Genau das störte die Dunkelblonde mehr, als Prof. Umbridges zuckerrosa Persönlichkeit. Vielleicht lag es auch daran, dass Daphne eben jene heute schon bereits über zwei Stunden lang genießen durfte. Und zwischen der Doppelstunde ›Verteidigung gegen die Dunklen Künste‹ und der jetzigen Veranstaltung hatte gerade einmal genug Zeit gelegen, um tief durchzuatmen. Kein Moment mehr.
„Armes Kind!“ - Daphne Greengrass
„Ich hab‘ schon einen jammernden alten Mann zuhause. Einen zweiten würd‘ ich nicht ertragen.“
Auf dem Weg vom siebten Stock in den fünften musste sie zweimal eine Stufe überspringen und wäre beinahe gestolpert. Was glaubte er, was sie war? Ein Feldhase, der pfeilschnell Haken schlagen konnte?
War Dumbledore nicht mehr bei Verstand? Wie hatte der Mann ein magiebegabtes Kind ausgerechnet bei dieser Furie unterbringen können? Wurde er seit vierzehn Jahren senil und niemand von ihnen hatte es mitbekommen? Das wäre nicht einmal so abwegig. Genie und Wahnsinn lagen oft nah beieinander und Dumbledore tanzte ohnehin vergnügt auf dieser Linie. Wer konnte da schon sicher sagen, ob er nicht inzwischen doch auf der falschen Seite davon heruntergepurzelt war?
Wenn Petunia sich nicht entschieden geändert hatte, dann konnten sie froh sein, dass aus «dem Jungen, der überlebte» nicht «der Junge, der im England des zwanzigsten Jahrhunderts zum Obskurus wurde» geworden war!
"Ich kann mit den Ohren wackeln und meine Augen einzeln bewegen, aber das ist bestimmt nicht das, was Sie meinen", überlegte er dann laut und stellte die Kanne mit dem Pfefferminztee auf den Tisch. "Möchten Sie etwas Zucker dazu?"
Snape war für Harry jemand, der vermutlich nicht mal gewöhnliche menschliche Bedürfnisse hatte. Der aß wahrscheinlich nur, weil Dumbledore es verlangte, schlief kopfüber irgendwo in den Kerkern und ernährte sich ansonsten von der Angst unschuldiger Erstklässler.
Sie waren als Auroren dazu da, sich gegenseitig den Rücken freizuhalten und aufeinander aufzupassen, doch es war das erste Mal, dass Tonks so einen Einsatz im realen Leben erlebte und dementsprechend positiv überrascht, wie wörtlich Alexander das meinte. Sie hatte zu jeder Sekunde das Gefühl, dass er sofort seinen Zauberstab ziehen und mit Zaubern losballern würde, wenn sie ihn nur darum bat.
Aber offenbar schien sich Hermine wegen dieser Sache echt zu quälen, dann sie hielt sich regelrecht an ihrer Hand fest und drückte diese sogar ein bisschen. Lea versuchte herauszufinden, was genau auf dem Gesicht der Freundin passierte. Einen richtigen Reim konnte sie sich darauf allerdings auch nicht machen. Vielleicht weinte sie gleich? Aber was sollte Lea dann tun? Hoffentlich fing Hermine nicht an zu weinen!
«Du weißt, dass ich keine Berufserfahrung habe, Andromeda», gab er ein wenig verzweifelt zurück, weil er das Gefühl bekam, dass sie ihn auflaufen lassen wollte. «Und ich weiß, dass dort immer Aushilfen gesucht werden, aber das kann ich Cissy nicht antun. Hör zu, mir ist das hier wirklich ernst. Ich bin von mir aus dein Laufbursche und tue, was immer du mir sagst. Ich kann dir im Gegenzug meine Kontakte anbieten und im Zweifel, sofern notwendig, Zugriff auf die Familienbibliothek.»
Mit wehendem Umhang rauschte er – so lautlos wie möglich, um dieses höllische Porträt in der Eingangshalle nicht aufzuwecken – durch die Eingangshalle des Grimmauld Platzes Nummer zwölf und direkt in die Küche. Er hatte keineswegs das Bedürfnis, das gesamte Haus nach Anwesenden zu durchsuchen und dabei dann dümmstenfalls zu erst auf den Hausherrn zu treffen, der vermutlich bereits alle anderen verrückt machte und herumrennen dürfte wie eine aufgeschreckte Glucke.
Ihre Hände hatte sie an ihr Butterbier gelegt und versuchte nicht an ihren Fingernägeln zu knibbeln. Außerdem versuchte sie die schon längst beknibbelten Fingernägel vor ihm zu verstecken. Es war stressig, eine Schülerin zu sein, OK?!
Sie fühlte sich super-duper-mega-minimuffmäßig schlecht!
Sie kicherte, als hätte sie einen Popstar getroffen, der ihr ein Kompliment gemacht hatte. Erschrocken über sich selbst schlug sie sich die Hand vor den Mund und versuchte ein verkümmertes Husten als Tarnung herzunehmen.
"Jap, alles in Ordnung. Ich hab einen Magen wie eine Kuh"
[...] wie man eine Person wie Dolores Ambria… Ambrage… Ambridgel… ach egal, wie man sie am eindrucksvollsten zur Weißglut treiben konnte.
Theodore Nott hatte einen Plan. Einen guten. Vielleicht sogar seinen bisher besten. Und wie es der Zufall – oder das Chaos – wollte, war Esras Slughorn an seiner Seite. Wie immer, wenn es ernst wurde. Oder eben gefährlich unterhaltsam.
