wird. Mit Hilfe des Zaubers Legilimens können entsprechend ausgebildete Hexen und Zauberer in den Kopf eines anderen Menschen eindringen und dort zwei Typen von Gedanken wahrnehmen: Erstens die akuten Gedanken eines anderen Menschen, die sich als sprunghaft und als Mischung aus Bildern und Worten präsentieren. Zweitens die früheren Gedanken bzw. Erinnerungen eines Menschen, die sich deutlich klarer und zusammenhängender zeigen.
Gerade im Hinblick auf die akuten Gedanken gilt, dass ein Legilimentiker viel Zeit darauf verwenden muss, deren Interpretation zu erlernen. Denn die Klarheit fremder Gedanken hängt von dessen Konzentration und Erschöpfungsgrad ab. Sie in Erfahrung bringen zu wollen, ist etwa mit dem Spiel Stille Post vergleichbar und verlangt, dass die Lücken selbstständig geschlossen werden müssen. - Fehlinterpretationen sind dabei keine Seltenheit.
Die Erinnerungen sind besonders dann klarer lesbar, wenn der Legilimentiker geübt genug ist, sein Eindringen geheim zu halten. Ist er ungeschickt und zwingt sein Opfer dazu, selbst an die Erinnerung zu denken, bekommt er nicht mehr die wahren Ereignisse, sondern den heutigen Blick des Opfers auf die Situation. Durch veränderte Wertvorstellungen oder das schlichte Erwachsenwerden kann eine Erinnerung verfälscht werden, ohne, dass Spuren dafür zu finden sind.
Trainierte Legilimentiker haben gegenüber den geborenen den Vorteil, dass sie lediglich das Eindringen in fremde Köpfe trainieren müssen - nicht das Draußen bleiben. Dadurch sind sie oftmals besser darin, die Erinnerungen unbemerkt zu durchsuchen. Doch auch ihnen ist es nahezu unmöglich, die Manipulation von Erinnerungen und Gedanken über Legilimentik zu erlernen. Wer hier sichere Erfolge erzielen will, sollte auf Tränke oder einen Imperius ausweichen - auch wenn beide Methoden strafrechtlich verfolgt werden.