"Es ist nicht zu Ende." wispern die Winde in Sirius Ohren, doch mehr als diese Worte ist auch ein Schatten nicht fähig zu geben. Er besitzt keine Körperwärme, keinen Sinn für menschliche Bedürfnisse, keine Präsenz, die über den Schatten einer ehemaligen leibhaftigen Präsenz herausgeht. Ein Schatten, der noch immer Schild sein will und doch schon längst zu feinem Staub zermahlen wurde. Irgendwo, irgendwann, nur nicht hier.
Sie wusste, dass Sirius und sie gemeinsam diesen Irrwicht nicht besiegen konnten, zu sehr waren sie beide von ihren Ängsten gelähmt. Ein Lachen aus den Lippen herauszubekommen, die so viele Jahre über vertrocknet und aufgesprungen waren, weil sie sie Luft in Azkaban nicht ertragen haben, war so unmöglich, wie den Irrwicht einfach zu bitten sich andere Opfer zu suchen.
Sein Blick wirkte genauso gehetzt, wie bei ihrem ersten Aufeinandertreffen. So, als wären Monster hinter ihm her, die nur er sehen konnte. Keine Ruhe. Kein Ankommen.
"Percy Ignatius Weasley, um den heißen Brei herumzureden steht dir nicht. Ich möchte dir den Grund für deine Laune nicht so aus der Nase ziehen müssen wie deinen unsäglichen Brüdern ihre Scherzartikel."
Sirius Black war noch nicht tot. Nicht geschlagen. Seine Schicksalsfäden woben sich noch um eine große Geschichte, ein großes Ereignis, das im Dunkeln lag.
Danke, Haus. Danke für nichts.
Hier war er. Gerade rechtzeitig, um noch einen Teil von Sirius Rede mitzubekommen, deren Klang in diesen Räumen unnatürlich klang. Viel zu ähnlich einer Stimme, deren Nuancen er allesamt gekannt hatte. Einst. Es fehlte an den warmen Tönen darin, an den geteilten Geheimnissen, an der Nähe, die er nicht im gleichen Ausmaß zum Inhaber dieser Stimme hier spürte, auch wenn Sirius ihm als Kind, als Teenager, etwas bedeutet hatte. Weil er ihm wichtig gewesen war. Jenem, der in dieser Stimme weiter lebte, deren unsichere Töne Damocles ins Mark trafen. Er war nie gleichermaßen verunsichert gewesen, denn gemeinsam hatten sie sich in einem Takt befunden, der die Welt unter ihren Füßen zu ihren Gunsten geneigt hatte. Immer voran. Bis ihr Schicksal vom Tod zertrennt worden war. Er hatte nichtmal selbst bemerkt, wie er am Eingang der Halle stehen geblieben war, um Sirius von dort aus wie vom Donner gerührt anzusehen. Weil er nur in Teilen Sirius sah. Weil dort... tiefer Schmerz wohnte.
Sirius war nicht Orion. Sirius war Alphard.
Am liebsten hätte sie geschrien. So laut geschrien. Vielleicht konnte sie damit das Chaos in ihrem Inneren zum verstummen bringen. Stattdessen kam nur ein leises Flüstern zustande.
Es gab viele Arten, auf die man deuten konnte, dass einem Hauselfen sein Meister nicht recht war. Da war dieser stumpfe, gen Sirius Schuhe gerichteter Blick, aus dem jedes Eigenleben gewichen war, oder auch diese durch und durch demütige Haltung, welche wenig mit der Diensteifrigkeit zu tun hatte, die der Elf anderen Personen gegenüber gezeigt hatte. Selbst die Haltung der großen, Fledermausartigen Ohren konnte einen Rückschlüsse darauf schließen lassen, was Kreacher von diesem Meister hielt.
Krieg. Im Krieg gewann nur der Tod.
"Egal wo auf dieser Welt, man findet immer Menschen, unter denen man sich nicht einsam fühlt."
Berührungen hatten in ihrer beider Kindheiten starke Bedeutung gehabt, insbesondere deswegen, weil sie nicht selbstverständlich gewesen war.
Sie war so unheimlich froh über Teds Anwesenheit und seine Selbstverständlichkeit im Umgang mit Nymphadora gewesen! Händchen halten, Schürfwunden heile pusten, Luftküsse und 'Engelchen flieg' hatten unzählige Momente geschaffen, in denen die Nähe die Distanz überwogen hatte, auch wenn Andromeda niemals eine so offene und einnehmende Mutter hatte sein können wie manch andere Vollblutmama, die sie hatte beobachten dürfen. Aber: Sie wusste es. Sie arbeitete an sich. Es lagen noch viele Jahre vor ihnen, die sie einander Nähe geben würden.
Da! Da! Dieses Antlitz auf diese Art gehörte schon eher in eine Broschüre über dunkle Magier und wie sie Haus und Hof bedrohten! Allerdings saß sie noch immer und würde auch nicht weichen und dieser junge Herr hier würde daran auch nichts ändern, denn am Ende hing er doch an der Leine irgendeines Auroren und spielte sich gerade auf wie diese kleinen Kläffer an der Leine ihrer überforderten Herrchen. Sie hatte noch nie viel für Hunde übrig gehabt.
Dolores lächelte, weil es alles war, das sie in ihrem Waffenarsenal besaß. Hundert Facetten süßer Lächeln, durch die man jede Pein durchleben konnte. Weil man denen da draußen nicht zeigte, wie es einem wirklich ging.
Sie selbst ist im Ausland aufgewachsen und ihre Eltern haben sich beruflich immer sehr flexibel den Umständen angepasst. Tonks nimmt das selbst als großes Geschenk wahr, so viel Zeit im Ausland verbracht zu haben, aber trotzdem fragt sie sich manchmal, wie es wohl wäre, wenn alles 'normal' gewesen wäre. Ohne völlig verrückte und psychopathische Todesser-Familie eben.